Berufswahl aus der Sicht des Psychologen

Hallo,

heute hat man sicher keine freie Berufswahl mehr, entweder fehlt der Ausbildungsplatz zum Traunberuf oder die gute Abi-Note. Heute muß man sich oft arrangieren, ausweichen.

Kann man frei wählen, zeigt die Berufswahl doch die Persönlichkeit und Neigungen des Menschen.

Der Lehrer - möchte den Kindern sein Wissen weitergeben
Die Kindergärtnerin - kann ihre spielerische Phantasie ausleben
Der Computerspezialist - kann sein Gehirn zum Einsatz bringen
Die Prostituierte - kann ihren Körper zum Einsatz bringen.
Der katholische Priester - hat sich für das Zölibat entschieden.

Was schließt der Psychologe daraus?
Was muß MANN erlebt haben, um sich für das Zölibat zu entscheiden?
Was passiert mit einem Menschen, der jahrzehntelang seine Erregung nicht wahrnehmen DARF? Dem Geschlechtsverkehr UND onanieren verboten ist?

Natürlich sucht er sich qualvoll Nischen: Die Haushälterin, die Ministranten, das Bordell 100 km entfernt, wo man ihn nicht kennt.

Was schließt ein Psychologe aus dieser Berufswahl?

Gruß
Karin

Hallo Karin,

du siehst hier aber nur ganz eingeschränkte Beweggründe:

Der Lehrer - möchte den Kindern sein Wissen weitergeben

… oder möchte es genauso gut machen wie ein bewunderter Lehrer, es besser machen als ein verhasster Lehrer, interessiert sich sehr für ein bestimmtes Fach und möchte dieses Interesse anderen vermitteln (nicht nur Wissen vermitteln

Die Kindergärtnerin - kann ihre spielerische Phantasie
ausleben

… oder mag Kinder (und kann evl. keine eigenen bekommen), findet dass dieser Beruf für eine Frau genau der Richtige ist etc.

Der Computerspezialist - kann sein Gehirn zum Einsatz bringen

… oder findet den Umgang mit zu viel Menschen zu anstrengend, findet dass man in diesem Beruf viel Geld verdienen kann (und interessiert sich für den Inhalt wenig) etc.

Die Prostituierte - kann ihren Körper zum Einsatz bringen.

… oder findet einen „verruchten“ Beruf toll, hat vielleicht wenig Chancen in einem anderen Beruf und sieht dies als vermeidlich leichte Möglichkeit des Geldverdienens an etc.

Der katholische Priester - hat sich für das Zölibat
entschieden.

… oder ist sehr gottverbunden, sieht dies als seine Aufgabe an (und nimmt das Zölibat gezwungenermaßen hin und hält sich in mehr oder weniger harmloser Art und Weise nicht daran).

Was passiert mit einem Menschen, der jahrzehntelang seine
Erregung nicht wahrnehmen DARF? Dem Geschlechtsverkehr UND
onanieren verboten ist?

Natürlich sucht er sich qualvoll Nischen: Die Haushälterin,
die Ministranten, das Bordell 100 km entfernt, wo man ihn
nicht kennt.

Dies zeigt doch, dass derjenige sich nicht _aufgrund_ des Zölibats für diesen Beruf entschieden hat.

Was schließt ein Psychologe aus dieser Berufswahl?

Wie gesagt:
Da muss man schon alle Aspekte des Berufs betrachten - nicht nur einen.

Viele Grüße,
Nina

man wählt eben das kleinere Übel
Hallo schlummerle,

ganz schlau gedacht.

Zuerst muss ich zwar mal ne halbe Stunde studieren, was Deine Frage ist…

…aber nach ein wenig Nachdenken: ah, ja, warum Frauen keine Priester werden können.

Sie wissen nicht zu schätzen, wie schön so eine qualvolle Suche nach Ministranten ist, besonders wenn man dafür bereits seit Jahrzehnten ins Kittchen kommen kann. Aber ich hatte ja ganz vergessen, das wollen gewisse Männer ja. Und erst die anderen! Der Lehrer, um von Anliegen bombardiert zu werden und heimlich in der Turngarderobe der Mädchen Kameras zu installieren aus lauter Masochismus, denn die werden morgen in der Zeitung abgebildet sein. Die Kindergärtnerin, um laufende Nasen zu putzen und zwischendurch die Domina zu spielen. Ach ja, diesen Beruf müssen jetzt dann auch die Herren der Schöpfung übernehmen. Der Computerspezialist, um zu vereinsamen und zwischendurch 13jährige via Cyberspace anzubaggern. Die Prostituierte ist zwar eigentlich auch ein Kerl, macht’s aber heute gratis und vernascht noch schnell einen 14jährigen.

Messerscharf schliesst der Psychologe aus dieser Berufswahl, dass es immer noch Beknackte gibt, die meinen, der Pflichtzölibat für Priester sei gar nicht weit schlimmer für die Psyche als der eine oder andere gezielte Korb; oder die sich einbilden, man habe auch ohne Priestertum bisweilen seine Rolle nicht immer ganz freiwillig gewählt; oder die sogar meinen, die christliche Moral hätte theoretisch für alle gleichermassen zu gelten. Was für ein lümmelhaftes Denken! Schliesslich ist ja Christus mit 85 Jahren am Wodkasaufen gestorben und doch wohl nicht etwa gar gekreuzigt worden…

Gruss
Mike

Der Psychologe sagt hier:
Hi Schlummerle! (nomen est omen?)

Kann man frei wählen, zeigt die Berufswahl doch die
Persönlichkeit und Neigungen des Menschen.

Der Lehrer - möchte den Kindern sein Wissen weitergeben
Die Kindergärtnerin - kann ihre spielerische Phantasie
ausleben
Der Computerspezialist - kann sein Gehirn zum Einsatz bringen
Die Prostituierte - kann ihren Körper zum Einsatz bringen.
Der katholische Priester - hat sich für das Zölibat
entschieden.

Jeder Mensch hat ne andere Motivation, seinen Beruf gewählt zu haben. So einfach, wie du das darstellst, ist das mitnichten.

Was schließt der Psychologe daraus?

Der Psychologe sagt hier, dass das Klischeedenken ist.

Denn: Den Psychologen gibt es auch nicht, auch das Klischeedenken

Natürlich

Wieso „natürlich“?

sucht er sich qualvoll

Wieso „qualvoll“?

Nischen: Die Haushälterin,
die Ministranten, das Bordell 100 km entfernt, wo man ihn
nicht kennt.

Was schließt ein Psychologe aus dieser Berufswahl?

Dass du dir die Antworten bereits selbst gegeben hast.

Liebe Grüße Flaschenpost

Hi Schlummerle
Zunächst sieht der Psychologe ja die Freud’schen Verschreiber:

entweder
fehlt der Ausbildungsplatz zum Traunberuf

Traunberuf statt Traumberuf könnte bedeuten, dass man sich erst einmal TRAUN muss, sich für einen Beruf zu entscheiden, der einem vielleicht zunächst zu vermessen erscheint…

Kann man frei wählen, zeigt die Berufswahl doch die
Persönlichkeit und Neigungen des Menschen.

Hilfreich ist es dann, zwischen NEIGUNG und TALENT bei sich selbst unterscheiden zu können. Ich kann eine große Neigung zu einem Beruf verspüren, aber keinerlei Talent zu demselben mitbringen.

Die Prostituierte - kann ihren Körper zum Einsatz bringen.
Der katholische Priester - hat sich für das Zölibat
entschieden.

Vielleicht möchte der katholische Priester ja aber auch seinen Körper zum Einsatz bringen :wink:

Was schließt der Psychologe daraus?
Was muß MANN erlebt haben, um sich für das Zölibat zu
entscheiden?

Frei nach dem Satz „Schwul sein, frei sein, Missbrauch muss dabei sein“ will die Welt erkundet werden. :wink:

Was passiert mit einem Menschen, der jahrzehntelang seine
Erregung nicht wahrnehmen DARF? Dem Geschlechtsverkehr UND
onanieren verboten ist?

Er schwitzt es aus. Hierzu assoziieren wir den Namen Auschwitz.
Es grüßt dich
Branden

Er schwitzt es aus. Hierzu assoziieren wir den Namen
Auschwitz.

Wird Zeit, dass Du mal wieder hier aussortiert wirst.

Gruß,

Anja

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Hi Schlummerle! (nomen est omen?)

Welche Assoziation hat ein Psychologe bei diesem Nickname?
Vielleicht liegt er falsch und kennt das „Schlummerle“ aus den 60er-Jahren gar nicht, jung wie er ist?

Hi, „Flaschen“-Post!

nomen est omen?

Die zu einfache Denkweise von Psychologen entsetzt mich immer wieder.
ICH hüte mich immer vor solchen Assoziationen!

Gruß
Karin

Die zu einfache Denkweise von Psychologen entsetzt mich immer
wieder.
ICH hüte mich immer vor solchen Assoziationen!

hüstel…

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beitrag zur sache
hi,

es hat in allen kulturen zu allen zeiten leute gegeben, die sich für ihr leben große verzichte freiwillig auferlegt haben. das geschah und geschieht als geistige und mentale übung. etwas nicht zu tun und das zu schaffen erfordert besinnung, selbstdisziplin und stärke.

in indien findet man heilige, die seit 5 jahren den einen arm hochhalten oder schweigen oder kopfstand machen -es geht um den aspekt des verzichts und die bewältigung der schweren übung. bestimmt um noch mehr, das uns aber verborgen bleibt, weil wir es nicht kennen.

lass mal eine woche dein auto stehen, benutze es NICHT, und du merkst, wie man das merkt.

auf sexualität freiwillig zu verzichten muss eine immens starke verzichtsübung sein, die das ganze leben besteht und starke beschäftigung mit dem verzicht erfordert, was wiederum die geistige aktivität und die auseinandersetzung mit dem thema erhöht und das soll ja auch erreicht werden.

zum thema berufswahl: die berufsfindung lässt oft viele rückschlüsse auf lebensthemen zu: polizisten wollen gerechtigkeit herstellen, ärzte und therapeuten wollen bei krankheit helfen können, rennfahrer wollen etwas intensives erleben, handwerker etwas sichtbares und sinnvolles produzieren, ingenieure wollen die technik (statt die gefühle) beherrschen, wissenschaftler alles hintergründige verstehen und erklären können etc.

schubladendenken funktioniert da nicht so gut, aber umgekehrt weiss ich aus der psychotherapeutischen und klinischen praxis, dass die lebensthemen der menschen, wenn sie sie entdecken, auch im grund für ihren beruf auffindbar sind.

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Es überrascht mich nicht, dass du keinerlei Gefühl für politisch-satirische Anspielungen hast, armes Mädchen.

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Hallo liebe Karin,

ich möchte dir an dieser Stelle ein Buch ans Herzen legen:
Die Taube von Patrick Süskind ISBN:978-3257218466 Buch anschauen

Alles liebe

Joschi

Berufswahl: Pfarrer
Moin, Karin,

Natürlich sucht er sich qualvoll Nischen: Die Haushälterin,
die Ministranten, das Bordell 100 km entfernt, wo man ihn
nicht kennt.

Was schließt ein Psychologe aus dieser Berufswahl?

bist Du sicher, dass Du überhaupt etwas wissen möchtest?

Anmerkung am Rande: Wegen Pädophilie werden Priester 30-mal weniger häufig straffällig als der Durchschnitt der männlichen Bevölkerung. Das macht die Sache keineswegs besser, gerade weil sie ihre Vertrauensstellung ausnutzen, das tun Väter und Onkel aber auch.

Gruß Ralf

Moin,

Anmerkung am Rande: Wegen Pädophilie werden Priester 30-mal
weniger häufig straffällig als der Durchschnitt der männlichen
Bevölkerung. …

kann man dieser Statistik trauen? Von wem wurde sie erstellt? Was ist mit der Vertuschungstaktik der kath. Kirche, Vorfälle gar nicht anzuzeigen sondern mit drei Avemaria und einer Versetzung zu ‚ahnden‘?
fragt sich… lux

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Moin, lux,

kann man dieser Statistik trauen?

so weit wie jeder, die man nicht selbst gefälscht hat.

Von wem wurde sie erstellt?

in der ZEIT gelesen - weggeschmissen.

Was ist mit der Vertuschungstaktik der kath. Kirche, Vorfälle
gar nicht anzuzeigen sondern mit drei Avemaria und einer
Versetzung zu ‚ahnden‘?

Da kommt die Dunkelziffer ins Spiel, die halt keine Information liefert, sondern das Wünschen abbildet.

Gruß Ralf

Hallo,

auch wenn es einige noch immer nich glauben wollen: Es gibt keine Anzeigepflicht - für niemanden - außer zur Strafverfolgung berufener Organe. Und es steht selbstverständlich jedem Opfer frei sich selbst (bzw. dessen Eltern, …) an Polizei oder Staatsanwaltschaft zu wenden. D.h. es gibt auch kein Anzeigeverbot.

Und auch wenn ich überhaupt nichts von Versetzungen halte, die neue Delinquenz eher ermöglichen als behindern, steht dies auf einem vollkommen anderen Blatt als die Frage einer Strafanzeige. Wenn ein Opfer selbst den Weg zur Polizei/StA nicht gehen will, dann sollte man dies respektieren, und nicht hinter seinem Rücken die Sache öffentlich machen, denn dies würde bedeuten auch das Opfer öffentlich zu machen. Das Opfer muss hier „Herr des Verfahrens“ sein, und weder das Bistum noch sonstwer.

Die ganze Diskussion um eine „Anzeigepflicht“ der Kirche geht doch in eine vollkommen falsche Richtung, und es wird zunehmend so getan, dass nur die Kirchen die Möglichkeit hätten Anzeige zu erstatten, und das Strafverfolgung dadurch unterbliebe, weil die Kirchen keine Anzeigen erstatten. Das ist doch vollkommener Unfug. Wenn das Opfer Strafverfolgung wünscht, dann kann es diese jederzeit in Gang setzen, und niemand wird es daran hindern. Und im Einvernehmen mit Opfern haben durchaus auch Bistümer oft genug Anzeigen erstattet.

Eine gewisse Kuriosität hat die aktuelle Situation insoweit, dass sich jetzt jede Menge Opfer outen, die nie eine Anzeige erstattet haben, und dies auch jetzt nicht tun, aber außerhalb rechtsstaatlicher Verfahren nur auf bloße Anschuldigungen hin Konsequenzen fordern. Wenn man Dir dein Auto geklaut hat, stellst Du Dich doch auch nicht auf die Straße und lamentierst und forderst Bestrafung deines Nachbarn, sondern gehst zur Polizei und erstattest Anzeige. Und wenn dann genug Fleisch an der Sache ist, gibt es ein rechtstaatliches Verfahren, in dem dein Nachbar alles vorbringen kann, was ihn ggf. entlastet. Und zum Schluss spricht dann ein unabhängiger Richter ein Urteil, was so oder so ausfallen kann, und dann haben wir auch noch ein paar Rechtsmittelinstanzen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich empfinde überhaupt keine Sympathie mit den Tätern von Kindesmissbrauch, sehe hier durchaus auch problematische Aspekte im Umgang der Kirchen mit Missbrauchsfällen, … aber es gibt saubere Möglichkeiten diese Dinge aufzuarbeiten und dann auch zu Strafen zu kommen.

Gruß vom Wiz

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Hallo,

ich bin zu dusselig, um den ursprünglichen SPIEGEL-Artikel zu finden, aber das sagt die ZEIT:

Der Anteil katholischer Priester und Mitarbeiter (600.000) an der männlichen deutschen Bevölkerung über 21 Jahre (33 Millionen) beträgt knapp zwei Prozent. Verrechnet man die ihnen angelasteten Fälle von Kindesmissbrauch (100) mit den 210.000 deutschlandweit polizeilich gemeldeten Übergriffen seit 1995, beträgt der Anteil der katholischen Täter ganze 0,05 Prozent. Kröbers Schlussfolgerung: »Der durchschnittliche deutsche Mann wird mit 36-mal größerer Wahrscheinlichkeit übergriffig als der katholische Priester. (http://www.zeit.de/2010/07/DOS-Missbrauch)

Grüße

=^…^=

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Moin, =^…^=,

hiermit verleihe ich Dir den Titel „Weltbeste Rechercheuse h.c.“ :wink:

Gruß Ralf

IoI

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hmm,
ich habe nichts von ‚Pflicht‘ gesagt, aber…

die Argumentation ‚dass Opfer doch selbst anzeigen könnten‘ zieht bei Kindern nicht - das ist schon für vergewaltigte Frauen schwer.

Ich halte sicher nichts von einer ‚Hexenjagd‘ auf Priester. Nur halte ich auch nichts von fragwürdigen Statistiken - auch wenn sie aus der Zeit oder dem Spiegel kommen nicht.
wie schon gesagt - traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.

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Moin auch,

Der katholische Priester - hat sich für das Zölibat
entschieden.

Glaubst du wirklich, dass ein Priester Priester wird, weil er den Zölibat erleben will? Das dürfte wohl der geringste Grund sein, warum jemand Priester wird. Auch ein Computermensch wird kaum zu einem solchen, weil er sein Hirn benutzen will. Da könnte er genauso gut Teilchenphysiker oder Philosoph werden.

Ralph

PS: Ich bin Chemiker. An welcher Persönlichkeitsstörung leide ich also deiner Meinung nach?
PPS: Ich bin der Meinung, dass in D nach wie vor freie Berufswahl herrscht.