Beschneidung bei Kinder

Hi Sarah

Nur weil etwas üblich ist, macht es doch eine Sache nicht
besser.

Nein, ganz sicher. Aber in gewisser Weise könnte es evtl jemandem helfen bei der Entscheidung ob oder nicht. Ausserdem glaube ich zu merken, daß Datafox das als Frage gestellt hat, sozusagen als Gedankenstütze. Und genau das ist ja was ich wollte (zusammen mit den Erfahrungen)

Es gibt sehr viele Regionen und Gebiete wo eine
Beschneidung von Mädchen üblich ist. Aber rechtfertigt es
deshalb die Sache?

Nein, auch nicht. Aber man darf beide Beschneidungen nicht miteinander vergleichen, denn für eine gibt es medizinische Notwendigkeit für die andere nicht. Ausserdem gibt es unter den aber 1000 von Frauen die überhaupt keine Ahnung haben, daß diese sog. „Klitorisablatio“ überhaupt gefährlich sein kann bzw ist! Und dadurch daß viele davon nie ein Buch auch im entferntesten gesehen haben, können sie auch oft nicht lesen und somit ist die Verbreitung dieser Tatsache verdammt schwierig.

Ich halte nicht medizinische Eingriffe ohne Einwilligung des
„Opfers“ für Körperverletzung. Egal, ob es nun Ohrlochstechen
oder Beschneidung ist.

Aber ich gebe Dir Recht. Rein juristisch ist es tatsächlich eine unzulässige Körperverletzung. Allerdings hier stand das nicht zur Debatte.

Darüber hinaus glaube ich, daß in diesem unserem Breitengrades gibt es kaum ein mensch der so etwas macht (zB Ohrstechen oder piercing) bei einem Minderjährigen ohne einwilligung der Eltern… Denn sie wissen schon selbst was da auf sie zukommt, wenn.

Ein religöser Hintergrund rechtfertigt das m.E. nicht.

Wie schon im Buch „Don Quijote de la Mancha“ bemerkt: „Sancho, con la iglesia hemos topado“ Sinngemäß: „Sancho, wir haben nur Ars…karten, denn mit der Kirche (bzw. Religion) legt man sich am besten gar nicht an“.

Es kann durchaus sein, daß für dich oder sogar mich das nicht dadurch gerechtfertigt wird. Es ändert aber absolut nichts an der Tatsache, das dieses Ritus abertausend von Jahre alt ist und die Rechtfertigung dafür wird schon in dieser uralte Tradition gesehen.

Ob man in DE deswegen schief angesehen wird… keine Ahnung,
ich finde auch nicht, dass es drauf ankommt, wie andere
Menschen das sehen könnten. Sondern einzig von dem, der
zwangsoperiert wird. (oder auch wahlweise zwangsgepierct)

Von Zwangsoperation oder irgendwelchen Zwang war aber ja nie die Rede!!! Und für mich gewiß nicht, aber ich bin mir sicher, daß es viele eltern einen schlaggebenden Argument sein kann, daß ds Kind in der Schule als Aussenseiter abgestempelt wird, weil er nciht operiert ist. Und sogar noch weiter, kann ich mir durchaus vorstellen, daß es Schulbuben gibt, die dessen Eltern regelrecht darum bitten, beschnitten zu werden.

Schöne Grüße,
Helena

Dasselbe gilt dann für etliche orthopädische Eingriffe, welche
„unnötig“ sind. Man kann auch mit leicht verkümmten Beinen
leben, und von den Millionen Zahnspangen, die Kinder quälen,
fange ich gar nicht an.

Also das stimmt so nicht ganz. Die meisten orthopädischen Eingriffe erfolgen ja meist über Schienen, Prothesen, Einlagen und Ähnliches. Ohne diese Korrektur würde es zu schwerwiegenden Problemen im späteren Leben kommen. Allein der Senkfuß als Beispiel kann zu Schäden im Knie und am Ende der Wirbelsäule führen. Da sind doch so ein paar Einlagen sinnvoller.
Naja und Zahnspangen… Ich hatte selber eine, ohne diese Zahnspange könnte ich heute nich mehr normal Nahrung zu mir nehmen, da meine Zähne einfach schrecklich verunstaltet waren. Zubeißen war nicht richtig möglich… So viel zu dem Thema und quälend war es für mich nicht wirklich, ich wusste ja wofür ich es tue und das 4 Jahre lang (von 11-15).

bye Frieda

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