Beschneidung: Sitte, oder Unsitte

Hallo,

ich bin der meinung, daß sogar sehr viele rituale solche
nebeneffekte haben. denke an das händewaschen vor dem essen,
ausbluten von tieren, waschen nach der monatsblutung,
auskochen von geschirr, verbot leichen zu berühren und sofort
zu begraben…

so ähnlich dürfte auch das Schweinefleischtabu im Islam zu erklären sein.

Salmonellen können töten. Und man sieht sie ohne Mikroskop kaum. Sie verbreiten sich bevorzugt in bestimmten Fleischsorten (u.a. Schwein).

Heute ist Schweinefleisch dank rigider Verordnungen zur Fleischverarbeitung „clean“. Früher dürfte so mancher Muslim den Salmonellen zum Opfer gefallen sein. Steakverbot zog nicht.

Bis jemand auf die Idee kam, ein religiöses Tabu daraus zu machen.

Wer dagegen verstieß den traf der Zorn Allahs (in Form einer Salmonellenvergiftung…).

Raffiniert und wirksam…

Bis in die heutige Zeit.

Gruß,

Guido Strunck

Servus Schildkröte!

Sorry wenn ich jetzt irgendwas verzapfe was schon vor mir jemand gemeint hat, habe die anderen Postings nur überflogen:

Was mich schon immer mal interessiert hat, warum werden
jüdische Männer (also meist die männl. Babys) eigentlich
trationell beschnitten?
Soweit ich weiss, wird doch ein richtiges Fest draus gemacht,
wie zb. die Taufe.
Was hat das für Hintergründe?

Siegmund Freud hat in seinem Werk „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ darauf Bezug genommen. Er schlußfolgert, dass Moses ein Ägypter gewesen sein müßte, der sich des Volkes Israel angenommen hat. Man denke nur an die Sage von der Aussetzung im Körbchen und der Adoption durch Ägypter - sehr unwahrscheinlich und vermutlich nur eine Sage. Jedenfalls hat Moses den Israeliten einen Art Monotheismus „eingeredet“ den es eine Zeit lang tatsächlich bei den Ägyptern gegeben hat. Und er hat ihnen auch die ägyptische Sitte der Beschneidung beigebracht. Was er konkret über die Beschneidung schreibt weiß ich nicht mehr, müßte ich nachlesen sollte es dich interessieren…

Beschneidung ist doch eigentlich unsinnig, ich mein, Mutter
Natur wird sich doch schon was bei gedacht haben.

Bin kein Biologe, könnte mir aber vorstellen, dass es in der Eiszeit sinnvoll war, und in der ägyptischen Wüste eher nachteilhaft. (Bitte steinigt mich nicht, falls das ein Blödsinn war)

In den USA gab es doch mal einen regelrechten
Beschneidungsboom, weil ein gewisser Herr Kellogg behauptet
hat, dass damit das Masturbationsverhalten unterdrückt wird
(nat. Blödsinn)
Dieser Herr hat sogar vorgeschlagen, bei Mädchen sofern diese
‚dabei erwischt‘ werden, die Klitorisvorhaut
wegzuätzen…*ohneKommentar*

Sind das selbige Gründe, wie für oben genannte Tradition?

Tja ebenfalls ohne Kommentar, könnte auch sein, dass früher die Menschen eine andere Einstellung zur Sexualität hatten, als die Menschen heute und das einer der Gründe ist, keine Ahnung

Servus,
Herbert

Um Himmels willen …
… nein!

*gg*

Hi Nicole

… das Ungeheuer dessen Verstümmelung reaktualisiert werden muss, damit ist doch sicher das Böse schlechthin gemeint

Dies Urzeitwesen (das ja nur eine personifizierte Form der Urzeit/Urwelt ist) ist keineswegs der Inbegriff des Bösen. Ganz im Gegenteil, es ist Inbegriff des Numinosen (d.h. des Heiligen. Mit dem Begriff „das Numinose“ faßt Rudolf Otto alle Erscheuinungsformen des Sakralen, Heiligen zusammen).

Dazu - und zu dem Archetyp der "Unter"welt, muß ich aber wieder weiter ausholen:

Wie ich vor kurzem schrieb unter „religiöse Erscheinungen“
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
gehört die Unterscheidung „sakral/profan“ zu den wesentlichen Bestimmungen allen religiösen/mythischen Handeln und Erlebens. Besser würde man von „fan/pro-fan“ sprechen, aber das Wort „fan“ = „heilg“ ist aus der Umgangssprache verschwunden („pro-fan“ heißt genau: „vor dem Heiligen“, also „draußen vor“). „Draußen vor“ ist damit mythologisch die Selbstbefindlichkeit der realen Lebenswelt. Das ist international und die Paradiesgeschichte aus der Genesis 1. Mos. ist nur ein Beispiel davon.

Wie oben in dem Posting erwähnt, ist die Kosmogonie wesentlich eine Grenzziehung, und diese Grenze ist nun zugleich die zwischen dem Fanen (die Urwelt /Urzeit) und dem Pro-Fanen (die reale historisch-geografische Welt und der reale Mensch darin).

Um nun (und das ist jetzt rein mythologisch argumentiert!) den realen Bestand der Welt zu garantieren und zu erhalten, muß man dafür sorgen, daß diese (kosmogonische) Grenze erhalten bleibt (das hast du völlig richtig vermutet).

Der Übergang von der Urwelt zur Welt wird generell so dargestellt, daß die Welt durch eine Dualität, Zweiheit bestimmt ist (im Gegensatz zu der urweltlichen Einheit). Diese Dualität hat verschiedene Repräsentanten: „Himmel/Erde“ ist dabei die allgemeinste Form, „männlich/weiblich“, „Licht/Finsternis“, „fest/flüssig“… und eben auch: „gut/böse“.

Somit ist die Stabilität der realen Welt dadurch gewährleistet, daß man diese Zweiheiten sorgfältig auseinanderhält. Himmel und Erde werden durch den Urbaum (Yggdrasil, die Weltesche, Baum des Lebens usw…) auseinandergehalten, die ritualische Trennung der Geschlechter ist eine andere Form des Auseinanderhaltens, die Trennung von Tag/Nacht bzw. Licht/Finsternis wird durch Sonne und Mond geregelt. Und eine weitere Form dieser Stabilität ist eben die von dir angesprochene Trennung bzw. Unterscheidung von „gut“ und „böse“!

Mythologisch macht also nicht das Gute (und die „Exkommunikation“ des Bösen) das soziale Handeln aus, sondern die sorgfältige Unterscheidung zwischen beiden: Die ist dann ja auch wesentlich für die Formulierung ethischer Gesetzgebungen.

Die Erhaltung des Kosmos wird nun ritualtechnisch so garantiert, daß man in a.jahreszyklischen oder b. singulären Ritualen die Kosmogonie wiederholt (genauer: reaktualisiert): Dies ist die Basis für alle jahreszyklischen Rituale, aber auch für alle sakralen Akte allgemein. Die Wiederholung funktioniert so, daß irgendetwas geschieht, wodurch die die Welt stabilisierende Dualität kollabiert, damit die Welt an den kosmogonischen Anfang zurückkehrt - damit sie dann automatisch (denn die eigentliche Kosmogonie ist ja prototypisch in der mythischen Vergangenheit schon geschehen) wieder in erneuerter Form beginnen kann (das ist z.B. das „Neue Jahr“).

Zu diesen sakralen Akten gehört auch z.B. der Koitus (= der Kollaps der Differenz „männlich/weiblich“ - repräsentiert z.B. durch den Uroboros, die Schlange, die sich selbst vom Schwanz her auffrißt). Das ist die mythologische Basis für die Sakralisierung der Sexualität.

Denn alle Akte, die die vor-kosmogonische Einheit wiederherstellen, sind sakrale Akte - und die dürfen nicht ohne rituelle Regelung vollzogen werden: Die Handelnden müssen „initiiert“ sein. Das hängt wiederum damit zusammen, daß das Sakrale selbt wieder in einer doppelten , ambivalenten Weise erlebt wird: 1. als Faszinosum (das Anziehende, Faszinierende, Erhabene, Schöpferische, Vertrauenswürdige) und 2. als Tremendum (das Ab- und Erschreckende, Zerstörende, Grausame, Tödliche). Diese Ambilvalenz läßt sich ebenfalls mythologisch erklären.

Wer also in unerlaubter, nicht-initiierter und nicht ritualisch geregelter Weise die Grenze zum Heiligen überschreitet, der erfährt es in Form von Schrecken, Angst, Tod. Schönes literarisches Beispiel: Schillers Ballade „Das verschleierte Bildnis zu Sais“.

Diese doppelte Erscheinungsweise des Sakralen, Numinosen ist der Ursprung der Vorstellungen von Unterwelt, Hades, Tartaros, Schehol, Hölle usw. usw.

Der Teufel dagegen hat einen damit gar nicht zusammenhängen Hintergrund. Siehe:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Wem dieses Argumentieren mit Einheiten und Zweiheiten, Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen, etwas verwirrt, der sieht das ganz richtig *g*. Das ist der Grund, warum archaisches mythisches Denken immer wieder fälschlich gedeutet und mißverständlich diskutiert wird - und letztlich innerhalb der bestehenden Religionen überhaupt nicht (mehr) verstanden wird - und in der sogenannten „Esoterik“ erst recht nicht. Mythisches Denken hat eine ganz ungewöhnliche innere Ordnung und Folgerichtigkeit, aber der Einstieg ist nicht ganz einfach.

Eine zusammenfassende Publikation, die zur Orientierung in diesen Sachen nützlich ist, gibt es hier:
Manfred Gies: „Zum mythen-logischen Zeitbegriff.
Der Zusammenhang zwischen Ritual und Kosmogonie
als archaische Philosophie der Zeit“.
In: G. Heinemann (Hrg.): Zeitbegriffe. Freiburg 1986

Gruß
Metapher

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Hi Nicole,

ich für meinen Teil hab mich im Erwachsenenalter beschneiden lassen, weil ich trotz täglichen Waschens stets Smekma (dieses käsige Zeugs) unter meiner Vorhaut gefunden habe. Nicht nur ich, sondern auch meine Frau (die Freundinen zuvor auch) haben sich nicht besonders über das Zeug gefreut. Seit der Beschneidung hab ich keine Probleme mehr damit.
Der Sex ist weder besser noch schlechter geworden; Horrormärchen alá „Durch die fehlende Vorhaut kriegst Du eine Hornhaut auf die Eichel und der Sex macht keinen Spaß mehr“ haben sich überhaupt nicht bestätigt.

Gandalf

Horrormärchen alá „Durch die fehlende Vorhaut kriegst Du eine
Hornhaut auf die Eichel und der Sex macht keinen Spaß mehr“

hahahaha, sorry, aber das ist tatsächlich schwachsinn!!

im gegenteil, da gibt es andere märchen, die meinen, es ginge länger unten ohne, weil dann mehr reizung notwendig ist, um… ach du sch…ande, falsches brett!!!

grinsenden gruß!!

hallo,

eh stell dir vor du lebst vor 3000 jahren in einer gegend, in
der es einmal pro jahr regnet. da kann es durchaus von vorteil
sein, daß sich kein dreck unter einer haut ansammelt :smile:

Ich habe gelesen, dass man sich in solchen Gegenden auch bis in heutige Zeiten mit Kamelurin wäscht, weil das die einzige sterile Flüssigkeit dort ist.
Stucki

Beschneidung in Ostasien, indianisches Amerika
Hallo zusammen,
ich lese in diesem Zusammenhang fast nur über die nahöstlichen (und angrenzende gegenden) Rituale. Wie war/ist das denn in Ostasien und im voreuropäischen Amerika (Nord-, Süd-)?
Vielleicht habe ich das hier in der Eile überlesen.
Stucki

hallo stucki,

ich lese in diesem Zusammenhang fast nur über die nahöstlichen
(und angrenzende gegenden) Rituale. Wie war/ist das denn in
Ostasien und im voreuropäischen Amerika (Nord-, Süd-)?
Vielleicht habe ich das hier in der Eile überlesen.

du hast richtig beobachtet. es gibt naturvölker, wo die menschen von kind auf regelrecht entstellt werden, hälse gedehnt, lippen und ohren durchbohrt usw. aber das interessiert niemanden. interessant und eine unsitte ist nur die beschneidung an männern, und wird in direktem zusammenhang mit verstümmelung weiblicher genitalien genannt. ich sage nichts dazu, stelle es nur mal fest.

gruß!

Hallo Nicole,

Ein Junge wird am achten Tag nach seiner Geburt (außer gesundheitliche Gründe sprechen dagegen) beschnitten (brit mila; brit = Bund). In 1 Mose 17,11 heißt es:

„Eure Vorhaut sollt ihr beschneiden. Das soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch."

Da die Beschneidung als wichtigstes Gebot gilt, darf ja muß sie auch am Schabbat und am Jom Kippur stattfinden, wenn dieser der achte Tag nach der Geburt ist. Die Beschneidung markiert den Übergang vom Individuum ohne Geschichte zu einer Person mit jüdischer Vergangenheit und jüdischer Zukunft.

Die Beschneidung symbolisiert also einen sehr einschneidenden Übergang, der eine öffentliche Resonanz hat und öffentlich gewürdigt wird. Bis zum 10. Jahrhundert war es allgemein üblich, daß die Zeremonie zuhause stattfand, später bürgerte sich die Zeit nach dem Morgengebet und in Gegenwart der Gemeinde ein.

Im traditionellen Judentum ist es bei der Geburt eines Mädchens so, daß am Schabbat nach der Geburt in der Synagoge der Name des Mädchens genannt wird, ein spezieller Segensspruch gesagt wird und - als Zeichen besonderer Ehre - der Vater zur Torah aufgerufen werden kann. Weder das Kind noch die Mutter sind in den meisten Fällen anwesend.

Allerdings gab es durchaus auch lokale Bräuche (minhagim), wie z.B. vor 100 Jahren der sogenannte „Hollekreisch" im Elsaß. Hollekreisch ist eine Verballhornung von „Hautez la creche" (hebt die Wiege hoch!). Dies war ein häusliches Ritual unter Frauen (Familienmitglieder, Freundinnen), die unter Hochheben der Wiege den Namen des neugeborenen Mädchens sagten und es so in der Gemeinschaft willkommen hießen.

Im Zuge der Veränderungen der letzten Jahrezehnte (Rolle der Frau; Frauenbewegung) fragten sich amerikanische Jüdinnen der nicht-orthodoxen Richtungen, wie die Geburt eines Mädchens und ihr Eingeschlossensein in den Bund durch ein Ritual adäquat ausgedrückt werden kann.

Wenn ein solches Ritual für Mädchen (brit banot) ähnlich laufen soll, wo könnten dann Parallelen liegen oder auf was könnte Bezug genommen werden? Eine körperliche Parallele gibt es nicht.
Mit der Zeit wurden zwei Elemente populär, die sich in unterschiedlicher Ausprägung in Brit-Banot-Ritualen finden:

Wasser und Mond
Wasser: Im Traktat Yevamot 45 a gibt es einen Hinweis darauf, daß Sara untertauchte, also in die Mikwe ging, als Abraham beschnitten wurde. Auch der mittelalterliche Ausleger Me’iri nimmt in seinem Kommentar darauf Bezug.

Da Frauen eine Woche nach dem Ende der Menstruation in die Mikwe (rituelles Tauchbad) gehen, wird hier auch die Verbindung mit Blut transportiert.

Es wurde auch die Frage gestellt, ob das Mädchen kurz in die Mikwe getaucht werden sollte, da dies aber dem christlichen Taufritus zu ähnlich sei, wurde diese Möglichkeit fallengelassen. Manche Brit-Banot-Rituale (Brit=Bund, Banot=Töchter) beinhalten ein Waschen/Benetzender Füsse (brit rechiza = Bund des Waschens). Diese Symbolik bezieht sich auf den Besuch der Engel, die nach der Beschneidung zu Abraham kamen und denen - wie es bei Gästen üblich war - die Füsse gewaschen wurden.

Mond: der Mond spielt in der Mystik eine große Rolle. Es heißt beispielsweise in einem mystischen Text, daß Frauen und der Mond in der kommenden Welt etwas gemeinsam haben werden: Frauen werden den Männern gleichgestellt sein, so wie der Mond der Sonne gleichgestellt sein wird.

Auch der 1. Tag des Monats (Neumond) - der Rosch Chodesch ist ein traditioneller Frauenfeiertag, der in den letzten Jahren wieder stärker von jüdischen Frauen entdeckt wurde.

Im Hinblick auf den Menstruationszyklus, eine wichtige Befindlichkeit des Frauseins, spielt der Mond eine Rolle.
Deshalb ist es in manchen liberalen Gemeinden üblich, Brit-Banot-Rituale am Rosch Chodesch nach der Geburt abzuhalten.

  1. Wer beschneidet?
    Der Mann, der traditionellerweise dem Jungen die Vorhaut entfernt, heißt „Mohel" von hebräisch lamul = rituell beschneiden. Jeder Jude, der die erforderlichen chirurgischen Vorkenntnisse und Fertigkeiten hat und die dazugehörigen Segenssprüche sagen kann, kann die Beschneidung vornehmen. Ist der Vater in der Lage, die Beschneidung selbst vorzunehmen, darf er die Aufgabe keinem anderen überlassen. Der erste war Abraham, der Izhak beschnitt. Später übernahm ein professioneller Mohel die Funktion in Vertretung des Vaters - der als Vertreter des Vaters männlich sein mußte.

Dürfen Frauen die Beschneidung durchführen?
Die Torah überliefert, daß Zippora, die Frau des Mosche ihren Sohn beschnitten hat. Vom biblischen Standpunkt ist also die Beschneidung durch eine Frau möglich.

Im orthodoxen, konservativen und rekonstruktionistischen Judentum ist also bis heute die Beschneidung im Normalfall Sache eines Mannes.

Die UAHC (Union of American Hebrew Congregations), das ist der Zusammenschluß aller reformjüdischen Gemeinden in den Vereinigten Staaten, hat vor ca. drei Jahren ein nationales Ausbildungsprogramm gestartet, in dem jüdische Männer und Frauen geschult werden zur Durchführung von Beschneidungen.

Voraussetzung ist ein medizinischer Grundberuf. Inzwischen haben 300 Personen dieses Programm beendet, davon sind 50 Frauen.

Hier noch ein Beschneidungswitz:

Two little boys talking:
I’m getting operated on tomorrow
Oh? What are they going to do?
Circumcise me!
I had that done when I was just a few days old.
Did it hurt?
I couldn’t walk for a year!

Viele Grüße

Iris

Sehr interessant!Vielen Dank! o/t

Eine Auseinandersetzung mit dem Thema ob die Beschneidung Sitte oder Unsitte ist setzt erstmal die Analyse der Thematik voraus. Tut man das lässt sich recht schnell herausfinden daß eine (in den dortigen klimatischen Regionen und Ihren hygienischen Verhältnissen) sinnvolle Handlung gelegentlich im Laufe der Zeit von religiösen Ansichten überlagert oder von diesen aufgenmommen wird. Danach rechtfertigt sich die Handlung plötzlich aus ganz anderen Motiven. Beispiel: Verbotener Schweinefleischverzehr lässt sich von der Glaubensseite rechtfertigen weil Christus (der im Koran ebenso geachtet ist wie im Christentum. Dort aber nur als Prophet und nicht als Gottes Sohn. Der Koran hat wirklich nur einen Gott.) die Teufel eines Besessenen in eine Herde Schweine fahren lässt die sich danach im Wahnsinn im Meer ersäufen. Daher ist das Schwein unrein. Die tatsächliche Ursache dafür ist aber daß die Mensch in den Regionen in Ermangelung von Kühlmöglichkeit Schweinefleisch nicht so gerne hatten. Oder sie mussten es halt direkt Essen. Trotzdem bleibt das Trichinenproblem. Hier also: Sinnvolle Handlung wird irgenwann durch Glaubensthese erklärt. Ebenso bei der Beschneidung. Hygienische Vorsorge, bzw. das Umgehen von Problemen durch Entfernen eines nicht unbeding notwendigen Hautläppchens. Der Glaube Übernimmt und plötzlich ist es keine Hygiene- sondern eine Glaubensfrage. Dieses Sachen werden gelegentlich zum Selbstläufer und übertragen sich (weil sie keinen Bezug zur ursprünglichen sinnvollen Handlung mehr haben) in solche Unsinnigkeiten wie Frauenbeschneidung. Diese hat und hatte nie einen echten Sinn.

Hallo Nicole,

Was mich schon immer mal interessiert hat, warum werden
jüdische Männer (also meist die männl. Babys) eigentlich
trationell beschnitten?
Soweit ich weiss, wird doch ein richtiges Fest draus gemacht,
wie zb. die Taufe.
Was hat das für Hintergründe?

Die religiösen Hintergründe wurden ja bereits sehr gut erläutert.
Ich möchte dir deshalb nun auch „nur“ meine Erfahrungen mitteilen.

Mein Ex-Mann, türkischer Staatsbürger, ist natürlich beschnitten wie alle anderen Türken, die ich mehr oder weniger gut kenne *gg*, auch.
(Er wurde damals überigens noch ohne Betäubung beschnitten)

Ich persönlich halte es für gut - es ist einfach hygienischer.
Selbst wenn ein Mann sich nach dem Toilettengang abwischt bzw. abtupft oder wie auch immer, so ist es nie zu 100 % sauber.
Dann wird die eng sitzende Unterhose drübergezogen und unter der Vorhaut fängt es mit der Zeit doch eher unangenehm an zu riechen.
Ohne Vorhaut passiert das einfach nicht.

Dann kommt noch der ästhetische Aspekt hinzu - es sieht einfach gut aus…IMHO.

Als meine Söhne geboren wurden, stand für mich ausser Frage, dass sie beschnitten werden.

Und zwar wohlgemerkt nicht aus religiösen Gründen !

Die Frage war nur, wo und wie dies von statten gehen sollte.

Klar hätten wir die Beschneidungen im Krankenhaus hier in Germany durchführen lassen können - wir hätten unsere Kids so aber um ein Ritual, um die Festlichkeit gebracht.

Also ließen wir die beiden in der Türkei zuhause beschneiden.
Der einzige Unterschied bestand darin, dass ich mir einen speziellen Arzt dafür aussuchte, der dann mit seiner Arzthelferin über 500 km anreisen mußte - aber es war mir verdammt wichtig, einen Fachmann zu haben, den ich kannte und dem ich vertraute.

Deniz war damals sechs Jahre alt und Cem knapp vier.Beide wollten diese Beschneidung - ich weiß nicht, wie oft ich mit ihnen darüber gesprochen habe…ich habe auch nicht verheimlicht, dass es ziemlich schmerzhaft werden könnte, dass die Woche danch auch noch sehr unangenehm wird etcpp - sie wollten es dennoch.
Sie hatten trotz der örtlichen Betäubung beide Schmerzen, wobei Deniz meinte, es wäre ein anhaltendes Pieksen gewesen wie bei einer Spritze und das alles auch ziemlich cool meisterte.
Cem schrie die ganze Zeit wie am Spieß, selbst als alles vorbei war, schrie er noch wie verrückt.
Für mein Mutterherz war das mit das Grausamste, was ich erlabt habe !

Als dann aber wirklich alles überstanden war, beide in ihren Betten trohnten und mit Glückwünschen und Geschenken überhäuft wurden, kriegten sie das Strahlen nicht mehr aus dem Gesicht.

Die Woche danach war in der Tat dann noch ziemlich heavy - sie gingen breitbeinig und hatten vorm Wasserlassen und Waschen jedesmal ziemliche Panik, denn es brannte doch recht doll.

Aber sie waren erstaunlich gut drauf und waren sehr stolz, nun auch beschnitten zu sein.
Sie haben diese Zeit letztlich auch sehr genossen…solche Feste feiert man nicht täglich.

Beschneidung ist doch eigentlich unsinnig, ich mein, Mutter
Natur wird sich doch schon was bei gedacht haben.

Über Sinn oder Unsinn ließe sich ewig lamentieren…aus hygienischen und äthetischen Gründen macht es für mich schon Sinn.

Viele Grüße,
Vanessa

hi vabe,

Über Sinn oder Unsinn ließe sich ewig lamentieren…aus
hygienischen und äthetischen Gründen macht es für mich schon
Sinn.

da hast du recht. gehört das noch in dieses brett, wenn man es SO betrachtet? :wink:

gruß!

SCNR
Hi,

unter Phimose leidet, und deshalb ist es doch anzunehmen, das

ich kann nicht anders, ich muß einen alten Schmidt-Gag los werden: Phimose=Engholm.

Sorry.

Gruß
Christian

Finnen
Hi,

Salmonellen können töten. Und man sieht sie ohne Mikroskop
kaum. Sie verbreiten sich bevorzugt in bestimmten
Fleischsorten (u.a. Schwein).

die Viecher heißen nicht Salmonellen (die gibts eher bei Geflügel), sondern „Finnen“. Aber natürlich hast Du recht: Das wird der Grund sein, warum es im ursprünglich in heißen Ländern verbreiteten Islam, das Schweinefleischverbot gab. Auch, wenn man nicht wußte, warum ein Mensch gestorben war, der rohes Schwei gegessen hatte, war man mit Sicherheit in der Lage, Paralellen zu erkenne.

Gruß
Christian

Hi,

tasächlich steht das Smegma im Ruf, krebserregend zu sein und das ist dann bei übermäßiger Produktion nicht nur ein Problem für den Mann, sondern auch für die jeweilige Frau.

Gruß
Christian

Hallöchen,

Über Sinn oder Unsinn ließe sich ewig lamentieren…aus
hygienischen und äthetischen Gründen macht es für mich schon
Sinn.

hygienischerweise ist ja erwiesen, daß es nichts bringt. Daß ästhetische Gründe zu einem derartigen Eingriff führen, finde ich tatsächlich einfach nur krank.

Christian

Hallo lehitraot,

Über Sinn oder Unsinn ließe sich ewig lamentieren…aus
hygienischen und äthetischen Gründen macht es für mich schon
Sinn.

da hast du recht. gehört das noch in dieses brett, wenn man es
SO betrachtet? :wink:

öhm…nicht wirklich :wink:
Begonnen hat es mit der Religion … und immer noch wird es in den meisten Fällen sicherlich aus religiösen Gründen durchgeführt.
Nur sind eben noch andere Aspekte hinzugekommen.

Es gibt inzwischen auch etliche Männer anderer Religionen, die sich für eine Beschneidung entscheiden…u.a. aus den von mir genannten Gründen.

Viele Grüße,
Vanessa

Hallo Christian,

Über Sinn oder Unsinn ließe sich ewig lamentieren…aus
hygienischen und äthetischen Gründen macht es für mich schon
Sinn.

hygienischerweise ist ja erwiesen, daß es nichts bringt.

Ja ?
Ach weißt du, ich habe so meine Probleme mit Standardantworten dieser Art.
Erwiesen ist für mich, dass ich tatsächlich den Unterschied kenne -
ich hatte beschnitte als auch unbeschnitte Partner.
Und die Gerüche z.B. sind einfach andere :wink:

Daß
ästhetische Gründe zu einem derartigen Eingriff führen, finde
ich tatsächlich einfach nur krank.

Hm…ich fühle mich eigentlich recht gesund und halte nichts von diesem Schönheitswahn.
Man muß sich in der Tat nicht ständig für die Schönheit unters Messer legen.
Wenn du eine Beschneidung - durchgeführt unter Narkose im Krankenhaus selbstverständlich - vergleichst mit einen Brust-OP, dann ist ersteres wesentlich harmloser - was findest du daran krank ?

Viele Grüße,
Vanessa

Unsitte
Moin,

Ja ?
Ach weißt du, ich habe so meine Probleme mit Standardantworten
dieser Art.

naja, ich bin kein Mediziner, ich habe es nur schon oft genug gelesen. Wenn es tatsächlich so ungesund sein sollte, frage ich mich allerdings, warum es nicht signifikante Unterschiede bei den angeblichen Folgeerscheinungen zwischen den USA und Europa gibt. Desweiteren frage ich mich, warum dann nicht jeder Haus- und Kinderarzt von sich aus eine Beschneidung empfiehlt.

Wenn man natürlich wenig dazu neigt, sich den üblichen hygienischen Maßnahmen zu unterziehen, kann es natürlich auch an dieser speziellen Stelle zu Unsauberkeiten kommen,…

Und die Gerüche z.B. sind einfach andere :wink:

…die man dann vielleicht auch riechen kann.

Hm…ich fühle mich eigentlich recht gesund und halte nichts
von diesem Schönheitswahn.
Man muß sich in der Tat nicht ständig für die Schönheit unters
Messer legen.
Wenn du eine Beschneidung - durchgeführt unter Narkose im
Krankenhaus selbstverständlich - vergleichst mit einen
Brust-OP, dann ist ersteres wesentlich harmloser - was findest
du daran krank ?

  1. Bin ich generell nicht für Entscheidungen (die lebensnotwendigen natürlich ausgenommen), die ein Mensch für einen anderen trifft. Aus diesem Grunde bin ich z.B. auch gegen eine Taufe im Kindesalter.
  2. Da das entsprechende Körperteil vorher eigentlich in Ordnung war, wie es war, handelt es sich hierbei um eine bewußt herbei geführte Beschädigung/Verstümmelung. Insofern vergleichbar mit Branding, Cutting und letztlich auch mit dem US-amerikanischen Tänzer, der sich beide Beine von einem Zug abfahren ließ, weil er sich so schöner fand.

Und wenn da so eine Entscheidung von einem anderen Menschen getroffen wird, noch dazu von einer Mutter, die eine besondere Fürsorgepflicht hat und damit eine entsprechende Sorgfalt an den Tag legen sollte, finde ich das einfach krank, oder wenn es Dir lieber ist: Unverantwortlich und respektlos gegenüber dem Opfer.

Was da vermeintlich im Interesse der Kindes entschieden wird, ist letztlich eine Verwirklichung der eigenen Vor- und/oder Einstellungen an einem Menschen, der weder selbst entscheiden noch sich nicht wehren kann.

Wie war das noch bei „Hör´ mal wer da hämmert!“: Sie: „Wir können doch nicht ständig für unsere Kinder entscheiden.“ Er: „Doch, dafür haben wir sie ja angeschafft: Damit wir ihnen sagen können, was sie zu tun haben. Sonst wären wir lediglich die größten Menschen hier im Haus.“

Gruß
Christian

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