Hallöchen,
Von ungesund habe ich nie gesprochen … und ich würde
niemals behaupten, eine Vorhaut sei ungesund.
Zitat aus Deinem ersten Posting:
„Über Sinn oder Unsinn ließe sich ewig lamentieren…aus hygienischen und äthetischen Gründen macht es für mich schon Sinn.“
Ich stehe dennoch dazu, dass ein beschnittener Mann für eine
Frau durchaus gewisse Reize haben kann.
Das ist Deine Meinung, die evtl. nicht von allen Frauen geteilt wird, und die evtl. nicht für alle Männer relevant ist. Du als Frau hast für Deine (kleinen) Männer die Entscheidung irreversibel (im Gegensatz zum Kirchenbeitritt) getroffen. Das finde ich nachwievor falsch. Du hast aus Deinem persönlichem Empfinden heraus diese Entscheidung getroffen. Und - wie es weiter steht - die Bemerkung, daß Deine Söhne nicht dagegen waren, ist ja offensichtlich absolut lächerlich. Mal davon abgesehen - und das kann ich natürlich nicht beurteilen - kann ich mir nicht vorstellen, daß Du in Deiner Darstellung gegenüber Deinen Söhnen besonders neutral gewesen bist (und damit meine ich gar nicht mal die Schmerzen). (Unterstellung, ich weiß.) Jedenfalls ist 4 und 6 nicht unbedingt das Alter, in dem man Mutti schon aus Prinzip widerspricht. Die Frage ist ohnehin, warum es gerade in dem Alter sein mußte. Im allgemeinen wird so was doch früher gemacht. Dann hättest Du genauso noch die 10 Jahre warten können, bis sich die Jungs hätten darüber Gedanken machen können.
Wenn du damit nicht klar kommst, ist es dein Problem…sorry
Christian, aber es geht hier nicht um Verstümmelung, wie du
weiter unten schreibst.
Hmm, was ist denn Verstümmelung? Der Ausdruck mag sonst etwas anderes beschreiben, aber nur weil es nicht ein Arm war, der abgeschnitten wurde, heißt das doch nicht, daß die Sachlage anders ist.
Mich deshalb als krank, verantwortungslos und respektlos
hinzustellen ist schon frech.
Frech hin oder her. Hätten meine Eltern entschieden, mir aus modischen Gründen zwei Narben am Arm verpassen zu wollen, würden sie nun dasselbe zu hören bekommen.
Aha…du unterziehst dich also nach jedem Toilettengang einer
gründlichen Intimwäsche ?
Aha, und machst Du das? Das „Verunreinigungspotential“ bei einer Frau ist doch nicht unbedingt niedriger, oder? Und, und da plaudere ich mal aus der Schule: Nur ein sehr dummer Mann zieht (insbesondere im Stehen) beim Wasserlassen seine Vorhaut nicht zurück. Die Sauerei wäre dann beträchtlich (je nach Enge = Überlappungsgrad der Vorhaut natürlich). Insofern ist der Unterschied im „Reinheitsgrad“ zwischen beschnitten/unbeschnitten m.E. eher gering. Und wenn es soweit kommt, daß sich unter der Vorhaut übelriechende Ablagerungen bilden, findet dort entweder eine Überproduktion an Smegma statt oder mit der persönlichen Hygiene ist es nicht allzuweit her.
Aber sag mal, hast du eigentlich mein Posting richtig gelesen
?
Schon,…
Ich schrieb ganz deutlich, dass meine Kids diese Beschneidung
selber wollten.
Das sie damals im Alter von 4 und 6 noch nicht die ganze
Tragweite dieser Beschneidung sehen konnten, ist mir auch
klar.
…aber das ist doch wohl mehr als albern: „Ich hab sie doch gefragt. OK, sie wußten nicht, worum es wirklich geht, aber ich hab sie gefragt.“ Also ehrlich…
Aber Deniz, der ältere, war schon ziemlich säuerlich, dass er
so lange warten mußte.
Ganz bewußt habe ich sie nicht als Baby beschneiden lassen und
ganz bewußt habe ich beiden von den Schmerzen erzählt und
dabei absolut nichts beschönigt.
Ja. Und welche Vorteile hast Du ihnen aufgezeigt? Nur von Schmerzen kann in dem Gespräch nicht die Rede gewesen sein, oder? Kam da vielleicht eine kleine Feier drin vor? Oder ein paar Geschenke? Auf den Satz: "Willst Du an einem Tag große Schmerzen haben und an ein paar Folgetagen beim Pipimachen auch ein paar „Schmerzen?“ wird kein Kind mit „auja“ antworten.
*lol*
Wieso ist denn ein Mann ohne Vorhaut verstümmelt oder
beschädigt ?
Das ist doch wohl absoluter Blödsinn.
Nenn mir das Wort, daß Du wählen würdest. Es wurde vorsätzlich und m.E. ohne Grund ein Körperteil entfernt. Subjektiv überflüssig hin oder her.
Das nennst du vergleichbar ?
Sorry, aber ich gebe zu, dich nicht zu verstehen.
Mach ja nix, geht einigen hin und wieder so. Aber: Immerhin entscheidet bei den genannten Dinge immer noch der Betroffene selber.
Und wenn da so eine Entscheidung von einem anderen Menschen
getroffen wird, noch dazu von einer Mutter, die eine besondere
Fürsorgepflicht hat und damit eine entsprechende Sorgfalt an
den Tag legen sollte, finde ich das einfach krank, oder wenn
es Dir lieber ist: Unverantwortlich und respektlos gegenüber
dem Opfer.
Du gehst sehr weit und wirst unverschämt - aber das weißt du
sicher selber?!
„Unverschämt“ ist Deine Meinung. Ich sehe es so: Unter (wahrscheinlich unbewußter) Ausnutzung der fehlenden Möglichkeiten des Kindes zur Selbstbestimmung treffen Eltern in diesem Fall irreversible Entscheidungen zur Verwirklichung einer persönlichen Vorstellung. Da fallen mir viele Adjektive zu ein. Eins, was ich noch einfügen könnte, wäre verwerflich.
Was da vermeintlich im Interesse der Kindes entschieden wird,
ist letztlich eine Verwirklichung der eigenen Vor- und/oder
Einstellungen an einem Menschen, der weder selbst entscheiden
noch sich nicht wehren kann.
Hört hört - ich denke schon, dass meine Söhne damals die Worte
„nein“ oder „ich will nicht“ in ihrem Wortschatz hatten und
diese auch ohne weiteres sofort ausgesprochen hätten.
Das hatten wir doch oben schon besprochen. Die Bedeutung war ihnen, das sagst Du selbst, nicht klar.
Naja, über Niveau lässt sich streiten…
Das hat mit Niveau nichts zu tun. Dieses Zitat sollte nur verdeutlichen, daß einige Eltern ihre Kinder (wiederum unbewußt) dazu verwenden, um endlich mal selber über einen Menschen bestimmen zu können. Tritt übrigens häufig bei sehr jungen Eltern auf, die selber bis dahin außerhalb des Elternhauses praktisch kein eigenes Leben hatten.
So, und nun eins noch (und ich bitte Dich, darüber mal ein paar Minuten nachzudenken): Was hältst Du von asiatischen Müttern, die bei ihren Töchtern im Kindesalter die Augenlieder verkürzen lassen, damit sie dem westlichen Ideal besser entsprechen? Was hältst Du von amerikanischen Frauen, die ihren Töchtern die Nase usw. richten lassen, damit sie bei Kinder-Miss-Wahlen bessere Chancen haben?
Beides ist für mich mit der Beschneidung eines Kindes identisch.
Gruß
Christian