Hi,
Deinen Artikel habe ich mir bis zum Schluß aufgehoben. Allmählich wird mir das zu anstrengend 
M.E. muß aber erlaubt sein, diese Richtlinien in Frage zu
stellen. Und Beschneidung gehört für mich auch nicht zu den
ethischen Rahmenbedingungen.
Nun aber wenn du Jude bist und es deinen ethischen
Rahmenbedingungen entspricht, deinen Kinder eine Leben im
Bunde mit G’tt zu gewährleisten, ist das schon ethisch im
Sinne dieser Vorstellung.
Ja, das habe ich inzwischen gelernt. Zugestanden. Kann man als eine Art Zwickmühle sehen: Zugang zum Bund mit G´tt vs. Selbstbestimmung. Und da man nicht wissen kann, ob das Kind später den Bund will, muß man den Weg offen halten. Klar. Bleibt für mich nur die Hoffnung, auf das Ende von Religionen und Kirchen zu warten. Mit dem Christentum sind wir in Deutschland aufgrund des Nachwuchsproblems ja schon fast durch.
Klar, du als hm…Agnostiker (??)
Da wäre dann die Frage, was ein Agnostiker genau ist. Geht es darum, daß ich an gar nichts glaube, also im eigentlichen Sinne des Wortes: Nein, dann eher Atheist.
musst das ja nicht tun [wir Christen haben da sowieso eine
andere Erklärung dafür, warum wir die Beschneidung „nicht
mehr“ brauchen btw]
Die würde mich interessieren. Aber bitte per mail.
Nur solltest du nicht anderen empfehlen, wie sie die
Bibel zu lesen haben, dann machst du nämlich nichts anderes
als Rahmenbedingungen abzustecken, die dir richtig erscheinen.
Hmm, naja, da ist was dran. Aber darf ich das wirklich nicht? Darf ich nicht für eine „zeitgemäßere“ Interpretation sein? Letztlich hat auch die katholische Kirche begriffen, daß eine wörtliche Auslegung der Bibel nicht das einzig wahre ist.
Papapa…ewige Verdammnis ist doch Pillepalle für liberale
Christen ;-D…man kann nun gerade das Christentum wirklich
nicht über einen Kamm schweren…das Judentum übrigens auch
nicht.
Das mit der ewigen Verdammnis war ja nur ein Beispiel. M.E. sollte ein Glaube, eine Religion etwas positives sein, nicht etwas, das mir versucht, mit Drohungen Angst zu machen, um mich so zu konformen Handeln zu bewegen.
Auch das BGB ist
interpretationsbedürftig, obwohl es in seiner Klarheit und
Strukturierung (zugegebenermaßen in der neuen Fassung sieht
das wohl anders aus) weltberühmt ist. Letztlich wird immer
hinterfragt, was der jeweilige Paragraph eigentlich wollte.
Und das ist für mich bei der Religion nicht anders.
Eben. Und deine Lesart ist ja auch nicht unbedingt die allein
seligmachende:smile:.
Absolut richtig, wobei ich das Wort „seeligmachend“ natürlich als Provokation auslegen könnte
Nein, natürlcih hast Du recht, daß ich nicht zwangsläufig recht habe. Ich hoffe, ich habe immer klar gemacht, daß das hier alles meine Meinung ist und nicht die allerletzte Wahrheit. Wenn nicht: So ist es gemeint.
Na, du hast ja auch Ängste…dass dem Kind in irgendeiner Form
körperlich oder seelisch geschadet wird oder es nicht den
freien Willen entwickeln kann, den du ihm wünschst…ich würde
es hier auch weniger Angst nennen als Fürsorge und Liebe der
Eltern…
Ist akzeptiert, siehe oben.
Erstens ist diese Sache mit den universellen Selbstbestimmung
des Individuums eine „Erfindung“ des europäischen Humanismus
[mal gaaanz grob gesagt]
Stimmt eigentlich. Vielleicht bin ich ja schon so weit indoktriniert, aber für mich ist das nur logisch im derzeitigen Zeitalter. Ich sehe die Entwicklung so:
Keine Entscheidungsfreiheit, weil die Existenzsicherung alleine eine Rolle spielte (Urzeit)
Eingeschränkte Entscheidungsfreiheit, wegen Dispotismus (Altertum, Mittelalter)
Volle persönliche Entscheidungsfreiheit als Grundlage des Darseins (Neuzeit)
Freiwillig eingeschänkte persönliche Freiheit aufgrund Unterordnung in ein geistiges Kollektiv (ferne Zukunft)
(grobe Gliederung, es hat natürlich immer lokale und zeitliche Abweichungen gegeben (und wird es geben))
Und zweitens kannst du es ja auch
umdrehen und sagen, du hast mit deiner Erziehung einen
Menschen daran gehindert, sich geborgen zu fühlen in seinem
Glauben. Ist das unbedingt selbstbestimmt?
Naja, siehe oben, wenn sich das auf die Möglichkeiten des später erwachsenen Menschen bezieht. Ob es gut ist, Kinder einem Glauben „auszusetzen“, lasse ich mal dahingestellt.
Reinreden hin oder her. Ich bin der Ansicht, daß die wenigsten
Eltern a) alles richtig machen und b) alles richtig machen
können. Dafür gibt´s nämlich keine Ausbildung. Und leider muß
ich sehen, daß viele Eltern mit ihren Kindern etwas machen,
was primär ihrer eigenen Selbstverwirklichung dient, als
vielmehr dem Wohl des Kindes.
Ja, aber das würde ich gerade in diesem Fall keinen Eltern
unterstellen. Da tust du ihnen Unrecht, meine ich.
Tja, ich stelle fest, die Sache ist viel zu weit ins religiöse abgedriftet. Mit ging es ja nur um Vabe, die meinte, ihre Kinder beschneiden zu lassen, weil sie es persönlich ästhetischer findet. Aus vermutlich gutem Grund hat sie sich an der Diskussion mit mir auch nicht mehr beteiligt.
Gruß
Christian