Bestimmte Geschichte gesucht

Hallo Experten!

Ohne lange Vorrede:

Ich suche eine Geschichte, indem es für ein 3-jähriges Kind nachvollziehbar bzw verständlich gemacht wird, daß die Bezugsperson, die er „Papa“ nennt, tatsächlich sein Papa ist, nur nicht von ihm gezeugt wurde. (Vielleicht ein Kasperle-Theater-Stück?)

Kann mir bitte jemand dabei helfen?
(Der biologischer Vater hat das Kind 2x kurz gesehen aber er meldet absolutes Desinteresse, wenn es um dieses Kind geht.)

Im Voraus besten Dank!

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena
PS. Ohne eine Diskussion anregen zu wollen: Für mich ein Vater ist nicht der Mann der ein Kind gezeugt hat, sondern derjeniger, der immer dabei ist, wenn das Kind eine männliche Bezugsperson sucht und braucht (zB tröstet wenn das Kind weint; ihn zum Kidarzt fährt um es in die Arme zu halten wenn es weh tut; Gute-Nacht-geschichten liest; dem Kind Unerklärliches begreifbar macht;…)
BITTE WENN IHR DARÜBER DISKUTIEREN WOLLT; SO ÖFFNET BITTE EINEN NEUEN THREAD! DANKE!!

Hi Helena,

fragt David danach, oder möchtest Du im die Situation vorab erklären?
Wenn er nicht danach fragt, würde ich warten bis er es tut.
Ich glaube nicht, dass Du ihm diese Konstellation wirklich begreiflich machen kannst. Das fällt uns Erwachsenen schon schwer genug.

Ansatzweise könntest Du es mit tierischen Waisenkindern versuchen. Affen die von Menschen aufgezogen werden, oder Känguruhs in einem Stoffbeutel bei einer menschlichen Mami, Katzenbaby wird von Hundemama gesäugt, oder halt andere Viechern die von fremden Arten aufgezogen werden.

LG
Maja

Hallo Maja,

fragt David danach, oder möchtest Du im die Situation vorab
erklären?
Wenn er nicht danach fragt, würde ich warten bis er es tut.
Ich glaube nicht, dass Du ihm diese Konstellation wirklich
begreiflich machen kannst. Das fällt uns Erwachsenen schon
schwer genug.

Dem moechte ich widersprechen. Wenn man wartet, bis die
Kinder danach fragen, wartet man oft zu lange.
Ich finde Helenas Ansatz gut. Was sie moechte ist ihrem Sohn
eine Gespraechsoffenheit und einen Gespraechsansatz signalisieren.
Er lernt dadurch zumindest, dass das ein Thema ist, ueber das
er mit ihr und seinem Bezugsvater (ist das ein akzeptables Wort&gt:wink:
reden kann, dass es nicht ein Thema ist, dass eventuell bei
seiner Mutter oder seinem Vater unangenehme Gefuehle ausloest.
Kinder spueren so etwas instinktiv und vermeiden dann naemlich
genau das Ansprechen.
Was nicht heisst, dass man dem Kind etwas aufdraengen soll,
fuer dass es nicht reif ist (das signalisiert es dann als
Desinteresse), aber man kann das Thema anschneiden ohne es
zu personalisieren (und gerade dafuer sind Buecher und kleine
Stuecke sehr gut geeignet - du schlaegst das ja im zweiten Teil
deines Postings selbst vor). Wenn dann Fragen kommen -->nur zu.

Ich moechte Helena zuerst mal den Besuch in einem guten Buchladen
vorschlagen oder einer Buecherei mit guter Bibliothekarin.
Es gibt inzwischen mit Sicherheit Buecher, ueber genau diesen
Sachverhalt.

Es gibt eine Reihe von Buechern, die sich mit Adoption beschaeftigen,
aber der Sachverhalt ist da ein wenig anders. Als Gespraechs-
grundlage oder einfach als Bilderbuch mit diesem Thema (auch wenn
es das Kind gar nicht selbst betrifft) sind sie aber trotzdem zu
empfehlen. Die Buecher in unserem Buecherschrank sind aber
alle englisch.

Es gibt ein Buch von Erwin Moser: Winzig der Elefant
vom Beltz-Verlag.*

http://www.amazon.com/exec/obidos/tg/detail/-/340778…

Das ist einfach eine nette kleine Geschichte, ueber einen
Elefant, der seine Eltern verliert und dann bei Flussschweinen
unterkommt. Es endet damit, dass die Flussschweine ueberlegen,
ob sie Winzig erzaehlen sollen, dass er nicht ihr ‚richtiges
Kind‘ ist. Ich persoenlich konnte mich da aufregen, aber es hat
mit meinen Jungs schon frueh zu guten Gespraechen gefuehrt darueber,
ob man Adoptivkindern etwas von ihren H-Eltern erzaehlen
soll.

Den zweiten Band, in dem Winzig seine Elefanten-
eltern suchen geht, kann ich nicht empfehlen. Winzig geht,
besteht ein paar Abenteuer, findet die Elefanteneltern und alle
sind gluecklcih. Die Flusschweine werden nicht mal mehr
erwaehnt. Ich habe grad bei Amazon gekuckt und festgestellt,
dass es noch mehrere Winzig-Buecher gibt, vielleicht sollte
ich sie mir mal ansehen und das ganze wird in den naechsten Baenden
geloest. Allerdings sind meine Jungs dafuer inzwischen zu alt.

Gruesse
Elke

*das erste Winzig-Buch habe ich uebrigens
geschenkt bekommen: ich ging in die Buchhandlung des Verlags
selbst (Weinheim a.d.B.) und meine Frage nach Adoptionsbilder-
buechern brachte eine Dame aus dem Hintergrund, die sehr
interessiert war. Sie stellte sich dann als die Frau Gelberg
heraus und hat mich mit Winzig und einem ganzen geschenkten
Buchpaket aus ihrem Laden entlassen. Auch wenn ich die
nachfolgenden Winzigbuecher nicht gekauft habe, so bin
ich dem Verlag doch treu geblieben – wenn ich Kinderbuecher
suche, schaue ich immer erst nach etwa mit einem orangenen
Einband. Und wenn ich in Weinheim bin, gehoert ein Besuch
bei der Beltz-Buchhandlung immer dazu.

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nicht exakt, aber eine Möglichkeit?
Hallo, Helena,
für ein dreijähriges Kind ist das sicher schwierig, die „gesamte Konstellation“ zu verstehen. Aber manchmal reicht meinen Kindern ein ganz kleiner Hinweis auf die Richtung, alles weitere überlegen sie sich oft in ihren Köpfen selbst. Maja fragt ja, ob David (kennt ihr euch hier im Forum alle schon länger?) aktiv danach fragt; ich könnte mir vorstellen, dass es schon ausreicht, wenn das Kind im Kindergarten oder von Freunden gefragt wird „warum heißt du so und nicht anders…“ es gibt tausend Möglichkeiten. Eventuell brauchst Du ja gar nicht das ganze Thema bis in jede Tiefe erklären, sondern nur dem Kind den ersten Zugang dazu zu zeigen; meine Kinder sagen dann meist erstmal nichts und Tage später kommt dann eine Rückfrage - dann merke ich auch, was sie noch wissen wollen und was vielleicht für sie gar nicht so interessant ist (wir Erwachsenen aber (aus unserer Sicht!) unbedingt als unverzichtbar wichtig ins Spiel bringen würden).
Eine wirkliche Geschichte fällt mir auch nicht ein, aber würde nicht die Geschichte von „Heidi“ und ihr Verhältnis zum Großvater übertragbar sein? Eine nette Folge aus dieser Zeichentrickserie herausgepickt, das Kind kennt sie vielleicht sogar schon oder läßt sich zumindest leicht dafür interessieren, danach eine Frage in der Art wie „warum hat der Großvater die Heidi so lieb (und umgekehrt)“ (z.B. in dieser Zeit in Frankfurt denkt Heidi oft an Großvater, nie taucht die Frage nach dem leiblichen Vater auf) wäre evtl. ein Anfang?
Egal wie, ich halte die Methode „sollen sie doch selber Informationen fordern: ich helfe ihnen dann beim ersten Schritt, wirklich laufen müssen sie alleine“ für ganz gut.
(Und der Hinweis im P.S. bzgl. der Diskussion: da gibt es nichts zu diskutieren, völlig richtig)
Gruß,
Andreas.

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Hi Maja!
Vielen Dank für Deine liebe Antwort! Dafür ein Sternchen!

fragt David danach, oder möchtest Du im die Situation vorab
erklären?

Ich verstehe nicht was du jetzt damit meinst. Wonach soll ich David fragen??? Die Situation möchte ich ja in vorab mit dieser Geschichte klären! Ich verstehe wirklich nicht was du meinst!..

Wenn er nicht danach fragt, würde ich warten bis er es tut.

Wenn er nichts weiß, wird er auch nicht danach fragen…

Ich glaube nicht, dass Du ihm diese Konstellation wirklich
begreiflich machen kannst. Das fällt uns Erwachsenen schon
schwer genug.

Wenigstens ansatzsweise sagen, daß es ein Mann gibt, der plötzlich vor der Tür stehen könnte und bestimmte Rechte hat, die er jetzt und sofort beanspruchen will.

Ansatzweise könntest Du es mit tierischen Waisenkindern
versuchen. Affen die von Menschen aufgezogen werden, oder
Känguruhs in einem Stoffbeutel bei einer menschlichen Mami,
Katzenbaby wird von Hundemama gesäugt, oder halt andere
Viechern die von fremden Arten aufgezogen werden.

Ja, an so etwas hatte ich ja gedacht. Nur ich wollte eine Geschichte, möglichst ein Kasperle-Theater??? Die Geschichte von Mowgli (Das Dschungelbuch) kennt er sehr gut und gestern sah er ein DVD (auf spanisch) wo ein Eichhörnchen von einer Katze aufgezogen wurde…

Vielen Dank, Maja, nochmals für Dein Interesse!

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hallo Helena,

wenn ich es richtig verstanden habe, dann hält Dein Kind seinen Papa für seinen „richtigen Papa“, weiß also nicht, dass es da einen anderen Erzeuger gibt, richtig?

Ich hatte dieses Problem mit meinem Sohnemann auch -teile im übrigen Deine Meinung was Vater und Erzeuger angeht- und habe den „Fehler“ gemacht, dass ich abwarten wollte, bis das Kind alt genug ist, um zu verstehen, was ein Erzeuger ist. Eben weil ich nicht wußte, wie ich es dem Kind begreiflich machen soll.

Leider ist es sehr schwierig, den richtigen Zeitpunkt für so ein Gespräch abzupassen und warten, bis das Kind danach fragt, nützte bei mir sowieso nichts, weil wir keinen Kontakt zu dem Erzeuger haben, also entstand diese Frage auch nicht.
Ich habe mir deshalb letztes Jahr Rat bei einem Familientherapeuten/Kinderpsychologen geholt, weil mein Sohn letztes Jahr 9 Jahre alt geworden ist und je älter das Kind wird, desto schwieriger ist es auch, eine „Lüge“ (keine aktive Lüge, aber ein Verschweigen der Wahrheit) wieder geradezubiegen. Bei uns ist zum Glück alles glimpflich abgelaufen und mein Kind hat alles gut aufgenommen. Für ihn gibt es jetzt eben zwei „Väter“. Er sagt: „Einer, der mich „gemacht hat“, aber der interessiert mich nicht und einen, der mich großzieht, und der ist mein richtiger Papa!“ :smile:

Deshalb kann ich Dir nur raten, es so früh wie möglich zu machen, je älter das Kind wird, umso schwieriger wird es auch!
Mit einer passenden Geschichte oder so etwas kann ich Dir leider nicht weiterhelfen… aber aufgrund meiner eigenen Erfahrung würde ich Dich ermutigen, sobald Du eine schöne Geschichte oder Möglichkeit gefunden hast, es Deinem Kind beizubringen, dies auch zu tun!

Liebe Grüsse
Danny

Du sprichst mir aus der Seele!
Hallo Danny!

Zu alleerst herzlich willkommen bei WWW!! :o))))

Was du sagst ist genau mein empfinden.

Kein Mensch hat mir jemals gesagt ich muß ihm das sagen bzw keiner hat mir bis jetzt gefragt wie oder wann ich das beabsichtige. Du mit Deinem Beitrag hast mir bestätigt, daß es richtig ist, was ich vermute. Dafür vielen herzlichen Dank und ein Sternchen.

Schade nur, daß Du keine Gechichte kennst. Ich denke es macht sehr viel aus, ob das Kind 9 oder 3 Jahre alt ist. Diese 6 Jahren können den Unterschied ausmachen verstehen / nicht verstehen. Und deshalb eben meine Bitte nach einer Geschichte.

Schöne Grüße aus Nürnberg und nochmals Danke!
Helena

wenn ich es richtig verstanden habe, dann hält Dein Kind
seinen Papa für seinen „richtigen Papa“, weiß also nicht, dass
es da einen anderen Erzeuger gibt, richtig?

Ich hatte dieses Problem mit meinem Sohnemann auch -teile im
übrigen Deine Meinung was Vater und Erzeuger angeht- und habe
den „Fehler“ gemacht, dass ich abwarten wollte, bis das Kind
alt genug ist, um zu verstehen, was ein Erzeuger ist. Eben
weil ich nicht wußte, wie ich es dem Kind begreiflich machen
soll.

Leider ist es sehr schwierig, den richtigen Zeitpunkt für so
ein Gespräch abzupassen und warten, bis das Kind danach fragt,
nützte bei mir sowieso nichts, weil wir keinen Kontakt zu dem
Erzeuger haben, also entstand diese Frage auch nicht.
Ich habe mir deshalb letztes Jahr Rat bei einem
Familientherapeuten/Kinderpsychologen geholt, weil mein Sohn
letztes Jahr 9 Jahre alt geworden ist und je älter das Kind
wird, desto schwieriger ist es auch, eine „Lüge“ (keine aktive
Lüge, aber ein Verschweigen der Wahrheit) wieder
geradezubiegen. Bei uns ist zum Glück alles glimpflich
abgelaufen und mein Kind hat alles gut aufgenommen. Für ihn
gibt es jetzt eben zwei „Väter“. Er sagt: „Einer, der mich
„gemacht hat“, aber der interessiert mich nicht und einen, der
mich großzieht, und der ist mein richtiger Papa!“ :smile:

Deshalb kann ich Dir nur raten, es so früh wie möglich zu
machen, je älter das Kind wird, umso schwieriger wird es auch!
Mit einer passenden Geschichte oder so etwas kann ich Dir
leider nicht weiterhelfen… aber aufgrund meiner eigenen
Erfahrung würde ich Dich ermutigen, sobald Du eine schöne
Geschichte oder Möglichkeit gefunden hast, es Deinem Kind
beizubringen, dies auch zu tun!

Liebe Grüsse
Danny

Hallo nochmal,

vielen Dank für Deine lieben Worte:smile: Wie gesagt, ich bin keine Fachmännin, spreche aber aus eigener Erfahrung und aus der Erfahrung, was der Therapeut mir gesagt hat. Ich denke, hundertprozentig verstehen muß und kann das Kind es mit 3 Jahren auch noch nicht, aber es ist wichtig, über das Thema gesprochen zu haben, denn so wächst das Kind mit dieser Tatsache auf und dann entstehen viele Probleme erst gar nicht. Deshalb finde ich es total gut, dass Du es jetzt schon mit einer Geschichte oder einem Buch probieren möchtest!

Vielleicht hab ich aber doch noch einen kleinen Tip für Dich. Ich habe letztes Jahr, als das Thema bei uns akut war, auch mit der Klassenlehrerin darüber gesprochen, die mir angeboten hat, falls ich den Bedarf sehen würde, das Thema mal in einer Schulstunde aufzunehmen und mit den Kindern im Unterricht ganz allgemein darüber zu sprechen.
In Deinem Fall:
Geht Dein Sohnemann schon in den Kindergarten? Wenn nicht, kommt er aber bestimmt bald hinein, oder? Vielleicht gibt es dort eine fähige Erzieherin/Kindergärtnerin, die Dir mal einen Tip geben kann oder sogar eine Geschichte kennt? Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen haben da ja auch oft ihre Erfahrungen…

Liebe Grüsse
Danny

Hallo Danny!

Zu alleerst herzlich willkommen bei WWW!! :o))))

Was du sagst ist genau mein empfinden.

Kein Mensch hat mir jemals gesagt ich muß ihm das sagen bzw
keiner hat mir bis jetzt gefragt wie oder wann ich das
beabsichtige. Du mit Deinem Beitrag hast mir bestätigt, daß es
richtig ist, was ich vermute. Dafür vielen herzlichen Dank und
ein Sternchen.

Schade nur, daß Du keine Gechichte kennst. Ich denke es macht
sehr viel aus, ob das Kind 9 oder 3 Jahre alt ist. Diese 6
Jahren können den Unterschied ausmachen verstehen / nicht
verstehen. Und deshalb eben meine Bitte nach einer Geschichte.

Schöne Grüße aus Nürnberg und nochmals Danke!
Helena

Hallo Andreas!

Vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag!

Und gleich dazu: Herzlich willkommen in WWW!!! :o)))

Und jetzt auf Deine Frage hin: Persönlich kenne ich niemandem. Einmal, wg einer Frage aus dem Fremdsprachen-Brett bzgl Aussprache in Katalanisch, habe ich mit jemandem telefoniert. Aber das ist auch alles. Also ich würde sagen, kennen -Nein, wir kennen uns nicht. Zumindest nicht persönlich. Nur wenn man hier oft postet, lernt man sich ein bißchen kennen, wie A oder B denken. Sonst nichts. Ansonten gibt es die sog. ViKa (Visitenkarte), die Du jederzeit ansehen kannst, indem Du der Name des Verfassers anklickst. Bei mir, zB erfährst du, daß ich einen sohn habe und daß er David Robert heisst. So kann jeder von meinem Sohn als David Robert reden, goldrichtig liegen und uns trotzdem noch nie begegnet sein.
So ich hoffe das ist was Du mit Deiner Frage wissen wolltest. Wenn du mehr darüber wissen willst, nur zu! :o)))

Und jetzt zum Thema:

für ein dreijähriges Kind ist das sicher schwierig, die
„gesamte Konstellation“ zu verstehen. Aber manchmal reicht
meinen Kindern ein ganz kleiner Hinweis auf die Richtung,
alles weitere überlegen sie sich oft in ihren Köpfen selbst.

Ich glaube das ist sehr, aber sehr altersabhängig. Und mit 9 ja -durchaus. Mit 3 -Nein! Ich bezweifle sogar, daß sie aus einer Geschichte, die Rückschlüsse nehmen und sich danach fragen „kann das ein Hinweis auf mich gewesen sein?“

Maja fragt ja, ob David (kennt ihr euch hier im Forum alle
schon länger?) aktiv danach fragt; ich könnte mir vorstellen,
dass es schon ausreicht, wenn das Kind im Kindergarten oder
von Freunden gefragt wird „warum heißt du so und nicht
anders…“

Ich glaube es nicht, daß es ausreicht, denn:

  1. Er heisst genauso wie ich. Sollte ich mal heiraten, wird sich daran auch nichts ändern. Sollte er Geschwister bekommen, so werden sie auch so heissen wie er. Also da ist nichts zu machen.

  2. Dadurch daß er noch nicht lesen kann und die Kinder nicht mit Nachnamen gerufen werden, kann ihn so etwas nicht auffallen…
    Ansonsten: Wie sollte er sonst heissen? Angenommen ich bin Helena Lopez und mein Freund (sein Vater) Josef Müller. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, so ist es durchaus üblich daß die verheirateten Eltern jeweils ihre Geburtennamen beibehalten. Bei uns in Spanien ist es sogar Pflicht, da keine andere Möglichkeit vorhanden ist.

es gibt tausend Möglichkeiten. Eventuell brauchst
Du ja gar nicht das ganze Thema bis in jede Tiefe erklären,
sondern nur dem Kind den ersten Zugang dazu zu zeigen;

Ja klar! Und dafür wollte ich eben eine Geschichte. Er wird vermutlich keine Rückschlüsse auf sich ziehen, wenn ich ihn frage zB weshalb Mowgli denkt daß der Wolf sein Vater ist. Er wird sagen er weiß es nicht und schön is. Es liegt an uns, sein Vater und mir, in die GEschichte einzugehen und ihn dann weiter mit ihm reden. Dafür wolte ich eben die Geschichte, weil Das Dschungelbuch kennt er IMO dafür viel zu gut.

meine
Kinder sagen dann meist erstmal nichts und Tage später kommt
dann eine Rückfrage - dann merke ich auch, was sie noch wissen
wollen und was vielleicht für sie gar nicht so interessant ist
(wir Erwachsenen aber (aus unserer Sicht!) unbedingt als
unverzichtbar wichtig ins Spiel bringen würden).

Ja genauso ist es. Aber der ersten Schritt? Und bei einem 3-jährigen??

Eine wirkliche Geschichte fällt mir auch nicht ein, aber würde
nicht die Geschichte von „Heidi“ und ihr Verhältnis zum
Großvater übertragbar sein? Eine nette Folge aus dieser
Zeichentrickserie herausgepickt, das Kind kennt sie vielleicht
sogar schon oder läßt sich zumindest leicht dafür
interessieren, danach eine Frage in der Art wie „warum hat der
Großvater die Heidi so lieb (und umgekehrt)“ (z.B. in dieser
Zeit in Frankfurt denkt Heidi oft an Großvater, nie taucht die
Frage nach dem leiblichen Vater auf) wäre evtl. ein Anfang?

Ja, aber dadurch daß seine sp. Großeltern ihn abgöttisch lieben (und umgekehrt) und neulich sein deutscher Opa leider eingeschlafen ist, weiß ich nicht so recht ob das wirklich taugt. Daß er sein heißgeliebter Opa nie mehr wiedersehen wird, hat er nicht kapiert. Soviel steht fest.

Egal wie, ich halte die Methode „sollen sie doch selber
Informationen fordern: ich helfe ihnen dann beim ersten
Schritt, wirklich laufen müssen sie alleine“ für ganz gut.

Aber erest ab gewissen Alter.

(Und der Hinweis im P.S. bzgl. der Diskussion: da gibt es
nichts zu diskutieren, völlig richtig)

Vielen Dank!!! :o)))

Schönen Gruß aus Nürnberg!
Helena

Hallo Danny,

aus meiner anderen Antwort auf Maja hast du vielleicht
rausgelesen, dass fuer uns dieses Thema aehnlich aber
nicht gleich, aber auf jeden Fall gleich wichtig ist.
Unsere Kinder sind adoptiert.
Im Prinzip bestaetigst du genau das, was ich geschrieben
habe: so frueh wie moeglich, die Informationen einfliessen
lassen und Gespraechsbereitschaft anzeigen.

Bei uns ist zum Glück alles glimpflich
abgelaufen und mein Kind hat alles gut aufgenommen. Für ihn
gibt es jetzt eben zwei „Väter“. Er sagt: „Einer, der mich
„gemacht hat“, aber der interessiert mich nicht und einen, der
mich großzieht, und der ist mein richtiger Papa!“ :smile:

Es freut mich, dass es fuer euch so gelaufen ist. Ich moechte
dir aber raten (wahrscheinlich weisst du das selbst, aber
kein Satz kann auch anders verstanden werden, deshalb moechte
ich es ganz deutlich machen - wie gesagt, aus meinen Erfahrungen
mit Adoptionsgeschichten heraus), weiterhin hellhoerig zu
bleiben.
Es kann der Zeitpunkt kommen, dass sich dein Sohn ploetzlich
doch fuer den Erzeuger-Vater interessiert. Block das nicht
ab, sondern sei so offen wie moeglich. Ehrlichkeit ist wichtig,
auch was negative Informationen betrifft - aber man soll immer
aufpassen, dass man den H-Vater (=Herkunftsvater, das ist ein
Wort aus der Adoptionsliteratur) nicht negativ malt (das Kind
ist sich sehr bewusst, dass es ja viel von diesem Mann hat und
das kann sehr schlechte Auswirkungen auf das Selbstwertgefuehl
haben). Auch spaeter solltest weder du noch dein Mann sich
durch ein eventuelles Interesse am H-Vater angegriffen fuehlen.
Das aendert nichts daran, wen dein Sohn als Vater sieht. Wir
sollten nur versuchen, unsere Kinder vor Loyalitaetskonflikten
zu schuetzen (ich bin, wie gesagt, in aehnlicher Situation).

Damit wollte ich nicht in Helenas nicht gewuenschte Diskussion
ausbrechen - aber ich hielt das, als Anmerkung an dein Posting,
fuer wichtig.

Gruesse
Elke

off topic
Hallo Helena,

du kennst mich ja, ich reib dir deine Sprachschnitzer
nur unter die Nase, wenn’s zum Thema gehoert :wink:
also Entschuldigung vorweg
Du schreibst:

Ja, aber dadurch daß seine sp. Großeltern ihn abgöttisch
lieben (und umgekehrt) und neulich sein deutscher Opa leider
eingeschlafen ist, weiß ich nicht so recht ob das wirklich
taugt. Daß er sein heißgeliebter Opa nie mehr wiedersehen
wird, hat er nicht kapiert. Soviel steht fest.

WEnn man ein schlaeft, wacht man wieder auf.
Du meinst sicher, sein Grossvater sei ent schlafen.
Wenn du mit David darueber redest, sei vorsichtig, dass
du nicht das Wort ‚einschlafen‘ benutzt. Es wird ihn nur
verwirren (er schlaeft ja auch jeden Tag mindestens einmal
ein und wacht einmal auf).

Ein Beispiel ,dass du als Krankenschwester bestimmt zu
schaetzen weisst: im Englischen benutzt man umgangssprachlich
oft den Ausdruck ‚put to sleep‘ wenn man von Narkose spricht.
Allerdings wird der gleiche Ausdruck benutzt,wenn man davon
redet, dass ein verletztes Tier durch eine Spritze ‚erloest‘,
mit anderen Worten, getoetet wird. Uns wurde immer eingetrimmt,
dass wir Kindern nie eine Narkose mit den Worten ‚put to sleep‘
erklaeren sollten ,weil die sich dann meist an den Nachbarhund
erinnern, der danach nicht mehr nach Hause gekommen ist. (der Unter-
schied ist im Deutschen: einschlafen einschlaefern)
Kinder nehmen Dinge oft sehr woertlich.

Ansonsten hast du Recht: das Konzept, dass es zwei Vaeter fuer
ihn gibt und was das konkret fuer ihn bedeutet, wird Daniel
mit drei nicht verstehen. Aber genau wie Danny das beschrieben
hat: wenn er es schon mal gehoert hat und es immer mal wieder
nebenbei erwaehnt wird, wird er langsam in den Gedanken hineinwachsen.

In Adoptionsliteratur ist immer davon die Rede, dass adoptierte
Kinder Adoption als Konzept fruehstens ab 7 verstehen koennen,
auch wenn sie schon Jahre frueher sagen koennen ,dass sie im
Bauch einer anderen Mutter grossgewachsen sind usw.
Trotzdem gibt es nur ganz wenige Experten, die davon abraten,
Adoptivkindern schon als Babies (noch bevor sie sprechen koennen)
mit den Worten Adoption, Bauchmama, usw. vertraut zu machen.

Gruesse
Elke

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Liebe Elke,

vielen Dank für Deine Anmerkung zu meinem Posting!

Es kann der Zeitpunkt kommen, dass sich dein Sohn ploetzlich
doch fuer den Erzeuger-Vater interessiert. Block das nicht
ab, sondern sei so offen wie moeglich.

Ja, dessen bin ich mir bewußt, ich glaube sogar, dass dieser Zeitpunkt eintreten wird, und dann werde ich offen mit ihm darüber reden und ihn unterstützen.

Auch spaeter solltest weder du noch dein Mann sich
durch ein eventuelles Interesse am H-Vater angegriffen
fuehlen.
Das aendert nichts daran, wen dein Sohn als Vater sieht. Wir
sollten nur versuchen, unsere Kinder vor Loyalitaetskonflikten
zu schuetzen (ich bin, wie gesagt, in aehnlicher Situation).

Probleme sehe ich eher darin, dass mein Sohn den „Verlust“ des Papas verschmerzen mußte, weil der „Papa, der ihn großzieht“, sich vor zwei Jahren von mir getrennt hat. Der Kontakt besteht zwar noch zwischen den beiden (ca. alle vier Wochen, unregelmäßig), aber solch eine Situation bringt viele Probleme mit sich… aber:

Damit wollte ich nicht in Helenas nicht gewuenschte Diskussion
ausbrechen - aber ich hielt das, als Anmerkung an dein
Posting,
fuer wichtig.

Genau deshalb breite ich das eben angeschnittene Thema jetzt hier auch nicht weiter aus:smile:

Gruesse
Elke

Grüsse zurück, und danke nochmal, dass Du so mitgedacht hast und mich auf die eventuellen Probleme hinweisen wolltest:smile:
Danny

Hallo Helena,

ich befürchte, dass du die Geschichte selbst schreiben musst. Leider habe ich keine passende gefunden und zum Übertragen vom Dschungelbuch zur eigenen Situation ist er nich zu klein.

Eine individuelle Geschichte ist besser zu verstehen. Dafür würde ich Tiere nehmen. Zwar ist auch da die Übertragung nicht leicht, aber man kann dort schneller einen Zusammenhang herstellen. So wird es eure private Geschichte, die auf eure Situation zugeschnitten ist.
Ob er es verstehen wird, ist eine andere Sache, aber zu kannst ihn schon einmal damit vertraut machen.
Zudem würde ich oft Fotoalben herausholen. Kinder haben meist ein großes Interesse an ihren eigenen Bildern und können gewisse Handlungen darauf beschreiben. In diesem Zusammenhang kannst du dann die Situation erklären. Das finde ich beinahe noch verständlicher als eine Tiergeschichte.

Gruß
Tato

Hallo Elke!
Vielen Dank für Deine Antwort!!! Und für Deine Korrektur. (Vielleicht hättest du Lehrerin/Dozentin werden sollen???) Jedenfalls dafür ein Sternchen von mir!!! :o)))

du kennst mich ja, ich reib dir deine Sprachschnitzer
nur unter die Nase, wenn’s zum Thema gehoert :wink:
also Entschuldigung vorweg

Nichts Entschuldigung!!!: Vielen herzlichen Dank dafür!!!
Ich bin ja ganz damit einverstanden, daß die Kinder diese Wörtern ganz schnell aufnehmen und es soll dann die richtige sein!!! (Wobei ich mich mit meinem spanischen Paß „ausreden“ kann, was aber im zarten Alter von 3 nicht viel nutzt… Denke ich mal)

Du schreibst:

Ja, aber dadurch daß seine sp. Großeltern ihn abgöttisch
lieben (und umgekehrt) und neulich sein deutscher Opa leider
eingeschlafen ist, weiß ich nicht so recht ob das wirklich
taugt. Daß er sein heißgeliebter Opa nie mehr wiedersehen
wird, hat er nicht kapiert. Soviel steht fest.

WEnn man ein schlaeft, wacht man wieder auf.
Du meinst sicher, sein Grossvater sei ent schlafen.

Ganz genau!! :o))

Wenn du mit David darueber redest, sei vorsichtig, dass
du nicht das Wort ‚einschlafen‘ benutzt. Es wird ihn nur
verwirren (er schlaeft ja auch jeden Tag mindestens einmal
ein und wacht einmal auf).

Ja, es ist wichtig.
Allerdings denke ich, daß er sehr gut merkt, daß ich nur fehlerhaft Deutsch rede und nimmt sich kein Beispiel daran. Ausserdem rede ich mit ihm ausschließlich einer meinen Muttersprachen: Spanisch (und sonst nichts). Von daher ist dieses Gefahr bei uns nicht sooooo akut, denke ich mal…

Ein Beispiel ,dass du als Krankenschwester bestimmt zu
schaetzen weisst: im Englischen benutzt man umgangssprachlich
oft den Ausdruck ‚put to sleep‘ wenn man von Narkose spricht.

Wow!!! Danke!! wußte ich es gar nicht!

Allerdings wird der gleiche Ausdruck benutzt,wenn man davon
redet, dass ein verletztes Tier durch eine Spritze ‚erloest‘,
mit anderen Worten, getoetet wird. Uns wurde immer
eingetrimmt,
dass wir Kindern nie eine Narkose mit den Worten ‚put to
sleep‘
erklaeren sollten ,weil die sich dann meist an den Nachbarhund
erinnern, der danach nicht mehr nach Hause gekommen ist. (der
Unter-
schied ist im Deutschen: einschlafen einschlaefern)
Kinder nehmen Dinge oft sehr woertlich.

Ansonsten hast du Recht: das Konzept, dass es zwei Vaeter fuer
ihn gibt und was das konkret fuer ihn bedeutet, wird Daniel

David ;o)))

mit drei nicht verstehen. Aber genau wie Danny das
beschrieben
hat: wenn er es schon mal gehoert hat und es immer mal wieder
nebenbei erwaehnt wird, wird er langsam in den Gedanken
hineinwachsen.

Ja genauso denke ich. Deshalb war ja meine Bitte mit der Geschichte. Zum einführen, sozusagen…

In Adoptionsliteratur ist immer davon die Rede, dass
adoptierte
Kinder Adoption als Konzept fruehstens ab 7 verstehen koennen,
auch wenn sie schon Jahre frueher sagen koennen ,dass sie im
Bauch einer anderen Mutter grossgewachsen sind usw.
Trotzdem gibt es nur ganz wenige Experten, die davon abraten,
Adoptivkindern schon als Babies (noch bevor sie sprechen
koennen)
mit den Worten Adoption, Bauchmama, usw. vertraut zu machen.

Jop!
Also nochmals vielen Dank!
Liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hallo Tato!

Vielen Dank für Dein Beitrag!!!

Indem was du sagst hast du IMO vollkommen Recht. Leider gibt es aber max 3 Bilder von Davids Zeuger (oder war es Erzeuger das richtige Wort???)

Ich habe im KiGa eine sehr tüchtige Erzieherin angesprochen und sie hat mir versprochen, daß sie sich umhören wird. Aber vermutlich wird eine Sammlung von Geschichten die richtige Lösung sein. Denn wie sonst auch noch jemand sagte, eine Tiergeschichte auf uns genau zugeschnitten sein, wird es wohl nicht geben…

Jedenfalls danke ich Dir, nochmals für Dein Beitrag!

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

sorry
Hallo Helena,

Ansonsten hast du Recht: das Konzept, dass es zwei Vaeter fuer
ihn gibt und was das konkret fuer ihn bedeutet, wird Daniel

David ;o)))

Der Fehler ist mir, glaube ich, schon mal unterlaufen.
Entschuldigung. Diesmal hab ich wenigstens die Ausrede,
dass ich von „Danny“ abgelenkt worden bin.

Liebe Gruesse
Elke

Nicht die Rede wert!!! Selbstverständlich! LG
Hallo Elke,

Der Fehler ist mir, glaube ich, schon mal unterlaufen.
Entschuldigung. Diesmal hab ich wenigstens die Ausrede,
dass ich von „Danny“ abgelenkt worden bin.

Kein Thema!!! Das kann immer wieder passieren und ist und bleibt kein Grund zur Entschuldigung!!!

Liebe Gruesse
Von mir auch, du weiß schon woher, oder??? ;o)))
Helena

VIELEN HERZLICHEN DANK
Hallo Experten!

Vielen herzlichen Dank für Euere Antworte mit Vorschläge, Tipps, Anregungen und Meinungen.

Ich werde mir vermutlich eine Geschichte selbst „basteln“.

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Liebe Gruesse
Von mir auch, du weiß schon woher, oder??? ;o)))
Helena

Aus Emden?

SCNR
Liebe Gruesse
Elke

OT: Ned ganz ;o)))
Liebe Elke!

Jetzt muß Du mir aber verraten wo Emden ist!!! Biiiiiiiiitte!!!

Ansonsten, damals hast du mich darauf hingewiesen was richtig war und nun habe ich es vergessen:
Heisst der Mann dessen Genen mein Sohn trägt, ERzeuger oder nur Zeuger???
Du hast es mir mal gesagt und ich habe es wieder vergessen. (Man sagt XY ist ein Erzeugnis der Molkerei AB, oder?)

Und noch was: Für was steht SCNR???

Liebe Gruesse aus… (der Nähe von Emden, vielleicht??) ;o)))
Helena