Bevorzugt Gott manche Menschen?

Hallo zusammen,

mir ist heute wieder einmal aufgefallen, dass ich mit allem, was ich anstelle, Glück habe. Vielleicht ist es auch nur mein unschlagbarer Optimismus, der es mich so sehen lässt… allerdings fällt es auch anderen Menschen auf, also muss da ja doch was dran sein. So wie mir geht es sicherlich vielen anderen.

Im Gegenzug dazu gibt es aber auch unheimlich viele Menschen, die augenscheinlich vom Pech verfolgt sind - warum? Mal rein religiös betrachtet, meine ich. Bin immer noch am Schwanken, ob ich nun an Gott glaube oder nicht, aber mal angenommen, es gibt ihn/sie/es, in welcher Religion/welchem Glauben auch immer.

Kann es dann sein, dass er/sie/es manche Menschen bevorzugt? Ich für meinen Teil bin mir jedenfalls nicht bewusst, irgendetwas außerordentlich Tolles in meinem bisherigen Leben getan zu haben, das mein Glück „rechtfertigen“ würde. Könnte er/sie/es irgendeinen Grund haben, dass es mir so viel besser geht als anderen? Vielleicht eine Art Entschädigung für das, was ich in einem früheren Leben durchmachen musste? Oder gibts eine Art Zufallsprinzip, dass jeder x-te Mensch immer wieder auf die Füße fällt, jeder x+1. Mensch nur hinfällt und die anderen irgendwo dazwischen angesiedelt sind?

Ich freue mich natürlich darüber, dass mein Leben bisher so verlaufen ist, auch wenn ich manchmal so etwas wie ein schlechtes Gewissen anderen gegenüber bekomme, denen es schlechter geht - obwohl ich ja nix dafür kann… die Frage kam mir halt grade in den Kopf. :smile:

Grüße
Natascha

Du bist des Teufels
Hallo Natatza

Ich war mal mit so ganz Religioesen unterwegs. Nette Menschen, aber
ihr Weltbild…Sie nahmen die Bibel woertlich.
Ich glaube nicht an Gott. Und so fragte ich sie, warum ich an Gott
glauben solle, wo ich doch so ein Glueckspilz sei. Nicht nur das,
ich sagte auch, dass ich den Eindruck haette, dass die Glaeubigen
mehr Probleme haetten als ich.
Da bekam ich zur Antwort: „Es geht dir so gut, weil der Teufel deine
Seele schon hat. Nur denen, die an Gott glauben macht er das Leben
schwer, damit sie den Glauben an Gott verlieren. Dich aber hat der
Teufel sicher, und damit du gar nicht erst auf den Gedanken kommst,
Gott je zu brauchen, raeumt dir der Boese alle Hindernisse aus dem
Weg.“
Davon waren diese lieben Leute so ueberzeugt wie ich davon, dass es
sich bei dieser Theorie um reinen Unsinn handelt.

Gruss, Tychi

Hei,

Da bekam ich zur Antwort: „Es geht dir so gut, weil der Teufel
deine
Seele schon hat. Nur denen, die an Gott glauben macht er das
Leben
schwer, damit sie den Glauben an Gott verlieren. Dich aber hat
der
Teufel sicher, und damit du gar nicht erst auf den Gedanken
kommst,
Gott je zu brauchen, raeumt dir der Boese alle Hindernisse aus
dem
Weg.“

naja, es ist ja nicht so, dass es mir nicht auch mal schlecht ginge und ich nie drüber nachdenken würde. Über Gott, meine ich. Und ich tendiere auch eher dahin, an ihn zu glauben, als das alles für bloßes Gerede abzutun… naja, aber wenn die meinen, dass meine Seele eh schon wech ist… *gg* dann könnte ich das ja gleich sein lassen und mich einfach voll ins schöne Leben schmeißen, nicht wahr? :wink:

Grüßlis
Natascha

Kommt drauf an
Hallo Natatza,

die einen prüft Gott, indem Er ihnen weniger gibt als anderen, und die anderen, indem Er ihnen mehr gibt. Die Frage ist, wie geduldig die einen, und wie dankbar die anderen sein werden.

Viele Grüße,

Mohamed.

Hallo

aber wenn die
meinen, dass meine Seele eh schon wech ist… *gg* dann könnte
ich das ja gleich sein lassen und mich einfach voll ins schöne
Leben schmeißen, nicht wahr? :wink:

Nein, ausser du willst in der Hoelle landen. Vielmehr soll diese
Erkenntnis in dir bewirken, dass du dich Gott zuwendest, um deine
Seele zu retten.

Gruss, Tychi

Hallo,

Kann es dann sein, dass er/sie/es manche Menschen bevorzugt?
Ich für meinen Teil bin mir jedenfalls nicht bewusst,
irgendetwas außerordentlich Tolles in meinem bisherigen Leben
getan zu haben, das mein Glück „rechtfertigen“ würde. Könnte
er/sie/es irgendeinen Grund haben, dass es mir so viel besser
geht als anderen? Vielleicht eine Art Entschädigung für das,
was ich in einem früheren Leben durchmachen musste? Oder gibts
eine Art Zufallsprinzip, dass jeder x-te Mensch immer wieder
auf die Füße fällt, jeder x+1. Mensch nur hinfällt und die
anderen irgendwo dazwischen angesiedelt sind?

Die Vorstellung daß ein Allmächtiges Göttliches Wesen, das die Macht hat mit einem Gedanken Welten zu erschaffen,irgendwelche menschlein, warum auch immer bevorzugt oder bestraft, scheint mir Unwarscheinlich.
Dies währe eines wirklich Allmächtigen Gottes nicht Würdig.

Gruß
Markus

Hi,

deine Frage kenne ich noch von der Zeit wo ich auf eine katholische Schule ging. Damals fragte ich mich dergleichen oft. Du könntest deine Frage auch erweitern und fragen warum gibt es Gegenden die von „Naturkatastrophen“ verschont bleiben und andere die es regelmäßig trifft, Gegenden die über Jahrzehnte mit Hunger und Dürre gestraft sind und Gegenden die mehre Ernten im Jahr zulassen. Solche Fragen lassen, sofern man sie sich stellt, eher an einem gerechten Gott zweifeln.

Nimm es so wie es ist und versuche es nicht zu hinterfragen.

Viele Grüße
Me

Hiob
Liess mal die Geschichte von Hiob…

Da macht Gott einen so richtig fertig :smile:

Nick

Hey,

das ist relativ einfach: Du bist Zweckoptimist!
Du hast auch schon viel Mist mitgemacht, aber gerade dadurch hast du gelernt, das „Gute“ mit anderen Augen zu sehen und mehr zu würdigen - wart mal ab, wenn es dir mal wieder so richtig mies geht (ohne, dass ich es dir wünsche, aber so Phasen kommen ja nun mal), dann siehst du das wieder anders.

Jedenfalls meine ich, hast du den richtigen Weg gefunden, mit Dingen umzugehen - nämlich das Gute daran zu sehen bzw. das Beste draus zu machen!

Ich arbeite noch dran, manchmal klappt es. :smile:

Bussi
SisterS

Das Glück bevorzugt offenbar manche Menschen…
… aber Gott soll das ausgleichen.

Das ist der Inhalt fast aller Religionen in der einen oder anderen Art. Die einen gehen von Wiedergeburt und Karma aus, die anderen von Belohnung im Jenseits usw.

Die Geschichte mit dem Teufel kenne ich leicht anders: Wem es dreckig geht, der wird im Jenseits umso mehr belohnt, und wem es gut geht, der hat nachher nichts mehr zu erwarten, ergo ist der, dem es dreckig geht, näher bei Gott.

Naja. *seufz* Besonders tröstend klingt das nicht, eher zynisch.

Das ist eine ganz schön perfide Strategie, Menschen einerseits auf derart plumpe Weise einzureden, daß es „immer irgendwie gut sein wird, egal wie dreckig es jetzt sein mag“. Klar kann es sein, daß aus dem Unglück sich neue Wege und Chancen eröffnen - aber das Vertrösten auf das *Jenseits* ist unmenschlich! Es hindert die Menschen daran, ernsthaft an ihrer Misere etwas zu ändern bzw. hindert es den „Ratgeber“ daran, diesem Menschen konkret zu helfen. So ein Hinweis ist nicht selten eine Ausrede, die Hände in den Schoß zu legen: „Das war die Rache Gottes, Pech für euch“.

Der Hinweis auf das „Leiden der Gerechten“ ist andererseits ein beliebter Gegenangriff auf das religiöse Konzept an sich. Natürlich ist da was dran - wenn Gott allmächtig, allwissend und gut ist, dann dürfte eigentlich kein Gerechter leiden. Also wird selbstimmunisiert: Wenn ein Gerechter nicht leidet sondern im WOhlstand lebt, dann ist es ein Beweis für die Fürsorge Gottes - es war also eine Belohnung Gottes. Und wenn es ihm dreckig geht, dann ist es auch der Beweis für die Fürsorge Gottes: Er wird halt im Jenseits belohnt.

Dieselbe Argumentation findet sich in ALLEN religiösen Konzepten von Belohnung und Strafe. Wiedergeburt und Karma ist auch eine, aber eine noch viel perfidere: Das Leiden der Gerechten wird als Strafe für Verfehlungen in vorhergehenden Leben interpretiert. Es wird also vorhandenes Leiden nicht nur hingenommen, sondern auch noch so interpretiert, daß der Leidende es gewissermaßen verdient hat.

Ich selber kann mit diesen Konzepten überhaupt nichts anfangen. Glück und Unglück sind normalverteilt. An vielen Dingen können wir nichts ändern, sondern müssen damit leben lernen. Aber an sehr vielen können wir sehr wohl was ändern, was aber mit Schwierigkeiten verbunden ist. Wenn Religion Kraft gibt, hier die Balance zu finden, dann ist es eine gute Sache. Wenn sie aber Leid zementiert, Unrecht rechtfertig oder gar dem Leidenden die Schuld gibt, dann ist es eine schlechte und gefährliche Sache.

Gruß
dataf0x

mir ist heute wieder einmal aufgefallen, dass ich mit allem,
was ich anstelle, Glück habe.

Genieße es, Natatza, und ich hoffe, dass dir das Glück noch lange hold bleibt.

Aber:
„Des Lebens ungemischte Freude
ward keinem Sterblichen zuteil“

http://www.brix.de/bibliothek/literatur/ring_polykra…

Gruß
Eckard

Danke. :smile:

Und was von allen deinen Schätzen
Dein Herz am höchsten mag ergötzen,
Das nimm und wirfs in dieses Meer!

Dann muss ich mir keine Gedanken mehr machen… das kam schon mehrmals vor, und ich habs nicht zurück bekommen. :wink:

Vergnügte Grüße
Natascha

Hei,

die einen prüft Gott, indem Er ihnen weniger gibt als anderen,
und die anderen, indem Er ihnen mehr gibt. Die Frage ist, wie
geduldig die einen, und wie dankbar die anderen sein werden.

das würde in meinem Fall bedeuten, dass ich Gott ständig dafür danken soll, weil es mir so gut geht - und das Glück mit anderen teilen?

Grüße
Natascha

Hei,

deine Frage kenne ich noch von der Zeit wo ich auf eine
katholische Schule ging. Damals fragte ich mich dergleichen
oft. Du könntest deine Frage auch erweitern und fragen warum
gibt es Gegenden die von „Naturkatastrophen“ verschont
bleiben und andere die es regelmäßig trifft, Gegenden die über
Jahrzehnte mit Hunger und Dürre gestraft sind und Gegenden die
mehre Ernten im Jahr zulassen. Solche Fragen lassen, sofern
man sie sich stellt, eher an einem gerechten Gott zweifeln.

ja, das wäre eine Erweiterung, aber in diesem Fall habe ich es wirklich auf mich persönlich bezogen. Ich meinte hier nicht den Vergleich mit einer Familie in der Dritten Welt - ich denke, dass es auch dort glückliche Menschen gibt, nur dass „Glück“ für sie anders aussieht -, sondern z. B., warum mir wirklich alles in den Schoß fällt, warum immer etwas richtig Gutes dabei herauskommt, wenn ich richtige Sch**** gebaut habe, und warum mir nach einem vermeintlichen Seitenhieb danach etwas zuteil wird, was diesen vielfach wieder ausgleicht. Und warum es bei anderen Leuten genau andersherum ist. Die haben mal ein bissl Glück, und schon sitzen sie noch tiefer im Dreck als vorher.

Nimm es so wie es ist und versuche es nicht zu hinterfragen.

Ich hinterfrage nicht sehr viel, aber das hier lässt mich jetzt schon eine Weile nicht mehr los…

Grüße
Natascha

Hei,

Die Vorstellung daß ein Allmächtiges Göttliches Wesen, das die
Macht hat mit einem Gedanken Welten zu erschaffen,irgendwelche
menschlein, warum auch immer bevorzugt oder bestraft, scheint
mir Unwarscheinlich.
Dies währe eines wirklich Allmächtigen Gottes nicht Würdig.

ich kann es mir ja auch nicht vorstellen, darum meine Frage. Also bist Du der Ansicht, dass es quasi Schicksal ist, ich mich damit abfinden und das beste draus machen sollte?

Grüße
Natascha

Hei,

Liess mal die Geschichte von Hiob…

Da macht Gott einen so richtig fertig :smile:

wenn Du mir nen Link gibst… muss ehrlich zugeben, dass ich grad bissl faul bin, und alles an Büchern ist schon weggepackt für den Umzug… :smile: Hiob ist mir zwar ein Begriff, aber die ganze Geschichte kenne ich nicht.

Grüßlis
Natascha

Hei,

Nein, ausser du willst in der Hoelle landen. Vielmehr soll
diese
Erkenntnis in dir bewirken, dass du dich Gott zuwendest, um
deine
Seele zu retten.

und dann? Täglich zur Beichte gehen, weil es mir gut geht? :smile:

Grüße
Natascha

Hei,

das ist relativ einfach: Du bist Zweckoptimist!

ich würde es eher Naturoptimist nennen, ich suche ja nicht nach was Positivem, sondern es ist einfach so da…

Du hast auch schon viel Mist mitgemacht, aber gerade dadurch
hast du gelernt, das „Gute“ mit anderen Augen zu sehen und
mehr zu würdigen - wart mal ab, wenn es dir mal wieder so
richtig mies geht (ohne, dass ich es dir wünsche, aber so
Phasen kommen ja nun mal), dann siehst du das wieder anders.

Ja, das meine ich ja - egal, wie viel Mist ich mache/mir passiert, es wird immer um einiges besser danach! Natürlich gibt es Tage, an denen ich überhaupt nicht so denke wie heute, aber selbst da kann ich nicht leugnen, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie so richtig auf die Nase gefallen bin. Irgendwie bleibe ich immer stehen, egal, wie wackelig es ist. Mit einer Ausnahme vielleicht, aber selbst daraus ist jetzt ja was viel besseres geworden, oder glaubst Du, dass ich mit Monsieur an meiner Seite wirklich dieses Jahr weggehen würde? Wenns mir dann überhaupt so gut ginge momentan, Du weißt ja, von wegen runterziehen lassen usw. …

Jedenfalls meine ich, hast du den richtigen Weg gefunden, mit
Dingen umzugehen - nämlich das Gute daran zu sehen bzw. das
Beste draus zu machen!

Aber das isses ja! Ich MACHE nicht das Beste draus, es KOMMT zu mir, und das immer und immer wieder! Und das kapier ich einfach nicht.

Ich arbeite noch dran, manchmal klappt es. :smile:

Kannst gerne was abhaben. :smiley:

Grüßlis
Natascha

Hei,

Die Geschichte mit dem Teufel kenne ich leicht anders: Wem es
dreckig geht, der wird im Jenseits umso mehr belohnt, und wem
es gut geht, der hat nachher nichts mehr zu erwarten, ergo ist
der, dem es dreckig geht, näher bei Gott.

also doch einmal Richtung Hölle bitte? :wink: Na, dann sollte ich mein Leben ja noch mehr genießen. *g*

Naja. *seufz* Besonders tröstend klingt das nicht, eher
zynisch.

Irgendwie schon…

Dieselbe Argumentation findet sich in ALLEN religiösen
Konzepten von Belohnung und Strafe. Wiedergeburt und Karma ist
auch eine, aber eine noch viel perfidere: Das Leiden der
Gerechten wird als Strafe für Verfehlungen in vorhergehenden
Leben interpretiert. Es wird also vorhandenes Leiden nicht nur
hingenommen, sondern auch noch so interpretiert, daß der
Leidende es gewissermaßen verdient hat.

Würde das bedeuten, dass ich - von diesem Glauben ausgehend - in meinem letzten Leben ein richtig toller, guter Mensch war und das jetzt gedankt bekomme? Oder dass ich im letzten Leben dermaßen viel gelitten habe, weil ich im vorletzten Leben ein schlechter Mensch war, dass ich jetzt für dieses Leiden wieder entschädigt werden soll?

Grüße
Natascha

Google
Google nach Bibel.txt oder irgend sowas.

Nick