Hallo, den Frust kenn ich auch, da kann man keine Kinder bekommen, und keiner darf dies Thema anschneiden (Wie sieht es denn mit ihrer Familienplanung aus?) damit man damit rausplatzen kann.
Zudem war ich völlig überqualifiziert und suchte einen Job in der Region nur um Geld zu verdienen, trotz Studium und Co eben irgendwas als Tippse, Empfangsdame oä. Aber ich bekam auch da immer Absagen, da sich keiner vorstellen konnte dass ich nicht der nächsten Promotionsstelle hinterherhechte oder sonstwie eben keine Karriere machen wollte.
Ich war nichtmal auf den Museumsbereich mehr fixiert denn auch da gabs Absagen entweder weil ich noch kein Volontariat (also keine Museumserfahrung) vorzuweisen hatte hatte und bei Volontariatsstellen weil ich zuviel Museumserfahrung (neben dem Studium als Studentische Hilfskraft) hatte.
Ich hab damals eher dran gedacht ein Stellengesuch aufzugeben, denn die Unterlagen wurden von mir kaum aufgeschlagen, wenn es um solche Jobs ging. Wenn ich also wirklich auf mich aufmerksam machen wollte, dann noch bevor derjenige Personaler eine Anzeige aufgibt.
Hab lange dran rumformuliert aber mich dann am Ende doch nicht getraut, drum hab ich den Text leider nicht mehr. Sie wurde auch ziemlich lang = teuer
Ich versuchs mal zu rekonstruieren:
„Ich will endlich arbeiten. Wer gibt mir ne Chance?
Ich suche einen Job für den ich dank Studium hoffnungslos überqualifiziert bin, zB. als Bürokraft, Empfangsdame, Verkäuferin, Hausmeisterin.
Ich möchte in der Region bleiben und nicht in die Weite Welt hinaus, da ich hier bereits vor über 10 Jahren meine Liebe gefunden hab, Kinder werd ich aber auch nie kriegen können. Daher steht einer langjährigen Mitarbeit in Ihrem Betrieb nichts mehr im Weg. Ich habe ein interdisziplinäres Studium abgeschlossen wodurch ich in den Bereichen a,b,c,d,e mitreden kann, letzteres hab ich durch einen x Kurs vertieft, anschließend hab ich eine Mangementweiterbildung absolviert, die mich auch in die Bereiche f und g geführt hat. Weitere Berufserfahrungen, die u.a. meine Studienzeit derart verlängerten, dass Karriere für mich nicht mehr in Frage kommt, finden Sie in meinen Unterlagen. Ich hatte bisher auch kein Problem 40-60 Wochenstunden nur 200 Eu oder weniger Monatsgehalt zu arbeiten, doch ich möchte endlich aus dem unter- bis unbezahlten Praktikumstrott ausbrechen und das Gefühl bekommen dass meine Arbeit wertgeschätzt wird. Deshalb suche ich nun eine Tätigkeit, bei durchschnittlichem Stundenlohn, der mir zumindest das überleben sichert und womöglich sogar endlich eine Sozialversicherungspflicht einbringt.“
Vielleicht bringt dich das weiter, denn ich wurde wegen des Studiums auch oft nicht genommen, „Denn wir suchen wen für länger“, und es gab hier immer eine Anzeige (aber eher der unseriösen Art aber in derselben Zeitung, wo ich inserieren wollte) „Ich wette eine Flasche Sekt dass ich hier niemanden finde, der bereit ist 40-60 Stunden die Woche für bis zu 3000 Eu zu arbeiten“, nur so als erklärung für manche Teile darin.
Also schreib ruhig mal den gesammelten Frust zusammen, vielleicht hilft es zumindest dir, deine Ziele neu zu formulieren oder Argumente zusammenzubekommen, die bei Bewerbungen oder Gesprächen relevant werden können. Oder versuch überhaupt mal die Sicht des Personalers einzunehmen, welche Argumente er gegen dich haben könnte und genau diese aufzugreifen. (also mal nicht immer was für dich spricht sondern was gegen dich spricht provokativ entkräften)
Ich hab anschließend die Selbstständigkeit gewählt, hab das nun ein paar Jahre gemacht und bin nun fest angestellt doch im Museum (meinem Wunschmuseum)gelandet finanziert durch ein Unternehmen (meinem „wird Zeit dass die ihre Geschichte aufarbeiten“-Unternehmen).
Typischer FAll von was lange währt wird endlich gut.
Gruß Susanne