Bewerbung als Frau

Hallo,

ich kenne nicht nur einen Betrieb, wo zurzeit die Bewerbungen von Frauen im gebärfähigen Alter wegsortiert werden. Die Arbeitskraft fällt über Monate/Jahre aus, es muss Ersatz gesucht werden und es kommen zu viele nach dem Mutterschutz wieder und wollen aber nur in Teilzeit arbeiten. Mancherorts einfach unerwünscht.

Nun gibt es aber auch Frauen, die aus irgendwelchen Gründen gar nicht mehr schwanger werden können, obwohl sie eigentlich das beste Alter für Nachwuchs hätten.

Ich habe jetzt darüber nachgedacht, ob Frau sowas nicht auch geschickt in der Bewerbung unterbringen kann. So wie junge Männer ja auch allein schon durch den Lebenslauf unterbringen können, dass sie nicht mehr zum Wehrdienst müssen. Blöd gedacht? Gibt es Beispiele?

Bin gespannt :wink:

VG
Monroe

Hi

Du könntest bei Hobbies u.a. soziale Engagement in Communities wie „childfree“ aufzählen… aber ob das so der Renner ist?

(Früher gabs ja solche Angaben wie:
Status: ledig u.ä.)

lg
Kate

Hallo Monroe,

ich kenne nicht nur einen Betrieb, wo zurzeit die Bewerbungen
von Frauen im gebärfähigen Alter wegsortiert werden.

Nun gibt es aber auch Frauen, die aus irgendwelchen Gründen
gar nicht mehr schwanger werden können, obwohl sie eigentlich
das beste Alter für Nachwuchs hätten.

Ich habe jetzt darüber nachgedacht, ob Frau sowas nicht auch
geschickt in der Bewerbung unterbringen kann. So wie junge
Männer ja auch allein schon durch den Lebenslauf unterbringen
können, dass sie nicht mehr zum Wehrdienst müssen. Blöd
gedacht? Gibt es Beispiele?

Gute Idee! Genau das werde ich in Zukunft auch machen: In meiner Bewerbung dick herausstellen, dass ich schwul bin. Dann habe ich bestimmt einen Vorteil gegenüber meinen heterosexuellen MitbewerberInnen, die möglicherweise irgendwann mal wegen der Inanspruchnahme von Elterngeld ausfallen!

http://de.wikipedia.org/wiki/Elterngeld

Gruß Gernot

Hallo,

ich kenne nicht nur einen Betrieb, wo zurzeit die Bewerbungen
von Frauen im gebärfähigen Alter wegsortiert werden. Die
Arbeitskraft fällt über Monate/Jahre aus, es muss Ersatz
gesucht werden und es kommen zu viele nach dem Mutterschutz
wieder und wollen aber nur in Teilzeit arbeiten. Mancherorts
einfach unerwünscht.

Eher nicht zumutbar, denn, Gesetze hin oder her, und auch gerade wegen der gängigen Rechtsprechung, wäre es aus Sicht der betrieblichen Praxis sehr oft geradezu aberwitzig, eine Frau im gebärfähigen Alter einzustellen. Für grosse Betriebe mag das nur schwach oder gar nicht gelten, aber je kleiner der Betrieb, desto eher gilt das.

Ich kehre diesen Sachverhalt deshalb so deutlich heraus, weil es für dein Vorhaben bedeutsam ist.
Es hat keinen Sinn, das „taktisch“ an geschickter Stelle einfliessen zu lassen, denn dann bist du durch die Raster bereits durchgefallen, bevor jemand darauf stösst.

Du solltest das also ganz vorne, am besten im Anschreiben klipp und klar herausstellen.

Gruss,
TR

Wie formulieren?
Hallo,

danke. Ich habe sowas noch nie gesehen, hatte aber überlegt, dass man sowas vielleicht auch vorteilhaft nutzen könnte.

Nur wie würde man sowas unterbringen?

Familienplanung abgeschlossen… Das können viele schreiben. Können auch welche sein, die sich eigentlich keine Kinder mehr wünschen. Und dann ups-passiert und doch ein Kind…

Ich will denen ja auch keinen OP-Bericht mitschicken und durch mein Anschreiben nicht den Eindruck vermitteln, dass ich krank bin. Habe krankheitsbedingt die Gebärmutter entfernen lassen, bin jetzt voll fit. Durch das fehlende Organ habe ich einen GDB der Gleichstellung zulassen würde.

VG
Monroe

Hallo Monroe,

mein Beitrag ist absolut nicht böse gemeint - er soll nur als Gedankenansatz dienen.

Nur weil man nicht gebährfähig ist, heißt das ja nicht im gleichen Umkehrschluss, dass man keine Kinder „bekommt“. Du könntest doch irgendwann auf die Idee kommen Kinder zu adoptieren, dass weiß der potentielle Arbeitgeber nicht. Wenn es ein Säugling oder ein Kleinkind ist, wirst du fast genauso lange ausfallen oder nicht ausfallen wie eine andere Mutter.

Genauso gut könnte das alles aber auch auf einen männlichen Bewerber zutreffen.

Deswegen finde ich die Denkweise, die leider teilweise immer noch an den Tag gelegt wird echt antik. Es gibt nunmal eine Menge Frauen, die gar keine Kinder bekommen WOLLEN. Genauso wie es immer mehr Männer gibt, die anstelle der Frau zuhause bleiben.

Gruß

Samira

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Hallo, den Frust kenn ich auch, da kann man keine Kinder bekommen, und keiner darf dies Thema anschneiden (Wie sieht es denn mit ihrer Familienplanung aus?) damit man damit rausplatzen kann.
Zudem war ich völlig überqualifiziert und suchte einen Job in der Region nur um Geld zu verdienen, trotz Studium und Co eben irgendwas als Tippse, Empfangsdame oä. Aber ich bekam auch da immer Absagen, da sich keiner vorstellen konnte dass ich nicht der nächsten Promotionsstelle hinterherhechte oder sonstwie eben keine Karriere machen wollte.
Ich war nichtmal auf den Museumsbereich mehr fixiert denn auch da gabs Absagen entweder weil ich noch kein Volontariat (also keine Museumserfahrung) vorzuweisen hatte hatte und bei Volontariatsstellen weil ich zuviel Museumserfahrung (neben dem Studium als Studentische Hilfskraft) hatte.

Ich hab damals eher dran gedacht ein Stellengesuch aufzugeben, denn die Unterlagen wurden von mir kaum aufgeschlagen, wenn es um solche Jobs ging. Wenn ich also wirklich auf mich aufmerksam machen wollte, dann noch bevor derjenige Personaler eine Anzeige aufgibt.

Hab lange dran rumformuliert aber mich dann am Ende doch nicht getraut, drum hab ich den Text leider nicht mehr. Sie wurde auch ziemlich lang = teuer
Ich versuchs mal zu rekonstruieren:

„Ich will endlich arbeiten. Wer gibt mir ne Chance?
Ich suche einen Job für den ich dank Studium hoffnungslos überqualifiziert bin, zB. als Bürokraft, Empfangsdame, Verkäuferin, Hausmeisterin.
Ich möchte in der Region bleiben und nicht in die Weite Welt hinaus, da ich hier bereits vor über 10 Jahren meine Liebe gefunden hab, Kinder werd ich aber auch nie kriegen können. Daher steht einer langjährigen Mitarbeit in Ihrem Betrieb nichts mehr im Weg. Ich habe ein interdisziplinäres Studium abgeschlossen wodurch ich in den Bereichen a,b,c,d,e mitreden kann, letzteres hab ich durch einen x Kurs vertieft, anschließend hab ich eine Mangementweiterbildung absolviert, die mich auch in die Bereiche f und g geführt hat. Weitere Berufserfahrungen, die u.a. meine Studienzeit derart verlängerten, dass Karriere für mich nicht mehr in Frage kommt, finden Sie in meinen Unterlagen. Ich hatte bisher auch kein Problem 40-60 Wochenstunden nur 200 Eu oder weniger Monatsgehalt zu arbeiten, doch ich möchte endlich aus dem unter- bis unbezahlten Praktikumstrott ausbrechen und das Gefühl bekommen dass meine Arbeit wertgeschätzt wird. Deshalb suche ich nun eine Tätigkeit, bei durchschnittlichem Stundenlohn, der mir zumindest das überleben sichert und womöglich sogar endlich eine Sozialversicherungspflicht einbringt.“

Vielleicht bringt dich das weiter, denn ich wurde wegen des Studiums auch oft nicht genommen, „Denn wir suchen wen für länger“, und es gab hier immer eine Anzeige (aber eher der unseriösen Art aber in derselben Zeitung, wo ich inserieren wollte) „Ich wette eine Flasche Sekt dass ich hier niemanden finde, der bereit ist 40-60 Stunden die Woche für bis zu 3000 Eu zu arbeiten“, nur so als erklärung für manche Teile darin.

Also schreib ruhig mal den gesammelten Frust zusammen, vielleicht hilft es zumindest dir, deine Ziele neu zu formulieren oder Argumente zusammenzubekommen, die bei Bewerbungen oder Gesprächen relevant werden können. Oder versuch überhaupt mal die Sicht des Personalers einzunehmen, welche Argumente er gegen dich haben könnte und genau diese aufzugreifen. (also mal nicht immer was für dich spricht sondern was gegen dich spricht provokativ entkräften)
Ich hab anschließend die Selbstständigkeit gewählt, hab das nun ein paar Jahre gemacht und bin nun fest angestellt doch im Museum (meinem Wunschmuseum)gelandet finanziert durch ein Unternehmen (meinem „wird Zeit dass die ihre Geschichte aufarbeiten“-Unternehmen).
Typischer FAll von was lange währt wird endlich gut.
Gruß Susanne

Morgen!

Deswegen finde ich die Denkweise, die leider teilweise immer
noch an den Tag gelegt wird echt antik. Es gibt nunmal eine
Menge Frauen, die gar keine Kinder bekommen WOLLEN. Genauso
wie es immer mehr Männer gibt, die anstelle der Frau zuhause
bleiben.

Dem Arbeitgeber geht es darum wie wahrscheinlich ist es das der
potentielle AN ausfällt.
Wieviele Männer kennst du die zu hause blieben und wieviel Frauen?
Natürlich kann sich der AN auch hinter einen Zug schmeißen aber
wieviele Leute adoptieren Säuglinge?

Der AG ist Geschäftsmann und rechnet Wahrscheinlichketen, nicht mehr
und nicht weniger, das hat mit antik nichts zu tun.

Gruß
Stefan

2 „Gefällt mir“

Hallo Monroe,

mein Beitrag ist absolut nicht böse gemeint - er soll nur als
Gedankenansatz dienen.

Habe ich auch nicht so aufgefasst.

Wie ich die Lage in so manchen Unternehmen sehe, habe ich ja oben genannt. Frauen in einem gewissen Alter sind einfach raus aus der Nummer. Das so gedacht wird, da kann ich ja nix für.

Und wenn ich schon keine Kinder bekommen kann, warum soll ich nicht versuchen, wenigstens von der Zeite eine Chancengleichheit zu erreichen. Ich denke, dass jeder zustimmen kann, dass das „Risiko“, einer Frau zwischen zwanzig und dreissig schwanger zu werden doch gegeben ist. Auch Männer gehen in Elternzeit aber zu welchem Prozentsatz.

Deswegen finde ich die Denkweise, die leider teilweise immer
noch an den Tag gelegt wird echt antik. Es gibt nunmal eine
Menge Frauen, die gar keine Kinder bekommen WOLLEN. Genauso
wie es immer mehr Männer gibt, die anstelle der Frau zuhause
bleiben.

Da hast Du wohl recht, aber das steht ja nun nicht in meinem Einflussbereich. Habe ich auch gar nicht angezweifelt. Ich bin nicht in der Lage, eigene Kinder zu bekommen, habe nicht die Absicht welche zu adoptieren und frage mich einfach nur, ob ich das nicht auch mal zu meinem Vorteil nutzen kann.

VG
Monroe

Hallo StefanS,

ich sehe das ein wenig anders, weil sich die Wahrscheinlichkeiten enorm relativiert haben.

Gruß

Samira

Hallo StefanS,

ich sehe das ein wenig anders, weil sich die
Wahrscheinlichkeiten enorm relativiert haben.

Gefühlt oder mit Zahlen belegt?
In meinem jetzigen Betrieb ist bisher ein einziger Fall aufgetaucht, wo der Mann Elternzeit beantragt hat. Aber nur zu einem ganz kleinen Teil. Der fehlte in den ersten Wochen einen Tag in der Woche. Ob das über Elternzeit gelöst wurde oder wie sich das Modell schimpfte, weiss ich aber nicht.

VG
Monroe

Außerdem…
… auch wenn sich die Zahlen ändern und wirklich immer mehr Väter in die Elternzeit gehen. Bis sich das auf das Einstellverhalten der Firmen widerspiegelt, wird wohl noch so einige Jahre ins Land gehen.

VG
Monroe

Hallo Samira,

ich sehe das ein wenig anders, weil sich die
Wahrscheinlichkeiten enorm relativiert haben.

Das Wickeltischranking, fand ich ganz amüsant, zeigt aber trotzdem
recht gut die Verteilung.
http://www.menshealth.de/was-ist-los-in-deutschlands…

Und nu erklär mal wie du das siehst!

Gruß
Stefan

Hallo,

ich sehe das ein wenig anders,

Wenn Du Dein ganzes Geld und alles was Du hast, in Deine eigene Firma investierst. Und Du nun Mitarbeiter brauchst, welche Dir helfen sollen DEINE Firma zu unterstützen … würdest Du es vielleicht unter Umständen nicht anders sehen. Sondern mit DEINEM Geld rechnen.

Wie bereits vorher erwähnt, es ist Business und nicht Persönlich.

Grüße
Jasmin

Hi Monroe,

ich kenn Dich ja nicht und ahne auch nicht um was für nen Job Du Dich bewirbst. Aber wenn Du meinst, dass Deine bisherigen Bewerbungen deshalb abgelehnt wurden, dann schreib doch (statt des üblichen „Betreff: Ihre Anzeige in der Tagespost vom 35.5.05 - Sehr geehrter Herr Personalmichl, hiermit bewerbe ich mich feierlich…“) sowas wie:

"KINDER…

…kann ich aus medizinischen Gründen leider keine bekommen, aber ich kann

  • Lesen
  • Schreiben
  • Sudokus bis Level „mittel“ lösen
  • Kaffee kochen

Darum bewerbe ich mich bei Ihnen als Pausenclown." Oder halt sinngemässes :wink:

Oder Du lässt halt ne Bemerkung im Anschreiben fallen „Ich weiss, dass Sie mich nicht fragen dürfen, aber meine Familienplanung ist abgeschlossen, ich möchte keine Kinder bekommen.“

Oder Du schreibst das plakative PS. „PS: Leider kann ich aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen, so dass ich eine langfristige Mitarbeit in Ihrem Hause anstrebe“

Alternativ wäre das in den Lebenslauf aufzunehmen, vielleicht warst Du länger krank deswegen und hast eh ne „Lücke“, dann könntest das da einstricken.

*wink*

Petzi

off topic
Hallo,

(…)

Deswegen finde ich die Denkweise, die leider teilweise immer
noch an den Tag gelegt wird echt antik.

Wir verstehen deinen Ärger gut, und wie schon erwähnt ist das nichts Persönliches. Die Geschäftsrealität sieht aber ganz anders aus, und daran wird sich nichts Grundlegendes ändern, solange es nicht völlig offen ist, wer bei den Kindern zu Hause bleibt.
Einen Trend dahin, wie du andeutest, kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Gruss,
TR

Hallo,

(…)

Deswegen finde ich die Denkweise, die leider teilweise immer
noch an den Tag gelegt wird echt antik.

Wir verstehen deinen Ärger gut,

Hmm, ich habe keinen Ärger was das Thema betrifft. Zum Glück habe ich diese Problematik nie kennengelernt. Vielleicht liegt es daran, dass die IT-Branche anders denkt als andere Branchen. Ich habe keine Ahnung.

Gruß

Samira

Apropos Stellengesuch…DIE Chance!
Hallo,
(…)

Ich hab damals eher dran gedacht ein Stellengesuch aufzugeben,

(…)

Hab lange dran rumformuliert aber mich dann am Ende doch nicht
getraut, (…)

Das ist doch typisch Frau, oder?
Ein sehr grosser Fehler!
Die Kosten sind vernachlässigbar und betragen nur einen winzigen Bruchteil dessen, was eine Firma bezahlen müsste.
Mit einem Stellengesuch kommt man in Möglichkeiten hinein, die man auf dem offiziellen Stellenmarkt niemals zu sehen bekommt.
Auch ist die Gesprächssituation bei Vorstellungen eine viel bessere.
Und überhaupt: Fast keine Konkurrenz und noch dazu höchst attraktiv für Arbeitgeber.
Ein Narr, wer sich diese Chance entgehen lässt.

Gruss,
TR

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Zustimmung
Hi!

Das ist doch typisch Frau, oder?

Alter Chauvi *g*

Und überhaupt: Fast keine Konkurrenz und noch dazu höchst
attraktiv für Arbeitgeber.
Ein Narr, wer sich diese Chance entgehen lässt.

Stimmt!

Wenn ich überlege, dass ich meinen momentanen Job habe, weil ich vergessen habe , mein Profil bei monsters.de zu löschen… :smile:

LG
Guido


Dann hast Du da einen toleranten Betrieb. Komme nämlich auch aus einer IT-Firma.

Mein Arbeitsplatz an sich ist auch nicht gefährdet. Ich weiss halt nur, wie mit Bewerbern verfahren wird. Und da ich mich doch mal ein wenig umschaue, interessiert mich da vor allem, ob man sowas in der Bewerbung unterbringen könnte.

VG
Monroe