Ursache und Wirkung
Hallo,
es gibt zwei Seiten, auf denen derartige Informationen ausgetauscht werden konnten. Beide Seiten sind problemlos bei google und im www-Archiv zu finden. Leider sind sie derzeit nicht in Betrieb, wobei derzeit mindestens die letzten drei Jahre umfaßt.
Das Problem ist aber nicht die Ärtzelobby, die hier sinnloserweise ins Feld geführt wurde, sondern diejenign, die dort ihre Meinungen plazierten.
Fangen wir mit der vielzitierten Ärtzelobby an: Was sollte diese Lobby oder auch ein einzelner Arzt gegen eine negative aber zutreffende Bewertung ausrichten? Schadensersatz gibt nur bei rechtswidrigen Aktivitäten und sachlich die Wahrheit zu sagen, kann nicht rechtswidrig sein.
Das Problem ist, daß die Patienten weder neutral noch fachkundig, sondern betroffen und damit emotional an die Sache herangehen. Wer sich nach dem Arztbesuch bzw. der Einnahme der verordneten Medikamente nicht besser fühlt, macht den Arzt dafür verantwortlich, ohne das aus rein medizinischer Sicht überhaupt beurteilen zu können. Wer nach zwei Sätzen vom Arzt mit der fertigen Diagnose unterbrochen wird, fühlt sich nicht ernstgenommen, ohne beurteilen zu können, ob die Symptome tatsächlich so eindeutig sind, um so schnell die Ursache des Übels erkennen zu können. usw. usf.
Welche Kleinigkeiten schon zu einer negativen Bewertung führen, kann man sich auf den Seiten für Hotelbewertungen anschauen. In einem karibischen Hotel wird die schlechteste Pizza der Welt angeführt, um das ganze Buffet zum schlechtesten Buffet der Welt zu ernennen und ein kurz angebundener Vertragsarzt führt zur Abwertung des Services und letztlich des ganzen Hotels.
Den Hotels mag das egal sein, zumal sie kaum jede einzelne Bewertung lesen dürften. Bei Ärzten steht aber der Ruf und damit die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel. Ich finde es schon nachvollziehbar, daß man dann mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen vermeintlich falsche Bewertungen vorgeht (Klage wegen Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung und damit verbunden dann die Anmeldung von Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen). In der Folge geht dem Seitenbetreiber dann allein schon aufgrund der Anwaltskosten irgendwann die finanzielle Luft aus.
Daß dann als Ursache für die Schließung der Seiten die fiese Ärtzelobby angeführt wird, macht die Sache nur noch etwas absurder.
Gruß
Christian