Hallo,
Nun, ich dachte immer, hier könnte jeder eine Frage stellen
und auf Antwort von anderen hoffen, die in unterschiedlicher
Weise Experten sind…
Sicher. Auch bin ich weit davon entfernt ein wirklicher Experte auf diesem Gebiet zu sein. Aber die Hürde die entsprechende Bibelstelle hearuszusuchen, wo man sowieso gerade im Netz ist, hatte ich für nicht besonders hoch angesehen.
Allerdings bezog sich ja meine Kritik darauf, daß Du eine
Stelle aus dem Zusammenhang gerissen hast. Du wirst nicht
wirklich behaupten wollen, daß der Text nun eine Abhandlung
über ein (naturwissenschaftlich definiertes) Weltbild sein
will.
Das ist dann ja etwas ganz anderes. Wenn Du sowieso sagst, dass es in der Bibel nicht um naturwissenschaftliche Dinge geht und die meisten Sachen (z.B. Genesis-Tage etc.) nur metaphorisch zu beurteilen sind, macht die Ausgangsfrage („Gibt es Stellen in der Bibel, die der Naturwissenschaft widersprechen?“) keinen Sinn, denn dann KANN es ja solche Stellen gar nicht geben. Eine Aussage über A kann einer Aussage über B (sofern diese unabhängig voneinander sind) schließlich nicht widersprechen.
Würde er das sein, wäre er überholt. Auf die Gefahr hin,
als verbohrte Christin zu gelten, wage ich es kühn zu
behaupten, daß es hier um das Thema „Versuchung“ geht - ein
wohl eher zeitloses Phänomen, nicht nur im Glaubensbereich.
Aber eben kein naturwissenschaftliches, sondern geisteswissenschaftliches Problem.
Auch der Glaube
läßt nun mal eine Pluralität von Meinungen zu.
Fraglich, ob der Papst das auch so sieht… 
Nun ja, Du erklärst ja nun auch ein „Muss“, nämlich „Anleitung
zum richtigen Leben“ - was ich zwar anders formulieren würde,
dem ich aber trotzdem zustimmen kann. Aber was hat das denn
nun damit zu tun, ob die Erde eine Kugel ist oder nicht? Warum
verlangst du darüber Eindeutigkeit?
Es ist jawohl so, dass die Bibel Gottes Wort sein soll. Wenn ICH also die Erde geschaffen hätte, genau wüsste, dass sie eine Kugel ist und dann zu meinen unwissenden Kreaturen sprechen würde, auch im Rahmen eines Gleichnisses über Versuchungen, dann würde ICH mich nicht so unklar bezüglich der Form und der Eigenschaften der Welt ausdrücken. Und ich würde es auch weder für wünschwenswert noch sinnvoll erachten, wenn es jemand täte.
Ehrlich gesagt finde ich eher schwierige Stellen in der
Schrift, bei denen es um Lebensanleitung geht…
Darüber lässt sich aber nicht naturwissenschaftlich diskutieren. Außer vielleicht an dieser Stelle (diesmal komplett zitiert):
1:26
Darum hat sie GOTT auch dahingegeben in schändliche Lüste. Denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen
1:27
Desselbigengleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzet in ihren Lüsten, und haben Mann mit Mann Schande gewirket und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen.
1:28
Und gleichwie sie nicht geachtet haben, daß sie GOTT erkenneten, hat sie GOTT auch dahingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt,
1:29
voll alles Ungerechten, Hurerei, Schalkheit, Geizes, Bosheit, voll Hasses, Mordes, Haders, List, giftig, Ohrenbläser,
1:30
Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hoffärtig, ruhmredig, Schädliche, den Eltern ungehorsam,
1:31
Unvernünftige, Treulose, störrig, unversöhnlich, unbarmherzig
Hier wird davon ausgegangen, dass homosexuelle Menschen ein ganz klares psychologisches Profil ausweisen, man könnte sagen es sind Psychopathen. Die moderne Medizin hat jedoch den Grund für diese Störung entdeckt und er geht NICHT mit Homosexualität konform.
Letztlich hat man aber auch bei Deinen Äußerungen hier genau
denselben Eindruck: Entweder man interpretiert so wie Du, oder
aber es ist sinnlos mit einem zu reden.
NUR wenn es um eine wissenschaftliche Auslegung geht. Zu einem wissenschaftlichen Text gehört es, dass er wortwörtlich interpretiert wird. Darüber kann es keine Diskussion geben.
Dein Einwurf trifft
diejenigen (vor allem „Kreationisten“), die meinen, ein
naturwissenschaftliches Weltbild aus der Schrift
hinauszuinterpretieren.
Wie gesagt, wenn Du dass gar nicht tust, dann kann Dich die Ausgangsfragestellung schon nicht interessieren.
Dazu eine Frage: Würdest Du so auch über Goethes Faust
diskutieren?
Wenn das Thema wäre „Naturwissenschaftliche Unmöglichkeiten in Goethes Faust“, dann ja.
Grüße,
Anwar