Bissig

Hallo Rosa,

auch ich habe die vielen Meinungen und Ansichten gelesen.
Als ich vor 20 Jahren zum alleinerziehendem Vater wurde, habe viel gelernt:
Mein Sohn (damals 2 Jahre) hat mich gebissen und getreten. In eigener Regie gabe ich irgend wann mal zurück-gebissen und zwar sehr kräftig.
Der Erfolg war verblüffent und enorm. Bewust hatte ich nicht meine Hände eingesetzt, denn Diese sind zum Streicheln da.
Kinder suchen (nicht nur) in diesem Alter Grenzen, die die Erwachsenen abstecken müssen (Trotzalter beachten).
Verletzungen gegen die Aufsichtspflicht liegen garantiert nich vor.
Meiner Meinung nach sollen umd müssen Kinder (?Erwachsene?) ihre Grenzen suchen dürfen … bis Diese abgegrenzt werden (von wem auch immer).

  • Volker -

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Toll o.w.T
kein Text

…hallo Elke, aber 2jährigen kann ich leider noch nicht beibringen sich verbal zu einigen - sicher muss eine Lösung her, aber so lange soll das betroffene und gebissene Kind nicht glauben, dass es sich das gefallen lassen muss - schließlich legt man in dem Alter ja auch Verhaltensmuster für das Leben fest und sich wehren im rechten Augenblick finde ich besser, als erst gebissen zu werden, zur Erzieherin zu rennen die dann auch nur reden kann… auch wenn es sich blöd anhören mag, aber Hunde und Kinder in dem Alter haben eines gemeinsam - die Reaktion auf eine Aktion muss direkt in dem Moment erfolgen - alles was danach kommt können die gar nicht mit ihrem Verhalten verbinden - wenn also die Erzieherin erst tröstet und dann zu dem anderen Kind geht um es zu maßregeln, ist es schon zu spät - die müssen eigentlich direkt in dem Moment wo es passiert oder besser schon im Ansatz reagieren - nur wie soll man das als Erzieher schaffen??? Auch habe ich im Umgang mit Kindern gelernt, dass manche körperliche Erfahrung in Kombination mit Worten mehr zählt als nur Worte - Man müsste das Thema also irgendwie als „Theaterstück- Rollenspiel“ aufziehen, in dem auch mal das andere Kind gezwickt wird. Ohne Gespräch mit den Eltern klappt das aber sicherlich nicht und auch nicht ohne dem anderen Kind auf positive Art mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Auf den Pfadilagern hatten wir häufiger mal Kinder aus dem Heim mit dabei, welche ebenfalls durch ihre agressive Art aufgefallen sind. Wir haben das Verhalten komplett ignoriert bzw. die Kinder bei agressiven Verhalten isoliert uns dann aber Zeit genommen und uns diesen Kindern positiv zugewendet. Das ist nicht immer leicht diese Kinder zu mögen und positiv auf diese zuzugehen. Man hat eben seine Lieblinge und das sind meistens die anderen Kinder die keine Arbeit machen. Nach zwei bis drei Tagen waren auf jeden Fall die schwierigen Kinder meistens aufgetaut - mit viel körperlicher Nähe, basteln, spielen und reden auf einmal wie ausgetauscht. GGF müssten sich hier in dem Fall auch noch mal die Erzieher im klaren werden, wie sie sich dem Kind gegenüber verhalten.

Gruß,
Alexandra

Hallo,

PS: Schön das Trotz der teilweise Aggressiven Postings noch
eine Ruhige Diskussion möglich ist

Ich nehme mal an, das richtet sich an mich (aggressive postings) Ich lese hier von Aggressionen gegenüber Kindern, Isolation und Abschiebung einzelner, auffälliger Kinder und Erpressung gegenüber der Kitaleitung. War erwartest du?
Ich kann mich nur noch einmal wiederholen: das Kind braucht offensichtlich Aufmerksamkeit!
Der Täter: Nehmen wir mal an, er ist von 09:00 bis 18:00 Uhr in der Kita und wird danach vom Kindermädchen abgeholt. Über dessen Umgang mit dem Kind wissen wir reichlich wenig, aber was glaubst du, wie lange die Eltern ihr Kind am Tag sehen? 2 Stunden? Es schläft vielleicht schon, wenn die Eltern nach Hause kommen?
Warum fing er an zu beißen? Warum hat niemand vorher reagiert? Wird jetzt etwas getan? Was kann man tun?
Wenn ich lese, das man ein 2-jähriges Kind ausschließen soll, dann kann ich das nicht für ernst nehmen. Ernst nehme ich aber die Besorgniss der Mutter um ihr Kind. Ginge mir genauso. Ihr Kind hat eine Bisswunde und hat gelernt, dass nicht alle Kinder defensiv daher kommen.

Und die Opfer? Ich nehme an, es handelt sich um eine altershomogene Gruppe von 16 Kindern? D.h. alle fangen etwa zur gleichen Zeit an Spielsachen wegzunehmen, zu schubsen, zu hauen und zu beißen. Sie brauchen nur jemanden, der es ihnen vormacht, und alle machen es nach.
Kinder in diesem Alter spielen nebeneinander, wenig miteinander. Besitzansprüche werden mit, in unseren Augen, brutalen Mitteln durchgesetzt. Da ist Hauen, Schubsen und Beißen an der Tagesordnung. Es gibt immer mal wieder Kidner, die brutaler sind als andere. An hand dieser lernen sie sich zu behaupten oder sich zu fügen, je nach dem, was ihnen mehr von Vorteil ist.

Wir können uns unsere Umwelt nicht so formen, wie wir sie gerne hätten. Es gibt immer Menschen die anders aussehen, sich anders benehmen und nicht in unser Schema einer heilen Welt passen.

Die große Frage lautet: Was machen wir mit ihnen?

Mit mir kann man ruhig diskutieren, sachbezogen vor allem. Versuch es mal. Und sachbezogen heißt für mich, beide Seiten zu sehen und zu verstehen um Möglichkeiten zur Lösung zu finden. Sonst löschen wir hier nur kleine Feuerchen aber die Ursache frißt uns langsam auf.

Grüße
Fabian

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Hallo Rosa,

zunächst ist beissen, schubsen, hauen und kneifen bei Kindern in diesem Alter normal. Die meisten schubsen und hauen, die wenigsten beissen. Das bedeutet nicht, dass alle Kinder das tun, aber es gehört zu der normalen Entwicklung dazu und beschränkt sich auf eine Phase. Mit 2 Jahren sind die verbalen Mittel sehr eingeschränkt und so bildet diese Art (aus Erwachsenen-Sicht: negatives Verhalten) der erste soziale Kontakt im Konflikt.

Ein guter Erzieher sollte die Kinder auch ihre Konflikte versuchen selbst auszutragen und wenn es „zur Sache geht“ sehr schnell eingreifen. Wenn ein Kind bekanntlicher Weise wiederholt beisst, dann darf dieses Kind nicht mit anderen Kindern allein im Raum gelassen werden. So eine Beissattacke kann blitzschnell gehen und meistens steht dann ein weinendes Kind vor ihnen ohne dass sie wissen was überhaupt passiert ist.
In eurem Fall ist der „Beisser“ ja bekannt und euer Kind hat ein Recht darauf, dass ihm nicht weh getan wird. Das mit dem lauten „Nein“ finde ich gut - wahrscheinlich wird er den „Beisser“ damit nicht beeindrucken, aber er macht auf sich aufmerksam.

Gewaltprävention sollte Thema des nächsten Elternabends sein. Sprecht mit den Erziehern und besteht darauf bei dem Elternabend das Beissen zu einem Programmpunkt zu machen.

Ein weiterer Weg wäre das Beisserchen nach Hause auf einen Teller Spaghetti und toben im Kinderzimmer einzuladen - denn Freunde beisst man nicht so schnell, oder?

Viele Grüße

Hallo,

deine Argumentation ist verschwendet, weil sie nicht die Realität eines Zweijährigen sieht. Du kannst dich mit einem Zweijährigen nicht in dieser Art vorbeireitend auf so eine Situation unterhalten. Etwas anderes wäre es, wenn du dabei wärst (obwohl dann die Reaktion auch wieder anders aussehen würde, nehme ich an) und ZEIGEN könntest, was man macht.

Gruß
Elke

Hallo,

Mein Sohn (damals 2 Jahre) hat mich gebissen und getreten. In
eigener Regie gabe ich irgend wann mal zurück-gebissen und
zwar sehr kräftig.
Der Erfolg war verblüffent und enorm. Bewust hatte ich nicht
meine Hände eingesetzt, denn Diese sind zum Streicheln da.

Diese Argumentation habe ich NIE verstanden?

Ist denn ein Mund zum Beißen da?

Gruß
Elke

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Hallo,

Moin

Ich nehme mal an, das richtet sich an mich (aggressive
postings)

Nein! Jedenfalls nicht ausschließlich. Ich gebe zu das ich deine Formulierung etwas unglücklich fand. Aber Es war auch allgemein gemeint, denn im Ganzen Forum gibt es öfter Streitgespäche/Agressive Postigns die auf Nichtigkeiten beruhen, auserdem die Trolldiskusionen. Da finde ich es schön hier ein so Kontroverses Tehma in ruhe zu besprechen

Der Täter: Nehmen wir mal an, er ist von 09:00 bis 18:00 Uhr
in der Kita und wird danach vom Kindermädchen abgeholt. Über
dessen Umgang mit dem Kind wissen wir reichlich wenig, aber
was glaubst du, wie lange die Eltern ihr Kind am Tag sehen? 2
Stunden? Es schläft vielleicht schon, wenn die Eltern nach
Hause kommen?
Warum fing er an zu beißen? Warum hat niemand vorher reagiert?
Wird jetzt etwas getan? Was kann man tun?
Wenn ich lese, das man ein 2-jähriges Kind ausschließen soll,
dann kann ich das nicht für ernst nehmen. Ernst nehme ich aber
die Besorgniss der Mutter um ihr Kind. Ginge mir genauso. Ihr
Kind hat eine Bisswunde und hat gelernt, dass nicht alle
Kinder defensiv daher kommen.

Das könnte ich so unterschreiben

Und die Opfer? Ich nehme an, es handelt sich um eine
altershomogene Gruppe von 16 Kindern? D.h. alle fangen etwa
zur gleichen Zeit an Spielsachen wegzunehmen, zu schubsen, zu
hauen und zu beißen. Sie brauchen nur jemanden, der es ihnen
vormacht, und alle machen es nach.
Kinder in diesem Alter spielen nebeneinander, wenig
miteinander. Besitzansprüche werden mit, in unseren Augen,
brutalen Mitteln durchgesetzt. Da ist Hauen, Schubsen und
Beißen an der Tagesordnung. Es gibt immer mal wieder Kidner,
die brutaler sind als andere. An hand dieser lernen sie sich
zu behaupten oder sich zu fügen, je nach dem, was ihnen mehr
von Vorteil ist.

Das liegt aber auch daran was sie vorgelebt bekommen

Wir können uns unsere Umwelt nicht so formen, wie wir sie
gerne hätten. Es gibt immer Menschen die anders aussehen, sich
anders benehmen und nicht in unser Schema einer heilen Welt
passen.

Die große Frage lautet: Was machen wir mit ihnen?

Akzeptieren?

Mit mir kann man ruhig diskutieren, sachbezogen vor allem.

Da habe ich nie was anderes beahuptet

Versuch es mal

Tun wir das nicht schon?

sachbezogen heißt für mich, beide Seiten
zu sehen und zu verstehen um Möglichkeiten zur Lösung zu
finden. Sonst löschen wir hier nur kleine Feuerchen aber die
Ursache frißt uns langsam auf.

Im Großen und Ganzen sind wir der gleichen meinung.
Es ist ein Schwiriges Tehma welches auf allen seiten sein für und wieder hat. Ich denke die Richtige meinung/Lösung gibt es nicht sondern sie setzt sich aus verscheiden ansätzen zusammen bzw es gibt mehrere. Welches Die richtige ist müssen die Betrofenen vor ort sehen. Wir können nur Denkanstöße geben.

Gruß Ww

PS: Iich möchte nochmal Betonen das Meine Ausage allgemin gemaint war und ich nimanden Angreifen oder Provozieren wollte, leider kommt geschriebener text manchmal anders rüber als er gemeint ist, was ich leider manchmal zuwenig bedenke.

Danke für diesen Beitrag. Die Idee mit dem Elternabend finde ich ganz ganz toll!

Nachdem ich zwei Müttern, mit denen ich ein wenig befreundet bin, von der Beißerei erzählt habe, habe ich erfahren, dass es ihren Kindern eben auch so ergangen ist und sie wiederum andere kennen, denen das auch passiert ist. Damit sollten vielleicht die Eltern einmal konfrontiert werden.

Ich schrieb ja schon unten, dass unser Kerlchen auch manchmal beißt oder kneift und herausfinden muss, dass er damit anderen wehtut. Er ist manchmal auch so überschwänglich in seiner Freude, dass er andere Kinder einfach mal zu doll in den Arm nimmt. Wenn ich das aber mitbekomme, greife ich ein und erkläre ihm, dass er dem anderen Kind wehtut und sich „entschuldigen“ sollte oder als Trost „Ei-machen“.

Vielleicht ist es so, dass die Erzieherinnen eben erst einmal versuchen, ob der Konflikt unter den Kindern sich so auflöst, aber es ist wohl mehrfach vorgekommen, dass der kleine Beißer sich festgebissen hat und von dem „nein“-schreienden Kind weggezerrt werden muss. Das geht in meinen Augen über das Maß des Normalen hinaus.

Das Seltsame ist, dass der kleine Beißer und mein Sohn dicke Freunde sind. Nur hat mein Sohn jetzt halt große Angst mittlerweile, konnte heut auch nicht einschlafen, weil ja morgen wieder Kindergarten ist.

Danke für Deine sehr hilfreiche Antwort :smile:

einverstanden (owt)
.

Hallo Anita,

sehr interessant, dass gerade diese Diskussion hier stattfindet, denn ich habe derzeit auf meiner Arbeitsstelle die gleiche Problematik eines beißenden Kindes.
Allerdings arbeite ich in einer Kurklinik und die Kinder sind nur 3 Wochen bei uns, so dass ich (wir) keine langfristigen Versuche starten können, wie der Kurze (auch 2 Jahre) vom Beißen abzubringen ist.

Deine Antwort schockiert mich!
Natürlich haben die Erzieherinnen die Aufsichtspflicht, aber ich finde deine Erwartungshaltung außerordentlich hoch.
Der Kleine beißt zu, das geht so schnell und steht immer außerhalb eines Konfliktes, sprich, er befindet sich lediglich in der Nähe eines Kindes und -schwuppdiwupp- hat dieses bereits seine Zähne im Fleisch. Allerdings nicht immer.

Ich sehe meine Arbeit nicht nur in der Erfüllung der Aufsichtspflicht sondern auch in einer guten pädagogischen Arbeit. Und dazu gehört z.B. auch, das Kind nicht zu stigmatisieren, dem Kind klare Grenzen zu setzen, herauszufinden, warum das Kind beißt, verschiedene Methoden auszuprobieren, um ein anderes Verhalten beim Kind hervorzurufen, etc.
Das beißende Kind z.B. präventiv von den anderen Kindern fernzuhalten würde ganz klar auf eine Stigmatisierung hinauslaufen.

Ach, wie unmöglich ich sie finde, die Eltern, die gleich zur Leitung rennen…! Zum einen zeigen sie in meinen Augen das Unvermögen, den Konflikt mit mir als Erzieherin klären zu wollen. Weiterhin stellt sich mir die Frage, was denn der Weg zur Leitung bewirken soll? Eine gute Leitung steht hinter ihren Mitarbeitern. Von einer schlechten Leitung bekommt man eines auf den Deckel, und das, obwohl die Leitung i.d.R. keine Ahnung von der pädagogischen Arbeit hat, die man leistet und nicht über das Wissen verfügt, wie man schon versucht hat auf das Kind zu reagieren.

Klage zur Aufsichtspflichtverletzung… machst du dir eigentlich überhaupt Gedanken darüber, was Erzieher so alles leisten? Dass sie in der Regel 10-20 Kinder gleichzeitig beobachten?! Weißt du, wie anstrengend das ist und wie schnell das geht, dass etwas passiert? (Nun, hiervon nehme ich die kaffeetrinkenden, rauchenden, tratschenden Erzieherinnen aus, die sind auch mir ein Dorn im Auge!)
Ob in diesem konkreten Fall eine Aufsichtspflichtverletzung vorliegt, vermögen weder du noch ich zu sagen. Dass du mit sowas allerdings erhebliche Schwierigkeiten in das weitere Berufsleben einer Erzieherin bringst, ist dir egal?

Ach, ich könnte noch Seiten schreiben, was Kinder alles brauchen, eine Aufsichtspflicht, die alle potentiellen Gefahren im Vorfeld vermeidet, ist aber sicherlich das letzte! Denn Kinder müssen wachsen können, in allen Bereichen!

jeanne

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Hallo

Deine Antwort schockiert mich!
Natürlich haben die Erzieherinnen die Aufsichtspflicht, aber ich finde deine Erwartungshaltung außerordentlich hoch.

Die Erwartungshaltung ist doch lediglich, dass die Kinder dort in der Einrichtung nicht Angst haben müssen, verletzt zu werden.

Der Kleine beißt zu, das geht so schnell …

Das stimmt allerdings.

  • Ist es eigentlich nicht möglich, so ein Kind, direkt nachdem es gebissen hat, aus dem Geschehen zu nehmen und eine Zeit lang nicht mehr mitspielen zu lassen? Sowas wird doch Eltern immer als Erziehungsmaßnahme empfohlen.

Ich sehe meine Arbeit nicht nur in der Erfüllung der Aufsichtspflicht sondern auch in einer guten pädagogischen Arbeit. Und dazu gehört z.B. auch, das Kind nicht zu stigmatisieren, dem Kind klare Grenzen zu setzen, herauszufinden, warum das Kind beißt, verschiedene Methoden auszuprobieren, um ein anderes Verhalten beim Kind hervorzurufen, etc.

Du bist dir aber darüber im Klaren, dass dieses Ausprobieren verschiedener Methoden auf Kosten der gebissenen Kinder stattfindet? - Ich weiß nicht, ob du schon mal gebissen wurdest, das tut wirklich höllisch weh, und der Mensch hat durchaus ein Gebiss mit gefährdungspotential.

Klage zur Aufsichtspflichtverletzung… machst du dir eigentlich überhaupt Gedanken darüber, was Erzieher so alles leisten? Dass sie in der Regel 10-20 Kinder gleichzeitig beobachten?!

Es ist meiner Meinung nach schlicht und einfach nicht möglich, so viele Kinder - und dann noch unter 3 Jahren - gleichzeitig zu beaufsichtigen. Ich finde aber, dass sich die Eltern dann trotzdem immer wieder beschweren sollten. Dann wird das wenigstens zum Thema gemacht.

Aber in der hier zur Diskussion stehenden Einrichtung scheint ja deutlich mehr Personal zur Verfügung zu stehen. Trotzdem weiß ich nicht, ob das machbar ist. Ich fand es schon mit 2 Kindern (Zwillingen) in dem Alter extrem anstrengend. 3 Kinder hätte ich mir für kurze Zeit noch zugetraut, aber nicht mehr, jedenfalls nicht schwierige Kinder.

Viele Grüße

Hallo,

Die Erwartungshaltung ist doch lediglich, dass die Kinder dort
in der Einrichtung nicht Angst haben müssen, verletzt zu
werden.

Ich habe es so verstanden, dass erwartet wird, dass die Erzieherinnen in der Lage sind, so gut aufzupassen, dass kein Kind gebissen wird. Kommt aber irgendwie auf´s Gleiche raus, oder? :smile:

  • Ist es eigentlich nicht möglich, so ein Kind, direkt nachdem
    es gebissen hat, aus dem Geschehen zu nehmen und eine Zeit
    lang nicht mehr mitspielen zu lassen?

Wir setzen den Kurzen für 5-10 Minuten in den Kinderwagen, wenn er mehrmals hintereinander beißt, auch länger. Aber da wir das bereits seit 2 Wochen so machen, sich allerdings nichts geändert hat, bin ich mit der Umgehensweise sehr unzufrieden. Jedoch bin ich momentan sehr ausgelaugt und mir fehlt die Motivation nach Alternativen zu suchen.

Du bist dir aber darüber im Klaren, dass dieses Ausprobieren
verschiedener Methoden auf Kosten der gebissenen Kinder
stattfindet?

Ja klar, aber was soll man denn machen? Meine Kolleginnen und ich, wir sind wirklich sehr klar und konsequent und auch liebevoll und aufmerksam dem Kind gegenüber, das hilft alles nichts.
M.E. ist das Elternarbeit, weil zuhause keine klaren Grenzen gezogen werden. (In meinem Fall zumindest).

Ich persönlich würde gerne einfach mal zurückbeißen, aber das kann ich natürlich nicht tun :wink:

Ich finde aber, dass sich die Eltern dann
trotzdem immer wieder beschweren sollten. Dann wird das
wenigstens zum Thema gemacht.

Finde auch ich richtig und gut, wenn klar hervorgeht, dass die Missstände auf Personalmangel zurückzuführen sind und nicht zwangsläufig die pädagogischen Fähigkeiten in Frage gestellt werden.

Viele Grüße zurück,
jeanne

Prima Argumentation und wahrscheinlich auch ein super Lerneffekt:
Papa darf beißen, ich darfs (noch*) nicht.

*
das darf ich erst, wenn ich eigene Kinder habe.

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Hallo Rosa,

nun auch noch meine Meinung. Dein Kind hat in meinen Augen ein recht auf körperliche Unversehrtheit. Ich würde um ein Gespräch mit den Erzieherinnen bitten und umgehendene Abhilfe fordern. So wie sich das anhört, wird man das Problem nur mit einer 1:1 Betreuung für den Beißer in den Griff bekommen. (Praktikanten einstellen??) Ob das umsetzbar ist, ist fraglich, ABER die KIta ist hier gefragt und muß sich damit auseinandersetzen. Gelegentlich Bisse sind in meinen Augen in diesem Alter normal, es scheint aber das das „normale“ Maß hier überschritten ist.

Den Beißer zu isolieren bzw. zu entfernen, läuft auf eine Stigmatisierung des Kindes hinaus und es würde mir Sorgen machen (für den Umgang mit meinem Kind), wenn so verfahren werden würde. Ich bin kein Pädagoge, denke aber die Kita kann da nur gemeinsam mit den Eltern des Beißers eine Lösung finden (bzw. die Ursachen des Verhaltens ergründen). Dazu wiederrum ist sie in meinen Augen verpflichtet, weil sie eben auch für die anderen Kinder zu sorgen hat.

PP

Hallo

Finde auch ich richtig und gut, wenn klar hervorgeht, dass die Missstände auf Personalmangel zurückzuführen sind und nicht zwangsläufig die pädagogischen Fähigkeiten in Frage gestellt werden.

Ich würde sagen, worauf etwaige Missstände zurückzuführen sind, müssen sich nicht die Eltern überlegen, weil sie das ja vielleicht auch nicht so richtig beurteilen können. Wenn sie sich beschweren, halte ich das jedenfalls für richtig. Die Kindergartenleitung sollte sich nur eventuell überlegen, in welche Richtung sie diesen Druck weitergibt, nach unten oder nach oben.

Wenn Kinder regelmäßig gebissen werden, dann ist das m. M. n. ein Missstand, der m. M. n. darauf zurückzuführen ist, dass die Kleinkindbetreuung von der Gesellschaft (oder den Politikern) weit unterschätzt wird, sowohl in deren Wichtigkeit als auch in deren Qualität der Leistung, die dafür erforderlich ist.

Viele Grüße
Simsy

Hallo

Ich nehme an, es handelt sich um eine altershomogene Gruppe von 16 Kindern? D.h. alle fangen etwa zur gleichen Zeit an Spielsachen wegzunehmen, zu schubsen, zu hauen und zu beißen.
Kinder in diesem Alter spielen nebeneinander, wenig miteinander. Besitzansprüche werden mit, in unseren Augen, brutalen Mitteln durchgesetzt. Da ist Hauen, Schubsen und Beißen an der Tagesordnung.

Genau darin sehe ich das Problem. Ich finde eigentlich das ganze Konzept falsch.

Viele Grüße

Hi,

in diesem Fall wurde aber ja anscheinend mehrfach mit den Erzieherinnen gesprochen und die outeten sich als hilflos - außerdem wurde deutlich gemacht, dass nicht eine Erzieherinn 10-20 Kinder beobachten muss.

Darum kann ich deinen Ausbruch nicht nachvollziehen - was ist denn dein Vorschlag, wenn das Kind immer wieder blutig gebissen nach Hause kommt und die Erzieherinnen keinen Rat wissen?

Gruß
Cess

Ist denn ein Mund zum Beißen da?

Eindeutig NEIN, der ist doch wohl zum Küsschen geben da!

Grüße von Suse

Frau Superschlau,

ich seh das anders, nämlich so, dass das Kind sieht „ah, hier ist eine Grenze, und zwar eine, die weh tut“, und zum anderen erlebt das Kind den Schmerz des Beißens.
Dieses „Ach mein Kind, das darfst du doch nicht, das tut weh“ hat bei noch keinem Kind was genützt.
Man sollte dem Kind ja definitiv keine Bissverletzungen zuführen. Sondern beim Beißen dem Kind in die Augen schauen bis man sieht, dass es dem Kind weh tut.

Papa darf beißen, ich darfs (noch*) nicht.
das darf ich erst, wenn ich eigene Kinder habe.

Soweit denken 2jährige mit Sicherheit noch nicht!
Und dass Papa und Mama einiges dürfen, was das Kind noch nicht darf, sollte ja selbstverständlich sein.

Grüße,
jeanne

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