Bissig

Hi Cess,

Darum kann ich deinen Ausbruch nicht nachvollziehen

Es ging wohl mit mir durch :wink:

Hatte in dem Moment wohl mehr „meine“ Eltern vor Augen, die manchmal gleich zur Leitung rennen und sich beschweren statt erstmals das Gespräch mit uns Erzieherinnen zu suchen.

Für die UP habe ich leider keinen Rat, sonst hätte ich ihn geschrieben. Stehe der Situation selbst hilflos gegenüber.
Gut fand ich die Vorschläge, dass sich die Eltern untereinander austauschen und sich ggf. gegenseitig Tipps geben.
Elternarbeit finde ich, wie ich bereits sagte, das A und O, denn ich denke, hier liegt der „Hund begraben“. Die Eltern, die ich privat kenne und deren Kinder gebissen haben (das testet wohl fast jedes Kind mal) hatten das Problem mit klaren Grenzen ziemlich schnell aus der Welt geschafft.

Vielleicht ist in diesem Fall der Weg zur Kigaleitung doch nicht so verkehrt. Aber eine Anzeige wegen Aufsichtspflichtverletzung finde ich dann doch maßlos übertrieben.

Grüße,
jeanne

Hallo

ich seh das anders, nämlich so, dass das Kind sieht „ah, hier ist eine Grenze, und zwar eine, die weh tut“, …

Das ist Erziehung durch körperliche Gewalt.
Gesetzlich verboten.

Dieses „Ach mein Kind, das darfst du doch nicht, das tut weh“ hat bei noch keinem Kind was genützt.

Nein, das nützt wirklich meistens nichts. Man muss das Kind daran hindern zu beißen, das ist doch klar. Man kann ja auch schimpfen oder „Aua“ schreien. Oder wenn das nichts nützt, könnte dann irgendwas Langweiliges passieren.

Man sollte dem Kind ja definitiv keine Bissverletzungen zuführen. Sondern beim Beißen dem Kind in die Augen schauen bis man sieht, dass es dem Kind weh tut.

Klingt ja ziemlich sadistisch, irgendwie …

Papa darf beißen, ich darfs (noch*) nicht.
das darf ich erst, wenn ich eigene Kinder habe.

Soweit denken 2jährige mit Sicherheit noch nicht!

Nein, das ist ja das Problem. Sie reflektieren das nicht, sondern nehmen es als Weltbild in sich auf.

Und dass Papa und Mama einiges dürfen, was das Kind noch nicht darf, sollte ja selbstverständlich sein.

Und du meinst, dazu müsste Kinder-Beißen gehören?

Viele Grüße

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Hi Simsy,

ich seh das anders, nämlich so, dass das Kind sieht „ah, hier ist eine Grenze, und zwar eine, die weh tut“, …

Das ist Erziehung durch körperliche Gewalt.
Gesetzlich verboten.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich definitiv dagegen bin, einem Kind körperlichen Schaden hinzuzufügen. Ich schrieb:

Sondern beim Beißen dem Kind in die Augen schauen bis man sieht, dass es dem Kind weh tut.

Klar, es mag Gewalt sein im Sinne der Definition.
Aber wie soll den gewaltfreie Erziehung aussehen, die die Kinder gesund gedeihen lässt? Kinder, die keine Grenzen erleben, haben es sehr schwer im Leben und du als Mutter wirst wissen, dass Kinder Grenzen regelrecht suchen.
Die 5-Minuten-Auszeit, die in Erziehungsprogrammen propagiert werden, ist das nicht Freiheitsentzug und somit Gewalt?
Das Kind 10 Minuten in den Kinderwagen zu setzen ebenfalls.
Ein Kind anzuschreien oder ihm das Gespräch versagen, ist das nicht psychische Gewalt?
In dem Moment, in dem ich Macht über mein Kind ausübe, ist das i.d.R. immer eine Form von Gewalt.
Tue ich es nicht, verwischen die Grenzen zwischen Kind und Erwachsenem, das Kind kann sich nicht orientieren, es lernt keine Werte, keine Grenzen, etc.
Wäre, wenn vielleicht nicht auch eine Form von Gewalt, so zumindest unterlassene Hilfeleistung.

Weißt du, ich seh das ein wenig so wie mit der Herdplatte. Solange ein Kind nicht weiß, was „heiß“ bedeutet, wird es immer wieder neugierig sein und versuchen, auf die Herdplatte zu langen, solange bis es sich die Finger verbrannt hat.
Führe ich Kinder, die „heiß“ noch nicht kennen, langsam an eine Herdplatte, Kerze o.ä. heran bis sie spüren, was heiß ist, müssen sie nie die Erfahrung machen, sich die Finger zu verbrennen.
Und genau so sehe ich einen wirklich sanften Biss der lediglich aufzeigen soll, dass Beißen weh tut. Und der, ich wiederhole mich noch einmal, genau da aufhören soll, wo der Schmerz im Auge des Kindes sichtbar wird, nicht am Finger.

Man kann ja auch
schimpfen oder „Aua“ schreien. Oder wenn das nichts nützt,
könnte dann irgendwas Langweiliges passieren.

Also, in meinem Fall habe ich das schon zu genüge getestet und es hat nichts genützt und ich wette, im Fall der UP sieht das auch nicht anders aus.

Lass uns hier nicht in eine Diskussion verzetteln, wie sinnig oder unsinnig das zurück-beißen ist. Ich habe keine eigenen Kinder, die ich beißen kann :wink: und fremde Kinder beiße ich nicht.

Liebe Grüße,
jeanne

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Grenzen haben mit Gewalt nichts zu tun
Hi!

Aber wie soll den gewaltfreie Erziehung aussehen, die die
Kinder gesund gedeihen lässt?

Ich kenne genug Kinder, die sehr gut gediehen sind und niemals körperliche Gewalt erfuhren.

Kinder, die keine Grenzen
erleben, haben es sehr schwer im Leben und du als Mutter wirst
wissen, dass Kinder Grenzen regelrecht suchen.

Und was genau hat das Setzen von Grenzen mit körperlicher Gewalt zu tun?

VG
Guido

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Altersmischung!

Hallo

Ich nehme an, es handelt sich um eine altershomogene Gruppe

Genau darin sehe ich das Problem. Ich finde eigentlich das
ganze Konzept falsch.

Viele Grüße

Na zum Glück hat sich da mal jemand die altersgemischten Gruppen einfallen lassen. Die ziehe ich auch vor.

Gruß
Fabian

Hallo Volker!

Dasselbe hätte ich auch empfohlen. Wenn Eltern nichts unternehmen wollen, Erzieher nicht können, muss das Kind sich selbst helfen. In meiner Kindheit hatten wir wohl auch so ein Fall, was meine Mutter zur Verzweiflung trieb. Bis sie mir gesagt hat, dass ich mich wehren und zurückbeissen soll. Ich kann mich daran natürlich nicht mehr erinnern, da aber meine Tante eine der Erzieherinnen war, weiss ich genau wie es geendet hat: der Beisser hat sehr schnell damit aufgehört. Und für mich war das offensichtlich auch ganz gut-bis dahin war ich ein schüchternes Kind, dass nur in der Ecke saß, danach war ich „wie ausgewechselt“, laut der Verwandtschaft :smile:

Grüsse

Nochmals danke für Eure Antworten und auch die interessante Diskussion.

Ich habe heute nochmals mit der für uns „zuständigen“ Erzieherin gesprochen. Sie hat mir berichtet, dass die Erzieherinnen sich jetzt Möglichkeiten überlegen, wie sie mit der Situation umgehen können. Das bissige Kind wird für die nächste Zeit für einen Teil des Tages in die Gruppe mit den größeren Kindern geschickt, die können sich nämlich auch verbal schon besser wehren. Die Krippenkinder werden nochmals auf ein deutliches Neinsagen „gedrillt“. Ansonsten werden in der Gruppe jetzt Lieder einstudiert, die sich mit „Liebhaben“ und „Nicht hauen“ beschäftigen. Der kleine Beißer wird nicht allein in der Nähe von anderen Kindern gelassen. Die Erzieherinnen sind auch mit den Eltern resp. den Kindermädchen im Gespräch.

Das sind Maßnahmen, die ich auch so akzeptieren kann, ich bin ganz froh, dass meine Beschwerde dann doch so ernst genommen wird.

Nun hoffe ich, dass das dann auch beißfrei weitergeht.

Liebe Grüße
Rosa :smile:

Hallo Rosa,

schön, dass ihr eine kurzfristige Lösung gefunden habt. I.d.R. sollte es auch ohne den Umweg über Kitaleitung gehen, denn die ErzieherInnen wissen am besten, was geht und was nicht.
Den Jungen ganz aus der Gruppe zu nehmen finde ich ein bischen drastisch, er ist auf einmal ohne seine „Freunde“ (wenn er denn noch welche hat in eurer Gruppe)
Aber bei den Großen wird er ganz schnell lernen, dass man nicht einfach wild herumbeißen kann. Vielleicht lernt er aber auch den ein oder anderen Trick, wie man´s denn umbemerkt anstellt (Schertz)

Darum finde ich das Konzept der Altersmischung gut, denn hier lernen die kleinen von den großen und die großen kümmern sich um die kleinen Kinder. Das aber nur am Rande.

Viel Glück und alles Gute für euch
(und auf das der kleine Aussenseiter bald wieder zurück kann)

Fabian

Hallo Elke,
meine Meinung:
Die Lippen zum Küssen
Die Zunge zum Schmecken
Die Zähne zum Beissen
Die Hände zum Streicheln

Es hat meiner Meinung nach keinen Zweck, sich mit einem 2-Jährigem verbal auseinaner zu setzten …
Übrigens war das meine einzige „Gewalttat“ die ich mir auch vorher überlegt hatte.
Übrigens … mit Meiner Tochter hatte ich diesbezüglich keine Probleme.
Gruß

  • Volker -

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Rosa,
hallo Antworter,

man erkennt, dass diese Problematik viele Leser anspricht.
Ob die Pädagogen oder die Phsychologen Das in den Griff bekommen möchte ich mal bezweifeln.
Die Aufgabe der Eltern ist, die Kinder zu prägen und für den, oft schwierigen, Lebensweg vor zu bereiten.

  • Volker Wolter -
    P.S. Danke für *chen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Guido,

Ich kenne genug Kinder, die sehr gut gediehen sind und niemals
körperliche Gewalt erfuhren.

Das funktioniert dann, wenn es im Elternhaus von vorneherein stimmt, d.h., wenn es keine Störfaktoren gibt, die das Kind in seiner Entwicklung beeinträchtigen und wenn von vorneherein die Grenzen klar sind. Auch in meinen Augen die erstrebenswerteste Erziehung. Gelingt leider nicht vielen…

Kinder, die keine Grenzen
erleben, haben es sehr schwer im Leben

Und was genau hat das Setzen von Grenzen mit körperlicher
Gewalt zu tun?

Bitte meine Zeilen genau lesen! Ich schrieb nicht, dass es körperlicher Gewalt zur Setzung von Grenzen bedarf. Sondern ich schrieb, dass es immer irgendeine Form von Gewalt ist, die man benutzt, und wenn es nur die der elterlichen Vorherrschaft ist.
Und psychische Gewalt kann manchmal noch viel grausamer sein als körperliche.
Und es scheiden sich auch die Geister, ob ein „sanfter Biss“ wirklich körperliche Gewalt ist. Das kommt der Diskussion mit dem leichten Klaps auf den Po gleich, die hier im Brett bereits zu genüge stattfand und bei der wir nie eine Lösung finden werden, ob das nun Gewalt ist oder nicht und schädlich für das Kinderseelchen oder nicht.

Grüße,
jeanne

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Hallo,

Ich kenne genug Kinder, die sehr gut gediehen sind und niemals
körperliche Gewalt erfuhren.

Und ich Kinder, die Grenzen ohne körperliche Gewalt kennengelernt haben.
Aber das schreibst du weiter unten ja auch.

Gruß
Elke

Hallo,

Die Lippen zum Küssen
Die Zunge zum Schmecken
Die Zähne zum Beissen
Die Hände zum Streicheln

Ich habe mit meinen Zähnen noch nie einen Menschen gebissen oder etwas anderes Lebendes.
Und ja, ich weiß von was ich schreibe: mein Sohn hat mich fast ein ganzes Jahr lang immer mal wieder gebissen. Es war übrigens ein „lustvolles“ Beißen, ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll, er ging beim Schmusen im Alter zwischen etwas 1 und 2 Jahren manchmal unvermittelt vom Küssen (meiner SChulter) zum Beißen über.

Gruß
Elke

Soweit denken 2jährige mit Sicherheit noch nicht!
Und dass Papa und Mama einiges dürfen, was das Kind noch nicht
darf, sollte ja selbstverständlich sein.

So ist es das? Gut Autofahren, wählen gehen (obwohl auch da gibt es ja interessante Ansätze der Neuorierentierung) sind altersgebunden, aber so pauschal zu sagen Erwachsene dürfen mehr als Kinder, ist für mich ein grundverkehrter und auch recht hochmütiger Ansatz. Gerade im zwischenmenschlichen Bereich und darein zählt für mich das o.g. Problem, müssen für alle die gleichen Regeln gelten. Wie soll ein Kind sonst verstehen, was richtig und falsch ist, wie lernen wie man sich verhält?

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Ich muß mich hier nochmal einbringen, da ich nicht verstehen kann, wie Du gerade als ausgebildete Erzieherin eine solche Meinung vertreten kannst.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich definitiv dagegen
bin, einem Kind körperlichen Schaden hinzuzufügen. Ich
schrieb:

Sondern beim Beißen dem Kind in die Augen schauen bis man sieht, dass es dem Kind weh tut.

Du erkennst also an den Augen eines Kindes, wann es genug ist mit Zubeißen? Sehr zweifelhaftes Konzept, hat ja jeder ein anderes Schmerzempfinden. Und wann gibts schon einen nachweisbaren körperlichen Schaden?

Klar, es mag Gewalt sein im Sinne der Definition.
Aber wie soll den gewaltfreie Erziehung aussehen, die die
Kinder gesund gedeihen lässt? Kinder, die keine Grenzen
erleben, haben es sehr schwer im Leben und du als Mutter wirst
wissen, dass Kinder Grenzen regelrecht suchen.

Ich als Mutter kann Dir sagen, dass mein Kind umgeben ist von Grenzen. Jeden Tag kann es gar nicht anders, als sich mit Grenzen auseinanderzusetzen. Es kommt nicht immer ran, wo es möchte. Es ist noch ungeschickter, als es möchte. Es ist langsamer, als es möcxhte. Es kann nixht alles essen und trinken. Es kann nicht fliegen… Und es erlebt u.a. meine Grenzen, ich lasse nicht zu das es mich kratzt. Ich kann es nicht jede Minute sofort hochnehmen. Es muß mitunter ein paar Sekunden warten. Es darf nicht jeden Hund streicheln…

Grenzen über Grenzen.

Die 5-Minuten-Auszeit, die in Erziehungsprogrammen propagiert
werden, ist das nicht Freiheitsentzug und somit Gewalt?
Das Kind 10 Minuten in den Kinderwagen zu setzen ebenfalls.

Ich hoffe nur, Du kennst auch die gegenteiligen Meinungen zu diesen Methoden. Tripple P ist umstritten. Und ja für mich ist auch das Gewalt.

Ein Kind anzuschreien oder ihm das Gespräch versagen, ist das
nicht psychische Gewalt?

Ja ist Gewalt und damit kein Erziehungsmittel.

In dem Moment, in dem ich Macht über mein Kind ausübe, ist das
i.d.R. immer eine Form von Gewalt.
Tue ich es nicht, verwischen die Grenzen zwischen Kind und
Erwachsenem, das Kind kann sich nicht orientieren, es lernt
keine Werte, keine Grenzen, etc.

Kann Erziehung nur einhergehen / funktionieren mit Machtausübung? Ist das in Deinen Augen das Selbstbild des Berufsstandes Erzieher?
Zu Deiner Frage, wie Gewaltfreie Erziehung aussehen kann, folge Deinem Herzen. Behandele Kinder, wie Du auch behandelt werden möchtest! Ganz einfache Handelsmaximen. Ansonsten empfehle ich dringend eine Literaturrecherche: J.Juul (ein Freund des Nein-Sagens im übrigen…), die Kloeters-Briefe oder auch Gordon.

FS

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Hi!

Das funktioniert dann, wenn es im Elternhaus von vorneherein
stimmt, d.h., wenn es keine Störfaktoren gibt, die das Kind in
seiner Entwicklung beeinträchtigen und wenn von vorneherein
die Grenzen klar sind. Auch in meinen Augen die
erstrebenswerteste Erziehung. Gelingt leider nicht vielen…

Das gelingt absolut jedem, der es möchte.

Bitte meine Zeilen genau lesen!

Habe ich.
Da kam dann wieder dieses tolle Beispiel mit der Herdplatte (sorry, aber es ist so dumm zu behaupten, dass Kinder den Begriff der Hitze nicht verstehen würden, ohne sich zu verbrennen!), usw. usf.

Suche bitte im Archiv - da stehen Beispiele, wie man Kindern (ja, auch 2-jährigen und ja, auch von mir) solche Dinge ohne Schaden (und eine Verbrennung z.B. IST ein Schaden) beibringen kann.

Ich schrieb nicht, dass es
körperlicher Gewalt zur Setzung von Grenzen bedarf. Sondern
ich schrieb, dass es immer irgendeine Form von Gewalt ist, die
man benutzt, und wenn es nur die der elterlichen Vorherrschaft
ist.

Wenn Du den zweiten Teil Deiner Meinung vertrittst, ist er zum ersten Teil ein Widerspruch.

Und psychische Gewalt kann manchmal noch viel grausamer sein
als körperliche.

Gähn (sorry)
Wieso kommen immer und immer wieder die Vergleiche, dass psychische Gwalt grausamer sein kann als die körperliche, wenn es völlig ohne Gewalt geht.

Und es scheiden sich auch die Geister, ob ein „sanfter Biss“
wirklich körperliche Gewalt ist. Das kommt der Diskussion mit
dem leichten Klaps auf den Po gleich, die hier im Brett
bereits zu genüge stattfand und bei der wir nie eine Lösung
finden werden, ob das nun Gewalt ist oder nicht und schädlich
für das Kinderseelchen oder nicht.

Eigentlich ist es völlig klar, worum es sich dabei handelt und was es im Kinderseelchen anrichtet.
Und jeder Mensch mit mehr als drei Gehirnzellen weiß das auch.

Kennst Du den Spruch, dass der Versuch einer Erziehung von Kindern zwecklos ist, da sie den Erwachsenen eh alles nachmachen?

Sorry, aber angesichts Deiner Äußerungen stelle ich mir ernsthaft die Frage, wie Du Deine Ausbildung gemacht hast.

VG
Guido

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Böse Idee
Hi!

Wäre es denn nciht sinvoller, die Fachkräfte auszutauschen, wenn man schon bei dem Thema des Austauschens ist?

Ein 2-jähriges Kind hat in eier Einrichtung wie hier gegeben den Anspruch auf Schutz.
Sowohl die „Opfer“ haben diesen Anspruch, aber auch der „Täter“ sollte vor Dingen wie Ausschluss geschützt werden.
Wenn das vorhandene Personal bei derart kleinen Gruppen (meine Frau hat zusammen mit einer Kollegin 27 Kinder in ihrer Gruppe) dazu nicht in der Lage ist, dann muss halt

  • idealerweise zusätzlich jemand in die Gruppe, der es (auch zeigen) kann
    oder
  • das Personal ausgetauscht werden

Meine Meinung…

VG
Guido

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Hallo,

Die Aufgabe der Eltern ist, die Kinder zu
prägen und für den, oft schwierigen, Lebensweg vor zu
bereiten.

Und wie, bitte, hilft das der UP, die das Problem angesprochen hat?
Diese ewigen Verweise auf Eltern greifen in vielen Fällen zu kurz und sind nicht mehr als das Pseudo-„Eltern“-Äquivalent von Stammtischparolen.

Gruß
Elke

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Hallo Guido,

du greifst mich persönlich an lediglich aufgrund meiner Aussage, dass ich denke, dass ich mein Kind, würde es mich beißen, sanft zurück beißen würde. Ich halte meine Betroffenheit zurück und will Stellung nehmen…

Zuerst einmal gehen wir von zwei grundverschiedenen Positionen aus. Du als Vater von psychisch gesunden Kindern (?!), ich als Erzieherin, die hauptsächlich Kinder aus ungesunden familiären Verhältnissen kennt.
Du reagierst auf deine Kinder. Ich muss mir jeden Tag, jede Stunde überlegen, wie ich gut auf die Kinder reagiere, wie ich in der kurzen Zeit des Kontaktes etwas Heil in ihre Seele bringen kann.

Das, was du schreibst:

Sorry, aber angesichts Deiner Äußerungen stelle ich mir
ernsthaft die Frage, wie Du Deine Ausbildung gemacht hast.

das ist gemein! Ich bin eine absolut sensible, empathische, liebevolle, warmherzige Person, deren oberstes Ziel ist, den Kindern, die Schmerz in sich tragen, etwas Wärme und Liebe in ihrem Leben zu geben. Ich bemühe mich stets, ressourcenorientiert zu denken und zu handeln. Ich gebe Kindern sowie den Eltern alles, was ich geben kann und das viel.

Das funktioniert dann, wenn es im Elternhaus von vorneherein
stimmt, d.h., wenn es keine Störfaktoren gibt, die das Kind in
seiner Entwicklung beeinträchtigen und wenn von vorneherein
die Grenzen klar sind. Auch in meinen Augen die
erstrebenswerteste Erziehung. Gelingt leider nicht vielen…

Das gelingt absolut jedem, der es möchte.

Hier gehst du davon aus, dass jemand (ich?!) in der Lage sein könnte, Missstände aus der Erziehung in einigen Wochen zu lösen? Das kann definitiv nicht funktionieren! Falls du dich mit der menschlichen Psyche beschäftigt hast, so weißt du, dass sich die Verknüpfungen im Gehirn in den ersten Lebensjahren verfestigen. Wie soll ich Verstrickungen, die aus der Eltern-Kind-Beziehung stammen, so schnell auflösen, und das zudem noch ohne effektiv Elternarbeit gestalten zu können?
Wenn du mit „jedem“ jeden Elternteil meinst, stimme ich mit dir überein, aber wie gesagt gehen wir hier von verschiedenen Standpunkten aus.

Da kam dann wieder dieses tolle Beispiel mit der Herdplatte
(sorry, aber es ist so dumm zu behaupten, dass Kinder den
Begriff der Hitze nicht verstehen würden, ohne sich zu
verbrennen!), usw. usf.

Du hast meine Zeilen doch nicht genau gelesen, denn auch ich schrieb, dass sie sich eben nicht verbrennen müssen, sondern einfach nur erfahren müssen, was Hitze ist, ohne sich zu verbrennen.
Und bitte vergiss beim Lesen meiner Zeilen nicht, dass du von deinen gesunden Kindern ausgehst, während ich mit einem völlig anderen Klientel konfrontiert bin, das diese Erfahrung noch braucht bzw. sucht.

Worte auf dem „Papier“ sind so schnell missverständlich.
Ich gehe so liebevoll mit den Kindern um und muss mir von dir die Frage gefallen lassen, wie ich bloß meine Ausbildung geschafft habe während du mich aufgrund von einer Meinung, einer! (sprich, eines klitzekleines Gedankens gegenüber all meinem Denken, Fühlen und Handeln) verurteilst, wohingegen ich stets meinem Gegenüber offen begegne, da verstehe einer die Welt noch.

Fasslungslos,
jeanne

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Hi du Schlaue,

Ich muß mich hier nochmal einbringen, da ich nicht verstehen
kann, wie Du gerade als ausgebildete Erzieherin eine solche
Meinung vertreten kannst.

Sondern beim Beißen dem Kind in die Augen schauen bis man sieht, dass es dem Kind weh tut.

Du erkennst also an den Augen eines Kindes, wann es genug ist
mit Zubeißen? Sehr zweifelhaftes Konzept, hat ja jeder ein
anderes Schmerzempfinden. Und wann gibts schon einen
nachweisbaren körperlichen Schaden?

Ja, das erkenne ich an den Augen. Sie weiten sich nämlich, nach dem Motto, „hey, was machst du da?“ Und genau dies impliziert die Möglichkeit auf die Sicht auf das individuelle Schmerzempfinden. Der nachweisbare körperliche Schaden sind eindeutig Beißspuren. Oder noch nie einen Zahnabdruck auf dem Gewebe gesehen? Wenn´s ganz schlimm kommt mit Blut und Bluterguss. Soweit würde es in meiner Theorie des Zurückbeißens nie kommen!

Und ich verrate dir noch was: Ich sehe noch viel mehr in den Augen. Ich sehe Freude, ich sehe Schmerz, ich sehe Wünsche,…, ich sehe bis auf die Seele. Bei Kindern ist das noch möglich, weil sie im Gegensatz zu den Erwachsenen ihren Blick noch nicht zu machen.

Ich als Mutter kann Dir sagen, dass mein Kind umgeben ist von
Grenzen.

Die 5-Minuten-Auszeit, die in Erziehungsprogrammen propagiert
werden, ist das nicht Freiheitsentzug und somit Gewalt?
Das Kind 10 Minuten in den Kinderwagen zu setzen ebenfalls.

Ich hoffe nur, Du kennst auch die gegenteiligen Meinungen zu
diesen Methoden. Tripple P ist umstritten. Und ja für mich ist
auch das Gewalt.

Ein Kind anzuschreien oder ihm das Gespräch versagen, ist das
nicht psychische Gewalt?

Ja ist Gewalt und damit kein Erziehungsmittel.

In dem Moment, in dem ich Macht über mein Kind ausübe, ist das
i.d.R. immer eine Form von Gewalt.

Ehrlich gesagt verstehe ich dich nicht ganz, wieso du mich so angreifst. Denn bei dem o.g. sind wir beide völlig einer Meinung. Denn so wie du sehe ich es auch. Drücke ich mich so missverständlich aus?

Kann Erziehung nur einhergehen / funktionieren mit
Machtausübung? Ist das in Deinen Augen das Selbstbild des
Berufsstandes Erzieher?

Jein. Ich sagte, ich denke, Erziehung hat immer mit Macht zu tun, weil ich als Erwachsener/ Erzieher ja immer die Macht habe und es in gewisser Form auch wichtig ist, diese auszuleben.
Auch wenn völlig off topic möchte ich hier das Beispiel anführen, dass ich nichts von Authoritäten halte, sofern sie aufgesetzt sind. Ich als Erwachsener muss für das Kind eine Authorität darstellen aufgrund meiner Selbst. Dann, wenn dies geschieht, dann bin ich ein Vorbild und das, ohne meine Macht aktiv auszuüben, aber dennoch habe ich die Macht, sozusagen passiv.
Und, welch blöde Frage, natürlich ist das nicht mein Selbstbild, Macht/ Gewalt auszuüben, weder für mich als Mensch noch für mich als Erzieherin, wobei ich das eigentlich nicht trennen mag, denn ich bin als Erzieherin immer auch Mensch.

Zu Deiner Frage, wie Gewaltfreie Erziehung aussehen kann,
folge Deinem Herzen.

Hier möchte ich auf die Antwort an Guido verweisen. Ich schwöre :wink:, ich erziehe gewaltfrei und ich bin den Kindern mit meinem Herzen ganz nah; es geht hier nicht um eigene, gesunde Kinder und auch nicht um eine, die es schätzt, Kinder zu beißen…

Grüße,
jeanne