Hallo Guido,
du greifst mich persönlich an lediglich aufgrund meiner Aussage, dass ich denke, dass ich mein Kind, würde es mich beißen, sanft zurück beißen würde. Ich halte meine Betroffenheit zurück und will Stellung nehmen…
Zuerst einmal gehen wir von zwei grundverschiedenen Positionen aus. Du als Vater von psychisch gesunden Kindern (?!), ich als Erzieherin, die hauptsächlich Kinder aus ungesunden familiären Verhältnissen kennt.
Du reagierst auf deine Kinder. Ich muss mir jeden Tag, jede Stunde überlegen, wie ich gut auf die Kinder reagiere, wie ich in der kurzen Zeit des Kontaktes etwas Heil in ihre Seele bringen kann.
Das, was du schreibst:
Sorry, aber angesichts Deiner Äußerungen stelle ich mir
ernsthaft die Frage, wie Du Deine Ausbildung gemacht hast.
das ist gemein! Ich bin eine absolut sensible, empathische, liebevolle, warmherzige Person, deren oberstes Ziel ist, den Kindern, die Schmerz in sich tragen, etwas Wärme und Liebe in ihrem Leben zu geben. Ich bemühe mich stets, ressourcenorientiert zu denken und zu handeln. Ich gebe Kindern sowie den Eltern alles, was ich geben kann und das viel.
Das funktioniert dann, wenn es im Elternhaus von vorneherein
stimmt, d.h., wenn es keine Störfaktoren gibt, die das Kind in
seiner Entwicklung beeinträchtigen und wenn von vorneherein
die Grenzen klar sind. Auch in meinen Augen die
erstrebenswerteste Erziehung. Gelingt leider nicht vielen…
Das gelingt absolut jedem, der es möchte.
Hier gehst du davon aus, dass jemand (ich?!) in der Lage sein könnte, Missstände aus der Erziehung in einigen Wochen zu lösen? Das kann definitiv nicht funktionieren! Falls du dich mit der menschlichen Psyche beschäftigt hast, so weißt du, dass sich die Verknüpfungen im Gehirn in den ersten Lebensjahren verfestigen. Wie soll ich Verstrickungen, die aus der Eltern-Kind-Beziehung stammen, so schnell auflösen, und das zudem noch ohne effektiv Elternarbeit gestalten zu können?
Wenn du mit „jedem“ jeden Elternteil meinst, stimme ich mit dir überein, aber wie gesagt gehen wir hier von verschiedenen Standpunkten aus.
Da kam dann wieder dieses tolle Beispiel mit der Herdplatte
(sorry, aber es ist so dumm zu behaupten, dass Kinder den
Begriff der Hitze nicht verstehen würden, ohne sich zu
verbrennen!), usw. usf.
Du hast meine Zeilen doch nicht genau gelesen, denn auch ich schrieb, dass sie sich eben nicht verbrennen müssen, sondern einfach nur erfahren müssen, was Hitze ist, ohne sich zu verbrennen.
Und bitte vergiss beim Lesen meiner Zeilen nicht, dass du von deinen gesunden Kindern ausgehst, während ich mit einem völlig anderen Klientel konfrontiert bin, das diese Erfahrung noch braucht bzw. sucht.
Worte auf dem „Papier“ sind so schnell missverständlich.
Ich gehe so liebevoll mit den Kindern um und muss mir von dir die Frage gefallen lassen, wie ich bloß meine Ausbildung geschafft habe während du mich aufgrund von einer Meinung, einer! (sprich, eines klitzekleines Gedankens gegenüber all meinem Denken, Fühlen und Handeln) verurteilst, wohingegen ich stets meinem Gegenüber offen begegne, da verstehe einer die Welt noch.
Fasslungslos,
jeanne