Bissig

Hi Frau Schlau Schlau,

ohne jetzt auf die konkreten Beispiele eingehen zu wollen, schildere ich dir, was ich meine (aus systemischer Sicht):

Eine Mútter sollte immer eine Mutter sein, keine Freundin,
ein Vater sollte ein Vater bleiben, kein Freund,
und ein Erzieher ein Erwachsener, kein Gleichgesinnter.
Und in diesem Rahmen sollten Grenzen gesetzt werden. Sollte Klarheit vorhanden sein.
Damit Vorbilder gewährleistet sind.
Nicht mehr und nicht weniger.
Und sehr gerne ohne Gewalt, ohne körperliche und ohne psychische. Am liebsten auf der menschlichen Ebene. Auf der, auf der ich das Kind ernst nehme mit seinen Wünschen und Bedürfnissen. Auf der, auf der ich ihm ein Gegenüber bin, aber dennoch der Erwachsene.

Verstanden?

jeanne

Soweit denken 2jährige mit Sicherheit noch nicht!
Und dass Papa und Mama einiges dürfen, was das Kind noch nicht
darf, sollte ja selbstverständlich sein.

So ist es das? Gut Autofahren, wählen gehen (obwohl auch da
gibt es ja interessante Ansätze der Neuorierentierung) sind
altersgebunden, aber so pauschal zu sagen Erwachsene dürfen
mehr als Kinder, ist für mich ein grundverkehrter und auch
recht hochmütiger Ansatz. Gerade im zwischenmenschlichen
Bereich und darein zählt für mich das o.g. Problem, müssen für
alle die gleichen Regeln gelten. Wie soll ein Kind sonst
verstehen, was richtig und falsch ist, wie lernen wie man sich
verhält?

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Hi!

du greifst mich persönlich an lediglich aufgrund meiner
Aussage, dass ich denke, dass ich mein Kind, würde es mich
beißen, sanft zurück beißen würde. Ich halte meine
Betroffenheit zurück und will Stellung nehmen…

Nein, ich greife Dich persönlich an wegen dieser Aussage in Verbindung mit Deiner Frage, was genau ein vorgelebtes, also anerzogenes Schlagen ( nichts weiter ist ein Klaps) bei einem Kind bewirkt.
Da muss man mir die groben Zweifel an der ViKa einer Person mit einer pädagogischen Ausbildung einfach mal zugestehen.

Wenn DU keine anderen Lösungen kennst, dann ist das verdammt arm.

Zuerst einmal gehen wir von zwei grundverschiedenen Positionen
aus. Du als Vater von psychisch gesunden Kindern (?!), ich als
Erzieherin, die hauptsächlich Kinder aus ungesunden familiären
Verhältnissen kennt.

Nö - das unterstellst Du jetzt.

Du reagierst auf deine Kinder. Ich muss mir jeden Tag, jede
Stunde überlegen, wie ich gut auf die Kinder reagiere, wie ich
in der kurzen Zeit des Kontaktes etwas Heil in ihre Seele
bringen kann.

Hier gehst du davon aus, dass jemand (ich?!) in der Lage sein
könnte, Missstände aus der Erziehung in einigen Wochen zu
lösen?

Auch das unterstellst Du mir. Von einigen Wochen kann nicht die Rede sein - das betrifft lediglich Deine eigene Möglichkeit in Deinem Job, vermute ich mal.

Du hast meine Zeilen doch nicht genau gelesen, denn auch ich
schrieb, dass sie sich eben nicht verbrennen müssen, sondern
einfach nur erfahren müssen, was Hitze ist,
ohne sich zu verbrennen.

Ich habe schon genau gelesen - allein die Frage, ob ein Kind sich verbrennen muss ist derart dumm, dass man dieses Beispiel eigentlich nur dann bringen muss, wenn explizit danach gefragt wird.
Abgesehen davon ist es grob fahrlässig, sein Kind langsam an eine Kerze heranzuführen.
Kind sieht: Mama macht es mit mir, also ist es ok - dann mache ich es beim nächsten Mal alleine?

Und bitte vergiss beim Lesen meiner Zeilen nicht, dass du von
deinen gesunden Kindern ausgehst, während ich mit einem völlig
anderen Klientel konfrontiert bin, das diese Erfahrung noch
braucht bzw. sucht.

Dann solltest Du Deine Aussage auch absolut auf nur dieses Klientel beschränken. Davon ist in der Frage nicht die Rede.
Anyway: Auch bei diesem Klientel ist Gewalt jeglicher Art ein absolutes Nogo.

Gruß
Guido

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