Body-Mass-Index (BMI): Ende eines Mythos

Hallo zusammen!
Soeben gelesen in „Gesund + Fit“:

…Es war eine amerikanische Versicherungsgesellschaft, die Metropolitan Life Insurance, die Anfang der Sechzigerjahre ein paar Daten über ihre Neuversicherten einholte. Aus dem Zahlenmaterial wurde ein eher zufälliger Ideal-BMI von 27 abgeleitet, der später, um einen hübscheren Zahlenwert zu bekommen auf 25 reduziert wurde. Im Nachhinein mutet es seltsam an, dass so was in mediziniche Erwägungen Einzug halten konnte.
Wer gut trainiert ist, setzt Muskelmasse an. Muskeln wiegen schwer. So kommt es, dass sich Sportler mit einem BMI von deutlich über 25 noch im Idealbereich befinden…

Somit darf man die „offizielle Richtline“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wohl als unseriös bezeichnen. Danach gilt ein BMI zwischen 18,5 und 25 als ideal, bei 30-35 gilt man schon als übergewichtig und alle die mehr haben, zählen als adipös (fettleibig).

Gruß von Pegasus

von wegen
Hallo!

Im Bereich Gesundheit steht man immer wieder vor dem gleichen
Problem: einfache Erklärungen die man mit Schlagwörtern wie „gesund“,
„ganzheitlich“, „sanft“ und „schonend“ abhandeln kann kommen beim
Verbraucher gut an.

Der will sich nämlich (nur) gut fühlen - und das auch wenn die ihm
verkaufte Massnahme wirkunglos/unnütz ist.

Die Berechnung eines BMI ist ein Segen da einfach zu berechnen,
vergleichbar (man will sich ja schliesslich mit anderen austauschen)

  • und sinnlos; deswegen wird sich das Ganze bis zur Einführung der
    nächsten Modeerscheinung gut in den Köüfen halten können.

Wenn schon BMI-Berechnung (von denen es auch 50 verschiedene Tabellen
gibt) - dann nur in Zusammenhang mit a) wie ist die Körpermasse
aufgebaut? (viel Muskel/wenig Fett oder umgekehrt) b) wie ist die
Masse verteilt? (schmale Schultern - breites Becken) c) wann ist der
Hauptteil dieser Masse entstanden? ( wer schnell zunimmt hat ein
höheres Risiko) d) cardiovaskuläre Ausdauer (wie „fit“ ist jemand?) -
erst dann lassen sich Aussagen treffen.

Tschüss

Matthias

Hallo.

…Es war eine amerikanische Versicherungsgesellschaft,

Genau das richtige Wort: eine Versicherung will möglichst nur Leute, die ihre Beiträge zahlen und von denen man nach Möglichkeit sonst nichts hört. Und das gilt ja nicht für stark Gesundheitsgeschädigte (über/untergewichtig, herzkrank,…). Von daher bezahlen diese ‚schlechten Risiken‘ entweder höhere Beiträge oder werden nicht versichert. Siehe auch Schlagwort ‚Risikotheorie‘ oder Skript von Michael Koller (Versicherungsmathematik) von http://www.math.ethz.ch/finance/Skripte/LV12_v060_15… . Aber…

die Metropolitan Life Insurance, die Anfang der Sechzigerjahre ein :stuck_out_tongue:aar Daten über ihre Neuversicherten einholte. Aus dem Zahlenmaterial :wurde ein eher zufälliger Ideal-BMI von 27 abgeleitet, der später, um :einen hübscheren Zahlenwert zu bekommen auf 25 reduziert wurde. Im :Nachhinein mutet es seltsam an, dass so was in mediziniche Erwägungen :Einzug halten konnte.

…der Einzelne ist für seine Gesundheit ja auch selbst verantwortlich. Irgendwie muss auch ein Anreiz zur Gesunderhaltung geschaffen werden. Zur Not geht man demjenigen an die Brieftasche.

Wer gut trainiert ist, setzt Muskelmasse an. Muskeln wiegen schwer. :So kommt es, dass sich Sportler mit einem BMI von deutlich über 25 :noch im Idealbereich befinden…

Sofern man vernünftig Sport treibt trägt man zur Gesunderhaltung bei. Und beugt Alters-Schwäche vor (letztlich ist Altersschwäche völlig natürlich, wenn man sein Leben lang auf der faulen Haut liegen bleibt)

HTH
mfg M.L.

***bisschen Literatur zum Thema***
http://62.27.84.81/cgi-bin/onchange/anzeige.pl?kennu…
http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=2037…

Hi ho,

Wenn schon BMI-Berechnung (von denen es auch 50 verschiedene Tabellen gibt) - dann nur in Zusammenhang mit a) wie ist die Körpermasse aufgebaut? (viel Muskel/wenig Fett oder umgekehrt) b) wie ist die Masse verteilt? (schmale Schultern - breites Becken) c) wann ist der Hauptteil dieser Masse entstanden? ( wer schnell zunimmt hat ein höheres Risiko) d) cardiovaskuläre Ausdauer (wie „fit“ ist jemand?) - erst dann lassen sich Aussagen treffen.

weisst Du, das alles ist mit Aufwand verbunden. Man müsste sich dabei etwas eingehender mit der Materie befassen und Nachdenken. Und da die Mehrheit der Menschen nunmal faul ist, wird das alles nicht eintreten…

Viele Grüsse,

Herb

Hi Matthias,
stimmt:

Wenn schon BMI-Berechnung (von denen es auch 50 verschiedene
Tabellen
gibt) - dann nur in Zusammenhang mit a) wie ist die
Körpermasse
aufgebaut? (viel Muskel/wenig Fett oder umgekehrt) b) wie ist
die
Masse verteilt? (schmale Schultern - breites Becken) c) wann
ist der
Hauptteil dieser Masse entstanden? ( wer schnell zunimmt hat
ein
höheres Risiko) d) cardiovaskuläre Ausdauer (wie „fit“ ist
jemand?) -
erst dann lassen sich Aussagen treffen.

Doch so, wie der BMI in den Medien verkauft wird, fühlt sich auch jeder, der „unsolide“ (rauchen, kein Sport, saufen etc.) auf der sicheren Seite, wenn sein Gewicht diesem Maß entspricht.
… und der, der relativ gesund lebt, fängt an, an sich zu zweifeln, nur weil sein Körper diesem Maß nicht entspricht.
Wusst’ ich’s doch: bei mir sind alles Muskeln! :wink:

Gruß von Pegasus

Hallo Pagasus,

Wer gut trainiert ist, setzt Muskelmasse an. Muskeln wiegen schwer. So kommt es, dass sich Sportler mit einem BMI von deutlich über 25 noch im Idealbereich befinden…

Gibt es irgendjemand, dem das nicht klar war? Den Fitness oder die Gesundheit eines Menschen mit einer einzigen Zahl zu bewerten ist sowieso kein realistisches Unterfangen. Der BMI-Wert eignet sich eher für statistische Vergleiche oder zur Motivation für stark Übergewichtige oder stark Untergewichtige Personen. Aber eigentlich genügt hier der Blick in den Spiegel.

Gruß
Carlos