kann es sein, dass der BMI eine sehr ungenaue Definition von Normal- oder Übergewicht ist?
Ich bin 185 cm groß und wiege 84 kg. Mein BMI ist ca. 25, womit ich auf der Grenze Normal-Übergewicht liege.
Das wundert mich etwas, da ich relativ viel Sport treibe (Joggen und Fitness-Studio) und schlank bin.
Gerne würde ich sogar noch etwas kräftiger werden und einige Kilos zunehmen.
Was stimmt da nicht?
Und wieso unterscheidet der BMI nicht zwischen Männern und Frauen?
kann es sein, dass der BMI eine sehr ungenaue Definition von
Normal- oder Übergewicht ist?
Ja. Den BMI halte ich, wie jede andere Beurteilung des Gewichts anhand der Körpergröße für unsinnig. Insbesondere wird hier ein mehr an Muskulatur negativ gewertet. Aussagekräftiger wäre wohl der Körperfettanteil, wenn man schon quantifizieren will.
mal ein bisschen die geschichte des/der BMI beleuchtet:
man wollte ein einfach anwendbares instrument haben mit dem man „otto normalverbraucher“ sagen/zeigen konnte dass er/sie zu beleibt ist. das muss schnell gehen, muss jeder durchführen können und darf keiner aufwendigen apparate bedürfen.
die amerikanischen und kanadischen lebensversicherer haben bei jedem ihrer kunden bei vertragsabschluss gewicht und grösse notiert. dann hat man diese daten mit dem zeitpunkt des ablebens verglichen und den ersten BMI entwickelt. man hat auch andere daten herangezogen die einen rückschluss auf gewicht/sterblichkeit geben.
daraus hat man dann einen BMI entwickelt (der übrigens für jedes land anders ist!) und damit gearbeitet.
später hat man dann die grössenangaben korrigiert-da die leute zunächst mit schuhen (!!!) gemessen wurden; dafür wurden später standardwerte abgezogen.
als man immer mehr daten für „welches gewicht bedeutet welche sterblichkeit“ gesammelt hat wurden die richtwerte für „normalgewicht“, etc. ständig angepasst und verändert.
was man aber schon immer wusste ist: diese werte gelten nur für den teil der bevölkerung der „normal“ ist )), d.h. nicht für leute die (viel) sport treiben!
leider sind diese tabellen so schön anzusehen und in zeitschriften abzudrucken dass man diese hinweise weglässt (ausserdem liest doch in diesem land eh keiner mehr!) ))).
du kannst also beruhigt weiter gewichte stemmen und dich wohl dabei fühlen!
die einzige „wirklich“ aussagekräftige messmethode wäre eine messung der körperzusammensetzung-aber eben für „die praxis“ viel zu aufwendig.
tschüss
matthias
p.s. es hat mal (auch von den amerikanischen lebensversicherern) eine ganz eigene risikoeinstufung gegeben-da wurde der körperbau mit „leicht“, „mittel“ und „schwer“ beurteilt. die in der tabelle angegebenen werte passen wie die faust auf`s auge-aus eigenen beobachtungen. leider ist diese klassifikation fast vollständig verschwunden. keine ahnung warum.
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Aussagekräftiger wäre wohl der Körperfettanteil, wenn man
schon quantifizieren will.
Wohl richtig. Nur ist der leider für Laien nicht exakt zu ermitteln. Und irgend ein leichtes Hilfsmittel sollte dem Volke schon in die Hand gegeben werden. Nur welches?
Hallo,
durchaus verwertbare Resultate kann man via Hautfaltenmessung erzielen. Die entsprechenden Zangen dazu (Caliper) gibt es teilweise bereits in Drogerien & Apotheken.
Gruss
Enno
Aussagekräftiger wäre wohl der Körperfettanteil, wenn man
schon quantifizieren will.
Wohl richtig. Nur ist der leider für Laien nicht exakt zu
ermitteln. Und irgend ein leichtes Hilfsmittel sollte dem
Volke schon in die Hand gegeben werden. Nur welches?