Books on Demand oder Verlag?

Hallo MitleserInnen,

zwar habe ich meine Fühler bereits bei einem Verlag ausgestreckt, aber das ist noch sehr unsicher. Deshalb schaute ich mir heute wieder einmal die Seiten von BoD an, die ich zuletzt vor etwa zwei Jahren besucht hatte. Irre ich mich, oder sind die inzwischen wesentlich teurer geworden?
   Pi mal Daumen komme ich für Paperback, ISBN, Druckmaster auf 600 bis 700 DM, wobei beim Verkauf eines Buches noch Grosshandelsrabatt (45%) sowie die Herstellungskosten anfielen.
   Natürlich weiss ich, dass das billiger ist, als von vornherein eine ganze Auflage zu drucken, aber ich hatte kein gutes Gefühl beim Durchlesen der BoD-Seiten.

Habt Ihr Erfahrungen mit BoD bzw. wie seht Ihr das überhaupt?

Marco

Do it yourself!
Hi publizierender Mitstreiter,

ich hab genau den gleichen Eindruck gewonnen! Rauf auf den Markt mit Aldi-Preisen, erste Zeit überstanden, Marktführerschaft gewonnen, weil alle Medien so schön toll über die Pioniere und fairen Hamburger berichtet haben, und nachdem es dann nix anderes mehr gibt, rauf mit den Preisen.
Für BoD natürlich gut.
Für mich kam letztes Jahr noch die Erfahrung dazu, dass die mir während eines laufenden Projektes erzählen wollten, dass sie meinen Vertrag verschlampt hätten und sandten mir kackfrech einen neuen zu, der ganz andere Konditionen hatte. Hab denen dann netterweise mal meine Vertragskopie zugefaxt.

Ich erstelle nebenbei für nen Verein noch ne Clubzeitung, und hab nur aus Spass darüber mit dem Drucker gesprochen. Der meinte nur: Na klasse, das machen wir seit 8 Jahren, bloss wir haben nie so ne Welle gemacht!

Also, schau Dich in Deiner Stadt oder der nächsten grösseren über 50T Einwohner mal nach einer Druckerei um, die Digitaldruck macht. Das dürftest Du sicher ein besseres Angebot bekommen. Meine Druckerei verlangt für das Mastern nix, und für das Einrichten der Maschinen jeweils dann so um die 10 DM, egal wieviele Exemplare gedruckt werden.
Probleme gibt es bisher nur mit dem laminierten Buchrücken, aber da arbeiten wir grad an einer Lösung.
Und du hast halt nicht den Vertrieb und das Marketing, was BoD macht. Aber wenn du darauf verzichten kannst, dann würd ich es auf jeden Fall lieber selber machen. Ist ne Frechheit auch, was die für ne ISBN-Nr. nehmen. Leg das doppelte nochmal drauf, und du bekommst in Hamburg 100 dafür!

Gruss Marian

Hallo Marian,

hach, schön, einen erfrischend kritischen Text zu lesen! (Nein, das ist keine Ironie, aber für so etwas muss man heute schon dankbar sein.) Ich dachte ja zuerst, ich hätte eine Erinnerungslücke, was BoD anbetrifft, weshalb ich vorsichtshalber hier nachfragte. Aber nun fühle ich mich bestätigt.

Ich erstelle nebenbei für nen Verein noch ne Clubzeitung, und
hab nur aus Spass darüber mit dem Drucker gesprochen. Der
meinte nur: Na klasse, das machen wir seit 8 Jahren, bloss wir
haben nie so ne Welle gemacht!
Also, schau Dich in Deiner Stadt oder der nächsten grösseren
über 50T Einwohner mal nach einer Druckerei um, die
Digitaldruck macht.

Die „50T Einwohner“ dürfte Frankfurt/Main zusammenbekommen. ;o) Von diesem Digitaldruck hatte mir mal eine Bekannte erzählt, die in der Werbung arbeitet. Allerdings drehte es sich hierbei nicht um Bücher, sondern um einige Poster, die ich, auf Diskette gespeichert, in einer sehr kleinen Auflage im Grossformat gedruckt haben wollte; normaler Druck war zu teuer dafür.
   Wenn Du also von diesen 10 DM für das Einstellen der Maschine schreibst, dann lässt man eben ein paar Exemplare auf Vorrat drucken, statt wie bei BoD jedes einzelne. Das wäre ja dann nicht die Welt. Und was die ISBN angeht, habe ich hier noch irgendwo ein schlaues Büchlein liegen, worin steht, wie man sich diese selbst beschafft.

Danke für Deine Ausführungen!

Marco

Hallo Marco,
Zunaechst:
Tipp: Man schickt sein Manuskript nicht nur an einen Verlag, sondern an alle, die fuer dieses Buch in Frage kommen (ich gehe davon aus, dass du dich ueber die Verlagprogramme informiert hast). Schickst du an einen einzigen Verlag, wartest du mindestens 3 Monate, meist laenger, bekommst dann eine Absage und schickst es dann an einen anderen…auf diese Weise gehen Jahre ins Land, bis du einmal eine vielleicht positive Antwort bekommst (smile) Ich weiss nicht, wie du dein Manuskript angeboten hast, da gibt es feste Regeln. Richtest du dich nicht danach, erkennt der Lektor sofort den Laien und sieht gar nicht erst in deine Leseprobe rein. Aber dies naeher auszufuehren, ginge hier und jetzt zu weit.

Dein Eindruck bezueglich BoD ist richtig. BoD libri ist wesentlich teuerer geworden als zu Beginn. Mit 600-700 DM, wie du dir ausgerechnet hast, wirst du kaum hinkommen (es sei denn, dein Buch hat nicht mehr als 150 Seiten).
Das Problem jedoch liegt weniger in den gestiegenen Kosten, sondern:

  1. Du musst dein Buch selbst bewerben, selbst verkaufen. D.h. du musst von Buchhandlung zu Buchhandlung reisen, werben, Lesungen veranstalten oder sonstige Werbe- und Absatzmoeglichkeiten suchen. Also ein Fulltimejob, der zudem sehr kostenaufwendig ist (Kosten, die du mitberechnen musst) Es ist nun einmal so: Ein Buch ohne Werbung verkauft sich nicht. Die Aufnahme in das VLB, die libri so grossartig herausstellt, besagt gar nichts. Dort sind Tausende von Buechern aufgelistet und frage dich selbst, wie ein Buchhaendler da ausgerechnet auf deines stossen sollte? Das ist so, als schluegest du das Telefon von Muenchen willkuerlich auf und tippst exakt auf die Nummer, die du brauchst. Zudem arbeiten keineswegs alle Buchhandlungen mit dem VLB, nur die Vertragsbuchhandlungen von libri. Und so viele sind das nicht.
  2. Es gibt kein Rueckgaberecht fuer BoD-Buecher. Und darauf laesst sich kein Buchhaendler ein!
  3. Die meisten Buchhandlungen sind auch nicht mehr bereit, BoD-Buecher zu bestellen, weil derartige Einzelbestellungen direkt bei libri viel zu aufwendig sind. Hierzu kommen sehr schlechte Erfahrungen mit den Lieferzeiten. Waehrend libri eine Spanne von wenigen Tagen bis 2 Wochen angibt, sind Lieferzeiten von 6 Monaten mittlerweile keine Ausnahme. Ich kenne mehrere Faelle, in denen die Autoren einen gewaltigen finanziellen und zeitlichen Aufwand fuer ihre Buchwerbung betrieben haben, gut im Timing fuer das Weihnachtsgeschaeft, die Buecher dann jedoch erst Wochen, ja Monate nach Weihnachten geliefert wurden. In einem Fall sogar erst zu Ostern. Dass der Kunde nach so langem Warten dann von der Abnahme der Bestellung zurueck tritt, ist verstaendlich. Und du sitzt auf deinem Buch und musst es auch noch selbst bezahlen.
  4. Du musst die Werbeexemplare (die du brauchst) selbst finanzieren.
  5. Du musst das Layout, Paginierung, das Lektorat, die Korrektur selbst erstellen, was fuer Laien schwer ist, wie man an der Masse der BoD-Buecher auch erkennen kann, deren Satz zum Teil so grauenhaft ist, dass viele Leser sauer sind (aber welcher Autor ist schon ein Layout Spezialist? Welcher verfuegt ueber und arbeitet schon mit QuarkX Press und versteht es zu bedienen?). Der Umbruch stimmt oft nicht, Saetze werden sinnlos getrennt und in neuen Absaetzen weitergefuehrt, etc. Besonders unangenehm faellt das nicht vorhandene Lektorat auf. Fast alle Buecher wimmeln vor Rechtschreib- und Interpunktionsfehlern, von manch mangelhaftem Stil gar nicht zu reden. Das nicht vorhandene Lektorat der BoD-Buecher wird von den Lesern am meisten bemaengelt. Und bist du so perfekt, dass dein Manuskript in allen Punkten stimmt (Thema, Aufbau, Spannungsbogen, Praemisse, stilistische Umsetzung, etc, etc., dann bekommst du dein Buch auch irgendwann bei einem Verlag unter. Dann brauchst du kein BoD.
  6. Bei eventuell notwendigen Aenderungen in deinem Buch (und sei es nur auf einer Seite oder einem Absatz) musst du die gesamten Kosten noch einmal bezahlen.
  7. Verlegst du ein BoD-Buch, nimmt dich kein Verlag mehr. Dies ist (falls du eines Tages doch in einem Verlag verlegen willst) die schlechteste Visitenkarte, die du nur haben kannst. Verlage stehen auf dem Standpunkt: Wer es noetig hat, sein Buch selbst zu finanzieren, taugt nichts. So ist die Werbeargumentation von Seiten BoD, der Autor behalte alle Rechte an seinem Buch, kann es also zudem auch Verlagen anbieten, reine Augenwischerei.
  8. BoD-Buecher sind zu teuer. Auch ein Grund, warum sie schwer verkaeuflich sind. Selbst wenn du keinen einzigen Pfennig Verdienst mit einkalkulierst (also dein investiertes Geld nicht zurueck haben willst), liegt der Verkaufspreis noch immer weit ueber der Norm. Durchschnittlicher Verdienst-Anteil des Autors pro Buch liegt bei ca. 1.60 DM. Gehst du hoeher, ist das Buch unverkaueflich. Ein Taschenbuch derart schlechter Qualitaet (in Bindung, Druck, mangelhaften Layout und ohne Lektorat) fuer 39.- DM DM (bei ca. 300 Seiten) empfinden viele Kunden als Zumutung. Rechne dir aus, wie viele Buecher du verkaufen musst, um auch nur die Unkosten zu decken! Und wieder stellt sich die entscheidende Frage: WO verkaufen und WIE? Uebrigens kassiert Libri nicht nur die Kosten fuer den Druck (alles andere musst ja du selbst machen) sondern dazu auch noch den erheblichen Grosshaendleranteil. Und somit kannst du dir ausrechnen, wer an einem BoD-Buch verdient.
    Sicher, es gab einige (sehr wenige) erfolgreiche BoD-Buecher, allen voran Hagakure, das man als Werbung fuer dieses Verfahren einsetzte. Der Erfolg von Hagakure war einzig dem guten Timing sofort nach Erscheinen des Films und der BoD-Werbung zu verdanken, und genau genommen war es ja lediglich eine sehr schlechte Uebersetzung des japanischen Originals. Andere, sehr wenige Autoren, deren BoD-Buecher laufen, haben entweder bereits zuvor einen Namen gehabt oder ein im Trend liegendes interessantes Thema, das eine grosse Zielgruppe anspricht, oder sie befasssen sich mit dieser Materie (z.B.:’Wie verlege ich ein BoD_Buch’). Belletristik verkauft sich als BoD so gut wie nicht.
    Die Mehrzahl der BoD-Autoren erreicht nicht einmal die Abdeckung ihrer Unkosten und der Aerger gegen BoD waechst. Dass die meisten veraergerten Autoren darueber nicht sprechen, ist verstaendlich. Wer gibt schon gerne zu, dass sein Werk nicht nur ein Flop, sondern auch noch in den Sand gesetztes Geld ist? Ich kenne einige BoD-Autoren, deren Buecher ausgezeichnet geschrieben sind, die jedoch tatsaechlich im Verlauf von fast 2 Jahren lediglich 10 oder 20 Exemplare verkaufen konnten und diese natuerlich einzig innerhalb ihres Bekanntenkreises.
    Kurzum: BoD bekommt einen immer schlechteren Ruf. Und in der Branche werden BoD-Autoren meist abwertig belaechelt.
    Allerdings gibt es Bereiche, in denen ein BoD durchaus Erfolg haben kann. Z.B. bei einem sehr spezifischen regionalen Thema, dass sich dann auch (wenn auch nur, aber immerhin) regional verkauft. Jedoch auch hier nicht ohne einen grossen eigenen Werbeeinsatz.
    Informiere dich in Buchhandlungen. Du wirst feststellen, dass kein einziges BoD-Buch in den Regalen zu finden ist und viele Buchhaendler nicht einmal wissen, was BoD ist. Und wenn sie es wissen, winken sie ab. - und was das hier angesprochene Vetragsverhalten Nebenvertraege)angeht… dazu aeussere ich mich nicht oeffentlich, aber gerne ueber e-mail…
    Ich kann dir nur den Rat geben, versuche es weiter bei richtigen Verlagen. Halte die Regeln dabei ein und informiere dich ueber Trends und Verlagsprogramme. Wenn dein Buch gut ist und den gewuenschten Anforderungen entspricht, wirst du auch einen Verlag finden. Wenn es nicht gut genug ist, dann verkaufst du es auch nicht im BoD-Verfahren.
    Ach ja, ruf doch einfach das Lektorat des Verlages an, bei dem dein Skript liegt, und frage nach. Das ist ueblich (so nach etwa 6 Wochen kannst du das tun) und dann weisst du schon mehr. Und denke daran: Absagen gehoeren nun einmal dazu. Das geht Jedem so. Also: Nicht aufgeben!
    Viel Glueck und vor allem GEDULD!

Anna

Guten Morgen, Anna,

auch Dir ein Danke für Deine Ausführungen. Ich versuche mal auf einige Dinge im einzelnen einzugehen.

Schickst du an einen einzigen Verlag,
wartest du mindestens 3 Monate, meist laenger, bekommst dann
eine Absage und schickst es dann an einen anderen…auf diese
Weise gehen Jahre ins Land,

Ja, das ist witzig, aber genau das las ich schon einmal: man soll sein Manuskript stets nur an einem Verlag vorlegen. Kann ich allerdings auch nicht nachvollziehen - s. Dein Argument -, weshalb ich es sowieso gleich an mehrere schicken würde.

Ich weiss nicht, wie du dein Manuskript
angeboten hast, da gibt es feste Regeln.

Ich hatte bei mehreren Verlagen erst einmal per E-Mail angefragt, ob überhaupt ein Interesse an dem Thema (Sachbuch) besteht. Einer schrieb daraufhin zurück.

Zudem arbeiten keineswegs alle Buchhandlungen mit
dem VLB, nur die Vertragsbuchhandlungen von libri. Und so
viele sind das nicht.

Oh, das wusste ich nicht! Ich hatte bisher den Eindruck, dass das VLB der Standard wäre.

  1. Es gibt kein Rueckgaberecht fuer BoD-Buecher. Und darauf
    laesst sich kein Buchhaendler ein!

Wie machen das dann die Online-Händler wie Amazon, die ein Rückgaberecht bieten? Bürden sie die Kosten dem Autor/der Autorin auf?

Fast alle Buecher wimmeln vor
Rechtschreib- und Interpunktionsfehlern, von manch
mangelhaftem Stil gar nicht zu reden. Das nicht vorhandene
Lektorat der BoD-Buecher wird von den Lesern am meisten
bemaengelt. Und bist du so perfekt, dass dein Manuskript in
allen Punkten stimmt (Thema, Aufbau, Spannungsbogen,
Praemisse, stilistische Umsetzung, etc, etc., dann bekommst du
dein Buch auch irgendwann bei einem Verlag unter.

Das habe ich ebenfalls beobachten müssen. Momentan lese ich ein BoD-Buch vom Trotzdem-Verlag, das in etlichen Passagen ohne Punkt und ohne Komma daherkommt. Hier mag ich es verkraften, da es sich um Übersetzungen diverser Essays und Reden von Noam Chomsky handelt.
   (Der Fairness halber muss ich allerdings erwähnen, dass sich eine Bekannte, die viel Belletristik aus „normalen“ Verlagen liest, sich mittlerweile auch schon über Rechtschreib- und Interpunktionsfehler entsetzt zeigt.)

Rechne dir aus, wie viele Buecher du
verkaufen musst, um auch nur die Unkosten zu decken! Und
wieder stellt sich die entscheidende Frage: WO verkaufen und
WIE? Uebrigens kassiert Libri nicht nur die Kosten fuer den
Druck (alles andere musst ja du selbst machen) sondern dazu
auch noch den erheblichen Grosshaendleranteil.

Ja, das hatte ich mir schon ausgerechnet, und der Grosshändleranteil reisst noch einmal kräftig herunter. Zwar war der meines Wissen vor zwei Jahren noch fünf Prozent höher (50 statt 45 Prozent), aber bei den BoD-Seiten vermisste ich den Hinweis auf die jeweiligen Kosten für je ein bestelltes bzw. gedrucktes Buch. Wenn ich mich recht entsinne, waren das auch noch einmal drei Mark.

Um noch einmal auf diesem Ärger der BoD-AutorInnen zurückzukommen. Du schreibst: „Wer gibt schon gerne zu, dass sein Werk nicht nur ein Flop, sondern auch noch in den Sand gesetztes
Geld ist?“ Aber sollte diese Problematik nicht deshalb veröffentlich werden? Und gerade im Internet, in dem BoD für seinen Dienst wirbt. Wenn sich genügend AutorInnen beschweren, müsste sicherlich auch BoD umdenken.

Marco

hi marco,

wenn du auf das marketing und den vertrieb wirklich verzichten kannst, dann hol dir wirklich auf jeden fall angebote von verschiedenen druckern ein.
was mich an bod schon immer gestört hat, war die bindung: hotmelt-klebstoff. der rücken ist dermaßen unelastisch, dass man immer kraft aufwenden muss, um die buch offen zu halten. es schnappt immer von alleine zu. beim drucker kannst du ja mal nach dispersion fragen, das wird mit sicherheit besser.

wenn du allerdings drauf angewiesen bist, dass dein buch in die buchhandlungen kommt, dass es deutschlandweit bestellbar ist, würde ich mir das überlegen. vertriebsarbeit selbst zu leisten ist ziemlich anstrengend! außerdem ist man vor dem buchhändler dann immer in erklärungsnot. wahrscheinlich legt er ein paar deiner exemplare denn in kommission aus. aber dann hast du das problem des digitaldrucks: die qualität weicht von den umliegenden offset-produzierten büchern einfach ab.

gruß
tobias

1 „Gefällt mir“

stimmt,

qualitätsunterschiede gibt es sicherlich auch. aber es kommt ja nun drauf an, was man machen will. soll das buch nur wegen des inhalts raus, oder soll es mehr ein kleines „kunstwerk“ werden. bei letzterem wäre aber bod auch nicht soooo der hit.

es hat alles seine vor- und nachteile. muss man speziell abwägen. ich würd auch nicht sagen, dass ich nie wieder was mit bod machen würde. aber ich sehe die norderstedter klitsche halt doch sehr kritisch.

gruss hns

vergiss meine bescheidene antwort. anna hat wohl ziemlich alle nägel auf den kopf getroffen und mehr praxiseinsicht als ich.

gruß
tobias

qualitätsunterschiede gibt es sicherlich auch. aber es kommt
ja nun drauf an, was man machen will. soll das buch nur wegen
des inhalts raus, oder soll es mehr ein kleines „kunstwerk“
werden. bei letzterem wäre aber bod auch nicht soooo der hit.

naja, ich spreche ja nicht von einem kunstwerk, aber qualitätsunterschiede sind auch verkaufsbeeinflussend. ein qualitativ gutes buch hat einfach vorteile gegenüber einem schlechteren. vor allem, wenn der preis ähnlich ist.

gruß
tobias

Ja, das ist witzig, aber genau das las ich schon einmal: man
soll sein Manuskript stets nur an einem Verlag vorlegen. Kann
ich allerdings auch nicht nachvollziehen - s. Dein Argument -,
weshalb ich es sowieso gleich an mehrere schicken würde.

du solltest den einzelnen verlagen natürlich nicht sagen, wohin du dein buch noch so geschickt hast. sie sollten immer das gefühl haben, das buch exklusiv vorliegen zu haben.

Ich hatte bei mehreren Verlagen erst einmal per E-Mail
angefragt, ob überhaupt ein Interesse an dem Thema (Sachbuch)
besteht. Einer schrieb daraufhin zurück.

wenn du schon nachfragst, dann tu das lieber auge in auge. mach doch mal einen termin, um dein buch vorzustellen. mindestens würde ich anrufen und mit jemandem darüber sprechen. aber prinzipiell ist es schon gut, mit jemandem kontakt aufzunehmen. dann stichst du aus der unübersehbaren masse der unaufgefordert eingesandten manuskripte heraus und kannst dich in deinem anschreiben auf ein gespräch beziehen.

Oh, das wusste ich nicht! Ich hatte bisher den Eindruck, dass
das VLB der Standard wäre.

ist es auch eigentlich. sagen wir mal so: es gibt kein umfangreicheres werk, aber perfekt ist es halt nicht.

Wie machen das dann die Online-Händler wie Amazon, die ein
Rückgaberecht bieten? Bürden sie die Kosten dem Autor/der
Autorin auf?

das können sie nicht. sie haben ja mit dir keinen vertrag. die haben - wie die buchhändler auch - einfach zwei möglichkeiten: entweder sie tragen die kosten selbst oder sie verkaufen keine bod-bücher.

gruß
tobias

hi anna,

du haust ja noch mehr auf die nordlichter ein, als ich. das man nachträglich vertragsklauseln ändern will, dafür habe ich sogar verständnis. aber das man erzählt, man könne den vertrag im eigenen hause nicht mehr finden, man sende einen neuen zu, das ist mehr als peinlich.

wo du auch vollkommen mit recht hast, ist die anführung wann sich bod lohnt! wenn du einen ziemlich abgegrenzten kundenkreis hast. bei mir war das zB sportartenspezifisch bezogen und ich war davor sowieso schon der einzige medienkontakt zu allen sportlern dieser sportart in deutschland, so dass die werbung kostenlos und gut funktionierte, es überhaupt keine streuverluste gab. regionales ist dem gleichzusetzen, was auch mein nächstes projekt ist. aber genau deshalb mache ich das dann auch mit der lokalen druckerei! denn die ist viel flexibler und williger; in der qualität vielleicht doch auch noch wieder ein bisschen schlechter, aber dafür erheblich günstiger.

wenn du irgendwelchen text zum bereich richtig beim verlag, lektorat vorstellen hast, den du nicht schreiben sondern nur kopieren musst, würd ich mich freuen, wenn du mir den zumailst.
zwar hab ich genug meiner eigenen isbn, aber man kann ja nie wissen ;o)

gruss marian

Ich kenne einige BoD-Autoren, deren Buecher
ausgezeichnet geschrieben sind, die jedoch tatsaechlich im
Verlauf von fast 2 Jahren lediglich 10 oder 20 Exemplare
verkaufen konnten und diese natuerlich einzig innerhalb ihres
Bekanntenkreises.

und da liegt dann noch ein kleines problem: rein rechtlich hast du damit keine veröffentlichung vorliegen. wenn du darauf angewiesen bist, kann es zum problem werden.

gruß
tobias

naja, ich spreche ja nicht von einem kunstwerk, aber
qualitätsunterschiede sind auch verkaufsbeeinflussend. ein
qualitativ gutes buch hat einfach vorteile gegenüber einem
schlechteren. vor allem, wenn der preis ähnlich ist.

das auf jeden fall. ich glaub langsam, bod lohnt nur dann, wenn das buch konkurrenzlos ist ;o) also, für den interessenten friss oder stirb, weil es das einfach nicht anders gibt

gruss marian

wenn du irgendwelchen text zum bereich richtig beim verlag,
lektorat vorstellen hast, den du nicht schreiben sondern nur
kopieren musst, würd ich mich freuen, wenn du mir den
zumailst.
zwar hab ich genug meiner eigenen isbn, aber man kann ja nie
wissen ;o)

gruss marian

Hi Marian,
hierzu muesste ich wissen, in welchem Bereich du schreibst. Sachbuecher stellt man anders vor als Belletristik.
Gruss Anna

. Und was die ISBN angeht, habe ich hier

noch irgendwo ein schlaues Büchlein liegen, worin steht, wie
man sich diese selbst beschafft.

Das findest du auch im net. Allerdings fuer eine Einzelnummer zahlt man um die 120 DM. Nur kauft BoD die ISBN im Pack und da sind sie weit billiger, ich weiss jetzt nicht exakt den Preis fuer einen Zehnerpack, aber er liegt so um die 400 DM. Dies ergibt 40 DM pro Nr. der BoD-Kunde aber zahlt 120, der Rest fliesst in die Tasche von BoD . Kein schlechtes Geschaeft.
Gruss Anna

Ja, das ist witzig, aber genau das las ich schon einmal: man
soll sein Manuskript stets nur an einem Verlag vorlegen. Kann
ich allerdings auch nicht nachvollziehen - s. Dein Argument -,
weshalb ich es sowieso gleich an mehrere schicken würde.

An nur einen Verlag zu schicken, ist Unsinn. Das ist dann so aehnlich, als suche man die Nadel im Heuhaufen. Sicher, die Verlage haben untereinander Kontakte, aber nicht was eingesandte Manuskripte anbelangt. Da haetten sie viel zu tun. Zudem hat das Verfahren des Mehrfachverschickens manchmal auch den Vorteil, dass du, sollten zwei Verlage interessiert sein, bessere Bedingungen aushandeln kannst. Oder aber, was ja auch noch (wenn auch selten) vorkommen soll, der eine oder andere Lektor belaesst es nicht nur bei einem Absageformbrief und gibt dir tatsaechlich eine Begruendung der Ablehnung. Daraus kanst du dann lernen und es beim naechsten Versuch besser machen.

Ich hatte bei mehreren Verlagen erst einmal per E-Mail
angefragt, ob überhaupt ein Interesse an dem Thema (Sachbuch)
besteht. Einer schrieb daraufhin zurück.

Die wenigsten Verlage antworten auf e-mail, erstaunlich wie unflexibel die Branche ist! Telefonieren ist besser. Direkt mit dem zustaendigen Lektorat reden, dein Buch oder in deinem Falle Sachbuch, deine Buchidee vorstellen. Da laesst sich bereits einiges abklaeren. Alerdings, die meisten Autoren scheuen sich davor, denn die wenigsten koennen sich gut verkaufen. Und bei grossen Verlagen ist es sehr schwer bis zum Lektorat vorzudringen. Da hilft nur Zaehigkeit.

Wie machen das dann die Online-Händler wie Amazon, die ein
Rückgaberecht bieten? Bürden sie die Kosten dem Autor/der
Autorin auf?

Hier uebernimmt Amazon die Kosten. Amazon und libri arbeiten zusammen. Nur: Du kannst das Buch nur dann bei Amazon zurueck geben, wenn die verschweisste Verpackung nicht geoeffnet ist. D.h. , hast du die Folie entfernt, stellst fest, dass das Buch nicht dem entspricht, was du dachtest, hast du kein Rueckgaberecht mehr. Und wer bestellt sich schon Buecher und schickt sie dann (auf eigene Portokosten) ungeoeffnet wieder zurueck? Insofern ist dies lediglich Theorie. Ich habe selbst den Fall erlebt, dass ich ein BoD-Buch bei Amazon bestellte. Nach dem vierten oder fuenften Mal Aufschlagen war der Buchruecken gebrochen, einige Blaetter hatten sich geloest, der Buchdeckel war gebogen wie eine Bratpfanne, ganze Textstellen - genau die, auf die es mir ankam - fehlen im Druck, dafuer laechelte mich unschuldiges weisses Papier an. Etc. etc… Ein Buch fuer 40 DM. Da ich das Buch damals ins Ausland bestellte, zahlte ich 35 DM Portokosten zusaetchlich. Machte 75 DM. Verstaendlich dass ich sauer war, zumal ich dieses Buch zum Arbeiten brauchte. Ich beschwerte mich bei Amazon, aber ein Rueckgaberecht gab es natuerlich nicht mehr. Man bot mir an, ich solle das Buch zurueck schicken (auf meine Kosten aus Uebersee) und sie wuerden mir ein anderes Exemplar dafuer zusenden (das natuerlich die geleichen weissen Seiten und fehlenden Textstellen enthielt) D.h. Amazon haette ein weiteres Mal 35 DM Portokosten berechnet, dazu meine Rueckportokosten … das Buch waere mich auf weit ueber 100 DM gekommen. Ich verzichtete.
Uebrigens, nichts gegen Amazon, jedoch berechnet A. wie gesagt 30 DM Grundgebuehr fuer Porto nach Uebersee, plus 5 DM pro Buch. Fuer 35 DM war ich der irrigen Ansicht, dass das Buch per Lustpost kommt, also innerhalb von 3 bis max. 5 Tagen. Was als Buchsendung unter 10 DM kostet. Ich warete ueber 6 Wochen auf das Buch. Es kam per Schiff, fuer eine Portogebuehr von 4 DM!
Auch so macht man Geld. Dass ich seit dem nicht mehr bei Amazon bestelle, ist verstaendlich. Da ist jeder kleine Buchhaendler, jedes Antiquariat serioeser und kullanter.

Das habe ich ebenfalls beobachten müssen. Momentan lese ich
ein BoD-Buch vom Trotzdem-Verlag, das in etlichen Passagen
ohne Punkt und ohne Komma daherkommt. Hier mag ich es
verkraften, da es sich um Übersetzungen diverser Essays und
Reden von Noam Chomsky handelt.
   (Der Fairness halber muss ich allerdings erwähnen, dass
sich eine Bekannte, die viel Belletristik aus „normalen“
Verlagen liest, sich mittlerweile auch schon über
Rechtschreib- und Interpunktionsfehler entsetzt zeigt.)

Das stimmt leider. Ganz besonders bei kleinen Verlagen, die sich kein grossartiges Lektorat leisten koennen.

aber bei den BoD-Seiten vermisste ich
den Hinweis auf die jeweiligen Kosten für je ein bestelltes
bzw. gedrucktes Buch. Wenn ich mich recht entsinne, waren das
auch noch einmal drei Mark.

Stimmt!

Aber sollte diese Problematik nicht deshalb

veröffentlich werden? Und gerade im Internet, in dem BoD für
seinen Dienst wirbt. Wenn sich genügend AutorInnen beschweren,
müsste sicherlich auch BoD umdenken.

Ja, so sollte man denken, aber dem steht die sogenannte Autorenpsychologie im Weg. Denn im Grunde goennt einer dem anderen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel. Die meisten „Autoren“, die mit aller Gewalt ihr gedrucktes Werk in der Hand haben wollen, schreiben in erster Linie aus Profilierungssucht. Dies ist der Erfolg von BoD. Man zahlt gerne dafuer, dass man „gedruckter Schriftsteller“ ist, dies wird immer mehr zu einer Art „gesellschaftlichem Muss“ . Alles andere hat man ja bereits, so wie der Nachbar. Da braucht es nun ein gedrucktes Buch, um sich abzuheben. Aber zugeben, dass man damit auf dem Bauch gelandet und absolut erfolglos ist, das tut kaum jemand. Warum glaubst du wohl, machen die Kostenzuschussverlage solch gewaltigen Geschaefte, nach wie vor, obwohl staendig vor ihnen gewarnt wird? Und warum glaubst du, zahlen die Leutchen 10 000, ja bis zu 25 ooo DM, ja verschulden sich sogar, einzig um ihr Werk gedruckt zu sehen? Jeder Dritte Deutsche, der einen PC hat, schreibt heute und will veroeffentlichen!

Gruss
Anna

1 „Gefällt mir“

rein rechtlich
hast du damit keine veröffentlichung vorliegen. wenn du darauf
angewiesen bist, kann es zum problem werden.

gruß
tobias

Hi Tobis,

das ist absolut richtig! Nur wissen viele dies nicht.
Gruss Anna

Nach dem vierten oder fuenften Mal Aufschlagen war der
Buchruecken gebrochen, einige Blaetter hatten sich geloest

das ist der nachteil der hotmelt-block-bindung: man erhält einen abreißblock, der einem beim blättern auch noch die finger einquetscht, weil er ständig zuschnappt. dann muss man ihm halt das rückgrat brechen, um gut lesen zu können [zumeist ist der satzspiegel ja auch so katastrophal, dass man im bund gar nicht anders lesen kann, als das büchlein komplett aufzubiegen…]
ich glaube fast, man hätte mehr spaß damit, wenn man nur die rohbogen bekäme und sich das büchlein beim buchbinder um die ecke gut - gemeint ist: benutzbar - einbinden lässt.

Warum glaubst du wohl, machen die Kostenzuschussverlage solch
gewaltigen Geschaefte, nach wie vor, obwohl staendig vor ihnen
gewarnt wird? Und warum glaubst du, zahlen die Leutchen 10 000,
ja bis zu 25 ooo DM, ja verschulden sich sogar, einzig um ihr
Werk gedruckt zu sehen? Jeder Dritte Deutsche, der einen PC hat,
schreibt heute und will veroeffentlichen!

da möchte ich noch etwas hinzufügen: es gibt pro jahr ca. 80000 neuerscheinungen allein auf dem deutschsprachigen markt! die durchschnittliche lebensdauer eines buches beträgt vermutlich ca. 5 jahre und nur jedes 3. buch kommt in eine nachauflage.
jeder, der veröffentlichen will, sollte sich das wirklich gut überlegen! denn wenn das die zahlen für den professionellen teil der branche sind, wie mögen dann die zahlen für bod-titel sein? [das wäre ja eigentlich 'ne diplomarbeit wert :o)]

also: alles gut durchkalkulieren. dann zum drucker nebenan gehen, das manuskript auf den tisch legen und nach produktionskosten fragen. um euer buch ein paar verwandten/bekannten zu geben oder regional zu verkaufen, könnte es sogar billiger werden. aber vorher unbedingt nachfragen, ob es die heimische geschäftswelt auch mitverkaufen würde [buchhandlungen, apotheken, optiker, drogerien… mit denen kann man über sowas reden - zumindest in meinem heimatdorf funktioniert das einwandfrei]. denn manchmal ist die zielgruppe so klein, dass man sie anders viel besser erreichen kann. dann braucht man auch gar keine teure isbn.
außerdem ist mit dem druck und dem verteilen einer auflage eine veröffentlichung rechtens [was für doktorarbeiten etc. ziemlich wichtig ist!].

gruß
tobias

Hi Marian,
hierzu muesste ich wissen, in welchem Bereich du schreibst.
Sachbuecher stellt man anders vor als Belletristik.
Gruss Anna

;o) Hi Anna,

tja, mein erstes Buch war nen Sachbuch (Sport), mein zweites wird hoffentlich hauptsächlich „belle“.
Von daher dacht ich halt, Du hättest was allgemeines. Aber wie gesagt, mach Dir bitte keine Mühe. Nur das, was Du mit Copy und Past oder Attach aufwenden kannst, mehr ist es nicht wert (nicht weil ich Deine Ausführungen nicht schätze - Dein Statement zu BoD fand ich umwerfend und es hätte mehr als einen Stern von mir gegeben - aber ich will Dich nicht zu sehr damit dann zeitlich belasten.)

Trotzdem vielen Dank fürs Feedback

Arbeitest Du als Lektor …

Gruss Marian

Das findest du auch im net. Allerdings fuer eine Einzelnummer
zahlt man um die 120 DM. Nur kauft BoD die ISBN im Pack und da
sind sie weit billiger, ich weiss jetzt nicht exakt den Preis
fuer einen Zehnerpack, aber er liegt so um die 400 DM. Dies
ergibt 40 DM pro Nr. der BoD-Kunde aber zahlt 120, der Rest
fliesst in die Tasche von BoD . Kein schlechtes Geschaeft.

Hey, Anna, lass’ uns lieber ISBN-Nummer verkaufen, statt Bücher vollzuschreiben! ;o)

Marco