Ja, das ist witzig, aber genau das las ich schon einmal: man
soll sein Manuskript stets nur an einem Verlag vorlegen. Kann
ich allerdings auch nicht nachvollziehen - s. Dein Argument -,
weshalb ich es sowieso gleich an mehrere schicken würde.
An nur einen Verlag zu schicken, ist Unsinn. Das ist dann so aehnlich, als suche man die Nadel im Heuhaufen. Sicher, die Verlage haben untereinander Kontakte, aber nicht was eingesandte Manuskripte anbelangt. Da haetten sie viel zu tun. Zudem hat das Verfahren des Mehrfachverschickens manchmal auch den Vorteil, dass du, sollten zwei Verlage interessiert sein, bessere Bedingungen aushandeln kannst. Oder aber, was ja auch noch (wenn auch selten) vorkommen soll, der eine oder andere Lektor belaesst es nicht nur bei einem Absageformbrief und gibt dir tatsaechlich eine Begruendung der Ablehnung. Daraus kanst du dann lernen und es beim naechsten Versuch besser machen.
Ich hatte bei mehreren Verlagen erst einmal per E-Mail
angefragt, ob überhaupt ein Interesse an dem Thema (Sachbuch)
besteht. Einer schrieb daraufhin zurück.
Die wenigsten Verlage antworten auf e-mail, erstaunlich wie unflexibel die Branche ist! Telefonieren ist besser. Direkt mit dem zustaendigen Lektorat reden, dein Buch oder in deinem Falle Sachbuch, deine Buchidee vorstellen. Da laesst sich bereits einiges abklaeren. Alerdings, die meisten Autoren scheuen sich davor, denn die wenigsten koennen sich gut verkaufen. Und bei grossen Verlagen ist es sehr schwer bis zum Lektorat vorzudringen. Da hilft nur Zaehigkeit.
Wie machen das dann die Online-Händler wie Amazon, die ein
Rückgaberecht bieten? Bürden sie die Kosten dem Autor/der
Autorin auf?
Hier uebernimmt Amazon die Kosten. Amazon und libri arbeiten zusammen. Nur: Du kannst das Buch nur dann bei Amazon zurueck geben, wenn die verschweisste Verpackung nicht geoeffnet ist. D.h. , hast du die Folie entfernt, stellst fest, dass das Buch nicht dem entspricht, was du dachtest, hast du kein Rueckgaberecht mehr. Und wer bestellt sich schon Buecher und schickt sie dann (auf eigene Portokosten) ungeoeffnet wieder zurueck? Insofern ist dies lediglich Theorie. Ich habe selbst den Fall erlebt, dass ich ein BoD-Buch bei Amazon bestellte. Nach dem vierten oder fuenften Mal Aufschlagen war der Buchruecken gebrochen, einige Blaetter hatten sich geloest, der Buchdeckel war gebogen wie eine Bratpfanne, ganze Textstellen - genau die, auf die es mir ankam - fehlen im Druck, dafuer laechelte mich unschuldiges weisses Papier an. Etc. etc… Ein Buch fuer 40 DM. Da ich das Buch damals ins Ausland bestellte, zahlte ich 35 DM Portokosten zusaetchlich. Machte 75 DM. Verstaendlich dass ich sauer war, zumal ich dieses Buch zum Arbeiten brauchte. Ich beschwerte mich bei Amazon, aber ein Rueckgaberecht gab es natuerlich nicht mehr. Man bot mir an, ich solle das Buch zurueck schicken (auf meine Kosten aus Uebersee) und sie wuerden mir ein anderes Exemplar dafuer zusenden (das natuerlich die geleichen weissen Seiten und fehlenden Textstellen enthielt) D.h. Amazon haette ein weiteres Mal 35 DM Portokosten berechnet, dazu meine Rueckportokosten … das Buch waere mich auf weit ueber 100 DM gekommen. Ich verzichtete.
Uebrigens, nichts gegen Amazon, jedoch berechnet A. wie gesagt 30 DM Grundgebuehr fuer Porto nach Uebersee, plus 5 DM pro Buch. Fuer 35 DM war ich der irrigen Ansicht, dass das Buch per Lustpost kommt, also innerhalb von 3 bis max. 5 Tagen. Was als Buchsendung unter 10 DM kostet. Ich warete ueber 6 Wochen auf das Buch. Es kam per Schiff, fuer eine Portogebuehr von 4 DM!
Auch so macht man Geld. Dass ich seit dem nicht mehr bei Amazon bestelle, ist verstaendlich. Da ist jeder kleine Buchhaendler, jedes Antiquariat serioeser und kullanter.
Das habe ich ebenfalls beobachten müssen. Momentan lese ich
ein BoD-Buch vom Trotzdem-Verlag, das in etlichen Passagen
ohne Punkt und ohne Komma daherkommt. Hier mag ich es
verkraften, da es sich um Übersetzungen diverser Essays und
Reden von Noam Chomsky handelt.
(Der Fairness halber muss ich allerdings erwähnen, dass
sich eine Bekannte, die viel Belletristik aus „normalen“
Verlagen liest, sich mittlerweile auch schon über
Rechtschreib- und Interpunktionsfehler entsetzt zeigt.)
Das stimmt leider. Ganz besonders bei kleinen Verlagen, die sich kein grossartiges Lektorat leisten koennen.
aber bei den BoD-Seiten vermisste ich
den Hinweis auf die jeweiligen Kosten für je ein bestelltes
bzw. gedrucktes Buch. Wenn ich mich recht entsinne, waren das
auch noch einmal drei Mark.
Stimmt!
Aber sollte diese Problematik nicht deshalb
veröffentlich werden? Und gerade im Internet, in dem BoD für
seinen Dienst wirbt. Wenn sich genügend AutorInnen beschweren,
müsste sicherlich auch BoD umdenken.
Ja, so sollte man denken, aber dem steht die sogenannte Autorenpsychologie im Weg. Denn im Grunde goennt einer dem anderen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel. Die meisten „Autoren“, die mit aller Gewalt ihr gedrucktes Werk in der Hand haben wollen, schreiben in erster Linie aus Profilierungssucht. Dies ist der Erfolg von BoD. Man zahlt gerne dafuer, dass man „gedruckter Schriftsteller“ ist, dies wird immer mehr zu einer Art „gesellschaftlichem Muss“ . Alles andere hat man ja bereits, so wie der Nachbar. Da braucht es nun ein gedrucktes Buch, um sich abzuheben. Aber zugeben, dass man damit auf dem Bauch gelandet und absolut erfolglos ist, das tut kaum jemand. Warum glaubst du wohl, machen die Kostenzuschussverlage solch gewaltigen Geschaefte, nach wie vor, obwohl staendig vor ihnen gewarnt wird? Und warum glaubst du, zahlen die Leutchen 10 000, ja bis zu 25 ooo DM, ja verschulden sich sogar, einzig um ihr Werk gedruckt zu sehen? Jeder Dritte Deutsche, der einen PC hat, schreibt heute und will veroeffentlichen!
Gruss
Anna