Brauche einen guten Rat!

Hallo Sandra,

hier wurde das Thema, allerdings während der Ausbildung, bereits behandelt:
/t/jugendlicher-in-der-ausbildung/1167612

Das Allerwichtigste ist erst einmal, dass ihr (du und dein Mann) euch über dieses Thema nicht vor den Töchtern streitet, das gilt sowieso für jedes Streitthema in Bezug auf die Kinder.
Klar, dass sie sich dann auf die Seite dessen schlagen, der ihre Auffassung unterstützt und so unbemerkt einen Keil zwischen Vater und Mutter treiben. Lasst das nicht zu.

Unsere Söhne geben während ihrer Lehre je 50,- € von ihren 600 - 850,- € Verdienst für den jeweiligen Unterhalt ab. Damit decken sie bei Weitem nicht ihre Unkosten. Mein Mann und ich waren auch eher vorsichtig und wollten es nicht übertreiben, sondern wir wollten Ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie zu ihrem Lebensunterhalt aktiv beitragen. Mittlerweile haben sie sich wohl gut umgehört und haben gemerkt, dass sie sich dabei gar nicht schlecht stehen.

Das Problem ist, dass heute die meisten Kinder häufig im Überfluss groß werden, da werden Werte wie Verantwortungsgefühl und Teamgeist schnell an den Rand gedrängt. Das Abgeben des Kostgeldes ist für sie zunächst etwas schmerzhaft, es regt sie aber auch zum Nachdenken an. Wenn die Eltern ihre diesbezüglichen Richtlinien mit den Kindern klar und unmissverständlich in entspannter Atmosphäre festlegen, gibt es kaum Probleme.
Es sind arme Kinder, die immer nur den Überfluss kannten und später, wenn sie ausgezogen sind, erst merken, dass man manchmal kämpfen muss, dass einem nichts geschenkt wird und dass man andere Menschen auch nicht ausnutzen darf. Es wird etwas einfacher für sie, wenn sie angemessene Mitverantwortung erfahren haben, es erspart ihnen im Leben manche schmerzhafte Erfahrung oder Enttäuschung.
Alles was ich für meine Söhne erledige, mache ich ebenfalls gerne. Aber sie sollen die Arbeit und den Einsatz anderer wirklich wertschätzen. Ich selbst stehe ja nur für die potentiellen anderen Menschen, die mal etwas für sie tun, und wer gerät schon gerne an verwöhnte Lebenspartner, die sie sonst unweigerlich werden würden?

Ich kenne Eltern, die ihren erwachsenen Kindern (1 in der Lehre, 1 gut verdienend) deren Autos kauften und alle dazugehörigen Abgaben finanzieren und sich neben anderen Ausgaben selbst kaum einen eigenen Urlaub leisten können, so dass sie ihrerseits die Großeltern um Geld anbetteln müssen für größere Anschaffungen… Und die Kinder kommen mit ihrem Geld, dass sie komplett behalten dürfen seltsamerweise nicht aus…

Soweit ich weiß, kann man sich bei der Verbraucherberatung neben Taschengeldempfehlungen auch Kostgeldempfehlungen in Bezug auf Ausgaben der Eltern und Einnahmen der Kinder ausrechnen lassen. Vielleicht wäre das ein Weg. Nachdem euch eine Richtlinie bekannt ist, solltet ihr euch friedlich und nicht im Beisein der Töchter, zunächst auf die zu zahlenden Beträge einigen. Wenn die beiden merken, dass ihr euch einig seid, wird bald wieder Frieden einkehren. Die Vorstellung deines Mannes klingt mir etwas zu hoch, aber ohne Verantwortung/Beteiligung zu übernehmen, dass halte ich nicht für gut.

Viel Erfolg wünscht euch

Renate

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