Hallo Roland,
danke, dass du mir geschrieben hast.
Aber diesen Knoten aufzudröseln wirst im Endeffekt
nur du selbst schaffen.
Darüber bin ich mir im Klaren. Aber manchmal können einem andere auch gute Denkanstöße geben.
Was heißt hier „Respektperson“?
eine Dozentin. Sie hat uns ein Semester lang auf ein Praktikum vorbereitet und sich meine beiden Unterrichtsstunden angesehen.
Hast du das Gefühl, es ist
eine Person, die die nötige Kompetenz hat, das zu beurteilen?
Ja, auf jeden Fall. Sie hat Kinder. Und wer Kinder hat, weiß auch , wie man mit kindern richtig umgeht. Natürlich können Eltern auch unterschiedliche Meinungen über die richtige Erzeihung haben. Aber ich glaube, Eltern wissen auf jeden Fall mehr über Erziehung als ein Studentin, die frisch von der Schule kommt.
Außerdem ist sie ja auch Lehrerin
Wenn nein, was sagen andere Menschen?
Schwierig zu beantworten. Meine Mutter: Will natürlich , dass ich weiterstudiere, hat aber keine Ahnung, sie sieht ja nicht, wie ich mich in der Klasse verhalte.
Kommilitonen: Unterschiedliche Ansichten. Auf die Frage : Bin ich überhaupt als Lehrerin geeignet, habe ich superausweichende Antworten bekommen…Zur Musikprobleatik: Die Probleme, die ich dort habe, sind lösbar (schwerlösbar,…aber es ist machbar).
Und ganz wichtig: was
denkst du?
Ich weiß im Moment nicht wirklich, was ich denken soll, sehe abe insgesamt alles wieder positiver- wobei ich mir allerdings im Moment nicht im Klaren darüber bin, obes wirklich das ist, was ich will.
Hast du mehr Interesse an der Mathematik und an der
Musik oder geht es dir wirklich darum, mit Kindern
zusammenzusein, sie zu „ertragen“, die Erziehung als das
zentrale Element - besonders bei Grundschülern - zu sehen?
Schwere Frage, dass weiß ich nun wirklich nicht.
Wenn du der Meinung bist, du kannst mit Kindern umgehen, woher
rührt dann deine Meinung? Hast du schon ein Praktikum in einer
Schule gemacht? Wie reagieren Kinder auf dich?
Ich habe das ESP1 und ESP2 gemacht. Hier kann man nicht sagen, dass ich beliebt war. Die kinder mochten die anderen drei Kommilitonen alle lieber als mich. Als es dann ans unterrichten ging, hat es aber trotzdem Spaß gebracht.
Dann kam das Vorpraktikum. Die Kinder mochten mich.
Und jetzt das FSP.
Ich denke, es ist ganz wichtig, daß du dir klar wirst, ob
deine Zukunft die Kinder sind oder doch eher die Mathematik
oder die Musik.
Das ist schwierig. Ich habe mal ein vierwöchiges Praktikum in einem Kindergarten gemacht. Mir hat alles großartigen Spaß gemacht. Doch dann merkte ich, dass mir ein ganz wesentliches Element fehlte.
Ich fühlte mich geistig unterfordert.Ich kann die Frage noch ncht beantworten. Aber ich werde mir darüber gedanken machen. Nur: Nehmen wir mal an, meine Zukunft sind nicht die Kinder, sondern Mathe bzw. Musik. Was mache ich dann?
Seien wir ehrlich: es gibt auch schlechte
Lehrer, die in den Beruf mit falschen Vorstellungen gestartet
sind oder mehr an der „üppigen Freizeit“ interessiert waren
oder mehr an ihrem Fach las an der Wissensvermittlung. Wie
siehst du dich selbst?
Falsche Vorstelungen hatte ich nicht, was einfach daran lag, dass ich gar keine Vorstellung hatte, von all dem, was auf mich zukommt.
An der Freizeit bin ich nicht interessiert. Ich meine , ich bin eher an der Wissensvermittlung als am Fach selbst interessiert.
Eine weitere Respektsperson sagte mir, ich sei „unfähig“ für
eine bestimmte praxisbezogene Handlung- ich solle mich doch
für ein anderes Studium entscheiden.
Wieder die gleichen Fragen wie oben. Stellen wir uns vor,
diese Person hätte Recht, gäbe es Alternativen auf denen du
mit deinen bisher erworbenen Kenntnissen aufbauen könntest?
Nein, nicht wirklich. Musiktherapeutin? Scheitert ja schon daran, dass ich angeblich nicht mit kindern umgehen kann. Außerdem scheitert es an meinem schlechten Gitarrespiel. Kann man lernen. Dann kann ich aber auch da bleiben , wo ich bin.
Und wenn du denkst sie hat nicht Recht, wie kommt sie auf die
Idee zu sagen, du seist „unfähig“?
Im ersten Semester bin ich an einer bestimmten Sache gescheitert. Sie weiß ganz genau, dass ich das nicht kann. Nun hat sie mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich es immer noch nicht könne. Stimmt ja auch. Sie hat allerdings sehr harte Worte benutzt. Ich hänge mich jetzt voll und ganz rein und werde es vielleicht irgendwann begreifen. Es ist bloß so schwer.
Solche Aussagen trifft man
nicht einfach mal eben so. Ist vielleicht etwas Wahres daran?
Jaaaaaaaaaaaaaaa. Aber wenn ich mich bemühe, klappt es vielleicht ja doch.
Ob du geeignet bist, weißt du eventuell erst, wenn es zu spät
ist. Finde es jetzt heraus. Geh in die Schule, da wäre dein
zukünftiger Arbeitsplatz. Finde es heraus, ob das deine
Lebensaufgabe werden könnte.
Ich habe ja 4-wöchiges Vorpraktikum gemacht, und das war schön.
Ob du als Lehrerin gut
bist entscheidet sich nicht dadurch, ob du Religion oder Musik
studiert hast.
Es geht ja mehr um die Frage: Bin ich als Lehrerin nicht geeignet ? Oder bin ich nicht als Musiklehrerin geeignet?
Was ist mit dem Fach Pädagogik? Du hast es noch nicht einmal
erwähnt?
Das ist ja nicht bös gegenüber dem Fach Pädagogik gemeint, zeigt eher meine positive Einstellung, die ich diesem Fach gegenüber habe. Denn es steht für mich überhaupt nicht die Frage, ob ich Pädagogik weiterstudieren solle oder nicht. Das will ich auf jeden Fall, das ist für mich das Schönste aller Fächer. Als ich an die Uni kam, wollte ich in ertsen Semester eigentlich nur zu Pädagogikveranstaltungen und kein Mathe und kein Musik, aber mir wurde dann gesagt, dass das ja so nicht ginge.
Was ist SO?
Sonderschullehramt.
Wenn du vorher schon damit rechnest zu zerbrechen, dann mußt
du gut aufpassen, daß du deine eigene Erwartungshaltung nicht
erfüllst. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, daß du wirklich
zerbrechen wirst. Warum willst du dir das antun?
- Ich sage: ja, ich bin nicht geeignet. Breche Studium ab.
Und dann? Ich mein, sooooooooo einfach ist das ja auch wieder
nicht, Bücher zu scheiben.
Stimmt. Aber selbst wenn du dich dazu entscheiden würdest
abzubrechen, gibt es nicht auch noch die Möglichkeit das
Studienfach zu wechseln? Es gibt ja auch Diplomstudiengänge,
in denen du dein bisher erworbenes Wissen einsetzen kannst.
Aber dazu mußt du natürlich wirklich herausfinden wo deine
Fähigkeiten liegen und (ganz wichtig) natürlich auch, wo sie
nicht liegen.
Diplom in Schulpädagogik kann man galube ich nur machen, wenn man schon die 1. Staatsprüfung hinter sich hat.Und die frage ist ja, ob ich überhaupt so weit komme. Und Diplom in Allgemeiner Pädagogik? Ich weiß 1. nicht, ob mich dass interessiert
2. was macht man dann beruflich? Keine Ahnung.
Deshalb nochmals der Rat, jede Möglichkeit zu nutzen an einer
Grund- oder Hauptschule Praktika zu machen, mit Lehrern zu
sprechen, damit du weißt, was später auf dich zu kommt und
wirklich deine Fähigkeit mit Kindern zusammenzuarbeiten
ernsthaft überprüfst.
Ich denke, ich werde noch mehr darüber nachdenken müssen. Noch bin ich mir darüber nicht im Klaren, was aus meinem Leben werden soll.
Danke nochmals.
Gruß, Minje