Hallo Tessa,
Während der „10 Gebote“ mit C. Heston bin ich
trotz der hervorragenden Special-Effects zwar immer wieder
eingeschlafen, hier ist trotzdem der überlieferte O-Ton aus
dem Buch Deuteronomium (Kap. 5, Verse 6-21):
dieser Film ist m.E. der Beste, der über diese Thema gedreht wurde.
(1)
- Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat,
aus dem Sklavenhaus.
- Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
(2)
- Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgend etwas
darstellt am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser
unter der Erde.
- Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und
dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr,
dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir
feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen
und an der dritten und vierten Generation;
bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten,
erweise ich Tausenden meine Huld.
(3)
- Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht
mißbrauchen; denn der Herr läßt den nicht ungestraft, der
seinen Namen mißbraucht.
(4)
- Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der
Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat.
- Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.
Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott,
geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und
deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein
Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen
Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin
sollen sich ausruhen wie du.
- Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der
Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort
herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur
Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.
(5)
- Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie es dir der Herr,
dein Gott, zur Pflicht gemacht hat, damit du lange lebst und
es dir gut geht in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir
gibt.
(6)
- Du sollst nicht morden,
(7)
- du sollst nicht die Ehe brechen,
(8)
- du sollst nicht stehlen,
(9)
- du sollst nicht Falsches gegen deinen Nächsten aussagen,
(10)
- du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen,
und du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren, nicht
sein Feld, seinen Sklaven oder seine Sklavin, sein Rind oder
seinen Esel, nichts, was deinem Nächsten gehört.
Hoppla! Da zähle ich doch tatsächlich 14 (!!!) Gebote - wo in
aller Welt ist das Dekalog geblieben??? - und entdecke so
einiges, was mir nicht unbedingt behagt (weiter unten mehr
dazu).
Ich hab wieder 10 (!) draus gemacht
)
Wenn ich mir nun die „aktuellen“ Gebote ansehe und durchlese,
so sind doch einige der ursprünglichen auf quasi wundersame
Weise einige verschwunden:
Das ist wirklich interessant. Wer hat die Gebote Gottes „aktualisiert“? Und warum?
Interessant finde ich auch die Änderung von „Du sollst nicht
MORDEN“ in „Du sollst nicht TÖTEN“. Für mich sieht es so aus,
als ob das Töten seinerzeit Gang und Gäbe wäre, nur einen Mord
durfte man nicht begehen, sonst wäre die Absolution in größter
Gefahr.
Im Original heißt es „morden“.
Also das heimtückische Umbringen!
Getötet wurde ja in jedem Krieg, und Kriege waren dem alttestamentlichen Israel nicht verboten.
Nicht minder spannend finde ich die Geschichte vom
„eifersüchtigen Gott“, der diejenigen, die sich vor anderen
Göttern niederwerfen, bis in die vierte Generation zu
verfolgen beabsichtigt. Auch das ist aber aus den aktuellen
christlichen Geboten verschwunden.
Leider ja. Aber Gott hält sich immer noch an sein Original.
Wenn man sich vor Augen hält, dass Gott unsichtbar ist, ist es
ja auch völlig sinnlos, ein Bild anzufertigen.
Nix da, siehe meine Ausführungen zum Thema „und Gott schuf
Adam nach seinem Vorbild“ (meines Erachtens: mangels eines
besseren Musters).
Hier würde ich den Ausdruck Vorbild nicht auf das physische Erscheinungsbild beziehen. Sonst wäre Adam vielleicht auch unsichtbar gewesen? Und als Vorbild hätte er doch auch die Engel nehmen können. Hätten wir dann Flügel?
Das letzte - nicht offizielle Gebot - wird in der ganzen
Diskussion ohnehin gerne vergessen. Es kommt zwar von Jesus,
also von einem Teil der Heiligen Dreifaltigkeit, ist aber
nicht minder wichtig.
„Liebet Eueren Nächsten, wie Euch selbst.“
Dieses Gebot ist nicht „nur von Jesus“, sondern ebenfalls von Gott selbst. Und zwar als Zusammenfassung der 10 Gebote.
MT 22,35 Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte:
MT 22,36 Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz?
MT 22,37 Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5.Mose 6,5)
MT 22,38 Dies ist das höchste und größte Gebot.
MT 22,39 Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18).
MT 22,40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Für mich persönlich ist ohnehin ein anderes Gebot wesentlich
wichtiger.
Und das wäre ??
Liebe Grüße
Harald