Bremsflüssigkeitstausch ohne entlüften zu müssen?

Hallo zusammen,
ich möchte bei meinem Fahrzeug nach sieben Jahren (ca. 88.000km) die Bremsflüssigkeit tauschen. Jetzt hat mir jemand gesagt, wenn es vorsichtig gemacht wird kann man es auch ohne Entlüftungsgerät machen.
Einer öffnet und verschließt die Schraube an jedem einzelnen Bremszylinder; der andere „pumpt“…
Wie muß ich vorgehen bzw. was kann schiefgehen?
Gibt es außer ATE noch andere Bremsflüssigkeitshersteller?
Danke für eure Tipps.

Hallo,

ja prinzipiell kann man das schon so bewerkstelligen, aber es gibt einige Gruende es nicht selbst zu tun.

  1. Als Laie sollte man tunlichst die Finger von der Bremsanlage weglassn.
    2 Es ist sehr muehsam und langwierig.
  2. Man braucht das passende Werkzeug, sonst laeuft man Gefahr einen Nippel am Bremssattel abzureissen.
  3. Man muss die alte Bremsfluessigkeit entsorgen, die unter die Kategorie „Gefahrnmuell“ faellt.
  4. In einer serioesen freien Werkstatt ist das nicht wirklich teuer.

Tschau
Peter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Nach sieben Jahren? Ich kann das nicht glauben. Normalerweise muß die Flüssigkeit alle 2 Jahre getauscht werden. Wenn es ganz dick kommt, kommt zu der neuen Bremsflüssigkeit auch noch der eine oder andere Bremszylinder.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin,

ich kann mich Peter nur anschliessen. In einer Werkstatt ist sowas mit entsprechendem Gerät auf der Hebebühne schnell erledigt und kostet nicht viel. Auch wenn ich sonst alles selber mache, für den Preis lege ich mich nicht unter das Auto und quäle mich ab.

Gruss Jakob

Wenn Du keine Ahnung davon hast, lass am besten die Finger davon.

Man kann zwar prinzipiell die Bremsflüssigkeit wechseln indem man sie mit dem Geberzylinder (Pedal) durchpumpt, allerdings muß man sich danach nicht wundern wenn die Dichtung am Geberzylinder eingerissen ist und man einen neuen Hauptbremszylinder braucht weil man die Dichtung einzeln nicht wechseln kann oder sie einzeln nicht bekommt.
Durchpumpen ist die uneleganteste Bauernmethode. Das kann man machen solange alle Teile der Bremsanlage neu sind, aber nicht nach 88.000km.
Entweder verwendet man zum Tauschen Überdruck- oder Unterdruckbefüllsysteme, alles andere ist Pfusch.
Es ist auf jeden Fall sehr löblich, daß Du die Bremsflüssigkeit wechselst, das sollte man eigentlich so alle 2 Jahre machen, da Bremsflüssigkeit Wasser bindet und dieses bei zu hohen Temperaturen sich in Dampf verwandeln kann, bzw. die Feuchtigkeit im Bremssystem alles zum gammeln bringen kann.

Horst.

Hi,

Auch wenn ich sonst alles
selber mache, für den Preis lege ich mich nicht unter das Auto
und quäle mich ab.

hab eben geschaut. Bei der Werkstattkette bei uns im Ort zu der ich früher immer ging (nix A?? sondern 1-???) kostet das aktuell 19,50. Kein Preis zum drüber nachdenken…

J~

Hallo Horst,

Es ist ja in diesem Forum jeden freigestellt auf Fragen zu antworten.
Meiner Meinung sollte dann aber Kompetenz für den Fragesteller rüberkommen.

Gruß Bernd O.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin,

falsch war es doch nicht, was Horst geschrieben hatte.
Gerade der Hinweis auf die Manschette, die dabei übern Jordan gehen kann, war durchaus wichtig.
Wenn die Manschette beim Entlüften draufgeht war die ganze Arbeit für´n gelben Sack. Das wäre ärgerlich.

Gruss Jakob

Hallo Bernd

An welcher Stelle fehlt Dir die Kompetenz?

Ich hab schon öfters Dichtungsmanschetten getauscht die beim Entlüften drauf gegangen sind. Ist ja auch klar, daß die Dichtung erst dann drauf geht, wenn sie sich in den Bereichen des Zylinders bewegt, in dem sie sich im normalen Betrieb nicht bewegt und sich dort dann Schmodder und Siff ablagern der die Dichtlippe einreist.

Horst

Hallo Jakob,

Diese Manschette wird wie oft benutzt wenn wir mit dem Auto unterwegs sind? Und dann kommt es immernoch darauf an wo wir fahren. Wenn ich mir vor Augen halte was im täglichen Großstadtverkehr von diesen Manschetten gefordert wird!

Wenn Du mir bitte mal erklären könntest wie die Feuchtigkeit (Wasser) in ein geschlossenes System eindringen kann-soll?
Als Hinweis- Mein Auto kommt nur zum TÜV in die Werkstatt.
Und ich bin kein gelernter Autoschlosser!!

Gruß Bernd O.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Wenn Du mir bitte mal erklären könntest wie die Feuchtigkeit
(Wasser) in ein geschlossenes System eindringen kann-soll?

Hallo!

In der Bremsflüssigkeit darf sich im Winter niemals ein Eisklümpchen bilden.
Sei es durch Kondenswasser im Luftvolumen des Behälters, oder durch Kondenswasser im Bremsflüssigkeitskanister der Werkstatt.

Deshalb ist die Bremsflüssigkeit so hergestellt, dass sie das Wasser aufnimmt und
in sich verteilt.
Als Nebenwirkung ist sie dadurch stark hygroskopisch,
„saugt“ also Wasser durch die Bremsschläuche aus Gummi regelrecht in sich ein.

Das ist also ein reines „Verschleissteil“,
kann man sich etwa vorstellen, wie der Sack Zement, der 2 Jahre in der Garage liegt, der ist dann auch unbrauchbar.

Anmerken möchte ich dazu aber, dass sehr viele Autos hier herumfahren, wo die Bremsflüssigkeit 5 Jahre oder noch viel älter ist.
Mir ist nicht bekannt, dass da mal jemanden etwas passiert ist.
Ausnahme dazu ist mein Vater, das war aber ein wirklich extremer Fall,
Wartburg mit 2-Taktmotor ohne wirkliche Motorbremswirkung, mit Wohnwagen im Gebirge, da ist es auf einer langen steilen Bergabfahrt tatsächlich mal soweit gewesen. Zum Glück ist nichts passiert.

Ansonsten meine ich mal, dass man bei jedem TÜV für die 20 € das schon mit machen lassen sollte.
Erstmal ist es nicht schlecht, wenn die Entlüfterventile gelegentlich mal geöffnet werden,
wenn man nach 10 Jahren mal Bremsschläuche wechseln lassen muss,
und die Ventile eingerostet sind, kann es 4 x so teuer werden, als wenn man alle 2 Jahre die Bremsflüssigkeit gewechselt hätte.

Und dass die Bremszylinder die alte, dreckige, gammelige Brühe nicht mögen,
wurde ja schon geschrieben.

Ich sehe ja fast täglich, was da für Dreck mit herauskommt.

Grüße, Steffen!

Hi,

Diese Manschette wird wie oft benutzt wenn wir mit dem Auto
unterwegs sind? Und dann kommt es immernoch darauf an wo wir
fahren. Wenn ich mir vor Augen halte was im täglichen
Großstadtverkehr von diesen Manschetten gefordert wird!

Und das Bremspedal trittst du immer bis zum Boden durch, so dass die Manschette immer in den vorderen Bereich des Hauptbremszylinders kommt?

Wenn Du mir bitte mal erklären könntest wie die Feuchtigkeit
(Wasser) in ein geschlossenes System eindringen kann-soll?

Das System ist nicht geschlossen. Notwendigerweise ist im Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters ein Loch. Zudem wird im Laufe der Zeit Wasser über die Bremsschläuche aufgenommen. Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch.
Dieses Wasser sorgt dafür, dass der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit gesenkt wird, was bei hoher Belastung der Bremse zum Kochen des enthaltenen Wassers führen kann: es bilden sich Dampfblasen. Diese wiederum sind im Gegensatz zur Bremsflüssigkeit komprimierbar. Ergo: man tritt ins Leere.

Als Hinweis- Mein Auto kommt nur zum TÜV in die Werkstatt.
Und ich bin kein gelernter Autoschlosser!!

Das merkt man. Sonst hättest du die in den bisherigen Postings enthaltene Kompetenz vielleicht erkannt, anstatt sie zu bemängeln.

Viele Grüße
WoDi

1 „Gefällt mir“

Wenn Du mir bitte mal erklären könntest wie die Feuchtigkeit
(Wasser) in ein geschlossenes System eindringen kann-soll?

Hallo Bernd

Mach mal den Schraubverschluß von Deinem Bremsflüssigkeitsausgleichsbehälter auf und kuck mal wie viel Kondenswasser sich in der Gummimembran angesammelt hat.
Und dann überdenke mal bitte Deine Frage.

Die Bremsflüssigkeit an Scheibenbremsen kann bei langem Bremseinsatz (z.B. Bergabfahrt) schnell die 100 Grad C Grenze überschreiten und wie wir in der Schule schon gelernt haben ändert Wasser bei 100 Grad Celsius seinen Aggregatzustand von Flüssig in Gasförmig. Gasförmiges Bremsfluid ist im Gegensatz zu flüssigem kompressibel, was für ein hydraulisches Bremssystem eher als kontraproduktiv einzustufen ist.

Den Rest zur Wasserbindung in Bremsflüssigkeit hat ja Steffen schon geschrieben.

Ich hoffe das war jetzt für Dich kompetent genung.

Schöne Grüße vom Ingenieur
Horst

Moin,

Diese Manschette wird wie oft benutzt wenn wir mit dem Auto
unterwegs sind? Und dann kommt es immernoch darauf an wo wir
fahren. Wenn ich mir vor Augen halte was im täglichen
Großstadtverkehr von diesen Manschetten gefordert wird!

Nun, in diesem Fall ist es aber wie bei Raumschiff Enterprise:
Die Manschette stösst dabei in Gegenden vor, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat :wink:
Im Ernst: Beim Entlüften wird das Pedal meist vonm Bastler voll durchgetreten. Dort war die Manschette aber noch nie, und da sollte sie auch nie sein, denn in der Praxis lässt sich das Pedal nicht bis zum Boden durchtreten.

Wenn Du mir bitte mal erklären könntest wie die Feuchtigkeit
(Wasser) in ein geschlossenes System eindringen kann-soll?
Als Hinweis- Mein Auto kommt nur zum TÜV in die Werkstatt.
Und ich bin kein gelernter Autoschlosser!!

Das System ist ja nicht vollständig geschlossen. Durch die Manschetten oder den Deckel des Behälters (Entlüftung) kommt Wasser rein. Das ist natürlich kein Regen- oder Spritzwasser. Bremsflüssigkeit ist aber hygroskopisch, zieht also Wasser aus der Luft.

Gruss Jakob

Nachtrag
Ich habe gerade noch die anderen Antworten gelesen, die ja dasselbe aussagen (hätte ich vielleicht mal vorher machen sollen). Ich hoffe also Du glaubst jetzt an die Kompetenz der User hier :wink:

Gruss Jakob

Hi,

Man kann zwar prinzipiell die Bremsflüssigkeit wechseln indem
man sie mit dem Geberzylinder (Pedal) durchpumpt, allerdings
muß man sich danach nicht wundern wenn die Dichtung am
Geberzylinder eingerissen ist

und wie wahrscheinlich ist das und wie bemerkt man das?
Kann man das durch „nicht ganz bis zum Anschlag durchdrücken“ verhindern oder wird das System dann nicht vollständig entlüftet? Wie funktioniert denn so eine Unter/Überdruckwechselmaschine?

Grüße,
J~

Hallo!

Nun, in diesem Fall ist es aber wie bei Raumschiff Enterprise:
Die Manschette stösst dabei in Gegenden vor, die nie zuvor ein
Mensch gesehen hat :wink:
Im Ernst: Beim Entlüften wird das Pedal meist vonm Bastler
voll durchgetreten. Dort war die Manschette aber noch nie, und
da sollte sie auch nie sein, denn in der Praxis lässt sich das
Pedal nicht bis zum Boden durchtreten.

Es kommt manchmal vor, dass ich Autos habe, wo der Anschluss für das Entlüftergerät nicht passt.
Da wird das dann auch nach der altdeutschen Fusspumpmethode gemacht.
Aber nur im Notfall, und da wird nur halb reingetreten.
Also gehen tut das schon…
Es gibt auch Autos, die sich schlecht entlüften lassen, da bleib einem dann auch nichts anderes übrig.

Wenn Du mir bitte mal erklären könntest wie die Feuchtigkeit
(Wasser) in ein geschlossenes System eindringen kann-soll?
Als Hinweis- Mein Auto kommt nur zum TÜV in die Werkstatt.
Und ich bin kein gelernter Autoschlosser!!

Das System ist ja nicht vollständig geschlossen. Durch die
Manschetten oder den Deckel des Behälters (Entlüftung) kommt
Wasser rein. Das ist natürlich kein Regen- oder Spritzwasser.
Bremsflüssigkeit ist aber hygroskopisch, zieht also Wasser aus
der Luft.

Das Wasser wird nach meiner Meinung überwiegend durch die Gummi-Bremsschläuche
in das System gelangen.

Grüße, Steffen!

Hallo!

und wie wahrscheinlich ist das

Sehr unwahrscheinlich, nur bei sehr alten Auto’s passiert das.

und wie bemerkt man das?

Man merkt den Fehler, wenn man das Bremspedal einige Zeit leicht tritt,
und es sich ganz langsam bis zum Bodenblech durchsinkt.

Kann man das durch „nicht ganz bis zum Anschlag durchdrücken“
verhindern

Doch, wenn man seine Gedanken zusammennimt, geht das schon.

oder wird das System dann nicht vollständig
entlüftet?

Das geht sogar ganz gut, manchmal sogar besser als mit den techn. Gerätschaften.
Beim Bremsflüssigkeitswechsel ist das ja relativ problemlos, aber wenn man mal zu Reparaturzwecken die Bremshydraulik öffnen muss, z. B. wenn ein Bremsschlauch gewechselt wird,
gibt es manchmal Probleme beim Entlüften. Da setzen sich manchmal in einigen Ecken Luftblasen fest, die mit den Entlüftergeräten einfach nicht rauswollen.
Wenn man das mit dem Pedal macht, bringt man da viel mehr Druck zusammen, welcher dann die Luftblase doch noch herausspült.

Wie funktioniert denn so eine
Unter/Überdruckwechselmaschine?

Überdruck:
Am Bremsflüssigkeitsbehälter wird der Deckel abgenommen, ein anderer kommt drauf,
mit einem Schlauchanschluss. Durch den Schlauch wird Bremsflüssigkeit mit so 1,5 bar eingeleitet.
Da wird die Bremsflüssigkeit einfach durchgespült.

Unterdruck:
Da hat man einen Behälter, in dem mit Druckluft + Injektor Unterdruck erzeugt wird. Über einen Schlauch wird der Unterdruck auf die Entlüfterventile der Bremse geleitet.So wird die Bremsflüssigkeit sozusagen durchgesaugt.

Unterdruckgeräte sind nicht empfehlenswert, ich hatte mal eines zur Probe,
habe das aber ganz schnell zurückgegeben.

Grüße, Steffen!

1 „Gefällt mir“

Soweit stimmt das eigentlich alles, Dichtungsmanschetten reißen aber nicht nur bei alten Autos, sonder vor allem bei Autos, bei denen die Bremsflüssigkeit sehr alt ist.

Unterdruckgeräte sind zwar nicht so komfortabel wie Überdruckgeräte, aber sie haben gewisse Vorteile.

  1. Ich muß das Gerät nicht mit Unmengen frischer Bremsflüssigkeit füllen um es Betriebsbereit zu halten. Auch die Bremsflüssigkeit im Gerät wird alt, von daher sind diese Geräte für Hobbyschrauber, die das Gerät nicht täglich und ständig benutzen völlig uninteressant und auch viel zu teuer.

  2. Ich benötige nicht für jedes Fahrzeug einen entsprechenden Adapter für den Ausgleichsbehälter. Im PKW Bereich gibts da zwar nur eine Hand voll, die ca. 90% der Modelle abdecken, aber was mach ich wenn ich ein Fahrzeug habe, bei dem der Adapter nicht passt? Bzw. wenn ich mal eine Motorradbremse habe (fast jedes Modell ein anderer Deckel) oder eine Motorradkupplung, da gehts mit Überdruckgeräten einfach nicht.

Bei den Unterdruckgeräten gibt es allerdings auch gute und schlechte. Ich hatte mal eines von Schneider-Druckluft mit Metallbehälter, das war nicht so der Burner. Inzwischen habe ich eins von Lukas, das Gerät ist Top.

Wenn ich wie bei PKW ein langes verzweigtes Leitungsnetz habe mit hier noch ABS Steuergerät und da noch Bremskraftverstärker etc. dann kann das schon sein, daß der Unterdruck an seine Grenzen kommt, weil das Leitungsvolumen einfach zu groß wird, aber prinzipiell sind die Unterdruckgeräte gerade für den semiprofessionellen Bereich sehr zu empfehlen.

1 „Gefällt mir“

Dank an euch beide! Das hat mir einen guten Einblick gegeben…

J~