Brennwert: Wieviel wird wirklich aufgenommen?

Hi,

Kalorienangaben auf Lebensmitteln gut und schön, aber wieviel wird davon (ungefähr, durchschnittlich …) wirklich vom menschlichen Körper aufgenommen? Die Frage bezieht sich sowohl auf feste als auch auf flüssige Nahrung.

Gruß und Danke
Christian

nur ‚hörensagen‘
hallo!!

bei durchfall gar nix!! :wink:) der kostet eher noch mehr als es bringt.

ich habe mal eine zahl von ca. 65% gehört. die aufspaltung kostet was, die unmengen bakterien in unserem darm nehmen sich was sie wollen-tja-und der rest landet „in uns“.

aber: ich weiss nicht ob das noch der stand der dinge ist: der brennwert wird rein physikalisch bestimmt, d.h. das zeug wird wirklich „verbrannt“ bzw. verglimmt (???). so arbeitet aber kein organismus. also wertlos die tabellen.
und wenn dann mal nachgemessen wird (wie dieses jahr im focus) dann findet man werte an die man nie im traum gedacht hätte.

die analysemethoden ändern sich auch alle 10 jahre. ballaststoffe waren noch vor 10 jahren kalorienfrei. jetzt sind das die reinsten „bomben“.

tschüss

matthias

p.s. wie gesagt: alles obige beruht auf „hörensagen“ aus „seriösen“ quellen-wer einen fehler findet darf ihn behalten.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo auch!

Ich weiß es zwar nicht genau, aber ich meine, die aktuellen Verfahren zur Bestimmung des Brennwertes sind angelehnt an den Vorgang im menschlichem Organismus, d.h. es werden die Produkte vorher und nachher gemessen. Die Differenz ist dann lt. „Wissenschaft“ der für den menschlichen Organismus relevante Brennwert.

Der Kalorienwert ist tatsächlich eine Energieeinheit und wird durch verbrennen errechnet. Aber die Nahrung (z.B. Zucker) wird ja auch im Körper „verbrannt“.

Aber jetzt kommen wir zu dem Punkt, an dem man Argumente findet, warum Kalorienangaben aufgrund der zugrundeliegenden Messungen nicht repräsentativ bzw. relevant sind:

Der Körper jedes Menschen unterscheidet sich in seinem Stoffwechsel (sicherlich gibt es auch viele Paralellen). Und der Organismus reagiert schon an sich grundsätzlich verschieden auf verschiedene Nahrungsmittel (es werden andere Substanzen zur Verdauung eingebracht etc) und ebenso der Darm, welcher mehr Mikroorganismen beherbergt als unser Körper Zellen hat.

Nehmen wir einmal an, ich nehme ein für den Darm schädliches Nahrungsmittel zu mir, welches dazu führt, daß mehr Mikroorganismen als normal zusätzlich zu den Nahrungsresten ausgeschieden werden, dann würde das Gewicht des „nachher“ Produktes höher ausfallen als tatsächlich (ebenso der Brennwert). So würden unverträgliche Nahrungsmittel einen niedrigeren Kalorienwert besitzen, als sie tatsächlich an Belastung/Berreicherung für den menschlichen Organismus bedeuten.

Mir fällt diesbezüglich ein, daß nach neueren Erkenntnissen Sauerkraut z.B. sehr wenig Kalorien haben soll - wenn ich an die letzte verzehrte Schlachtplatte denke, erinnere ich mich ebenso an einige Verdauungsprobleme…

Ein weiterer Fehler in der Kalorienzählerei ist, daß auch Nahrungsmittel nicht gleich Nahrungsmittel ist - so sind natürliche Schwankungen innerhalb einiger Gattungen von Nahrungsmitteln selbstverständlich - süße Äpfel müssten theoretisch aufgrund eines höheren Fruchtzuckeranteils (wesentlich) mehr Kalorien haben als ein saurer Apfel (mit einem niedrigerem Fruchtzuckeranteil). Man geht alleine hier schon von Schwankungen von 10-100% in den bestimmten Durchschnittswerten aus…

Das Geheimnis des menschlichen Organismus ist noch weit davon entfernt, gelüftet zu werden, und solange dies so ist, scheitern diese Methoden. Schafft es irgendwann jemand, Krebs zu heilen (geschweige denn zu erklären) oder ein Bauchspeicheldrüsenimplantat zu erfinden, schaue ich mir evtl. auch mal seine Karolrientabelle an. Bis dahin (und auch danach) werde ich weiterhin essen, was mir schmeckt (solange es keine künstlichen Nahrungszusatzmittel enthält), treibe Sport und liege seit Jahren im optimalen Bereich des Körpergewichtes, ästhetisch wie rechnerisch.

Gruß
Patrick

Hi Christian!

Ich bin da zwar kein Fachmann, aber wenn auf den Lebensmitteln (bzw. in entsprechenden Tabellen) der „physiologische“ Brennwert angegeben wird, dann gibt dieser Wert IMHO an, wieviel Energie der Körper der angegebenen Menge des Lebensmittels entnehmen kann.

Beim physiologischen Brennwert dürften also alle Umsatzverluste (z.B. durch Darmbakterien oder unvollständige Verdauung) bereits berücksichtigt sein.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass im Zusammenhang mit Lebensmitteln der physikalische Brennwert (der z.B. zur Bewertung fossiler Brennstoffe interessant ist) angegeben wird. Erstens würde das - wie du selbst schon bemerkt hast - wenig Sinn machen, und zweitens dürfte der Brennwert von Lebensmitteln schon aufgrund des hohen Wassergehalts nur schwierig bestimmbar sein.

In der Hoffnung jetzt keinen Unsinn verzapft zu haben

Stefan

Hallo,

angewendet zur Bestimmung des Brennwertes wird in der Tat ein Verfahren, welches die zu bestimmende Substanz restlos verbrennt und den Brennwert misst. In der Ernährungsforschung wird hier das Verfahren der „Bombenkalorimetrie“ genutzt, vgl. auch

http://pciwww.unizh.ch/pci/seeger/teaching.html

Was die Bewertbarkeit von Darm- bzw. Verdauungsprozessen angeht -wie soll das von statten gehen? Man kann ja schlecht nach der Verdauung hingehen, und den Verdauungsrest untersuchen: hmm - diese Zelle könnte einmal ein Mikroorganismus des Darms sein, diese hier gehört eindeutig zum Produkt etc.

So weit ist die Medizin leider noch nicht, als daß körperinterne Prozesse bis ins Detail und unter Berücksichtigung individueller Komponenten erklärt werden könnten.

Man entwickelt eben teilweise genaue, teilweise aber auch fehlerhafte Verfahren zur Feststellung von Wirksamkeit etc.

Die „Kaloriemetrie“ (welche zum Messen des Brennwertes und auch der anschließenden Publikation auf Verpackungen verwendet wird, ist leider ein solches Verfahren, welches nur ungenaue „Anhaltswerte“ wiedergibt.

Gruß
Patrick

1 „Gefällt mir“

Hallo Patrick!

angewendet zur Bestimmung des Brennwertes wird in der Tat ein
Verfahren, welches die zu bestimmende Substanz restlos
verbrennt und den Brennwert misst. In der Ernährungsforschung
wird hier das Verfahren der „Bombenkalorimetrie“ genutzt, vgl.
auch

Da bin ich jetzt sogar ein wenig überrascht, dass immer noch die thermische Umsetzung („heiße“ Verbrennung) gemessen wird. Ich hätte mir vorstellen können, dass man z.B. die Lebensmittel homogenisiert und dann in einem Fermenter enzymatisch abbaut, und die freiwerdende Energie misst.

Was die Bewertbarkeit von Darm- bzw. Verdauungsprozessen
angeht -wie soll das von statten gehen? Man kann ja schlecht
nach der Verdauung hingehen, und den Verdauungsrest
untersuchen:

Warum denn nicht - im Grunde genommen beschreibst du doch genau das in deinem Posting vom 4.9. - oder verstehe ich da jetzt irgendwas flacsh?

hmm - diese Zelle könnte einmal ein
Mikroorganismus des Darms sein, diese hier gehört eindeutig
zum Produkt etc.

Das Zellenzählen hat ja auch gar keinen Aussagewert. Wenn nach der Verdauung auch körpereigene Zellen (und damit auch ein gewisser Brennwert) ausgeschieden werden, dann fließt das natürlich mit in die Energiebilanz ein.

Worauf ich eigentlich hinauswollte, ist dass die „Kalorienangaben“ auf Lebensmitteln doch den physiologischen Brennwert angeben und nicht den physikalischen. Also der physikalische Brennwert der Nahrung abzüglich dem physikalischen Brennwert dessen, was der Körper nach der Verdauung wieder ausscheidet.

So weit ist die Medizin leider noch nicht, als daß
körperinterne Prozesse bis ins Detail und unter
Berücksichtigung individueller Komponenten erklärt werden
könnten.

Das ist ja auch je nach Messmethode gar nicht von Bedeutung. Wenn ich die Bestimmungen bombenkalorimetrisch durchführe, muss ich die Körperinternen Prozesse doch nur soweit kennen, dass ich - vereinfacht - weiß, dass der Kot den ungenutzten Anteil der Nahrungsenergie enthält.

Die „Kaloriemetrie“ (welche zum Messen des Brennwertes und
auch der anschließenden Publikation auf Verpackungen verwendet
wird, ist leider ein solches Verfahren, welches nur ungenaue
„Anhaltswerte“ wiedergibt.

Ich denke, das ist selbstverständlich, dass man bei solchen Berechnungen nicht mit drei Nachkommastellen rechnet, sondern eigentlich nur Größenordnungen abschätzt.

CU

Stefan

Hallo,

süße Äpfel müssten
theoretisch aufgrund eines höheren Fruchtzuckeranteils
(wesentlich) mehr Kalorien haben als ein saurer Apfel (mit
einem niedrigerem Fruchtzuckeranteil).

Der saure Geschmack der Äpfel lässt keinerlei Rückschlüsse auf den Zuckergehalt zu. Entscheidend dafür ist lediglich der Säuregehalt. Es ist durchaus möglich, dass ein saurer Apfel einen höheren Zuckergehalt hat als ein „süßer“.

Bestes Beispiel sind die „süßen“ Tafeltrauben, die weit weniger Zucker enthalten als die säuerlichen Keltertrauben.

Der „süße“ Geschmack kommt nur dadurch zustande, dass er nicht von der Säure überdeckt wird. Bitterstoffe sind dafür auch gut geeignet, weshalb Schweppes auch trotz riesigem Zuckergehalt nicht übermäßig süß schmeckt.

Gruss, Niels

Hallo,

ich wusste schon, als ich es schrieb, daß ich mich damit auf’s Glatteis wage. Natürlich hast DU völlig recht; dennoch ist die Korrelation zwischen „süssem“ Geschmack und hohem Zuckergehalt natürlich tendenziell positiv im relevanten Bereich.

Da ich natürlich gerade bei Produkten wie Äpfeln damit herkam, war natürlich falsch; dennoch gibst DU mir aber mit meiner HAuptannahme Recht, daß die Schwankungen innerhalb des Berreiches vom Zuckergehalt relativ groß ausfallen können; ich unterstreiche auch, daß dies selbst z.B. bei den Früchten an einem Baum so sein kann (wenn man berücksichtigt, daß die äußeren Komponenten, welche für die Entwicklung der Frucht relevant sind, durchaus schwanken können wie z.B. durch Sonnenlichteinstrahlung, Stoffwechsel innerhalb des Systems „Baum“ etc).

Mit Deinem Einwand hast Du recht; allerdings hatte ich mit der Aussage: die Schwankungen innerhalb eines Nahrungsmittels können so stark sein, daß die Angabe von Kalorien irreführend sein können sicherlich auch recht.

Gruß
Patrick