BSE vom Laien gesehen

Hallo Fleischesser,
Wohin mit den Schlachtabfällen ?
Wer trägt die Kosten ?
Wie kann ich meine Familie, besonders Kinder, schützen vor Folge-Krankheiten verursacht durch BSE ?

Ueber BSE wurde in den letzten Jahren viel geschrieben und zum Schutz der Menschen eigentlich sehr wenig unternommen. Wem soll man glauben ? Politiker können erst definitiv Gesetze erlassen, wenn verlässliche Forschungsergebnisse vorliegen.
Auch Sofortmassnahmen bringen Teilerfolge in der Bekämpfung der BSE; ersichtlich aus der CH- Statistik ab 1990; nach dem Fütterungsverbot für Fleischmehl an „Wiederkäuer", ist eindeutig eine Abnahme der BSE-Fälle ab 1995 sichtbar.
Wenn aber vorläufig BSE - Erkrankung an lebenden Tieren erst im Alter von 24 Monaten festgestellt werden kann, werden wir weiterhin mit BSE- Fleisch beglückt, da Mastrinder vorher geschlachtet werden. Also nur bei älteren Schlachtkühen kann BSE-Test wirksam eingesetzt werden.( Wurstfabrikation)
Eine nützliche Sofortmassnahme wäre n.m A. ; alle Kälber, erster und ev.zweiter Laktation, nicht mehr für Mast und Zucht verwenden, sondern verbrennen! Alle Zucht- und Milchkühe europaweit testen.

Schlachtabfälle wurden früher vermehrt zu Dünger verarbeitet. Wenn wirklich die Krankheit auch über „Hof-futter" übertragen wird, wäre auch die Verwendung solcher Dünger fragwürdig. (z.B. Horn- und Blutmehl )
Traurig finde ich wenn jetzt die überschüssigen Rinder, inf. „Fleischboykott", in Entwicklungsländer abgeschoben werden! (die sind schon mit „AIDS" bedient worden)
Kinder sollten kein Rindfleisch essen, vor allem keine Würste !
Möglichst viel Steuergelder für BSE-Forschung einsetzen !

Gruss
Fritz a.d.Uw.

Hallo Fleischesser,
Wohin mit den Schlachtabfällen ?
Wer trägt die Kosten ?
Wie kann ich meine Familie, besonders Kinder, schützen vor
Folge-Krankheiten verursacht durch BSE ?

Ich fang’ mal bei den Kosten an, weil ich reines Kostendenken für die Ursache des Übels halte: Wir haben von allem viel zu viel, zu viel Fleisch, zu viel Milch. Einerseits werden Nahrungsmittel zu Niedrigstpreisen verschleudert, andererseits verschlingt die Landwirtschaft Subventionen ohne Ende. Das System ist krank, nicht natur- und tiergerecht und wirtschaftlich vernünftig auch nicht. Kühe gehören auf eine fette Weide und im Winter wird Heu zugefüttert. Mag sein, daß dann die Berta nicht mehr über 10.000 Liter Milch pro Jahr gibt und daß ein Teil der Milch für die Kälberaufzucht gebraucht wird, mag auch sein, daß dann das Kilo Fleisch und der Liter Milch doppelt so teuer werden, aber man kann nun mal nicht mehreren Herren gleichzeitig dienen. Industrielle Massenproduktion mit Billigpreisen verträgt sicht nicht mit Natur- und Tierschutz und schadet letztlich auch dem Menschen.
Ich fürchte aber, daß sich diese Erkenntnis erst durchsetzen wird, wenn es ein paar tausend Tote gegeben hat.

Deshalb wird Dir nur ein Teilverzicht auf Fleisch (egal von welchen Tieren) und der durchaus schmackhafte und gesunde Ersatz durch pflanzliche Nahrung wirksam helfen. Der dann seltener stattfindende Fleischbedarf wird direkt vom Hof des Öko-Bauern gedeckt. Für ca. 50 DM/Kilo. Aber dafür kann sich das schlechte Gewissen gegenüber den Viechern, die dafür ihr Leben lassen mußten, in Grenzen halten und gegenüber der Gesundheit auch.

Ich sehe überhaupt keine andere Möglichkeit, als einen großen Bogen um das Fleisch aus dem Laden zu machen. Die Herrschaften versprechen das Blaue vom Himmel, wie es gerade gebraucht wird und Etiketten sind nichts anderes als beliebig geduldiges Papier. Auch sämtliche jetzt beschlossenen Maßnahmen, wie das generelle Tiermehl-Verfütterungsverbot, werden sofort wieder mit Sonder- und Übergangsregelungen aufgeweicht. Das Problem ist mit solchen Maßnahmen nicht zu lösen. Auch die jetzt eingeführten BSE-Schnelltests sind Augenwischerei, weil der Erreger erst bei mindestens 30 Monate alten Tieren nachweisbar ist.

Ich sehe einen Landwirtschaftsminister, der wie sämtliche Vorgänger beim Tierschutz (Massenhaltung von Geflügel, Tiertransporte) eine jämmerliche Figur abgab und stets nur vom sicheren deutschen Rindfleisch fabulierte. Diese feiste Unfähigkeit hat sich sicher nicht über Nacht zum Verbraucherschützer gewandelt. Ich behaupte, daß Landwirtschaftsfunktionäre Tote seelenruhig in Kauf nehmen, weil sie hoffen, daß die Kausalität zum Fleisch lange nicht nachweisbar sein wird.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,
Bin mit fast allem Deines Artikels auf gleicher Welle, hab Dir auch einen „Stern" verpasst.
Leider ist es zwecklos in diesem Forum die Tatsachen auf den „Tisch" zu bringen, es werden zu wenig Leute angesprochen !
Meine Wurzeln sind verankert in der „Kleinst-Landwirtschaft" von alten Zeiten. Die etwa solchen Bestand hatte:
6 Hektaren Wiesen und Acker, 60 Aren Reben, 30 Aren Wald
4 Milchkühe, 2 Stiere + Nachwuchs
2 Schweine
ca. 20 Hühner
4 Erwachsene, 3 Kinder (alle vollbeschäftigt)
mit Milch und Eiergeld konnte man sich bescheiden durch `s Jahr bringen. Ertrag aus Acker und Reben musste für Zinsen verwendet werden.
Diese Kleinbetriebe brachten viele Kinder, die später in die „Industrie-Städte" abwanderten.
Diese paradiesischen Verhältnisse wurden, nach dem 2WK, durch Einfuhr von „Billigstlebensmittel" zerstört!
Vergleich: J1946 bekamen wir für ein Ei Fr. 0.30 Arbeiterlohn/ Mon Fr.400.- also 1333 Eier
J 2000 Fr.0.35 Fr.5000.- also 14 285 Eier !!!
Vorteil:
Ein ungelernter Arbeiter kann heute mit einer billigen „Dreckschleuder“, Ferien in aller Welt geniessen.

Wettkampfmässig wurde die Landwirtschaft im Verlauf von nur 50 Jahren mit Preiszerfall zerstört. Das gleiche geschieht zur Zeit mit Industrieprodukten. Wir werden als „Vierte Welt" uns selbst zerstören !!

Nun nochmals BSE- Problem:
Dein Vorschlag Fleisch vom Biobauer kannst auch vergessen. Nur wenn in der Rinderzucht ab sofort nur noch Kälber von getesteten , älteren Kühen für Mast und Zucht verwendet werden, kann man ev. in 5 Jahren einigermassen BSE ausschliessen.
Nochmals: Verschont eure Kinder mit verseuchtem Fleisch !!

Gruss aus d. Uw.

Fritz