beide Bücher hatte ich spontan im Hinterkopf, empfinde sie aber weder als schwermütig noch als Tragödien - eher sogar das Gegenteil, in weiten Teilen. Oder habe ich sie falsch gelesen?
wer kann mir bitte Bücher empfehlen, deren Inhalt sich um
schwermütige, tragische (Familien-)Geschichten dreht?
Spontan:
„Atlas für verschollene Liebende“ von Nadeem Aslam, ISBN 3498000721 Buch anschauen
Ich halte die Beschreibung „aus der amazon-Redaktion“ für ziemlich bescheuert, glaube nicht, dass der Autor das Buch überhaupt gelesen hat. Da sind die anderen Beschreibungen schon treffender. Ein bisschen Geduld für poetische Ausdrucksweise sollte man mitbringen.
beide Bücher hatte ich spontan im Hinterkopf, empfinde sie
aber weder als schwermütig noch als Tragödien - eher sogar das
Gegenteil, in weiten Teilen.
die Geschichten finde ich durchaus tragisch (bei Franzen z. B. Enids krampfhaftes und vergebliches Bemühen, ihre Illusionen wahr werden zu lassen, oder das persönliche und berufliche Scheitern der Kinder…), nicht aber die oft augenzwinkernde Weise, in der sie erzählt werden.
Vielleicht können wir uns auf „tragikomisch“ einigen?
klar - können wir.
Natürlich sehe auch ich in beiden Büchern die tragischen Elemente. Aber beide haben mich doch auch durchweg erheitert. Und als schwermütig habe ich beide nicht empfunden.
Hallo Marlene,
hast Du von John Irving auch „Das Hotel New Hampshire“ gelesen? Das fällt jedenfalls in diese Kategorie. Mir hat es gut gefallen, ein sehr typischer Irving.
LG,
MrsSippi
am Rande hier ein paar Romane mit einerseits historischem und andererseits Familienbezug; fraglich, ob man sie als Tragödien klassifizieren darf:
Joseph Roth, „Radetzkymarsch“
Lion Feuchtwanger, die Wartesaal-Trilogie aus „Erfolg“, „Die Geschwister Oppermann“ und „Exil“
René Schickele, „Blick auf die Vogesen“
Walter Kempowski, „Aus großer Zeit“ (verwandt mit dem Buddenbrook-Motiv, aber als Chronik)
Henri de Turenne, „Elsässer oder Les deux Mathilde“ (als „Buch zum Drehbuch“ eher leichte Kost)
„Das Gleichgewicht der Welt.“ ist wirklich ein sehr gutes Buch, wenngleich es sich dabei auch nicht um eine Familientragödie im klassischen Sinne handelt.
Was ich sehr empfehlen kann, ist der „Klang der Zeit“ von Richard Powers. Hierbei handelt es sich schon eher um eine Familientragödie, wenngleich auch nicht ganz im klassischen Sinne, wie es z.B. bei den Buddenbrooks der Fall ist.
Auch keine Familientragödie im klassischen Sinne, aber dennoch sehr lesenswert und dabei dem Thema verwandt ist „Haus ohne Hüter“ von Böll.
falls Du „Die Asche meiner Mutter“ von Frank McCourt noch nicht gelesen hast, unbedingt zu empfehlen. Auch wenn er seine „unglückliche - irische, katholische - Kindheit“ beschreibt, ist es gleichzeitig ein wirklich trauriger Familienroman. Dennoch ist man auf jeder Seite hin- und hergerissen zwischen Lachen und Weinen.
Wunderbar übrigens auch als Hörbuch, hervorragend gelesen von Christian Brückner.
in fast allen Romanen von John Irving kommt die eine oder andere
Familientragödie (manchmal auch als Nebenschauplatz) vor, besonders sein neues
Buch „Bis ich Dich finde“ ist eine richtige Familientragödie
wie konnt ich bloß Erwin Strittmatters „Laden“ vergessen? - In Westdeutschland sowas wie terra incognita, auch nach der ARD-Verfilmung, die mich nicht vom Hocker gehauen hat.
Erstreckt sich bloß über gut eine Generation, ist aber ungeheuer reich an Menschen, Menschengesichtern und Menschengeschichten. Tragisch? Einerseits schon, aber der (autobiographische) Held Esau packts am Ende schon, bloß anders als vorgesehen.
Danke, weiter so!!!
Ganz herzlichen Dank an alle für eure super Tips! Ich freu mich schon drauf, mich bei Amazon erstmal durch die Inhalte zu lesen und dann auszuwählen.
Und über noch mehr Tips freue ich mich auch!
Viele Grüße
Marlene
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