Buddhismus vs Christentum

Hallo Zusammen!

Auf Grund einer Diskussion wollte ich eure Meinung hören!
Sind der Buddhismus und das Christentum zu vereinbaren?
(Glauben und/oder verstandesmäßig)
Also mit einfachen Worten gesagt:
Kann man als Buddhist Christ sein, oder vielleicht umgekehrt, als Christ die buddhistische Lehre integrieren?
Ich weiss, dass sich das absurd anhören könnte, der Hintergrund ist aber ein ganz ernsthafter.

Gruß
Panrilk

Hallo Panrilk,

so abwegig ist Dein Gedanke gfar nicht .

hier eine kurze Passage über Hugo M. Enomiya-Lasalle, einem Jesuitenpater.

Aus: http://www.buddhismus-heute.de/content/35_baum.htm

Jahre später waren es ausgerechnet zwei Christen, die im Zuge ihrer Missionsarbeit in Japan die Methoden des Zen kennen bzw. schätzen lernten und in Zentraleuropa Interesse weckten: der Jesuit Heinrich Dumoulin (1905-?), der sich in Tokio als Religionswissenschaftler einen Namen machte und gute Bücher zur Kulturgeschichte des Zen verfasste, sowie Hugo M. Enomiya-Lasalle (1898-1990). Pater Lasalle, als Vikar von Hiroshima Überlebender des ersten Atombombenabwurfs am 6. August 1945 und späterer Erbauer der dortigen Weltfriedenskirche, sah in fernöstlicher Meditation ein großes Potenzial für den Westen. Nachdem ihn seine Zen-Lehrer ermächtigt hatten seine Erfahrungen in gewissem Umfange weiter zu vermitteln, gab er ab 1968 Zen-Kurse in Benediktiner-Abteien sowie an anderen Stellen. Sein Versuch einer Synthese zwischen christlicher Religion und buddhistischen Meditationsmethoden trug ihm viel Anerkennung, bisweilen aber auch den Ruf einer „fünften Kolonne“ des Vatikan ein.

Des weiteren dürften Dir Quellen über Karlfried Graf von Dürckheim weiterhelfen, der auch im oben genannten Artikel erwähnt wird.

Gandalf

Moin,

Auf Grund einer Diskussion wollte ich eure Meinung hören!
Sind der Buddhismus und das Christentum zu vereinbaren?
(Glauben und/oder verstandesmäßig)
Also mit einfachen Worten gesagt:
Kann man als Buddhist Christ sein, oder vielleicht umgekehrt,
als Christ die buddhistische Lehre integrieren?

Definitiv Nein. Es sei denn, du kannst dir ein Christentum ohne den Glauben an Gott vorstellen.

Was Gandalf angesprochen hat, ist im Bezug auf Zen als Methode der Meditation hingegen zutreffend. Oder anders gesagt: Man kann eine Art Zazen praktizieren, ohne Buddhist sein zu müssen. Dann gibt es auch keinen Konflikt mit dem christlichen Glauben.

Gruß
Marion

Definitiv Nein. Es sei denn, du kannst dir ein
Christentum ohne den Glauben an Gott vorstellen.

Ach du gute Güte, was für ein Quark.
Ob es einen Gott gibt ist im Buddhismus an sich schlicht nicht relevant. Es gibt weder ein Für noch ein Wider, es ist einfach egal.
Genau so wenig wäre aus Sicht des Buddhismus relevant ob Jesus Sohn eines / des Gottes wäre oder eben „nur“ ein erleuchteter Mensch. Wenn du glauben möchtest es gibt einen Gott und Jesus ist sein Sohn dann beißt sich das mit keiner elementaren buddhistischen Glaubensaussage, was du aber offensichtlich anzunehmen scheinst.
Umgekehrt sieht das beim (gegenüber anderen Religionen) doch recht wehrhaften Christentum aus, aber selbst da sehe ich keine extrem offensichtlichen Widersprüche. Da könnte man den Karmabegriff des Buddhismus mit Gott gleichsetzen und schon passt es aus diesem Blickwinkel auch schon fast.

mfg
Simon

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Hi Panrilk

Ob das geht oder nicht muß jeder für sich entscheiden. Wer hällt einen auf wenn man Currywurst mit Marmelade essen will.-)
Es gibt in Fernost,; Kambodscha oder Vietnam einen Orden oder Kirche oder Sekte nenn es wie Du willst die haben das volle Programm . Auch mit den Farben ihrer Kutten gelb weiss blau je nach Mischung von Christ oder Buddhist.
Deren Ideologie ist es das Beste aus jeder Glaubensrichtung herauszupicken.Zu meiner Schande muß ich gestehen hab den Namen dieser Bewegung vergessen, würde aber gerne mehr lesen wollen vielleicht kennt einer diese Leute.
Sorry nochmal für mein Unwissen.

mfg,oK

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Panrilk

auch ich sehe nicht, wo es einen Konflikt geben sollte zwischen christlichen Ideen und buddhistischen, und mit dem Zen schon gar nicht.

Von Kleinigkeiten, Kleinlichkeiten und Eitelkeiten abgesehen: Es ist eine Frage, wie und ob die Begriffe auf irgendeiner Ebene verwandt sind. Ein beeindruckendes Beispiel, diese Verwandtschaft von entscheidenden Ideen aufzuzeigen, bietet:

Daisetz Taitaro Suzuki: Der westliche und der östliche Weg
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548342426/qid…

Gruß

Metapher

Moin,

Ach du gute Güte, was für ein Quark.

Soll das ein Argument sein oder Pöbelei ?

Ob es einen Gott gibt ist im Buddhismus an sich schlicht nicht
relevant. Es gibt weder ein Für noch ein Wider, es ist einfach
egal.

Da hast du wohl etwas falsch verstanden. Aufgrund der buddhistischen Lehre wäre spekulative Kontemplation oder gar „Glauben“ an einen Gott schlicht aus dem Rahmen oder anders gesagt: Es bewegt sich außerhalb der buddhistischen Lehre. Somit kannst du nicht an Gott glauben oder nicht und dich innerhalb der buddhisstischen Lehre bewegen. Für das Christentum ist das Glaube an Gott jedoch eine notwendige Voraussetzung.

Ein zweiter zentraler Punkt ist der Glauben des Christentums an eine Seele, die den Tod überdauert. Dies wird vom Buddhismus grundsätzlich abgelehnt. Ich zitiere: „Der Buddhismus lehnt die Theorie eines Selbst (atman) ab, das sozusagen als konstanter Wesenskern eines Menschen von seiner Geburt bis zu seinem Tod und der Wiedergeburtslehre zufolge über seinen Tod hinaus in einem nächsten Leben existiert. Der Buddhismus geht grundsätzlich davon aus, dass es überhaupt keine konstanten Dinge oder Gegebenheiten gibt, sondern dass ein ständiger Prozess des Entstehens und Vergehens stattfindet.“

Quelle: Peter Gäng, „Buddhismus“ s. 118.

Ich mag ja kein Experte fürs Christentum sein, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das Konzept einer „Seele“, also eines konstanten Wesenskern eines Menschen essentiell ist, und dass sich das Christentum ganz sicher nicht mit der Vorstellung anfreunden kann, sein Gott sei wie alles dem Prozess des Entstehens und Vergehens nach buddhistischer Lehre unterworfen.

Genau so wenig wäre aus Sicht des Buddhismus relevant ob Jesus
Sohn eines / des Gottes wäre oder eben „nur“ ein erleuchteter
Mensch. Wenn du glauben möchtest es gibt einen Gott und Jesus
ist sein Sohn …

Du kannst grundsätzlich glauben was du willst und der Buddhismus wird dir hier nicht reinreden. Es gibt überhaupt keine Religion auf dieser Welt, in die der Buddhismus hineinreden würde. Nur hier ging es um die Frage, ob die Lehre des Christentums und die des Buddhismus gleichzeitig vereinbar ist, und das ist sie nicht.

Da könnte man den
Karmabegriff des Buddhismus mit Gott gleichsetzen und schon
passt es aus diesem Blickwinkel auch schon fast.

Ja, passt sicher bestimmt fast genau so wie die Vorstellung vom Osterhasen. Nichts für ungut, aber mit Karma im buddhistischen Sinne und der christliche Vorstellung von Gott hast du zwei Aspekte herausgegriffen, wie sie gegensätzlicher kaum sein können. Der Christliche Gott ist eine feste Konstante, die sich jedem menschlichen Handeln und Tun entzieht, ja die allenfalls ihrerseits Einfluss auf das menschliche Handeln haben kann. Der buddhistische Begriff von Karma betrifft genau das Gegenteil , nämlich dass alles was der Mensch denkt, macht, redet etc. eine Ursache darstellt, die irgend eine Form von Wirkung hervorrufen wird, also den Menschen als handelndes Wesen in das Geflecht von Ursache und Wirkung mit einflicht. Von einem Gott der lenkt, waltet oder gar außerhalb dieses Geflechts steht, ist beim Buddhismus nichts zu sehen.

Gruß
Marion

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Dein Gedankengang ist nicht so abwegig.

Es gibt darüber auch eine ausreichende Erklärung:

http://www.rolf-helmecke.privat.t-online.de/literatu…

gruß
rolf

Definitiv Nein. Es sei denn, du kannst dir ein
Christentum ohne den Glauben an Gott vorstellen.

Ach du gute Güte, was für ein Quark.
Ob es einen Gott gibt ist im Buddhismus an sich schlicht nicht
relevant. Es gibt weder ein Für noch ein Wider, es ist einfach
egal.

Das mag so sein, aber aus Sicht des Christentums ist es eben relevant, ja sogar entscheidend!!!
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das leben, niemand (!!!) kommt zum Vater als Duch mich.“ Dies ist nur eine Aussage von vielen. An anderen Stellen wir klar ausgesagt, dass der christlioche Gott existiert und der einzige ware Gott ist.

Genau so wenig wäre aus Sicht des Buddhismus relevant ob Jesus
Sohn eines / des Gottes wäre oder eben „nur“ ein erleuchteter
Mensch. Wenn du glauben möchtest es gibt einen Gott und Jesus
ist sein Sohn dann beißt sich das mit keiner elementaren
buddhistischen Glaubensaussage, was du aber offensichtlich
anzunehmen scheinst.

Möglich aber die buddistischen Aussagen, zB die der selbsterlösung und wiesdergeburt bzw die dass alles eins ist, mit der christlichen Lehre.

Umgekehrt sieht das beim (gegenüber anderen Religionen) doch
recht wehrhaften Christentum aus, aber selbst da sehe ich
keine extrem offensichtlichen Widersprüche. Da könnte man den
Karmabegriff des Buddhismus mit Gott gleichsetzen und schon
passt es aus diesem Blickwinkel auch schon fast.

èberhaupt nicht. das eine ist ein begriff und das andere ist eine „Person“. Da Jesus die Sünden aller die ihn annehmen getragen hat, ist auch das Karma im christlichen glauben irrelevant, selbst wenn es existieren würde. Im Buddismus ist aber das Karma eine sehr wichtige Sache

mfg
Beat

Hallo Panrilk

Zu Deiner Frage vorweg: Im Glauben überhaupt nicht vereinbar, aber in der Handlungsweise in den meisten Dingen sehr wohl. Nachfolgend die Erklärungen:

Das Christentum ist eine Glaubenslehre und ein Christ ist jemand, der an Christus, Sohn Gottes, der für unsere Sünsden gestorben ist (und wir deshalb frei sind) und wieder aufgestanden sind glaubt.
Die Christliche Leher ist in der Bibel enthalten.
Christ kann man gemäss Bibel nur werden, wenn man im Geist von neuem geboren wird, dh Jesus und sein Werk anerkennt und eine Beziehung mit Jesus eingehen will. Dazu gehört das Glauben an sein Wort, indem klar steht „Ich bin der weg, die Wahrheit und das leben“ und niemand anders kommt zum Vater (Gott) als durch mich.
Da die Buddistische Lehre an ein Karma glaubt und meist an eine Wiedergeburt, indem man das schlechte des vorherigen Lebens in das neue mitträgt (da ja niemand diese schuld auf sich genommen bzw dafür „bezahlt“ hat) widerspricht der Buddismus vollkommen der christlichen Lehre!! Die Erlösung durch eigener Kraft (durch einige Leben) entgegen die Erlösung durch Jesus. Das glauben an keinen Gott bzw an alles ist Eins, gegenüber dem Glauben an eine dipolare geistige Welt mit dem dreieinigen Gott auf der einen seite und Satan auf der anderen Seite widerspricht sich vollkommen!

Handlungsweise:
Da der Buddist (wegen dem Karma / Widergeburt) auch das gute Ansterbt, handelt er in vielen Dingen ähnlich wie ein Christ. Sogar die buddistischen grundsätze des lebens sind ähnlich deren der 10 Gebote. Anders gesagt, was in einer bestimmten Situation (ausser das betens) getan werden soll, wäre oft (wenn auch nicht immer) bei einem christen wie Buddisten dasselbe.
Das Motiv ist bei einem Christen aber ein Anderes. Die Liebe zum Mitmenschen wird aufgebracht, weil Gott auch den Anderen genau so liebt und man Gott liebt und deshalb auch den Anderen (Gemäss Bibel: Liebe deinen gott mit genzen Herzen, ganzer Kraft und ganzem Verstand… und daraus auch liebe deinen nächsten wie Dich selbst.)
Das kann man aber nur wenn man Jesus kennt , den man kann jemand nur lieben ^mit dem man eine Beziehung hat. Das Gute das ein Christ tut, tut er also nicht, DAMIT er erlöst wird (das ist er ja schon, wenn er Christus angenommen hatt und danach für seine schlechten Taten bereut und umkehrt), sondern WEIL er erlöst ist. Das Motiv ist also gegenüber dem Buddisten völlig anders, der versucht sich selbst zu erlösen.

Hoffe konnte Dir die entscheidenden Unterschiede näher bringen

Gruss
beat

Moin,

Deren Ideologie ist es das Beste aus jeder Glaubensrichtung
herauszupicken.

Sowas nennt sich Religions-Shopping und damit läßt sich auch wohl das beschreiben, was einige der genannten Quellen hier praktizieren. Man pickt sich überall was heraus, wie es einem grad so in den Kram passt und backt sich daraus eine neue Religion. Um die Aspekte der jeweiligen Religionen, die sich wiedersprechen und mit denen man sich somit intensiver auseinanderseten müsste, wird beim Religions-Shopping natürlich ein großer Bogen gemacht.

Wenn man die Aspekte bei Religionen außer Acht lässt, die nicht vereinbar sind, dann kann man natürlich immer sagen, zwei Religionen seien vereinbar :smile:

Gruß
Marion

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treffend ist nichts beizufügen (owt)

Hi Rolf,

http://www.rolf-helmecke.privat.t-online.de/literatu…

das Traktat hab ich mir nicht ganz angetan, aber beim Stöbern hab ich folgendes gefunden
http://www.rolf-helmecke.privat.t-online.de/literatu…

und dann hab ich die Seite schleunigst verlassen!
So was von Blödsinnig!

Gandalf

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Da hast du wohl etwas falsch verstanden. Aufgrund der
buddhistischen Lehre wäre spekulative Kontemplation oder gar
„Glauben“ an einen Gott schlicht aus dem Rahmen oder anders
gesagt: Es bewegt sich außerhalb der buddhistischen
Lehre.

Und wenn du es noch 10 mal wiederholst, es ist Unsinn.
Ganz im Gegenteil, Götter sind sogar ganz explizit Teil der ursprünglichen Erleuchtungslehre des Buddha bzw. in dieser als Bestandteil aufgeführt, auch wenn sie für den eigentlichen Glauben an sich weitestgehend unbedeutend sind.
Er führt an dass die höchste Existenzebene auf der man wiedergeboren werden kann die Himmelswelt ist, wo die Götter wohnen. Jedoch auch diese sei nicht frei von Leid und somit ist auch ein Gott vor karmischen Auswirkungen nicht gefeit und seine Erlösung nicht garantiert.
(Quelle: Hans Wolfgang Schumann, Der historische Buddha - Leben und Lehre des Gotama Seite 158ff)

Der Rest deiner Aussagen ist eher eine Frage der persönlichen Interpretation von Seite eines Buddhisten oder Christen aus, rein substantiell beißt sich allerhöchstens der von dir auch korrekt angeführte Seelenbegriff.
Wobei es mit Masse eher den Christen stören dürfte als den Buddhisten, der andere Religionen ja schon vom ureigensten Welt- und Glaubensbild her mit ganz anderen Augen betrachtet. Damit wäre also auch zu fragen von welchem Standpunkt aus man sich zum jeweils anderen bewegt, vom christlichen zum buddhistischen oder umgekehrt. Pauschal zu sagen die beiden gehen nicht zusammen ist schon dahingehend falsch, dass es eine Masse an guter Literatur zum Thema Gemeinsamkeiten von Buddhismus und Christentum gibt und das beide Glaubensgemeinschaften in vielerlei Hinsicht bereits voneinander profitiert haben. Aber das haben ja andere hier auch schon angesprochen.

mfg
Simon

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Bereuen und Vergebung
Eins der wesentlichsten Eigenschaften des Christentums,
die Reue und die Vergebung sind in sehr wenigen anderen
Religionen und wenn, dann nur im Ansatz zu finden.

Ist Dein Karma im Arsch, dann bist Du im nächsten
Leben ein Schleimpilz.

Im Christentum kann ein verlorenes Schaf, das (aufrichtig,
nicht nur zum Schein) zurückkommt und bereut, dem
Schafhirten mehr Freude machen, als eins, das sein ganzes Leben
nie einen Fehltritt gemacht hat.

Im Buddhismus tut man nur Gutes, um sein eigenes,
ganz persönliches Karma zu verbessern. Das hat für
mich sehr viel von „Jeder ist sich selbst der Nächste.“

Gruss, Marco

HI Marion,

Ob es einen Gott gibt ist im Buddhismus an sich schlicht nicht
relevant. Es gibt weder ein Für noch ein Wider, es ist einfach
egal.

Da hast du wohl etwas falsch verstanden. Aufgrund der
buddhistischen Lehre wäre spekulative Kontemplation oder gar
„Glauben“ an einen Gott schlicht aus dem Rahmen oder anders
gesagt: Es bewegt sich außerhalb der buddhistischen
Lehre.

Ist das nicht grade dasselbe, was Simon sagt, nur mit andern Worten: ES IST EGAL?

Außerdem: Was meinst du mit „spekulativer Kontemplation“? „Kontemplation“ ist zwar ein Begriff aus der christlichen Philosophie, ebenso wie „Meditation“, aber was ist „Spekulation“ in diesem Zusammenhang?

Für das Christentum ist das Glaube an Gott jedoch eine notwendige
Voraussetzung.

Klar, wenn es keine Unterschiede gäbe, wäre es sinnlos für Buddh-isten und Christ-isten zwei verschiedene Namen zu haben. Die Frage war aber, ob sich irgendetwas in diesen beiden Denkweise wechselseitig ausschließt, und zwar derart, daß ein Christ nicht Buddhist sein könnte und eine Buddhist nicht Christ.

Es gibt natürlich eine katholische Dogmatik, deren Ziel es war und ist, bestimmte Konzeptionen explizit auszuschließen (sogar wörtlich). Aber die katholische Dogmatik ist nicht die Gesamtheit christlicher Denkweisen.

Und wenn es nicht, wie ich oben sagte, um Kleinlichkeiten geht, sondern um das, was man in beiden Konzeptionen als „letztes Ziel“ bezeichnen könnte, dann sehe ich tatsächlich Unterschiede in den Begriffen, aber keine unvereinbaren Widersprüche. Im Gegenteil sogar erstaunliche Parallelen (siehe die Abhandlung von Suzuki über Meister Eckhart und Zen).

Ein zweiter zentraler Punkt ist der Glauben des Christentums an eine Seele, die den Tod überdauert.

Stimmt. Sowas in der Art zählt zuden Unterschieden. Aber nur oberflächlich betrachtet. „die den Tod überdauert“ wäre allerdings gar kein christliches Konzept. „die vom physischen Tod unberührt ist bzw. unabhängig ist“ würde es eher treffen. Ist der physische Tod im Buddhismus etwas Wesentliches?

Dies wird vom Buddhismus grundsätzlich abgelehnt.

Wird im Buddhismus irgendetwas „grundsätzlich abgelehnt“?

Du zitierst: „Der Buddhismus lehnt die Theorie eines Selbst (atman) ab, das sozusagen als konstanter Wesenskern eines Menschen von seiner Geburt bis zu seinem Tod und der Wiedergeburtslehre zufolge über seinen Tod hinaus in einem nächsten Leben existiert.“

Im Christentum gibt es kein Analogon zum brahmanistischen Begriff „atman“ (auch wenn „atman“ und „anima“ sprachlich verwandt sind). Was ein „Wesenskern“ ist, ist mir schleierhaft, ein kurioses Begriffsmonstrum. Und darüber hinaus gibt es im Christentum keine „Wiedergeburt“ und ein „nächstes“ Leben ebenfalls nicht.

„…Der Buddhismus geht grundsätzlich davon aus, dass es überhaupt keine konstanten Dinge oder Gegebenheiten gibt …“

Tja, aber seltsamerweise etwas, das er „grundsätzlich ablehnt“. Das scheint mir ein recht salopper Rundumschlag über Buddhismus zu sein und eine Pseudokonfrontation gegen einen zurechtgebastelten „Gegner“.

dass sich das Christentum ganz sicher nicht mit der
Vorstellung anfreunden kann, sein Gott sei wie alles dem
Prozess des Entstehens und Vergehens nach buddhistischer Lehre
unterworfen.

Ein netter religionsphilosophischer Witz, klar, wenn man aus Unkenntnis christlicher Konzeptionen an Unterschieden festhalten möchte - im Widerspruch zu buddhistischem Denken, das Nicht-Festhalten empfiehlt. Meister Eckhart dagegen spricht von der Gottheit, die Gottheit IST, weil sie nicht Gottheit BLEIBT. Das hat schon eher mit Nicht-Kostanz zu tun, oder nicht?

Also m.a.W. so eindeutig ist das alles nicht, zumal die Begriffe des Entstehens und Vergehens im Kontext des Absoluten eh mit Vorsicht zu verwenden sind …

… Der Christliche Gott ist eine feste
Konstante, die sich jedem menschlichen Handeln und Tun
entzieht, ja die allenfalls ihrerseits Einfluss auf das
menschliche Handeln haben kann. Der buddhistische Begriff von
Karma betrifft genau das Gegenteil

Also was hat denn der christliche Gott mit dem buddhistischen Karma zu tun? Wenn man Äpfel mit Autoreifen vergleicht, kommt man gern auf „Unvereinbares“.

… nämlich dass alles was der Mensch denkt, macht, redet etc. eine Ursache
darstellt, die irgend eine Form von Wirkung hervorrufen wird,
also den Menschen als handelndes Wesen in das Geflecht von
Ursache und Wirkung mit einflicht.

Neugierig wäre ich nun, zu welchem christlichen Konzept menschlichen Handels das ein unauflösbarer Widerspruch sein soll?

Von einem Gott der lenkt, waltet oder gar außerhalb dieses Geflechts steht, ist beim Buddhismus nichts zu sehen.

Im Christentum ist von einem Gott, der außerhalb dieses Geflechts steht ebenfalls nichts zu sehen. Inbesondere wendet sich die katholische Dogmatik sogar explizit gegen deistische Vorstellungen.

Also, damit keine Mißverständnisse aufkommen: Unterschiede der Begriffe - ja. Unvereinbare Widersprüche seh ich nicht.

Daß indes einem Buddhisten die Vorstellung eines gefolterten Gottes unnachvollziehbar sein dürfte, wird gar nicht erwähnt. Aber es war ja auch nicht gefragt, ob JEDER Buddhist auch Christ sein möchte, und vice versa.

Gruß

Metapher

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Hallo Simon,

Er führt an dass die höchste Existenzebene auf der man
wiedergeboren werden kann die Himmelswelt ist, wo die Götter
wohnen. Jedoch auch diese sei nicht frei von Leid und somit
ist auch ein Gott vor karmischen Auswirkungen nicht gefeit und
seine Erlösung nicht garantiert.
(Quelle: Hans Wolfgang Schumann, Der historische Buddha -
Leben und Lehre des Gotama Seite 158ff)

und genau diese Aussage steht in krassem Widerspruch zur christlichen Lehre.

Der Christ glaubt, dass bei Gott kein Leid existiert.
Deshalb ist es das Ziel des Christen, nach der Auferstehung eine Ewigkeit bei Gott verbringen zu können.

Gott kann durch kein Karma beeinflusst werden.
Er braucht auch keine Erlösung.
Die Erlösung des Menschen jedoch kommt durch Jesus, den Sohn Gottes. Diese Erlösung ist einmalig und vollkommen. Der Mensch braucht nichts weiter zu seiner Erlösung beitragen.

Im Gegensatz dazu kann der Buddhist durch sein Handeln seinen Status im nächsten Leben (?) beeinflussen.

Gruss Harald

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Der Mensch braucht nichts weiter zu seiner Erlösung beitragen.

Ach… Warst Du nicht derjenige, der mir noch vor kurzem „schlechte Aussichten“ prophezeit hat? :wink:

Gruß,

Malte.

Hi Malte,

Der Mensch braucht nichts weiter zu seiner Erlösung beitragen.

Ach… Warst Du nicht derjenige, der mir noch vor kurzem
„schlechte Aussichten“ prophezeit hat? :wink:

ja klar,
wenn Du die Erlösung nicht in Anspruch nimmst.
Das ist, wie wenn Du im Lotto gewinnst und den Gewinn nicht abholst.

Gruss Harald

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Moin,

Da hast du wohl etwas falsch verstanden. Aufgrund der
buddhistischen Lehre wäre spekulative Kontemplation oder gar
„Glauben“ an einen Gott schlicht aus dem Rahmen oder anders
gesagt: Es bewegt sich außerhalb der buddhistischen
Lehre.

Ist das nicht grade dasselbe, was Simon sagt, nur mit andern
Worten: ES IST EGAL?

Nein. Man kann sich nicht innerhalb eines bestimmten Systems bewegen (Buddhist sein) und sich gleichzeitig außerhalb dieses Systems bewegen (Christsein). (Bei allem Respekt: Aus buddhistischer Sicht würde man Glaubensvorstellungen ähnlich jenen des Christentums in den Bereich der Sinnestäuschungen und Illusionen einordnen). Was man vielleicht kann ist, einige Aspekte der jeweiligen Systeme herausgreifen, die sich nach eigenen Gusto ergänzen, das heißt aber, wie ich bereits sagte, fundamentale Unterschiede zu ignorieren, die sich widersprechen. Solange es diese fundamentalen Unterschiede aber gibt, kann man IMHO nicht sagen, die Lehren von Christentum und Buddhismus sind grundsätzlich vereinbar.

Außerdem: Was meinst du mit „spekulativer Kontemplation“?
„Kontemplation“ ist zwar ein Begriff aus der christlichen
Philosophie, ebenso wie „Meditation“, aber was ist
„Spekulation“ in diesem Zusammenhang?

Damit meine ich, dass der Glaube im Christentum eine Zentrale Rolle spielt. Vieles von dem, was das Christentum als Glaube Voraussetzt (z.B. dass es einen Gott gibt), gilt im Buddhismus als spekulativ und damit letztendlich bedeutungslos. Oder anders gesagt: Eine Meditation auf der Grundlage, dass man die Existenz eines Gottes voraussetzt, dürfte eine ganz andere sein, als eine Meditation, bei der dieser Gedanke nicht nur keine Rolle spielt sondern eher als störend empfunden würde.

Für das Christentum ist das Glaube an Gott jedoch eine notwendige
Voraussetzung.

Klar, wenn es keine Unterschiede gäbe, wäre es sinnlos für
Buddh-isten und Christ-isten zwei verschiedene Namen zu haben.
Die Frage war aber, ob sich irgendetwas in diesen beiden
Denkweise wechselseitig ausschließt, und zwar derart, daß ein
Christ nicht Buddhist sein könnte und eine Buddhist nicht
Christ.

Genau aus diesem Grund habe ich zwei wie ich finde grundlegende Unterschiede genannt.

Und wenn es nicht, wie ich oben sagte, um Kleinlichkeiten
geht, sondern um das, was man in beiden Konzeptionen als
„letztes Ziel“ bezeichnen könnte, dann sehe ich tatsächlich
Unterschiede in den Begriffen, aber keine unvereinbaren
Widersprüche. Im Gegenteil sogar erstaunliche Parallelen
(siehe die Abhandlung von Suzuki über Meister Eckhart und
Zen).

Wie ich bereits sagte und Gandalf verdeutlichte: Zen befindet sich an einem äußeren Rand des Buddhismus. Man kann Zazen praktizieren, ohne Buddhist zu sein, man kann Zazen praktizieren, und Christ sein. Das steht nicht im Widerspruch zu meinen Ausführungen. Allerdings lautete die Frage nicht, ob man als Christ Zazen praktizieren kann. Ich habe den Ursprungsposter zumindest so gedeutet, dass es hier um grundlegende Unterschiede in der jeweiligen Lehre geht, und hier würde ich Glauben an Gott und Glauben an eine Seele kaum als „Kleinigkeiten“ bezeichnen.

Ein zweiter zentraler Punkt ist der Glauben des Christentums an eine Seele, die den Tod überdauert.

Stimmt. Sowas in der Art zählt zuden Unterschieden. Aber nur
oberflächlich betrachtet. „die den Tod überdauert“ wäre
allerdings gar kein christliches Konzept. „die vom physischen
Tod unberührt ist bzw. unabhängig ist“ würde es eher treffen.
Ist der physische Tod im Buddhismus etwas Wesentliches?

Im Buddhismus gibt es nichts , was von irgend etwas „unberührt“ oder „unabhängig“ ist. Das ist ein zentraler Lehrsatz des Buddhismus!

Dies wird vom Buddhismus grundsätzlich abgelehnt.

Wird im Buddhismus irgendetwas „grundsätzlich abgelehnt“?

Ja, natürlich. Es ist ein Irrtum zu glauben, nur weil der Buddhismus seine Anhänger nicht zum Glauben an irgenwas verdonnert, würde er alles irgendwie tolerieren. Der Buddhismus lehrt nicht nur den Weg aus dem Leid heraus, sondern er benennt auch ganz konkret Ursachen für dieses Leid und der Weg beinhaltet das Überwinden dieser Ursachen. Keiner muss diesem Weg folgen, aber warum sollte jemand, der diesem Weg nicht folgen will, sich dann Buddhist nennen ? Weil es grade „chic“ ist ?

Du zitierst: „Der Buddhismus lehnt die Theorie eines Selbst
(atman) ab, das sozusagen als konstanter Wesenskern eines
Menschen von seiner Geburt bis zu seinem Tod und der
Wiedergeburtslehre zufolge über seinen Tod hinaus in einem
nächsten Leben existiert.“

Im Christentum gibt es kein Analogon zum brahmanistischen
Begriff „atman“ (auch wenn „atman“ und „anima“ sprachlich
verwandt sind). Was ein „Wesenskern“ ist, ist mir
schleierhaft, ein kurioses Begriffsmonstrum. Und darüber
hinaus gibt es im Christentum keine „Wiedergeburt“ und ein
„nächstes“ Leben ebenfalls nicht.

Richtig, für einen Christen muss die obige Aussage sehr fremdartig anmuten und ich sehe obiges als Bestätigung an für das, wofür es gedacht war, nämlich dass es hier grundlegende (und nicht vereinbare) Unterschiede zwischen Buddhismus und Christentum gibt. Ich wäre dir allerdings Dankbar, wenn du etwas, was dir „schleierhaft“ ist, nicht als „kurioses Begriffsmonstrum“ abklassifizierst. Für mich ist eine Grundvoraussetzung der Gespräche über andere Religionen immer ein Mindestmaß an Respekt.

„…Der Buddhismus geht grundsätzlich davon aus, dass es
überhaupt keine konstanten Dinge oder Gegebenheiten gibt …“

Tja, aber seltsamerweise etwas, das er „grundsätzlich
ablehnt“.

Das ist kein Widerspruch und das ist auch nicht „selbsam“ (siehe oben).

Das scheint mir ein recht salopper Rundumschlag über
Buddhismus zu sein und eine Pseudokonfrontation gegen einen
zurechtgebastelten „Gegner“.

hä ? Falscher Film ?

dass sich das Christentum ganz sicher nicht mit der
Vorstellung anfreunden kann, sein Gott sei wie alles dem
Prozess des Entstehens und Vergehens nach buddhistischer Lehre
unterworfen.

Ein netter religionsphilosophischer Witz,

Das ist kein netter Witz sondern die Vorstellung, dass alles dem Prozess des Entstehens und Vergehens unterworfen ist, ist eine grundsätzliche Lehre des Buddhismus. Du darfst das ja gerne witzig finden, aber hier geht es nicht um ein Lächerlichmachen des Buddhismus oder Christentums, sondern um die Frage, ob es grundlegende Unterschiede gibt.

klar, wenn man aus
Unkenntnis christlicher Konzeptionen an Unterschieden
festhalten möchte - im Widerspruch zu buddhistischem Denken,
das Nicht-Festhalten empfiehlt. Meister Eckhart dagegen
spricht von der Gottheit, die Gottheit IST, weil sie nicht
Gottheit BLEIBT. Das hat schon eher mit Nicht-Kostanz zu tun,
oder nicht?

Das kannst du hier gerne mit den Kollegen von der christlichen Fraktion erörtern.

Also m.a.W. so eindeutig ist das alles nicht, zumal die
Begriffe des Entstehens und Vergehens im Kontext des Absoluten
eh mit Vorsicht zu verwenden sind …

*argh* im Buddhismus gibt es den „Kontext des Absoluten“ nicht. „Absolutes“ kommt im Buddhismus nicht vor.

… Der Christliche Gott ist eine feste
Konstante, die sich jedem menschlichen Handeln und Tun
entzieht, ja die allenfalls ihrerseits Einfluss auf das
menschliche Handeln haben kann. Der buddhistische Begriff von
Karma betrifft genau das Gegenteil

Also was hat denn der christliche Gott mit dem buddhistischen
Karma zu tun?

Nichts, genau das habe ich Simon zu erläutern versucht, der diesen Vergleich anbrachte. Danke, dass du mir hier zustimmst.

… nämlich dass alles was der Mensch denkt, macht, redet etc. eine Ursache
darstellt, die irgend eine Form von Wirkung hervorrufen wird,
also den Menschen als handelndes Wesen in das Geflecht von
Ursache und Wirkung mit einflicht.

Neugierig wäre ich nun, zu welchem christlichen Konzept
menschlichen Handels das ein unauflösbarer Widerspruch sein
soll?

Es ist ein Widerspruch zu der christlichen Vorstellung, dass es etwas geben könnte, was diesem Geflecht nicht unterworfen ist. Ansonsten verweise ich in diesem Punkt auf Harald.

Von einem Gott der lenkt, waltet oder gar außerhalb dieses Geflechts steht, ist beim Buddhismus nichts zu sehen.

Im Christentum ist von einem Gott, der außerhalb dieses
Geflechts steht ebenfalls nichts zu sehen. Inbesondere wendet
sich die katholische Dogmatik sogar explizit gegen deistische
Vorstellungen.

Du meinst, der christliche Gott ist aufgrund seiner karmischen Handlungen einem ständigen Wandeln, Werden und Vergehen unterworfen ? Ähem…das wäre so ziemlich das neueste, was ich vom Christentum hörte und das hätte ich doch gerne von ein paar Christen hier bestätigt, bevor ich das glaube.

Also, damit keine Mißverständnisse aufkommen: Unterschiede der
Begriffe - ja. Unvereinbare Widersprüche seh ich nicht.

Ich hoffe, diesbezüglich jetzt etwas hilfreicher gewesen zu sein.

Gruß
Marion

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