angenommen eine ältere Frau (91)wird ständig von Callcenter Anrufern belästigt und teilweise richtiggehend bedrängt.
Die Dame hat die Nase voll und möchte sich wehren.
Dürfte sie die Anrufe mit ihrem AB mitschneiden und an die Verbrauerschutzzentrale weitergeben?
Vielen Dank schon im voraus
Susanne (noch nicht 91 - fühlt sich nur manchmal so)
Hallo Susanne,
ähnliches hatte meine Mutter zu berichten (fast 70). Da es fast immer nur eine Telefonfirma war, die angerufen hat (Freenet) habe ich der Firma eine Email geschrieben mit dem ungefähren Wortlaut:
Hiermit untersage ich Ihnen jedliche Kontaktaufnahme zu „Person und Nummer“. Diese Email wird von mir für einen eventuellen Nachweis gespeichert. Sollten Sie sich nicht daran halten, wird über einen Anwalt Anzeige erstattet.
Bei uns hat es geholfen. Man muss nur wissen, welche Gesellschaft dahinter steht.
Ich meine, dass es nicht erlaubt ist, ohne das Wissen des
Teilnehmers ein Gespräch aufzuzeichnen.
Ohne das Wissen. Was spricht dagegen, den Teilnehmer wissen zu lassen, dass man mitschneidet? Es gibt Anrufbeantworter mit Mitschneidefunktion, man könnte im Ansagetext über den Mitschnitt deutlich informieren und erst nach dessen Ablauf das Gespräch selbst entgegennehmen.
Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass es ernste juristische Konsequenzen hätte, wenn man mitschneidet und die Mitschnitte einer Verbraucherzentrale übergibt. Wer sollte anzeigen?
schon richtig, wenn man sich das Einverständnis des Teilnehmers geben lässt, sollte da rechtlich kein Problem bestehen. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Damen und Herren CallCenter-Agenten dann das Gespräch eh beenden - womit ja auch ein Erfolg erzielt worden wäre.
Das Strafgesetzbuch regelt das im Übrigen wie folgt:
StGB § 201
Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
(1.) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer unbefugt
das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder
eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.
Wenn also eine Aufnahme ohne Zustimmung gemacht würde und diese dann auch noch dem Verbraucherschutz zugespielt würd, könnte es ja durchaus sein, dass der CallCenter-Betreiber seinen Ruf gefährdet sieht und entsprechend Anzeige erstattet, sobald er Wind von der Sache bekommt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass er das tut, ist wohl verschwindend gering, schließlich sägt nur der Dumme am Ast, auf dem er sitzt. Aber man weiss ja nie.
inzwischen gibt es diverse Gerichtsurteile die alle aussagen, dass niemand angerufen werden darf, der nicht vorher dazu seine Zustimmung gegeben hat.
Häufig sind es immer die gleichen Call-Center die für ihre verschiedensten Kunden anrufen. Ich habe dann mal einer der Damen gesagt, dass ich die Anrufe nicht wünsche, sie als Belästigung empfinde und genauso reagiere wie bei sexuellen Telefonbelästigungen: mit der Trillerpfeife.
Danach sind die Anrufe gewaltig zurückgegangen. Ist nicht mal 10 % von früher, was ich angerufen werde. Ab und an kommt die Trillerpfeife zum Einsatz.
Inzwischen bekomme ich nur noch Anrufe per Tonband. Da lege ich auf, manchmal warte ich auch bis die Ansage vorbei ist und ich antworten kann und dann spricht meine Freundin - die Trillerpfeife.
Langsam langweilt sich meine Freundin schon.
Grüßle
Ingrid
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Ich wenn ich persönlich die oft mal erwähnte „Notwehr“ mittels Thrillerpfeife moralisch nicht unbedingt verwerflich finde- aber es ist eine Körperverletzung. Eine Bekannte von mir hat bei so einen „Angriff“ einen Hörsturz erlitten und die Pfeifferin musste Schmerzensgeld zahlen. Hier ist also Vorsicht geboten, sonst kann es teuer werden.
Entgegen der verbreiteten Meinung, das Auflegen würde eine Lösung sein, schlage ich eine andere Methode vor. Man muss sich doch die Frage stellen, wie kann man die Wirtschaftlichkeit solcher Outbound-Aktionen durcheinander bringen?
Umso kürzer die Gespräche für das Center ist, desto weniger ist der Verlust bei einem Nicht-Abschluß. Bei mehreren tausend Adressen, die durchtelefoniert werden, machen da ein paar „Aufleger“ nichts aus.
Unwirtschaftlich sind aber die tierisch langen Telefonate, die dann am Ende auch kein Geschäft bringen. Daher sollte man alles daran setzen, das Gespräch so lange wie möglich herauszuziehen. Man kann Gegenfragen stellen, sich das Ganze nochmal ausführlich erläutern lassen, Interesse heucheln etc.
Wenn man dieses Spielchen bewußt macht, bekommt man am Ende mehr Routine als der Agent am anderen Ende. Und was noch ein schöner Nebeneffekt ist: es macht immer mehr Spaß!!!
soweit mir bekannt ist, muß man ein mitschneiden des Gespräches beim Gesprächspartner ankündigen. Wenn dies unterlassen wird, ist es wertlos und kann überhaupt nicht verwendet werden.
Allerdings was immer lustig ist, ist das sogenannte Gegenscript.
Guckst Du hier >> http://www.xs4all.nl/~egbg/duits.pdf
Ich habe es mehrmals selber ausprobiert, macht richtig Spaß. Mittlerweile freue ich mich schon immer auf die Call-Center-Anrufe. Ich habe das Script direkt neben mein Telefon zu liegen.
Die Frage hab ich mir auch grad gestellt
ich hab immer ne Trillerpfeife rumliegen… ausserdem ruft bei mir eh niemand an, ausser Premiere die haben mich regelmässig 2x im Jahr nach einer Tussi genervt, die angeblich unter der Nummer erreichbar wäre
eine juristische Antwort habe ich leider nicht für dich,
aber nach meine Erfahrung hilft einzig sofortiges,
kommentarloses Auflegen.
Ich habe mir früher oft die Leier angehört mit der Folge,
das immer häufiger angerufen wurde (obwohl ich immer
dankend abgelehnt habe).
Ich vermute, dass die Callcenter eine Datenbank haben
und die Anrufer in Kategorien wie Sofortaufleger, Anhörer
und „einfach zu überzeugende Personen“ einsortieren.
Weiterhin vermute ich, dass diese Daten an andere Unternehmen
(aus einer anderen Branche) weiterverkauft werden. Das heisst,
wenn Du einmal als „gesprächige Person“ klassifiziert bist
kommen immer mehr Anrufe: Zeitungsabos, Bofrost, T-online,
dubiose Gewinnspiele etc.
Grüße
Christian
ich habe bisher ein mal das Gegenscript ausprobieren können.
Aber weiter als bis zum Namen bin ich nicht gekommen. Dann hat schon der Callcenter-Agent aufgelegt.
Ich tippe mal, dass dies wirksamer ist, als jede Robinson-Liste.
ich habe bisher ein mal das Gegenscript ausprobieren können.
Aber weiter als bis zum Namen bin ich nicht gekommen. Dann hat
schon der Callcenter-Agent aufgelegt.
Ich habe es auch schon - erfolgreich - ausprobiert. Waren meist etwas längere Gespäche
Aber auf Dauer ist mir das zu langwierig.
Ich tippe mal, dass dies wirksamer ist, als jede Robinson-Liste.
Du tippst? Hast Du es denn schon mal ausprobiert?
Obwohl ich erst auch sehr skeptisch war, was den Erfolg angeht, habe ich uns in die sog. Robinsonliste (http://www.robinson-liste.de/) eingetragen.
Seitdem sind die unerwünschten Anrufe um ca. 80-90% zurückgegangen!
Beim Rest lege ich einfach auf, wenn ich denn überhaupt zu Hause bin. Fast alle Anrufe, die wir jetzt noch bekommen, gehen in der Mittagszeit ein.