Charakter ändern? Soziale Kompetenz lernen?

Hallo liebe User,

immer wieder, heute auch, stoße ich mit meinem Charakter an!

Heute sagte mir ein Mitschüler, dass ich mich angeblich bewusst über meine guten Noten freue, um den anderen (schlechteren) Schülern ein noch schlechteres Gefühl zu geben. Desweiteren wäre ich nicht die richtige Person, um das Amt als Klassen-/ und Schülersprecherin auszuüben. Grund hierfür sei, dass ich oft gegen die Klasse sprechen würde. Ich weiß welche Situationen gemeint sind und bin nach wie vor der Meinung, dass es falsch war was die Schüler (auch ich) gemacht haben. Nur habe ich zu meinem Fehler gestanden, der Rest wollte ihn verharmlosen. Unterstellt wurde mir nun, dass ich das nur tue, um vor den Lehrern einen guten Eindruck zu machen.

Es mag vielleicht jetzt als Kleinigkeit unter Schülern rüber kommen, das ganze belastet mich aber schon immer.

Ich bin jetzt 24 Jahre alt und habe noch nie irgendwo richtig dazu gehört. Egal in welchem Kreis (Arbeit, Ausbildung, Schule, Freizeit) werde ich akzeptiert, aber nicht wirklich aufgenommen. Heute hat aber zum erstem Mal jemand was gesagt! Ich fand es gut, es hat mich zum Nachdenken gebracht, aber weiter weiß ich jetzt nicht!

Ich weiß, dass ich sehr ungeduldig sein kann und auch meine Meinung sehr stark vertrete, aber ich bemühe mich dabei immer fair zu sein.

Mein sehr begrenzter Freundeskreis sagt dazu nur, dass ich so bleiben soll, wie ich bin. Aber wenn mein Charakter der Grund dafür ist, dass ich bei Menschen nicht ankomme, dann will ich ihn ändern, um mich im Anschluss besser zu fühlen, ist das falsch?

Seltsam ist allerdings, dass ich bei älteren Menschen (Lehrer, Vorgesetzte etc.) gut ankomme. Viele schätzen meine Intelligenz und erwarten daher auch sehr viel von mir. Nur bringt mir das bezüglich meiner privaten, sozialen Kontakte nichts. Freunde, Bekannte und eine Beziehung bekomme ich dadurch nicht!!!

Ich weiß, dass ich nun viele Infos aufeinmal gebracht habe, aber 1. ist es gut auch einfach mal darüber zu schreiben und 2. ist es noch besser, wenn man mal eine neutrale Meinung erhält!

Deswegen Danke ich schonmal im voraus fürs Lesen und Antworten!!!

Danke und Gruß

PS.: Beim Schreiben ist mir der Gedanke gekommen, dass mein Verhalten vielleicht etwas an dem Spruch Angriff ist die Beste Verteidigung" orientiert ist, quasi als Selbstschutz. Darüber werde ich aber nochmal genauer nachdenken…

Hallo Beste,

Dir ist vielleicht nur das Verständnis dafür abhanden gekommen, als sich die Mitschüler im nachhinein falsch verhielten; Du übrigens auch.

Richtig oder falsch, das ist wichtig, wenn´s um Ergebnisse geht.
Einfühlungsvermögen ist es, das Dir offenkundig schwer fällt. Das ist im zwischenmenschlichen Bereich sekundär. In dem Fall kommt es darauf an, jedem, der nicht von vorn herein böswillig ist, dabei zu helfen, das Gesicht zu wahren und nicht ausgegrenzt zu werden.

Genau das ist Dir aber wiederfahren, weil für Dich nur das Ergebnis zählte. Künftig den gleichen Fehler nicht wiederholen.

Dann läuft´s wieder besser als Klassensprecherin.

Grüße mki

Soziale Kompetenz? Vorbildlich!
Hallo,

so wie du hier mit diesem, deinem ersten, Posting auftrittst, kann ich dir nur hervorragende soziale Kompetenz bescheinigen. Ich bin eher überrascht, dass du deswegen verunsichert bist.

Nicht jede Freundschaft ist so eng, wie es dir vielleicht scheint. Nicht grübeln, wenn mal wer neidisch auf dich ist. Den Neid hast du dir erarbeitet :smile:

Sich selbst zu hinterfragen ist im übrigen auch eine sehr positive Charaktereigenschaft. Nur übertreiben sollte man nicht damit.

Mir fällt jetzt auch nur noch ein „Bleib wie du bist!“ ein. Mit weniger Grübeln bitte!

Liebe Grüße
Morrighan

Hallo mki,

Unterschiedlicher als wir beide kann man ja ein und denselben Text nicht verstehen. Jetzt würde mich natürlich interessieren wie das kommt.

Einfühlungsvermögen ist es, das Dir offenkundig schwer fällt.

Das kann ich z. B. nicht nachvollziehen. Wo genau hat er / sie (wie kommst du überhaupt auf sie) Einfühlungsvermögen vermissen lassen?

kommt es darauf an, jedem, der nicht von vorn herein böswillig
ist, dabei zu helfen, das Gesicht zu wahren und nicht
ausgegrenzt zu werden.

Worum geht’s hier?

Genau das ist Dir aber wiederfahren, weil für Dich nur das
Ergebnis zählte. Künftig den gleichen Fehler nicht
wiederholen.

Kennst du Fragesteller(in) vielleicht? Dann finde ich das hier gar nicht fein.

Wer soll jetzt wen das Gesicht wahren lassen…

Morrighan

Hallo,

wenn ich das richtig verstehe, bis Du Klassen- und/oder Schülersprecherin. Wenn das korrekt ist, schließe ich daraus, dass Du in dieses Amt gewählt wurdest, was darauf schließen lässt, dass Du, zumindest zum Zeitpunkt der Wahl, beliebt genug gewesen sein musst. Auch schreibst Du davon, dass Du Freunde hast, die sich wünschen, dass Du so bleiben sollst, wie Du bist.
Was also wäre das Langzeitziel einer Charakterjustierung?
Übrigens finde ich den Vorwurf, Du würdest Dich bewusst über gute Noten freuen irgendwie lustig - wie soll man denn sonst freuen?Oder rufst Du immer: „Hahaha, Du hast eine sechs und ich eine eins! Hahaha!“?

Viele Grüße

Hallo,

so wie du hier mit diesem, deinem ersten, Posting auftrittst,
kann ich dir nur hervorragende soziale Kompetenz bescheinigen.

Kannst du mir dies begründen? Angesichts

Ich bin jetzt 24 Jahre alt und habe noch nie irgendwo richtig dazu gehört. Egal in welchem Kreis (Arbeit, Ausbildung, Schule, Freizeit) werde ich akzeptiert, aber nicht wirklich aufgenommen.

oder

Mein sehr begrenzter Freundeskreis sagt dazu nur …

oder

Beim Schreiben ist mir der Gedanke gekommen, dass mein Verhalten vielleicht etwas an dem Spruch Angriff ist die Beste Verteidigung" orientiert ist, quasi als Selbstschutz.

Mir fällt jetzt auch nur noch ein „Bleib wie du bist!“ ein.

Kann ich ehrlich gesagt so überhaupt nicht nachvollziehen, deine Gedankengänge.

Franz

Hallo,

ja, ich kann es begründen. Beliebtheit ist kein alleiniger Grad für soziale Kompetenz. Manchmal sind die größten Klassenrüpel am beliebtesten. Dem gegenüber steht auch die Akzeptanz durch die Erwachsenen. Die soziale Kompetenz die ich sehe äußerst sich hier auch im Hinterfragen der eigenen Unzulänglichkeiten. Das ist zu stark. Ich spüre Verunsicherung bei(m) (der) Fragesteller(in?). Wenn die weg geht, kommt der Rest von allein.

Ist das nachvollziehbar geworden?

Grüße
Morrighan

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Ja, Morrighan, danke für Deine Einwende.

Ich war etwas übereilt, vielleicht auch zu spekulativ. Ich hätte mich besser strikt am Konjunktiv orientieren sollen. Denn es könnte ebenso gut ein anderer Grund sein, warum die Schulklasse ärgerlich war. Denn die Hintergründe für den Klassenzwist sind mir genauso wenig geläufig wie Dir. Ja, sag´ Du doch mal was. :smile:

Warum ich von einer Schülerin ausgegangen bin ist unerheblich. Findest Du nicht? Du mutmaßt, dass es ebenso gut ein Schüler sein könnte? Auch gut.

Wer soll jetzt wen das Gesicht wahren lassen…

Im Forum geht es an erster Stelle um einen Meinungesaustausch. Was willst Du mehr? Sag´ uns Deine Meinung.

Grüße mki

Hallo,

sorry, aber durch die ganze Sache mit dem „sie“ und der Art wie du geschrieben hast, bekam ich den Eindruck als würde hier ein Zwist zwischen Klassenkameraden losgehen. Ich hatte wirklich den Eindruck du kennst Fragesteller(in).

Ich lösche mal das Post Scriptum von vorhin.

Danke für die rasche Reaktion

Morrighan

Oh, ein großes Missverständnis durch mich. Das möchte ich hiermit korrigieren:

Einfühlungsvermögen ist es, das Dir offenkundig schwer fällt.
Das ist im zwischenmenschlichen Bereich primär.

Grüße mki

Nein lass stehen. Viel wichtiger ist der ganze Leseverlauf.

Grüße mki

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Post Scriptum zum Nachlesen …
ähhhmmm, zu spät, habe es gelöscht… aber nochmal zum Nachlesen:

Durch rüpelhafte Dreistigkeit wirst du kein Einfühlungsvermögen erhalten. Von mir jedenfalls nicht.

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Hallo,

Beliebtheit ist kein alleiniger Grad für soziale Kompetenz.

An Beliebtheit grundsätzlich mangelt es auch nicht:

Seltsam ist allerdings, dass ich bei älteren Menschen (Lehrer, Vorgesetzte etc.) gut ankomme.

Es ist aber die falsche Adresse für ihn.

Ich spüre Verunsicherung bei(m) (der) Fragesteller(in?).

Er spürt die Verunsicherung und mangelnde sK „nach unten“. Ich vermute, sein Problem ist der Konflikt zwischen „Führung“ ausüben (müssen) und gleichzeitig „Anerkennung/Freundschaft“ gewinnen (wollen). Ersteres überwiegt, zweiteres erlebt er bislang kaum.

Wenn die [Verunsicherung] weg geht, kommt der Rest von allein.

Ohne sK m.E. nicht. Daran mangelt es noch. Aber es dürfte unbestritten sein, dass sK auch erst durch Erfahrungen heranwächst.

Franz

Auch hier ein Post Scriptum
Verzeihung,

wenn ich jetzt nerve, aber das hier ist mir auch noch wichtig:

Ich habe auch aus der Tatsache wie das Posting eröffnet und abgeschlossen wurde auf das Vorhandensein sozialer Kompetenzen geschlossen. Was meint ihr? Berechtigterweise? :smile:

Liebe Grüße
Morrighan

Ich habe auch aus der Tatsache wie das Posting eröffnet und
abgeschlossen wurde auf das Vorhandensein sozialer Kompetenzen
geschlossen. Was meint ihr?

Das sehe ich auch so. Hinsichtlich ihm wichtiger Dinge wie Freundschaft, Anerkennung, „Respekt“ zu für ihn wichtige Kreise stellt er dennoch Defizite fest. Insofern ist seine Anfrage durchaus
Berechtigterweise? :smile:

Grüße auch
Franz

PS: Nach 19,5 Std auf den Beinen, davon jetzt 2 Std Entspannung am Abend, erlaube ich mir „Gute Nacht“ zu sagen und zu wünschen.

Hallo,

Es bliebe nur noch zu hinterfragen was er unter Freundschaft konkret versteht, damit man eventuelle unrealistische Vorstellungen oder eben einen tatsächlichen Nachholbedarf festellen kann. Aber sonst gilt:

Klasse, darf ich dir (auch in Bezug auf Einschätzung Konflikt FK / Freundschaften) einen Konsens anbieten? :smile:

Liebe Grüße
Morrighan

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Hallo.

Auf mich persönlich wirkt alles sehr „altklug“ und sehr angepasst. Es entsteht der Eindruck, dass du oft die Anerkennung von Eltern bzw. jetzt Lehrern suchst und dich Gleichaltrige nur wenig interessieren. Für einen Menschen Anfang 20 fehlt mir auch die Leichtigkeit. Ich denke, es geht weniger darum, sich zu ändern, sondern sich die Frage zu stellen, ob es für dich wirklich so wichtig ist, „mehr“ Freunde zu haben oder dazuzugehören oder das Anders-Sein vielleicht zu akzeptieren.

gerne doch (owT)
Franz

Das ist mir direkt ins Auge gesprungen:

Ich weiß welche
Situationen gemeint sind und bin nach wie vor der Meinung,
dass es falsch war was die Schüler (auch ich) gemacht haben.
Nur habe ich zu meinem Fehler gestanden, der Rest wollte ihn
verharmlosen.

Weißt du, welchen Eindruck das macht? Erst machst du den gleichen Mist wie die anderen, willst dich dann aber als besonders reuig darstellen und lässt die anderen als uneinsichtig dastehen. Erst mitziehen, dann die anderen hintenrum verpetzten… Das sowas in einem Klassenverband sehr schlecht ankommt, dürfte dir doch klar sein.

Ich vermute mal, das es bei diesen Situtionen um nichts wirklich wichtiges ging, also warum war es dir wichtiger als moralisch besser dazustehen als zur Klasse zu halten?

(Ich hab das mal bewusst ein bisschen frech formuliert, aber mich interessiert die Antwort)

LG

„Desweiteren wäre ich nicht die richtige Person, um das Amt als Klassen-/ und Schülersprecherin auszuüben“

Klassensprecherin ist eher weiblich, oder?