Chef treibt Psychospielchen

Ich bin als Erzieherin schon mehrfach folgender Situation ausgesetzt gewesen und weiß nicht, wie ich mich am besten verhalten soll.

Man wird aus der Arbeit heraus zum Chef gerufen, ohne dass man weiß, weswegen. Fragt man die Sekretärin, heißt es, das wird ihnen der Chef schon selbst sagen. Man kommt also völlig unvorbereitet und mit einem „Häschen-vor-der-Schlange-Gefühl“ in ein Gespräch.

Chef: „Haben Sie mir nichts zu sagen?“ Ich. „Was möchten Sie denn wissen?“ Chef: „Das wissen Sie schon selbst, kommen Sie mir nicht so scheinheilig.“ Verunsichert schaut man in die Runde und dann liegt beispielsweise auf dem Schreibtisch (natürlich gut sichtbar platziert) ein Schriftstück mit dem fetten Vermerk: „Beschwerde“. Darauf sollte man wohl abfahren, und ich fahre dann häufig auf so etwas ab.

Hintergrund der Beschwerde war, dass sich Eltern schriftlich beschwert hätten, weil ich ihre Kinder benachteiligt hätte. Welche Eltern das Schreiben aufgesetzt haben, welche Kinder davon betroffen sind, wird natürlich nicht gesagt. Man hört nur, dass es so nicht geht und man sich gegebenenfalls von mir trennen müsste.

Ohne konkrete „Anklage“, ohne Gespräch und Aussöhnungsmöglichkeit mit den Betroffenen wird das „Personalgespräch“ dann, wenn man vollends verunsichert ist, beendet. Man hat ein schlechtes Gewissen und weiß nicht warum.

Will man während einem „der Kopf gewaschen wird“ eigene Argumente bringen, wird man unterbrochen mit den Worten: „Sie sind jetzt nicht dran.“

Ich habe das Gefühl, dass mein Chef große Selbstwertprobleme hat, die er dann auf uns Mitarbeiterinnen projiziert. Ich bin nämlich nicht die einzige, der dies passiert. Es trifft jede, in bunter Reihenfolge und häufig vor den Ferien. Betriebsrat gibt es bei uns nicht und wenn man als Einzelperson etwas unternehmen wollte, würde man den Job riskieren.

Von Haus aus hatten wir unter den Kolleginnen ein tolles Betriebsklima. Inzwischen ist das Betriebsklima sehr belastet, weil man auch nicht mehr weiß, welcher der Kolleginnen man noch trauen kann.

Ich stelle mich jeder Konfrontation, wenn ich genau weiß, wer mir was vorwirft. Wenn die Vorwürfe aber nicht konkretisierte „Allgemeinplätze“ sind, kann ich nur schwer damit umgehen.

Wie kann ich mit solchen Situationen umgehen, ohne dass sie mich und meine Familie belasten? Gibt es hierzu Psychologiekurse? Hat jemand ähnliche Erfahrungen auch schon gemacht?

Danke
Atlacamani

Hallo!
Ich kann dir das Buch von Marschall Rosenberg „Gewaltfreie Kommunikation“ empfehlen.
Zumindest gibt es dir den Vorteil, deinem Chef in Sachen Kommunikation entgegen zu treten.
Alle anderen Themen sind persönliche Interpretationen. Mit denen würde ich vorsichtig umgehen.
Gruß und schönen Sonntag

Hallo,

kann zwar nicht viel dazu sagen, aber tu’s mal (mein Eindruck):
Der Chef demonstriert seine Macht und entzieht Dir jede Handlungsmöglichkeit. Besonders durch die Kündigungsansdrohung. Fragt sich, wozu er es nötig hat, Dir den Boden unter den Füßen wegzuziehen (Androhung). Bist Du ihm „zu“ standfest, so dass er seinen eigenen Standpunkt (den er vielleicht nicht hat, aber sich selbst durch solche Aktionen demonstrieren muss, bzw. er muss demostrieren, dass er im Recht ist) gefährdet sieht /deutlich machen muss? Sind die anderen Kollegen leichter einzuschüchtern / zu lenken?

Wenn die Motivation des Chefs klar ist, kann man auch besser sagen, welche Lösungsmöglichkeiten es gibt (mit den Eltern sprechen, sich im Kollegenkreis mit jemandem solidarisieren- das Ziel ist sozusagen klar, einen Mediatoren ins Haus holen).

Also, geht es dem Chef um Macht und Kontrolle oder um eine Lösung des Problems (das der Chef vielleicht mit sich selbst hat)? Bei uns hat das Solidarisieren im Team in einer ähnlichen Situation Wirkung gezeigt (Missstände wurden im Team deutlich angesprochen und zum Thema gemacht- ohne dass die Chefetage das mitbekommen hätte), nachdem die beiden „Anführer“ das Team verlassen haben, hat sich die „Bewegung“ allerdings in Luft aufgelöst (keiner der restlichen Mitarbeiter wollte einen Standpunkt einnehmen und diesen auch allen zeigen).

Oder geht’s um die „Kunden“? (Eltern). Es war auch bei uns so, dass der direkte Kommunikationsweg umgangen wurde (also bei Euch wäre das Eltern-Erzieher), von beiden Seiten.

Gruß,
Anwärter

Huhu, machen kannst du da nicht viel. Ich hatte auch mal so einen chef:

  1. Hab viel krank gemacht

  2. Und ihn wegen div. Delikte bei div. Behörden angeschissen

  3. Firma zu

  4. Chef: Hatz4 und vorbestraft (er weiß bis heute nicht das ich ihn dahin gebracht habe)

  5. Ich: Neue Firma mit nettem Chefy

Freiheit beginnt mit Widerstand

Hallo Anwärter,
deine Gedanken zu dem von mir angesprochenen Thema habe ich interessiert gelesen. Das sind echt gute Gedanken, denen ich mal nachgehen werde. Danke.
Atlacamani

Hallo.
Ich hatte auch so einen Chef. Weil ich mich gegen diese Art gewert hatte und NEIN sagte wurde ich entlassen. Aber er musste danach Geschäft (Bar) zu machen, weil seine Art auch seine Gäste vergrault hatte. Ich hatte danach schwere Depressionen weil ich die Schuld bei mir suchte. Aber ich muss dir sagen, ER hat das Problem nicht DU!!! Er will dich mit diesem Zug klein machen! Er zeigt dass du hier NICHT das Sagen hast. Er will dich gefügig machen. Ich denke er hat teilweise nicht mal wirkliche Beschwerden, denn sonst würde er dir sagen wer sich beschwert hat!! Das ganze hat heutzutage ein Begriff MOBBING!!! Es gibt im internet super seiten wo du dich darüber informieren kannst! ICh hoffe ich konnte dir bischen helfen. L.G. Sandyhex

Hallo Sabdyhex,
unser Problem ist eben, dass nicht der Recht hat, der Recht hat, sondern der, der das Sagen hat. Deshalb will ich es auch gar nicht auf eine Konfrontation ankommen lassen, sondern versuchen, seine Probleme, und ich bin überzeugt, dass es seine Probleme sind, nicht zu den meinen zu machen. Was nützt es, wenn ich an mir selbst zweifle, zuhause wegen dieses **** Aggresionen aufbaue, von denen er absolut nichts mitbekommt? Ich denke, dass „Gottes Mühlen“ langsam mahlen, aber dass sie mahlen. Abgerechnet wird nämlich immer zum Schluss. Dazu muss ich gar nichts beitragen. Mein Anliegen ist viel mehr, mich so einstellen zu können, dass seine Attacken ins Leere laufen. dazu hat mir dein Beitrag ebenso geholfen wie die Beiträge der andern hier.
Danke
Atlacamani

Moin,

meine bescheidene Meinung:
Den Chef werdet ihr nicht ändern. Erwachsene lassen sich leider kaum mehr erziehen.

Aber so blöd ein Chef auch sein mag: Er ist erträglich in seinen Launen, wenn diese eine gewisse Konstanz haben. Und das scheint mir ja durchaus nach Deiner Schilderung gegeben sein.

Also: Einfach mal verschiedene Strategien ausprobieren und schauen was passiert. Hat man eine für sich selber passende gefunden: Wiederholen, bis es ihm selber zu blöd wird.

Kann sein, dass man scheinbar(!) unterwürfig kommen muss, um ihn aus dem Gleichgweicht zu bringen und um dann nett zu kontern.
Oder eben höflich und frech ihn nur bedingt ernst nehmen.
Oder, oder.

Er lebt doch nur einen Mechanismus aus, der solange verwendet werden wird, solange ihr ihn mitmacht und aus seiner Sicht richtig ergänzt. Tut ihr das nicht mehr, macht es ihm auch keinen Spass mehr …

Grüße
Jürgen

Hallo Atlacamani,

der Chef missbraucht anscheinend seine Machtposition, und wenn das so ist, wirst Du sehr wahrscheinlich nichts gegen seine Handlungsweise ausrichten können. Er würde in dem Fall Dir das Leben mit weiteren Mitteln schwer machen und letztlich seine Drohung umsetzen und Dich loswerden.

Entweder findest Du Dich damit ab, distanzierst Dich emotional von seinem Autoritätsgebahren und unterhälst Kolleginnen gegenüber eine gewisse Distanz der Vorsicht - oder Du siehst Dich nach einer anderen Arbeitsstelle um.

Jeder Versuch, ihm - offen oder auch „um die Ecke“ - beizukommen, würde Dich in eine Situation bringen, aus der Du nicht unbeschadet heraus kämst; du bist ja jetzt schon durch diesen Chef beeinträchtigt, und das, obwohl dieser (noch) gar nicht mal alle Mittel ausschöpft?!

Gruß - iceage

Hallo atlacamani,
deine Situation hört sich echt nicht lustig an.
Zum einen hast du deinen Beruf, den du hier ausübst und wo du dich insgesamt wohl fühlst (bis auf den Chef)…
Auf der anderen Seite hast du ein Selbstwertgefühl, das dein Chef gerade versucht zu zerstören. Die Auswirkungen merkst du zuhause - das heißt, du nimmst den ganzen Ärger mit und bist nicht mehr entspannt und glücklich.
Wenn euer Verhältnis unter KollegInnen bis vor kurzem gut war, ist es vielleicht eine ganz gute Idee, sich mit denen, die du am besten/längsten kennst zusammen zu tun und darüber zu sprechen. Es kann ja sein, daß sie sich genauso fühlen wie du. Wenn ihr gemeinsam überlegt, was man hier tun kann, findet ihr vielleicht ein paar Lösungsansätze.
Ich hatte mal zwei Chefs und sonst nette Kollegen. Die beiden haben sich zum Teil gegeneinander ausgespielt, das war schon heftig. Einer der beiden Chefs war immer ernst, streng und unfreundlich. Man hatte schon Schuldgefühle, wenn er ins Büro kam. Nun wurde mir durch andere mitgeteilt, dieser Miesepeter wäre sauer auf mich, hätte was gegen mich und ich hätte Fehler gemacht. Daraufhin bat ich diesen Chef um ein Gespräch. Natürlich habe ich vorher gut überlegt, was ich sagen wollte… Selten hatte ich so ein Herzklopfen, ja Angst wie vor diesem Gespräch. Aber ich machte mir Mut und sagte mir, daß er mich schon nicht umbringen wird. Und wenn er mich raus schmeißt, suche ich mir halt einen anderen Job. Das hat geholfen.
Mein Chef war sehr überrascht über das, was ich ihm so sagte und viel freundlicher als ich es mir erhofft hatte. Ich war sehr erleichtert und seitdem ging es viel besser mit ihm. Er gab sich sogar Mühe, freundlicher zu sein. Besonders erstaunlich war seine Versicherung, er hätte nie etwas gegen mich gehabt!
Bei dir verhält sich das etwas anders. Mit diesem Mann kann man wahrscheinlich nicht reden.
Was hältst du aber davon, die Gespräche mit dem Chef zu protokollieren? Eine Gesprächsnotiz hilft, die Sachen richtig in Erinnerung zu behalten. Außerdem kannst du sie vielleicht einmal gut gebrauchen, wenn dir weitere unberechtigte Vorwürfe gemacht werden. Halte die Notizen neutral. Es könnte auch hilfreich sein, sich schriftlich zu den Vorwürfen des Chefs zu äußern. Dann kann er dir das Wort im Mund nicht rumdrehen und du hast später vielleicht ein paar nützliche „Beweisstücke“ in der Hand. Etwas schriftliches kann man wohl überlegt und immer freundlich formulieren.
„Gern möchte ich mein Verhalten ändern… Auch möchte ich unser gutes Verhältnis/Arbeitsklima nicht belasten und bitte Sie deshalb, mir mitzuteilen, was Sie stört.“ Oder so ähnlich.
Es ist sehr wichtig, daß du dein Problem auf jeden Fall schnell klärst, denn der Druck und dein schlechtes Gefühl werden weiter wachsen!
Vielleicht hilft dir meine Antwort auch ein wenig. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe, daß du den richtigen Weg findest, dich diesem Problem zu stellen.
Liebe Grüße
Petra

Hi,

so etwas gibt es leider auch Eltern-Kind-Beziehungen, was meistens noch viel gravierende Konsequenzen für den Unterlegenen (Kind) hat. Hintergrund ist mE, dass dein Chef angst hat, dass du ihm „nachweisen“ könntest, dass er mit seinen Methoden falsch liegt und er über sich nachdenken müsste.
Du hast eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

  1. Im die Meinung sagen und volle Konfrontation suchen und en Rausschmiss riskieren (weswegen eigentlich?)
  2. Bei den Situationen, die sich ja immer gleich ankündigen, möglichst entspannt reingehen und auf Durchzug schalten.

Auf jeden Fall solltest du versuchen herauszubekommen, welche eltern sich beschwert haben und das Gespräch mit ihnen suchen. Denn deren Meinung kann dir helfen, besser zu werden.
Grüße,
JPL

wird er weitermachen
hi,

wenn du -wie du schreibst- tatsächlich interesse daran hast, warum sich eltern über dich beschweren, müsste man das doch in erfahrung bringen können.

frage also in der nächsten teamsitzung offen in die runde, was das sein könnte. tue das aber nur in dem bewusstsein, dass jede/r schwächen hat und es in dem gespräch nicht darum gehen kann, dich klein zu machen. du kannst auch deinen chef schriftlich fragen, worüber sich die eltern beschweren.

gibt es statt betriebsrat eine vertrauensperson in der einrichtung als hilfe für ein offenes teamgespräch?

den chef kannst du nicht verändern. der wird so bleiben, wie er ist. bewirb dich nebenbei, momentan gibt es einen guten armeitsmarkt für erzieherinnen. das stärkt dein selbstbewusstsein und das strahlt auf den chef aus.

Hi,

ich entnehme hier deiner Frage, daß die Gespräche sich öfters um Beschwerden der Eltern drehen und du dann auch nicht schlauer aus dem Gespräch rauskommst, dafür aber mit gewaschenem Kopf…

Mach dir doch mal einen Fragenkatalog und gehe ein entsprechendes Gespräch im Geiste mehrmals durch.
Was würdest du gerne Antworten, vom Chef wissen und warum?

Nimm dir diesen Katalog das nächste mal z. B. auf einem Klemmbrett mit und schreibe die Antworten des Chefs mit, damit gewinnst du zeit für deine Antworten.
Mach das, auch wenn du dir das erste mal doof dabei vorkommst!

Laß das nächste Gespräch schon mal in deinem Kopf ablaufen, wie es sein sollte:
z. B.
„Nein, ich weiß nicht worum es geht, könnten sie mich ins Bild setzen?“

„um welches Kind handelt es sich denn? dann könnte ich nochmals mit den Eltern sprechen/ die Forderung der Eltern in Zukunft beachten / den Eltern diese Situation nochmals erklären ect.“

„da ich mein Verhalten verbessern möchte, wie soll ich mich zukünftig in ähnlichen Situationen verhalten?“

Eine Verteidigung auf die vorgeworfene Situation würde ich nicht vortragen, besser wäre, dem Chef einen Lösungs- oder Änderungsvorschlag zu machen und im Nachsatz zu fragen ob er glaube, das würde helfen oder die Eltern wären damit zufrieden.

Dann kann er sich noch immer als Chef fühlen, da ER ja entschieden hat, deinen Vorschlag zu folgen und er hat nicht das Gesicht verloren und du hast trotzdem die Führung des Gesprächs übernommen.

Nur Mut!

grüße
miamei

Hallo Atlacamani,

mir hat man mal was vorgeworfen - der Chef sagte etwa: Man sagt, Sie tun pi pa po.

Darauf habe ich gefragt, wer das sagt. Antwort: Sage ich nicht.

Dann habe ich gesagt: Mit anonymen Anschuldigungen befasse ich mich nicht.

Das hat gut gewirkt. Der Name wurde gesagt und die Sache konnte ich im Nu klären.

Versuche, auf eine sachliche Ebene zu kommen - nicht mit einer Stange im Nebel stochern (lassen). Du kannst nur zu konkreten Anschuldigungen etwas sagen.
Das soll keine Lösung sein, nur eine Anregung.

Viel Stärke wünscht Dir
Uli

Hallo Alpha,
die Gründe sind kleinlich. Eltern beschweren sich, weil sie glauben, dass ihrem Kind, warum auch immer, weniger Fürsorge zuteil wird oder dass man das Kind A immer zuerst begrüßt und das Kind B benachteiligt wird, weil es noch keine Schuhe binden kann. Wenn man ihm „Schuhe binden“ zeigt, wird es aus Sicht der Eltern „vorgeführt“ usw., usw.

Im Team traut sich keiner den Mund aufzumachen. Eine Kollegin hat’s mal versucht, da meinte er „mit ihrer Walddorfpädagogik sind sie in einer Baumschule besser aufgehoben als hier“. Welche Vorstellung aber er hat von Erziehung, das lässt er offen. Er lässt immer nur uns Frauen agieren um hinterher zu sagen, das war falsch. Fragt man, wie wäre es den richtige, kommt die Antwort „sind sie Erzieherin oder ich“. Man ist also hinterher genauso schlau wie vorher.

Betriebsrat oder Vertrauensperson gibt es nicht.

Mir ist klar, dass ich unseren Chef nicht verändern kann, das möchte ich auch gar nicht. Ich möchte MICH so einstellen können, dass er mich nicht mehr aufregen kann.

Sehr herzlichen Dank für deine Anregungen.
Atlacamani

ich entnehme … , … dafür aber mit gewaschenem Kopf…
genau so ist es.

Den Fragenkatalog habe ich schon: "Wie sieht ihrer Ansicht nach der bessre Kindergarten aus? Wie müssten die Erzieher/innen dort agieren? Welches Ziel verfolgen Sie mit diesem "Mitarbeitergespräch? Warum holen Sie mich aus der Gruppe? Hätte das Gespräch nicht auch stattfinden können, wenn die Kinder zuhause sind? Wie sieht es mit der Betreuung der kinder aus, wenn ich über eine Stunde hier sitze?

Un welches Kind handelt es sich denn? Antwort „Das ist ein generelles Problem mit ihnen!“

Mein Problem ist, dass ich, wenn er mich „angreift“, ich auf die emotionale Schiene rutsche und dann in eine Verteidígungshaltung komme. Genau das weiß er und kostet es aus. Meine Rhetorik ist noch nicht so ausgefeilt und meine Emotionen kann ich in der Situation leider nicht 100%ig im Zaum halten. Aus der Tür draußen, weiß ich genau, wie ich mich hätte im Gespräch verhalten müssen.

„Verbesserungsvorschläge“ habe ich auch schon gemacht und gefragt, was er davon halte. Die Antwort war, ich solle nicht seine Arbeit machen, da ich ja mit meiner offensichtlich schon überfordert sei. Das zieht mich dann wieder auf die emotionale Schiene und es dauert Wochen, bis ich wieder mal lächeln kann.

Danke für deine Tipps, die mich in meiner Vorgehensweise bestätigen.
Atlacamani

Hallo Uli,
ich bin stets bestrebt, das Gespräch auf die sachliche Ebene zu bringen, was bei emotionalen Tiefschlägen unter die Gürtellinie sehr schwer fällt. Es ist mein Ziel, sachlich und kühl bleiben zu können, auch dann, wenn er mich mit widerlichsten Attacken angreift.

Ich will ihm zeigen, dass er einfach keine Macht über mich hat. Mit meinen emotionalen Reaktionen (und sei es nur, dass mir bei Anschuldigungen das Gesicht entgleist) bestätige ich ihn aber nur. Das will ich in Zukunft vermeiden.
Atlacamani

Hallo Ice-Ace,
ich sehe das nicht so. Ich bin eine Mensch und damit habe ich Menschenrechte. Ich muss nichts GEGEN meinen Chef machen, aber alles, um meine Würde zu behalten.
Atlacamani

Hallo Thomas,
krank machen, ihn „anscheißen“ usw., das ist nicht die Lösung. Da wird er in seinem Verhalten doch nur gestärkt.
Liebe Grüße
Atlacamai

Hallo Atlacamani,

das läßt ahnen, dass Du recht viel Selbstdisziplin aufbringen mußt, und ich bin mir nicht sicher, ob Dir das wirklich hilft. Wenn Du versuchst mit Emotionslosigkeit gegen seine Attacken entgegen zu steuern, dann bestätigst Du ihm sein Spielchen und gerätst in ein Machtspiel(chen) mit ihm. Er wird nicht klein beigeben und das nächste Geschütz auffahren, es werden weitere Vorwürfe von ihm kommen, egal wo er sie herzaubert, und sei es nur eine kühne Behauptung, indem er damit rechnet, dass Du versuchst diese zu entkräften. Das kann eine subtile Spirale an kraftraubenden Auseinandersetzungen werden.
Ich würde seine Worte ignorieren und mehr auf sein störendes Verhalten eingehen, ihm also erklären, dass auf dieser Ebene an Aggressionen und demütigender Verhaltensweise gegen Dich es für Dich keinen Sinn macht, darauf zu reagieren. Wenn er mit Unverständnis reagiert, dann würde ich ihm sagen, dass Du die Vorwürfe der Eltern ernst nimmst, und dass es Dir wichtig ist, Dich mit ihm über Dein eventuelles Fehlverhalten auszutauschen. Aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Vielleicht kannst Du mit ihm im Vorfeld etwas aushandeln, bevor sich wieder wie Dschingis Khan aufführt.
Psychospielchen mußt Du nicht aushalten, er will ja schließlich was von Dir. Doch wenn es ihm bei jedem Problem nur darum geht, seine Leute fertig zu machen, dann hast Du das Recht ihn darauf hinzuweisen, dass er das bei Dir bleiben lassen soll. Wenn er personalbedingte Probleme lösen will, dann geht das so nicht.

viele Grüße
Maelle
PS: vor ein paar Jahren hatte ich einen Schreihals als Chef, den ich während seiner Arie allein gelassen habe. Das Hinterher war dann auch nicht so toll, aber den Triumpf geniese ich heute noch, und es ist gott-sei-dank Schnee von gestern. :smile:

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