Wenn Eltern mir das „Du“ anbieten, nehme ich das gerne an. Es zeigt zeugt von gegenseitigem Vertrauen und Nähe und bestärkt dsas gesamte erzieherische Team für die Kinder.
Probleme gab es in den 13 Jahren, die ich dort tätig bin noch nicht, weder bei mir, noch bei meinen Kollegen.
Meine Leiterin will nun unbedingt durchsetzen, dass gesiezt wird. Sie findet, dass ein „Du“ zu Distanzlosigkeit führt und man z.B. problematische Elterngespräche so nicht mehr führen kann.
Sie hat eine Supervision auf das Thema angesetzt, die dies endlos mit uns durchkaut. Ich merke, dass meine Kolleginnen langsam mürbe werden, möchte mich aber bei dieser für mich wichtigen Sache nicht verbiegen lassen.
Wie soll ich mich am besten verhalten?
Wie beurteilt Ihr die Situation?
Meine Leiterin will nun unbedingt durchsetzen, dass gesiezt
wird. Sie findet, dass ein „Du“ zu Distanzlosigkeit führt und
man z.B. problematische Elterngespräche so nicht mehr führen
kann.
da hat sie nicht ganz unrecht.
Sie hat eine Supervision auf das Thema angesetzt, die dies
endlos mit uns durchkaut. Ich merke, dass meine Kolleginnen
langsam mürbe werden, möchte mich aber bei dieser für mich
wichtigen Sache nicht verbiegen lassen.
Wie soll ich mich am besten verhalten?
Kündigen und woanders anfangen?
Wie beurteilt Ihr die Situation?
Es ist immer noch so, dass die Chefs bestimmen, oder? Wenn von „oben“ Anweisungen erfolgen, muss man dies nicht inhaltlich gut finden, sollte diese aber, allein schon um arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden, befolgen.
Meine Leiterin will nun unbedingt durchsetzen, dass gesiezt
wird. Sie findet, dass ein „Du“ zu Distanzlosigkeit führt und
man z.B. problematische Elterngespräche so nicht mehr führen
kann.
da fällt mir spontan der schlaue Spruch „love it, change it or leave it“ ein Wobei ich das mit dem „change it“ mit Vorsicht geniessen würde. Denn einerseits hat Deine Chefin ja doch ganz gute Argumente und andererseits verbraucht sowas erfahrungsgemäss ziemlich viel Kraft, die Du sicherlich auch für andere Sachen gut gebrauchen kannst.
Achja, was auch immer Du tust: von Heimlichkeiten („okay, aber wenn die Chefin hinguckt dann siezen wir uns“) würde ich abraten.
Aber auch nicht unbedingt Recht. Ich habe die verschiedensten Konstellationen kennengelernt. Die vlt. ungewöhnlichste war die Situation in der Schule, in der Schule „Sie“ außerhalb „Du“.
Es ist immer noch so, dass die Chefs bestimmen, oder? Wenn von
„oben“ Anweisungen erfolgen, muss man dies nicht inhaltlich
gut finden, sollte diese aber, allein schon um
arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden, befolgen.
Juristisch hast Du sicher Recht, man kann sicher das Duzen für die Zukunft untersagen, aber was ist mit den „Altlasten“? Es wäre überaus peinlich, wenn ich einem Elternpaar/teil sagen muss, aufgrund einer Anweisung müssen wir uns jetzt wieder siezen.
Egal wie ich es rüberbringe, es wird Verständnislosigkeit hervorrufen.
Doch hat sie oder kannst du irgenwelche Studien dazu bringen.
Wie soll ich mich am besten verhalten?
Kündigen und woanders anfangen?
Währe die einfache Variante aber man kann auch mal versuchen etwas
ändern zu wollen.
Wie beurteilt Ihr die Situation?
Es ist immer noch so, dass die Chefs bestimmen, oder?
Aber nicht ob ich meine Sandkastenfreundschaft duze oder sieze, wo
das steht mußt du mir mal zeigen.
Wenn von
„oben“ Anweisungen erfolgen, muss man dies nicht inhaltlich
gut finden, sollte diese aber, allein schon um
arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden, befolgen.
Abgesehen davon:
13 Jahre Erfahrung sagen da etwas anderes.
Zitat:
Probleme gab es in den 13 Jahren, die ich dort tätig bin noch nicht, weder bei mir, noch bei meinen Kollegen
Nebenbei: Wir reden von der AWO als Arbeitgeber, also von einem Laden, der aus den Gewerkschaften entsprungen ist, wo ein „DU“ nicht nur normal sondern fast schon vorgeschrieben ist.
Es ist immer noch so, dass die Chefs bestimmen, oder? Wenn von
„oben“ Anweisungen erfolgen, muss man dies nicht inhaltlich
gut finden, sollte diese aber, allein schon um
arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden, befolgen.
Mit der Einstellung ändert man dann nie was und rennt treu
doof
rum wie ein Schaf.
da hast Du prinzipiell mal Recht.
Nur: in diesem Fall geht’s nicht um die Optimierung irgendwelcher Prozesse, sondern um eine Lebensphilosophie. Und während es sich beim ersteren der Kampf lohnt würde ich zweiteres als Kampf gegen Windmühlen sehen.
*wink*
Petzi
PS: Ganz davon abgesehen kann ich die Ausgangsposterin verstehen und würde die Chefin fragen, wie ich denn damit umgehen soll, wie ich das bei Eltern die ich aus meiner Vergangenheit schon duze lösen soll.
in einem gewissen Maße kann ich die Argumentation der Chefin verstehen.
Auf der anderen Seite wird es ziemlich komisch klingen, wenn du zu der Mutter eines Morgens sagst: „Guten Morgen, Frau Müller - gestern waren Sie noch die Erika, aber ab heute leider nicht mehr.“ Ich könnte mir vorstellen, dass eine entsprechende Nachfrage der Mutter bei der Leiterin der KiTa ein gewisses Umdenken fördert.
Denn das Verhältnis Erzieherin-Kindsmutter ist ein anderes als das zwischen Konzernchef und Pförtner. Hier ist Vertrauen erforderlich - glaubst du, ich überlasse mein Kind einer Person mehrere Stunden am Tag, wenn ich der Person nicht vertraue und wenn sie eine Distanz schafft? (Ich sieze die Erzieherinnen meiner Tochter - aber ich habe nie von du auf Sie geschwenkt, insofern ist auch das ein anderer Fall.)
vor ca. 10 Jahren besuchte unser Sohn ein Montessori-Kinderhaus. Dort duzten sich nicht nur sämtliche Eltern untereinander, sondern auch Eltern und Erzieher.
Kritische Elterngespräche und Meinungsverschiedenheiten aller Art gab es dort auch immer wieder, doch wüsste ich nicht, dass es infolge des vertraulichen Duzens jemals zu Distanzlosigkeiten gekommen wäre. Ich könnte mir eher vorstellen, dass das Gegenteil der Fall war.
Schwieriger stelle ich mir allerdings die von dir geschilderte Mischung von Du- und Sie-Beziehungen zu den Eltern vor. Dies weniger in Bezug auf zu erwartende Distanzlosigkeiten seitens der Duzer, sonder eher, weil das Duz-Verhältnis aus Sicht der übrigen Eltern unter Verdacht stehen könnte, mit gewissen Privilegien verbunden zu sein.
Die alte Weisheit „‚Sie Arschloch‘ zu lagen ist schwerer als
‚Du Arschloch‘“ ist Basic der Personalführung.
nun - und das ignorieren mittlerweile auch größere deutsche Firmen (und das schon seit über 20 Jahren)? Ich habe in den vergangenen 20 Jahren in mehreren Firmen gearbeitet, in denen ein „Du“ ein MUSS war (es handelte sich nicht um irgendwelche „alternativen“ Unternehmen).
Wenn man sich gegen das „Du“ verwehrte, musste zumindest der Vorname genutzt werden und man durfte ausnahmsweise beim Sie bleiben. Aber man wurde eher schräg angesehen…
Zu vermeiden, dass es überhaupt zu der Situation kommt, dass man „Arschloch“ zueinander sagt, fängt glaube ich dann doch etwas woanders an, als bei der Ansprache, ob nun „Du“ oder „Sie“…
Ich stelle bis zum Beweis des Gegenteils mal in den Raum, dass die Anrede von Personen im privaten Gestaltungsbereich der handelnden Personen und nicht im Einflussbereich des Arbeitgebers liegt.
Ein Arbeitgeber ist schon lange kein absolutistischer Alleinherrscher mehr und er darf IMHO nur anweisen, was der Verbesserung der Arbeitsergebnisse oder des Betriebsfriedens dient.
Bei der Bekleidung würde ich ja noch auf Betriebsfrieden etc. anerkennen, aber wenn ich jemanden Duze, weil er mich dazu nach den Regeln des Knigge gebeten hat, so ist das meine Privatsache. Dass die Chefin selbst gesiezt werden möchte, steht ihr frei.
Die Argumentation der Distanz halte ich heutzutage für überholt.
Die alte Weisheit „‚Sie Arschloch‘ zu lagen ist schwerer als
‚Du Arschloch‘“ ist Basic der Personalführung.
Nein, ist es nicht.
Gerade in vielen Unternehmen amerikanischer Prägung ist das DU mittlerweile obligatorisch.
Obligatorisch heißt, dass sich alle duzen, vom Pförtner bis zum CEO. Im UP war es aber so, dass in dieser Einrichtung zwischen Personal und Eltern nicht einheitlich geduzt oder gesiezt wird, sondern einzelfallweise zum Du übergegangen wird.
In diesem Fall hat das Du einen ganz andern Stellenwert als in dem zitierten Montessori-Kindergarten oder dem amerikanischen Laden. Es dient dazu, bestimmte Beziehungen mit einem höheren Grad der Vertrautheit zu versehen als andere. Dass das in so einer Einrichtung problematisch sein kann, ist für mich durchaus vorstellbar.
Gerade in vielen Unternehmen amerikanischer Prägung ist das DU
mittlerweile obligatorisch.
das hat aber andere Gründe als dass alle ganz dicke Buddy-Buddy sind.
In Amerika ist es allgemein üblich sich mit dem Vornamen anzureden und Du oder Sie gibt es sowieso nicht.
Um Peinlichkeiten zu entgehen, dass in einem Meeting mit amerikanischen Kollegen der Boss von deutschsprachigen Kollegen mit „Herr Professor Doktor von Kohlen und Reibach“, vom Amerikaner aber mit „Heinz-Rüdiger“ angesprochen wird, sind viele internationale Unternehmen zum Du und Vornamen übergegangen.
Ich habe aber auch schon in internationalen Unternehmen gearbeitet, in denen das anders war. Zur Zeit nennen ich den CEO unseres Unternehmes beim Vornamen, meinen deutschen Geschäftsführer Herrn XYZ.
Amerikaner sind da eh etwas eigen. Die bringen es den Untergebenen zum Essen einzuladen um ihm dabei zu verkünden „By the way Karl-Heinz, you are fired“.
Es ist immer noch so, dass die Chefs bestimmen, oder?
Aber nicht ob ich meine Sandkastenfreundschaft duze oder
sieze, wo
das steht mußt du mir mal zeigen.
Geht es im Posting um Sandkastenfreundschaften oder um den grundsätzlichen Umgang der Angestellten mit den Eltern?
Wenn von
„oben“ Anweisungen erfolgen, muss man dies nicht inhaltlich
gut finden, sollte diese aber, allein schon um
arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden, befolgen.
Man darf Anweisungen durchaus mal hinterfragen.
Hier geht es ganz offensichtlich nicht um „hinterfragen“. Hier scheint es klare Anweisungen von oben zu geben, denen man sich mit allen Mitteln zu widersetzen versucht. Das kommt nicht gut an und ist etwas anderes als zu „hinterfragen“.
Ich bezog mich mit meiner Antwort ausschließlich auf das „Argument“, dass in der Personalführung (also INNERbetrieblich) ein „Du Arsch“ schneller gesprochen wird als ein „Sie Arsch“.
Abgesehen davon will ich aber trotzdem auf Deinen Einwurf eingehen:
Hier ist es so, dass die Mitarbeiter von sich aus nicht das DU anbieten, ein angebotenes DU aber auch nicht ablehnen - und es seit Öffnung der KiTa vor 13 Jahren niemals zu irgendwelchen Problemen _deshalb_ kam.