Chinesisch lernen

Hallo Sinologen und die, dies werden wollen :smile:,

ich habe vor ein paar Monaten an der VHS angefangen, chinesisch zu lernen. Ich wollte das eigentlich schon vor Jahren machen, aber bis zum Kauf einer CD habe ich mich dann nur vorringen können und habe auch ein paar Zeichen gelernt. Nun denn, soweit, so gut.

Nun bin ich mit diesem Kursus alles andere als zufrieden. Die Lehrerin ist zwar Chinesin, wovon ich zunächst dachte, dass das ungemein vorteilhaft sei, aber sie ist für die Erwachsenenbildung ungeeignet. Ich komme mir vor wie in einer 1. Schulklasse. Ok, irgendwie lerne ich ja auch was neues, aber ich bin halt keine 6 mehr, sondern 43, wenn ihr wisst, was ich meine.

Ferner stört mich, dass die Worte immer wieder anders ausgesprochen werden; so komme ich nicht auf den Punkt.

Nun will ich nicht mehr lange um den Brei reden. Gibts im Netz irgendwo ein paar Quellen, wo man als deutschsprachiger chinesisch lernen kann- auch mit Aussprache. Ich habe zwar massig Quellen gefunden, aber alles nur englisch- chinesisch und umgekehrt.

Viele Grüße

Hermann

Nin hao.

Erstaunlich genug, aber auch unsereins hat seine Nase ins Chinesische gesteckt:

  1. das Einheitliche an der chin. Sprache sind nicht die Worte, sondern die Schrift. Die wird überall verstanden. Vorausgesetzt man kann die bildliche Aussage interpretiern.
  2. was die Bilder angeht: Chinesen verwenden eine ebensolche Sprache
  3. das Mandarin-Chinesisch ist ein quasi-Standard mit dem der Lernende in Kontakt kommt und der (fast) überall zu gebrauchen ist.
  4. Beispiel: das Wort ‚shi‘ Je nach Aussprache und Betonung einzelner Silben bekommt es eine andere Bedeutung
  5. Also ich persönlich kenne den „Chinesisch Änfänger Lehrkurs“ von Pons (Name ähnlich) in grün. Eigentlich nicht schlecht, für Weiterführendes muss aber ‚härteres‘ ran :wink:
  6. vielleicht ein Link: http://www.thinkred.com

HTH
mfg M.L.

Nin hao.

Ich „korrigiere“ mal: Ni hao- siehst du, dass ist es was ich meine: Irgendwie habe ich bislang den Eindruck gewonnen, dass man mich da in diesem Kurs zum Narren hält. Wir haben da Ni hao „gelernt“, beides Mal der Hauptvokal in der dritten Betonung. Eigentlich alles recht enttäuschend. Lernen eigentlich so viele englischsprachige ausgerechnet chinesisch? Kann ich mir gar nicht recht vorstellen, denn immerhin sind die englischsprachigen Nationen eigentlich recht fremdsprachenfaul.

Erstaunlich genug, aber auch unsereins hat seine Nase ins
Chinesische gesteckt:

Na ja, interessiert mich eben :smile:.

  1. das Einheitliche an der chin. Sprache sind nicht die Worte,
    sondern die Schrift. Die wird überall verstanden.
    Vorausgesetzt man kann die bildliche Aussage interpretiern.
  2. was die Bilder angeht: Chinesen verwenden eine ebensolche
    Sprache
  3. das Mandarin-Chinesisch ist ein quasi-Standard mit dem der
    Lernende in Kontakt kommt und der (fast) überall zu gebrauchen
    ist.
  4. Beispiel: das Wort ‚shi‘ Je nach Aussprache und Betonung
    einzelner Silben bekommt es eine andere Bedeutung

Jau, einmal heißt es 10 und dann wieder sein- soweit ist das aber auch ok für mich, da die Begründung rational ist und somit nachvollziehbar.

  1. Also ich persönlich kenne den „Chinesisch Änfänger
    Lehrkurs“ von Pons (Name ähnlich) in grün. Eigentlich nicht
    schlecht, für Weiterführendes muss aber ‚härteres‘ ran :wink:
  2. vielleicht ein Link: http://www.thinkred.com

DAnke für den Link, scheint was zu sein, ich lade mir mal dieses Programm herunter.

Gruß

Hermann

Hallo Markus,

sorry, ich habe die Anrede vergessen im ersten Posting- sozusagen im Eifer des Gefechtes :wink:. War doch aufregend jetzt, jemanden zu treffen im Netz, der sich mit chinesisch „abgibt“.

Soll nicht wieder vorkommen.

Viele Grüße

Hermann

Hallo!

Ich „korrigiere“ mal: Ni hao- siehst du, dass ist es was ich
meine: Irgendwie habe ich bislang den Eindruck gewonnen, dass
man mich da in diesem Kurs zum Narren hält. Wir haben da Ni
hao „gelernt“, beides Mal der Hauptvokal in der dritten
Betonung. Eigentlich alles recht enttäuschend.

Nín hăo ist schon richtig, denn ‚nín‘ bedeutet ‚Sie‘. Und übrigens spricht man bei zwei dritten Tönen hintereinander die erste Silbe im zweiten Ton, also steigend. Und das ist das schwierigste an der chinesischen Sprache, diese verzwickten fünf Töne. Auch mir passiert es noch oft, dass ich falsch betone und das gibt einen schier unerschöpflichen Quell an z.T. witzigen Missverständnissen. Deswegen ist es auch notwendig, dass du viel sprichst, im fortgeschrittenen Stadium auch mit Muttersprachlern. Ich glaube nicht, dass man Chinesisch autodidaktisch lernen kann. Sicher man kann dann die Schrift lesen, aber Aussprache ist doch schon eine völlig andere Welt.

Lass dich aber auf keinen Fall zu schnell entmutigen.

祝你成功。(Ich wünsche dir Erfolg.)

mfG Dirk

Hallo Dirk,

Ich „korrigiere“ mal: Ni hao- siehst du, dass ist es was ich
meine: Irgendwie habe ich bislang den Eindruck gewonnen, dass
man mich da in diesem Kurs zum Narren hält. Wir haben da Ni
hao „gelernt“, beides Mal der Hauptvokal in der dritten
Betonung. Eigentlich alles recht enttäuschend.

Nín hăo ist schon richtig, denn ‚nín‘ bedeutet ‚Sie‘.

Also dann wüsste ich gerne mal, wie du die Schrift - das umgekehrte Dach für den dritten Ton- so schön hinbekommen hast. Hast du einen extra Font für dererlei HTML- Entities?

Und übrigens spricht man bei zwei dritten Tönen hintereinander die
erste Silbe im zweiten Ton, also steigend.

Ist mir irgendwie auch schon aufgefallen. Aber das ist eben das Manko in diesem VHS- Kurs, da geht nix mit System und Logik, sondern es wird der Spaßfaktor im Unterricht zu sehr berücksichtigt. Also muss ich bei NI HAO das ni im ersten Ton (gleichbleibender Ton also) sprechen und das HAO dann wie in REN (für Mensch)?

Und das ist das
schwierigste an der chinesischen Sprache, diese verzwickten
fünf Töne. Auch mir passiert es noch oft, dass ich falsch
betone und das gibt einen schier unerschöpflichen Quell an
z.T. witzigen Missverständnissen.

Das glaube ich, dass das ein Quell von Missverständnissen ist!! Zum Glück scheint ja die Grammatik nicht sehr kompliziert zu sein.

Deswegen ist es auch
notwendig, dass du viel sprichst, im fortgeschrittenen Stadium
auch mit Muttersprachlern. Ich glaube nicht, dass man
Chinesisch autodidaktisch lernen kann.

Glaube ich eigentlich ja auch nicht, aber das, was an der VHS so läuft, ist auch nicht so der Brüller.

Sicher man kann dann
die Schrift lesen, aber Aussprache ist doch schon eine völlig
andere Welt.

Lass dich aber auf keinen Fall zu schnell entmutigen.

Nein, dafür interessiert mich die Sprache zu sehr. Studierst du Sinologie?

祝你成功。(Ich wünsche dir
Erfolg.)

Letztes Zeichen ist KRAFT oder STÄRKE (li)- irgendwas mit Arbeit meinst du wohl auch, damit verlassen mich meine „Kenntnisse“ aber auch schon… Kennst du einen Chinesisch- deutsch -Trainer aus den, den Markus empfiehlt?

Gruß

Hermann

hi,

dazu ein paar dinge… nur aus interesse.

aber sie ist für die
Erwachsenenbildung ungeeignet.

inwiefern?

Ich komme mir vor wie in einer

  1. Schulklasse.

du BIST in der ersten klasse.

aber ich bin halt keine 6 mehr

du bist eigentlich nicht mal 4, denn ein chinese spricht mit 4 schon fließend chinesisch…

warum siehst du es als nachteil, wenn du von einer muttersprachlerin wie ein kind unterrichtet wirst? mußt du silben und laute nachplappern, riesen buchstaben malen und kinderbücher mit riesenlettern lesen? das finde ich gut! viel besser als grammatik wie in latein pauken, vokabeln auswendiglernen und in umschrift lesen und schreiben: das ist nämlich der sicherste weg zum studierten analphabeten.

gruß
datafox

Hallo!

Also dann wüsste ich gerne mal, wie du die Schrift - das
umgekehrte Dach für den dritten Ton- so schön hinbekommen
hast. Hast du einen extra Font für dererlei HTML- Entities?

Ich habe nur die gebräuchlichsten Schriftsätze. Scheinst du ja auch zu haben, sonst hättest du das und die Schriftzeichen nicht lesen können. Allerdings habe ich ein Eingabetool, da gibt man die Silbe gefolgt von einer Zahlenangabe für den Ton (z.B. hao3) ein und schon bietet es einem entweder Pinyin oder das Zeichen selbst an. Ist ganz praktisch.

Also muss ich bei NI HAO das ni im ersten Ton
(gleichbleibender Ton also) sprechen und das HAO dann wie in
REN (für Mensch)?

Nein, da gab es wohl ein Missverständnis. Nĭ hăo besteht aus zwei Silben die jeweils im 3.Ton gesprochen werden. Allerdings kann man das so sehr schlecht aussprechen. Deswegen gilt hier die Ausnahmeregelung, dass die erste Silbe im 2.Ton (also steigender Ton) und die zweite Silbe im 3.Ton gesprochen wird, also eigentlich Ní hăo (aber bitte nie so schreiben). Das erleichtert die Aussprache erheblich.

Das glaube ich, dass das ein Quell von Missverständnissen
ist!! Zum Glück scheint ja die Grammatik nicht sehr
kompliziert zu sein.

Die Grammatik ist im Gegensatz zur deutschen wirklich recht einfach. Allerdings liegt im Chinesisch noch etwas viel schlimmeres im Argen, die chéngyŭ. Das sind Redewendungen aus je vier Zeichen, die einen Begriff beschreiben. Meist handelt es sich um komplexe Geschichten aus der klassischen Literatur, die mit diesen vier Zeichen umschrieben werden, man kann sich also vorstellen, dass der Sinn nicht immer offensichtlich ist:smile: Wenn man die Wendung nicht kennt, so versteht man gar nichts mehr, weil die Aneinanderreihung keinen Sinn ergibt. Das ist wirklich unfair:smile: Aber diese Wendungen muss man einfach lernen.

Nein, dafür interessiert mich die Sprache zu sehr. Studierst
du Sinologie?

Nein, leider nicht. Aber ich lerne Chinesisch nun schon seit einigen Jahren. Ich finde das ist eine sehr interessante und schöne Sprache, sowohl von der Phonetik her, als auch von der Schrift.

祝你成功。(Ich wünsche dir
Erfolg.)

Letztes Zeichen ist KRAFT oder STÄRKE (li)- irgendwas mit
Arbeit meinst du wohl auch, damit verlassen mich meine
„Kenntnisse“ aber auch schon…

Was ich schrieb war „zhù nĭ chénggōng“ und bedeutet auf deutsch „wünschen dir Erfolg“. Chénggōng (成功) ist ein fester Begriff für Erfolg, das erste Zeichen bedeutet ‚erreichen, erbringen‘ und das zweite ‚Leistung‘.

Kennst du einen Chinesisch-

deutsch -Trainer aus den, den Markus empfiehlt?

Ich kenne noch diese Seite: http://www.nsonic.de/chinesisch/
Ist für den Einstieg recht gut, vor allem weil auch reichlich Hörbeispiele vorhanden sind.

mfG Dirk

Hi,

dazu ein paar dinge… nur aus interesse.

Nee, mein Lieber, so wie du hier schreibst, kauf ich dir ein Interesse einfach nicht ab. Es ist unter meiner Würde, darauf zu antworten.

Dennoch viele Grüße

Hermann

Sie hat aber doch irgendwie Recht!
Hi,

dazu ein paar dinge… nur aus interesse.

Nee, mein Lieber, so wie du hier schreibst, kauf ich dir ein
Interesse einfach nicht ab. Es ist unter meiner Würde, darauf
zu antworten.

Datafox ist eine Frau:smile:
Sorry, aber, ist es nicht doch richtig, was sie schreibt? Wichtig und damit an oberster Stelle ist für dich doch zunächst einmal, dass du Chinesisch lernst! Andererseits, kannst du dich nicht mit den anderen Kursusteilnehmern absprechen und sie dann nett darauf hinweisen, dass ihr schon erwachsen seid?

Renate*diedieanderenkommentareauszeitmangelnochnichtgelesenhat*

Hallo Renate,

siehst du, so wie du das vorbringst, kann ich die Kritik auch akzeptieren. Ich lasse mich aber doch nicht einfach so mir nichts dir nichts als arroganter Pinsel hinstellen, der sich sozusagen über alle Chinesen stellt. So eben nicht!

Wichtig und damit an oberster Stelle ist für dich doch
zunächst einmal, dass du Chinesisch lernst! Andererseits,
kannst du dich nicht mit den anderen Kursusteilnehmern
absprechen und sie dann nett darauf hinweisen, dass ihr schon
erwachsen seid?

Ich gebe dir völlig recht, dein Kommentar, dass das Lernen an erster Stelle steht: Eben drum ja meine Kritik. Ich kann im Chor schlecht lernen, höchstens singen. Mir wäre lieber, wenn ich persönlich gefordert wäre und es kann mir auch kein Mensch erzählen, dass man es merkt, wer falsch spricht, wenn 20 Leute das gleiche zu gleicher Zeit blöken.

Ich gebe dir bis zu einem gewissen Grad recht, wenn du schreibst, dass man das mit der Leiterin absprechen kann. Das ist bislang noch nicht geschehen, möglicherweise wird das ja noch.

Das Datafox eine Frau ist- nun, das ließ sich so wohl kaum bestimmen, und dass ich nun immer in die Visitenkarte gucke, halte ich doch für etwas zuviel verlangt. Man kann sich schließlich einen Namen zulegen im Forum, der eindeutig auf das Geschlecht verweist.

Viele Grüße

Hermann

Aus eigener Erfahrung!
Hallo Hermann,

siehst du, so wie du das vorbringst, kann ich die Kritik auch
akzeptieren. Ich lasse mich aber doch nicht einfach so mir
nichts dir nichts als arroganter Pinsel hinstellen, der sich
sozusagen über alle Chinesen stellt. So eben nicht!

Ich glaube zwar nicht, dass sie das beabsichtigt hat, aber da kann sie ja selber für sich sprechen, ich mische mich da nicht rein! Übrigens wollte und will ich dich in keiner Weise kritisieren:smile:

Wichtig und damit an oberster Stelle ist für dich doch
zunächst einmal, dass du Chinesisch lernst! Andererseits,
kannst du dich nicht mit den anderen Kursusteilnehmern
absprechen und sie dann nett darauf hinweisen, dass ihr schon
erwachsen seid?

Ich gebe dir völlig recht, dein Kommentar, dass das Lernen an
erster Stelle steht: Eben drum ja meine Kritik. Ich kann im
Chor schlecht lernen, höchstens singen. Mir wäre lieber, wenn
ich persönlich gefordert wäre und es kann mir auch kein Mensch
erzählen, dass man es merkt, wer falsch spricht, wenn 20 Leute
das gleiche zu gleicher Zeit blöken.

Da hast du allerdings mehr als Recht!

Ich gebe dir bis zu einem gewissen Grad recht, wenn du
schreibst, dass man das mit der Leiterin absprechen kann. Das
ist bislang noch nicht geschehen, möglicherweise wird das ja
noch.

Naja, es war ein Vorschlag von mir, der vielleicht Erfolg verspricht! Ich kenne dein Problem nur zu gut! Als ich anfing Schwedisch zu lernen, tat ich dies bei einem Schweden in der VHS! Er war ein herzensguter, lieber Mann, aber für Erwachsenenpädagogik ungeeignet! Ihm war auch immer wichtig, dass der Spaß bei der Lernerei nicht zu kurz kommt, vom Prinzip her gut gemeint, aber das sah dann so aus, dass er uns immer die Auflösungen der gerade behandelten Aufgabe vorsagte oder die Seite im Lehrbuch nannte, wo sie zu finden war. Wir haben ihn mehrfach darauf hingewiesen, er versprach Besserung, es veränderte sich nichts! Er traute sich auch kaum, uns zu verbessern, was dann die abenteuerlichsten Fehler nach sich zog! Eigentlich schade!

Das Datafox eine Frau ist- nun, das ließ sich so wohl kaum
bestimmen, und dass ich nun immer in die Visitenkarte gucke,
halte ich doch für etwas zuviel verlangt. Man kann sich
schließlich einen Namen zulegen im Forum, der eindeutig auf
das Geschlecht verweist.
-) es war nur ein freundlich gemeinter Hinweis, nichts weiter!

Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg beim Lernen!

Renate

Lieber Hermann

Du interessierst dich für eine fremde Sprache und kommst
damit gleichzeitig mit einer fremden Kultur in Kontakt! Auch
die Lernmethodik und die Kommunikationskultur sind davon
nicht ausgenommen – das würde ich gedanklich einbeziehen.
Ich weiss, dass dise eine «nahrhafte» Herausforderung sein
kann.

Rolf
(der viele Jahre lang bei einer japanischen Meisterin die
fernöstliche Kalligrafie studiert hat)

Ich lasse mich aber doch nicht einfach so mir
nichts dir nichts als arroganter Pinsel hinstellen, der sich
sozusagen über alle Chinesen stellt. So eben nicht!

oooh entschuldige, wirklich!!!
ich wollte dich nicht angreifen! ich habe nämlich ene sprache so gelernt wie du es beschreibst. mit kinderbüchern, malen und laut vorsagen (auch im chor … „einzelunterricht“ gibts nur, wenn du selbst mit menschen sprichst, aber erwachsene haben da eine hemmung sich zu blamieren. die verliert man, wenn man zuerst im chor spricht!)

viele grüße
datafox

Lieber Rolf,

möglicherweise hast du recht. Ich schätze auch nicht, dass ich da jetzt einfach die Flinte ins Korn werfe, irgendwie komme ich da schon weiter, habe mir gerade einen netten Chinesischtrainer installiert.

Was du allerdings unter einer „nahrhaften Herausforderung“ verstehst, würde mich mal interessieren.

Gruß

Hermann

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Hallo Datafox,

Ich lasse mich aber doch nicht einfach so mir
nichts dir nichts als arroganter Pinsel hinstellen, der sich
sozusagen über alle Chinesen stellt. So eben nicht!

oooh entschuldige, wirklich!!!

Schon ok, Entschuldigung angenommen.

ich wollte dich nicht angreifen! ich habe nämlich ene sprache
so gelernt wie du es beschreibst. mit kinderbüchern, malen und
laut vorsagen (auch im chor … „einzelunterricht“ gibts nur,
wenn du selbst mit menschen sprichst, aber erwachsene haben da
eine hemmung sich zu blamieren.

Ja, daran denke ich immer zuletzt, weil ich eben denke, dass erwachsene Menschen doch im Grunde da eine andere Geisteshaltung mitbringen müssten.

die verliert man, wenn man zuerst im chor spricht!)

Da mag was dran sein, aber ist es nicht auch so, dass man im Grunde genommen von der Lehrerin nicht kontrolliert werden kann- die kann einfach nicht von 20 Leuten, die alle zur gleichen Zeit das gleiche sagen, mit 100%iger Sicherheit sagen: Der hats falsch gesagt. Sie ist ja auch sehr nett und freundlich- aber das ist es eben, was meiner Meinung nach die Sache nicht sehr effektiv macht. Lernen macht eben nicht nur Spaß und ist lustig und kille kille. Das ist nun mal so.

Viele Grüße

Hermann

Lernen macht eben nicht nur
Spaß und ist lustig und kille kille. Das ist nun mal so.

hallo,

also ich seh das anders. (habe auch einige erfahrungen mit guten und schlechten sprachkursen und überhaupt mit der herausforderung als „analphabet“.)

um eine sprache wirklich zu erlernen, müssen folgende dinge dasein:

  1. motivation: das mitteilungsbedürfnis muß größer sein als die angst sich zu blamieren. das ist der wichtigste punkt! ohne den geht nichts.

  2. immersion: du mußt von der sprache komplett umgeben sein, auch wenn es nur 1x pro woche ist. deutsch und englisch sowie lautschrift sind tabu.

da die beiden punkte beim fremdsprachenunterricht in einer schulklasse im inland immer künstlich herbeigeführt werden, besteht keine „notwendigkeit“ dafür, d.h. das gesamte sprachlernen ist im prinzip ein „so tun als ob“, nichts als ein spiel. wenn dieses spiel keine freude macht, dann ist die motivation weg. denn not - die beste motivation - ist ja nicht vorhanden. (du wirst eher nicht in die situation kommen, einen unfallhergang als zeuge auf chinesisch beschreiben zu müssen oder dich in der stadt verirren und nach dem weg fragen müssen.)

spiel und killekille finde ich im gegentum also sehr wichtig. in der schule klappt das meistens ohnehin nicht, sodaß fremdsprachenunterricht oft für die katz ist. (man merkts nach 10 jahren).

geuß
dataqfox

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eine ‚nahrhafte Herausforderung‘
Lieber Hermann

Da gebe ich dir wohl am Besten ein paar Beispiele!

Aus eigenem Erleben:
– Es war nicht einfach für mich (und andere Schüler), wenn die
Meisterin auf ein und dieselbe Frage diese Woche eine völlig andere
Antwort gab, als in der Woche zuvor.
– Wir Westler waren es nicht gewohnt, dass für viele Dinge und
Sachverhalte Bilder aus der Natur herangezogen wurden.
z.B. sollte der Pinsel so aufs Papier treffen «wie ein Messer in den
Käse sticht». Solche Anweisungen haben sich manchmal der Nachfrage
und dem Verstehen-wollen beharrlich entzogen.

Aus der Literatur, wo es viele Geschichten von Zen-Meistern und ihren
Lehrmethoden gibt:
Kommt ein Schüler zu einem Meister und will Unterricht in der
Schwertkunst. Der Meister ist einverstanden und lässt den Schüler als
erste Übung ein Jahr lang auf der Linie, die in der Fechthalle das
Kampffeld markiert, im «Kreis» (genauer: im Quadrat) herumgehen!
Nun ist mir leider grad entfallen, wie diese Geschichte weitergeht
und endet, aber du erinnerst dich sicher an ähnliche Texte, denen wir
recht befremdet entgegen stehen …

Bekannt sind im buddhistischen Umfeld ja auch die «Koans» – unlösbare
Rätsel, mit denen der Verstand des Schülers gleichzeitig beschäftigt
und ausgetrickst werden soll, wenn es um Einsichten geht, die sich
dem logischen Zugriff entziehen.
Beispiel: Wie klatscht man mit EINER Hand?

Rolf

Hallo datafox!

  1. motivation: das mitteilungsbedürfnis muß größer sein als
    die angst sich zu blamieren. das ist der wichtigste punkt!
    ohne den geht nichts.

Am Anfang ist diese sowieso da, weswegen man dort eventuell noch nicht beurteilen kann, ob einem eine Methode/ Kurs liegt oder nicht. Entscheidend ist, dass sie auch bleibt. Und da hilft Spaß und Sachen, die einen interessieren, ungemein. Spaß und Lernerfolg schließen sich nicht aus - im Gegenteil.

  1. immersion: du mußt von der sprache komplett umgeben sein,
    auch wenn es nur 1x pro woche ist. deutsch und englisch sowie
    lautschrift sind tabu.

Wobei Regelmäßigkeit schon wichtig ist. Pro Tag 'ne halbe Stunde bringt mehr als 1x pro Woche richtig lange. Denn auch der regelmäßige Kontakt ist bei einem Muttersprachler vorhanden wie die Immersion.

da die beiden punkte beim fremdsprachenunterricht in einer
schulklasse im inland immer künstlich herbeigeführt werden,
besteht keine „notwendigkeit“ dafür, d.h. das gesamte
sprachlernen ist im prinzip ein „so tun als ob“, nichts als
ein spiel. wenn dieses spiel keine freude macht, dann ist die
motivation weg. denn not - die beste motivation - ist ja nicht
vorhanden. (du wirst eher nicht in die situation kommen, einen
unfallhergang als zeuge auf chinesisch beschreiben zu müssen
oder dich in der stadt verirren und nach dem weg fragen
müssen.)

Weswegen, insbesondere am Anfang, man Wörter lernen sollte, die man auch sofort anwenden kann. Auf eine Tasse zu zeigen und das Wort der Sprache sagen zu können ist auch schon ein Lernerfolg, der dazu beiträgt, dass die Motivation weiter vorhanden ist.

in der schule klappt das meistens ohnehin nicht, sodaß
fremdsprachenunterricht oft für die katz ist. (man merkts nach
10 jahren).

Wenn nicht schon eher. Zudem merke ich zumindest, dass irgendwelche grammatischen Regeln, die mal mühsam gelernt wurden, mit der Zeit verschwinden und durch das Sprachgefühl ersetzt werden. Warum dann nicht gleich versuchen dieses aufzubauen?

MfG
Car

Zudem merke ich zumindest, dass
irgendwelche grammatischen Regeln, die mal mühsam gelernt
wurden, mit der Zeit verschwinden und durch das Sprachgefühl
ersetzt werden. Warum dann nicht gleich versuchen dieses
aufzubauen?

ja, absolut!

daß das nicht getan wird liegt u.u. daran, daß dieses nur mit unorthodoxen lehrmethoden funktioniert. sprachenlernen wird ja meistens wie lateinunterricht gehandhabt: vokabellernen, grammatikregeln pauken, texte übersetzen und lesen - für latein die richige methode, aber für lebende sprachen? unorthodox wäre zb. das totale verbannen aller wörterbücher und vokabellisten und neue wörter entweder durch bilder oder durch umschreibung zu erlernen. so läufts ja auch im echten leben - oder schonmal einen vierjährigen mit wörterbuch gesehen? nö, dem sagt mami und papi: auto mit 2 rädern, wo man draufsitzt wie auf einem pferd: motorrad. oder sie zeigen drauf.

oder der sprachfluß und die melodie. oft sind die lehrer nichtmal muttersprachler. gute aussprache und melodie kriegt man durch imitieren und nachmachen. wieso nicht bbc-sprecher nachäffen? oder bush? aber ohne wirklich zu reden… nur die laute. die unterschiede zu spüren und zu hören ist spannend. da lernt man mehr als durch ein gedicht lesen.

am meisten nutzt fernsehen. wenn man keine muttersprachler zur hand hat, tuts eine talkshow ebenso.

weil das alles nach kille kille spielchen klingt, wirds aber nicht getan!

gruß
datafox