Hallo Scully!
wie bei so vielen Fragen gibt es hier keine Pauschalantworten.
Abgesehen davon, dass ich immer mal wieder Studienergebnisse wälze, die natürlich sehr unterschiedlich ausfallen, habe ich die besseren Erfahrung mit Dehnen und die schlechteren mit Kieser. U.a. an mir selbst und an Patienten.
Im Prinzip kann ich aus meiner Erfahrung sagen: Er hat nicht ganz unrecht, wenn er Dir Dehnübungen mitgibt.
Kieser möchte ja eigentlich so trainieren, dass der Rückweg betont wird und somit die Dehnung schon enthalten ist. Das, was ich bisher erlebt habe, zeigt, das es da an der Umsetzung hapert. Auch an der Betreuung.
Ich persönlich versuche eine Mischung aus Dehnung und Kräftigung herzustellen. Irgendwie kann ich mir vorstellen, dass durch Fehlhaltung, Dauerbelastung und andere Faktoren evtl einige Muskeln „verkürzt“ sind und dadurch aber auch wiederum andere zu „schwach“. Grob ausgedrückt.
Für Beweglichkeit gehört Dehnung und Kräftigung zusammen. Gezielt an den Patienten angepasste Dehnungen mit ebenso angepassten Kräftigungen durch manchmal ganz pragmatische Übungen, von denen man viele im Pilates wiederfindet, zumindest bei klassischen Trainern.
Beide haben teilweise Recht, und was Dir nun wieder am besten bekommt, das ist damit noch nicht abgedeckt.
Mir bekommt die Mischung sehr gut. Durch Pilates werde ich auch beweglicher und zugleich kräftiger. Es enthält auch mobilisierende Übungen, die dadurch den Rücken entspannen. Durch therapeutisches Walking nach Brügger kann man sich im Alltag 1. frei gehen, d.h. Schonhaltungen weggehen und 2. Kraft und Ausdauer trainieren.
Alle Muskeln, die in meinen Lieblingshaltungen und bei meiner Arbeit gerne überlasten dehne und knete ich die dann aus (Tennisball, nettes Hausmittel).
Hattest Du schon Physiotherapie?
Vielleicht mal einen Brügger-Therapeuten fragen? Und noch mal ein paar Dinge ausprobieren, wie Pilates oder Yoga.
Gruß
Kathy
Ich habe eine Jahr Kieser-Training gemacht, das meine
Rückenschmerzen nicht wesentlich verbessert hat. Inzwischen
bin ich bei einem Chiropraktor (nicht Chiropraktiker oder -
therapeut!! - d.h. mit Studium) in Behandlung - erst enorme
Verbesserung, inzwischen Stagnation.
Mein Chiropraktor ist ziemlich gegen Kieser-Training u.
generell Krafttraining, da Muskelungleichgewichte u.ä. eher
verstärkt als gelöst würden. Er hat mir zunächst Dehnübungen
gezeigt, „Bewegung“ ist sein Credo. Kieser wiederum hält vom
Konzept her Dehnübungen für unnötig, baut nur auf Kräftigung
auf.
Wer hat nun „Recht“? Sind das einfach nur zwei verschiedene
medizinische Ansätze - wie ja Schulmedizin und Homöpathie - ,
von denen nur leider keiner als veraltet bezeichnet werden
kann?