Christliche Parteien?

Hallo liebe Wer-wisssenden.

Ich beschäftige mich gerade auf Grund eines Schulprojektes mit einem kleinen inneren Zwiespalt.
Es geht dabei um ein Demokratieprojekt und Parteigründung und so weiter. Jedenfalls stolper ich über die Inhalte meiner Partei.
Als Christ kann ich nur eine Partei gründen, die mit Gott rechnet. Gewaltlosigkeit (als Beispiel) und vieles mehr funktioniert einfach nunmal nur mit Gottes Hilfe.
Nun kann ich mich aber nicht wählen lassen und dann über andere Menschen regieren, als gäbe es Gott. Denn das würde ja irgendwo deren Religionsfreiheit einschränken.
Andererseits frage ich mich auch, ob es nicht auf die gleiche Weise diese reihiet einschränkt, wenn man ohne Gott regiert.
Drum meine Frage:
Darf eine Partei religiösen Inhaltes sein und sich in ihrer Regierung auf einen Gott verlassen oder ist das verwerflich?
Immer vorausgesetzt, man kommt nicht auf so dumme Ideen und zwingt Menschen zur Religionsausübung bzw. behindert sie in ihrer individuellen.

Grüße,
Zwergenbrot

Hallo Zwergenbrot,

also ich denke schon, daß es Probleme geben könnte. Wenn du ein fundamentalistisches Christentum vertrittst, würde deine Gruppierung vermutlich als verfassungsfeindlich eingestuft (z.B. wegen der Religionsfreiheit). Solange du dich als Christ aber mit dem GG einverstanden erklären kannst (und das tun ja etliche christliche Parteien hierzulande), sehe ich keinen Hinderungsgrund für eine Parteigründung. Christen sind Angehörige einer Interessensgruppierung wie jede andere auch und diese Interessen können sie in einer Demokratie auch einbringen. Alles weitere werden dann die Wähler entscheiden.

Viele Grüsse,
Lisa

Versteh Dich nicht!
Hallo!

Also ich verstehe Dein Problem nicht. Hier in Deutschland gibt es zumindest die Christlich-Demokratische Union (CDU) und die Christlich-Soziale Union (CSU), die sich als christliche Parteien verstehen und staatstragende Parteien sind. Da hat sich auch noch niemand ernsthaft darüber beschwert, daß deren Politik die Religionsfreiheit beeinträchtigen würde. Außerdem beinhalten die Amtseide in der Bundesrepublik Deutschland die religiöse Beteuerung „So wahr mir Gott helfe“ (kann aber auch weggelassen werden), worüber sich eigentlich nur beschwert wird, wenn einer diesen Zusatz wegläßt (wie unser Bundes-Gerd bei seiner Vereidigung).

Gruß,

Oliver

Hallo Zwergenbrot,

Nun kann ich mich aber nicht wählen lassen und dann über
andere Menschen regieren, als gäbe es Gott.

Wenn Du das tun willst, also in Verbindung bringst mit Deiner Parteigründung in spe, dann hast Du nach meiner Ansicht bei der christlichen Lehre einige Dinge falsch verstanden.

Darf eine Partei religiösen Inhaltes sein und sich in ihrer
Regierung auf einen Gott verlassen oder ist das verwerflich?
Immer vorausgesetzt, man kommt nicht auf so dumme Ideen und
zwingt Menschen zur Religionsausübung bzw. behindert sie in
ihrer individuellen.

Immer schön daran gedacht, dass in Deutschland eine strikte Trennung von Staat und Religion besteht.

Viel Spaß beim Weitergrübeln,
Jana

Hallo Häuptling

Darf eine Partei religiösen Inhaltes sein und sich in ihrer
Regierung auf einen Gott verlassen?

Meine Antwort auf diese Frage ist zunächst einmal ein erklärungsbedürftiges „Nein“.

Meine Begründung ist zunächst, daß beide Dinge (Glaube und Partei sein) unabhängig sein müssen.

Der Glaube kann/darf niemandem aufgezwungen oder auch nur eingeredet werden. Der Glaube ist eine persönliche Sache zwischen Glaubendem und Gott, die anderen Menschen desselben Glaubens haben lediglich die Funktion eines Vermittlers.

Das Ziel der Parteien ist es, an der politischen Willensbildung mitzuwirken, zumindest offiziell. Inoffiziell geht es natürlich um Machtbefugnisse und um die Fähigkeit als Vertreter für eine grosse Gruppe von Menschen zu fungieren.

Benutzt man den Status der Partei dazu, den Glauben anderen Menschen aufzudrängen oder auch nur als Propagandamedium, dann ist das in meinen Augen nicht recht, da beide Zielstellungen nicht miteinander vermischt werden dürfen, nicht zuletzt wegen der sehr grossen Gefahr der Verquickung der Macht mit Glauben.

Das bedeutet nicht, daß man als Christ nicht in einer Partei mitarbeiten kann (oder im Sinne der Demokratie sollte). Natürlich geht das nur, wenn der Rahmen, den die Partei vorgibt, nicht den Glaubensüberzeugungen widerspricht. Wenn man in seinem konkreten Handeln als Vertreter der Partei dann christliche Argumente vorbringt, dann muß klar sein, daß dies eine persönliche Auslegung ist. Das gilt sogar dann, wenn diese Auslegung eine Mehrheit in der Partei findet.

Nur nebenbei bemerkt: Das „C“ in CDU und CSU hat mit christlich ebensowenig zu tun, wie das „S“ mit sozialistisch bei der SPD.

Gruß
Thomas

Ich danke Euch!
Nach reiflichen Überegungen und dem Studium Eurer Artikel, habe ich zu einer Meinung gefunden.
Dankeschön, für die Hilfe.

Grüße,
Zwergenbrot

Nur nebenbei bemerkt…

Nur nebenbei bemerkt: Das „C“ in CDU und CSU hat mit
christlich ebensowenig zu tun, wie das „S“ mit sozialistisch
bei der SPD.

Nur nebenbei bemerkt: Nenn mich Korinthenkacker, aber das „S“ in SPD steht auch nicht für sozialistisch, sonder für sozialdemokratisch. Und davon ist in der Politik der SPD zumindest mehr erkennbar als christliches in der CDU/CSU…

-)

Gruß,

Doc.

Hallo,

Die christlichen Parteien in DE tragen das C im Namen, weil sich die Grundsatzprogramme der Parteien zu einer abendländischen christlichen Gesellschaft bekennen. Wobei ich hier ausdrücklich hinweise, dass ein Mitglied einer C-Partei genau so sozial wie ein SPD Mitglied Christ sein kann. Diese Begriffe in den Parteien gehend fliessend ineinander über. Dies betrifft auch andere Parteien.

Ich beschäftige mich gerade auf Grund eines Schulprojektes mit
einem kleinen inneren Zwiespalt.
Es geht dabei um ein Demokratieprojekt und Parteigründung und
so weiter. Jedenfalls stolper ich über die Inhalte meiner
Partei.
Als Christ kann ich nur eine Partei gründen, die mit Gott
rechnet. Gewaltlosigkeit (als Beispiel) und vieles mehr
funktioniert einfach nunmal nur mit Gottes Hilfe.

Wir wollen mal die Sache Politik nicht aus der Sicht „Gott“ betrachten. Es gibt hier einen ganz normalen Begriff. Achtung und Anerkennung der Menschenwürde des Einzelnen. Achtung und Anerkennung des Individiums. Achtung von Leben. Unsere Parteien im Bundestag haben diese Worte in den Programmen und es gibt auch Politiker, die diese Wort ernst nehmen. Eine Partei sieht dabei den Begriff freiheitlich, die andere sozial, die andere christlich oder als grüne Politik interpretationsfähig. Eine christliche Partei muss deshalb nicht deshalb gegründet werden, weil ich mit Gott rechne. Und wer das C im Namen führt hat keinen Anspruch auf Alleinvertretung christlicher Meinung. Ich wage ohnehin zu bezweifeln, dass Politik christlich, sozial, liberal, freiheitlich oder nur grün sein kann. Insoweit muss man im Prinzip jeder Partei dieses Werte zerkennen, lediglich dass die einzelner WEerte unterschiedlich stark representiert werden.

Nun kann ich mich aber nicht wählen lassen und dann über
andere Menschen regieren, als gäbe es Gott. Denn das würde ja
irgendwo deren Religionsfreiheit einschränken.
Andererseits frage ich mich auch, ob es nicht auf die gleiche
Weise diese reihiet einschränkt, wenn man ohne Gott regiert.
Drum meine Frage:
Darf eine Partei religiösen Inhaltes sein und sich in ihrer
Regierung auf einen Gott verlassen oder ist das verwerflich?
Immer vorausgesetzt, man kommt nicht auf so dumme Ideen und
zwingt Menschen zur Religionsausübung bzw. behindert sie in
ihrer individuellen.

Eine Partei kann religiöse Inhalte haben. Politik wird jedoch von Menschen auf der Erde gemacht. Sie können sich zwar an den 10 Geboten orientieren, sie dürfen sich auch auf Gott verlassen. Was soll hier verwerflich sein ?

GRuss Günter

Hallo Günter,

Ich sehe einfach nur folgendes Problem.
Ich stelle mir vor, ich hätte eine Partei, in Deutschland, die derzeit stärkste Partei im Bundestag ist. Diese Partei sei religiös orientiert. Nun komme es aus irgend einem Grund zu feindseligen Handlungen gegen Deutschland zB durch ein zwites Land. Jetzt kann es sein, dass ich aus tiefer religiöser Überzeugung entscheide, dass es richtig sei die Waffen zu strecken und uns dem „Feind“ zu ergeben. (Es sei an dieser Stelle nicht von Belang, ob das christlich wäre oder der Meinung der Kirche entspräche, aber religiös motiviert soll es sein).
Für mich, als gläubigen stelle diese Handlungsweise die natürlic richtige in dieser Situation dar, denn ich vertraue auf den Schutz meines Gottes. Andere, nicht dieser Religion Angehörige könnten das aber als puren Schwachsinn sehen. Aus der Perspektive, dass die Existenz Gottes weder bewiesen noch widerlegt werden kann und jeder seine eigene Überzeugung finden muss, wäre es vielleicht unverantwortlich die Waffen zu strecken. Immerhin übernimmt die Regierung ja auch den Schutz für die Bevölkerung.
Könnte ich als Regent, denn solch eine Entscheidung treffen: Das Schicksal der Menschen in die Hand Gottes (in diesem fall, meines Gottes) zu legen?
Im täglichen Leben habe ich selbst gut Erfahrungen mit der Gewaltlosigkeit gemacht. Ich selbst bin davon überzeugt, dass dies der beste Weg ist. Aber wenn ich mit meinem Leben so umgehe und sage: Gut ich vertraue auf Gott, dann ist das meine Sache.
Ich bin mir auch sicher, dass es funktionieren würde, wenn ich auf diese Weise globaler verfahren würde. Die Frage ist nur, ob ich das denn darf. Ich kann ja kaum das Leben anderer in die Hand des Gottes legen, der in ihren Augen nicht existiert. Das wäre ja irgendwo nicht fair.

Andererseits kann ich ja auch nicht das Gegenteil tun. Bewusst gegen meine Überzeugungen handeln. Ich kann ja nicht einfach sagen, dass es Gott nicht gibt und in den Verteidigungskrieg ziehen. Aus rein logisch, wissenschaftlichen Aspekten, wäre diese Taktik nicht mehr und nicht weniger Sinnvoll, als die vorher beschriebene. Mir den Zorn bzw. die Trauer Gottes zu zuziehen, dürfte auf den Prozess auch nicht förderlich für meine Position wirken.

Drum war ich mir nicht sicher, ob ich mit meinem Gewissen gegenüber der Religionsfreiheit und der menschlichen Selbständigkeit eine christlich basierte Politik betreiben könne.
Oder ob ich es mit dem selben Gewissen hinbekommen könnte, keine christliche Politik zu führen.

(Das ist natürlich nur ein Gedankenexperiment und ob mein Beispiel christlich ist oder nicht sei hier nicht diskutiert. Desweiteren sei natürlich davon auszugehen, dass es mir völlig fern läge, irgendjemanden in seiner Religionsausübung zu beschränken. Was nach meiner Auffassung auch nicht christlich wäre.)

Zu den „C“-Parteien sei gesagt, dass ich das christlich nicht unbedingt erkennen kann, in ihrer Version der Politik. Natürlich entsprechen sie bestimmten Grundsätzen - gegen die 10 Gebote wurde tatsächlich kaum verstoßen. Aber was die Feinheiten angeht, zB in Bezug auf die Bergpredigt, habe ich kaum ein christliches Wort gehört, was über die vorauszusetzende Menschenachtung hinaus auf Jesus gestütz war.
Genau da gibt es für mich ja den Konfliktstoff. Muss ich Religion und Regierung trennen? Darf ich Religion und Regierung trennen? Wenn ja, wieso nenne ich mich dann christliche Union? Sehr merkwürdig alles.

Grüße,
Zwergenbrot

Hallo Zwergenbrot,

außer der schon genannten CDU/CSU gibt es in Deutschland noch mindestens 2 Parteien, die nach eigenen Angaben aus Christen bestehen:

Die Partei Bibeltreuer Christen: http://www.pbc.de/
Die Partei CHRISTLICHE MITTE: http://www.christliche-mitte.de/

Nimm doch mal Kontakt mit denen auf und frage sie, wie sie sich im Falle einer Regierungsbeteiligung verhalten würden (was allerdings ziemlich unwahrscheinlich ist).

Ich habe mit diesen Parteien nichts zu tun und kenne auch niemand, der dort Mitglied ist. Ich würde sowieso in keine Partei eintreten. Im übrigen bin ich für eine strikte Trennung von Staat und Kirche, glaube aber, dass in der Politik die Mitarbeit von Christen wichtig ist.

Herzliche Grüße

Alex

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Zwergenbrot,

das ist ein schwieriges Gedankenexperiment und wirklich sehr hypothetisch. Ich werde mal versuchen meine Ideen dazu auf den Punkt zu bringen.

  1. Politik und Religion sind grundsätzlich zwei verschiedene Dinge. Du kannst zwar ein politisches Programm an religiösen Grundsätzen orientieren, bist aber als Poitiker in erster dem Wähler gegenüber in der Verantwortung. Wenn es dein Ziel ist, in erster Linie Gott zu dienen, musst du das in einem anderen Rahmen (Kloster etc.) tun.

  2. Gewählt wird eine Partei aufgrund ihres politischen Programmes. Du müsstest also bereits im Vorfeld das Wahlvolk klar darauf hinweisen, daß deine Partei im Verteidungsfall auf Waffengewalt verzichten möchte. Das käme dann einer Abschaffung der Bundeswehr gleich. Ich glaube aber, das wäre ein Verstoß gegen das GG und ist daher gar nicht möglich (Hinweis: die Regierung leistet einen Eid auf das GG und nicht auf die Bibel). Solltest du deine Wähler nicht über deine Absichten aufklären, wäre das schlicht Wahlbetrug und das ist ja wohl kaum besonders christlich.

  3. In einer Demokratie gibt es keinen „Regenten“. Der Bundeskanzler kann durch ein Mißtauensvotum aus dem Amt entfernt werden, wenn die Mehrheit der Parlamentarier mit den Entscheidungen der Regierung nicht mehr einverstanden ist.

Viele Grüsse,
Lisa

Nur ganz nebenbei bemerkt
Hallo Thomas!

Das „C“ in CDU und CSU steht nun mal für „christlich“ genauso wie das „S“ in SPD für „sozialdemokratisch“ steht. Ob die Politik genannter Parteien „christlich“ oder „sozialdemokratisch“ ist, hat damit nun rein gar nichts zu tun. Schein hat nicht immer was mit Sein zu tun.

Liberale Grüße,

Oliver

Hallo Lisa,

Wenn ich jetzt also eine Partei gründe, die in erster Linie mit dem GG konform geht, gleichzeitig jedoch auch noch widerspruchsfrei zu meinen religösen Überzeugungen steht.
Wenn ich natürlich noch mein gesamtes Vorhaben und meine prinzipiellen Überzeugungen preisgebe und trotz allem noch die Mehrheit bekomme. Wenn dann im entscheidenden Augenblick keine Proteste oder ähnliches kommen und ich mich nicht Regent, Lordprotector, Tyrann oder anders nenne (:wink: - konrom zum GG),
dann könnte ich eine Politik betreiben, die auf der Existenz Gottes basiert ist. Natürlich in erster Linie zum Wohle des Volkes und nicht zum Wohle des Gottes.
Richtig?

Grüße,
Zwergenbrot

Hallo Zwergenbrot,

Wenn ich jetzt also eine Partei gründe, die in erster Linie
mit dem GG konform geht, gleichzeitig jedoch auch noch
widerspruchsfrei zu meinen religösen Überzeugungen steht.

Aus meiner Sicht, ja! Politik findet ja nie in einem wertefreien Raum statt. Jede Partei hat sowas wie eine ideelle Grundlage auf der ihre Ziele basieren. Bei der FDP ist es das liberale Bürgertum, bei den Grünen die Ökologie usw. Und mit dem Christentum haben es ja auch schon ein paar Parteien versucht :smile:).

Wenn ich natürlich noch mein gesamtes Vorhaben und meine
prinzipiellen Überzeugungen preisgebe und trotz allem noch die
Mehrheit bekomme. Wenn dann im entscheidenden Augenblick keine
Proteste oder ähnliches kommen und ich mich nicht Regent,
Lordprotector, Tyrann oder anders nenne (:wink: - konrom zum GG),
dann könnte ich eine Politik betreiben, die auf der Existenz
Gottes basiert ist.

Ja, solange dir klar ist, daß das GG auch die Rechte und Freiheiten der andersgläubigen Minderheiten :smile:) schützt und wenn du es schaffst, deine Überzeugungen (z.B. auch im Verteidungsfall) mit den Regierungsaufgaben in Einklang zu bringen. Allerdings müsstest du deine Werte schon etwas genauer ausformulieren. Welche Werte genau leitest du aus der Existenz Gottes ab? Welche politischen Forderungen stellst du deshalb? Das kann ja recht unterschiedlich sein und muss sowohl für die Wähler als auch für die Verfassungsschützer :smile: ersichtlich sein. Und der „entscheidende Augenblick“ darf natürlich nicht darin bestehen, das GG ausser Kraft zu setzen. Meiner Meinung nach wäre es deshalb wohl nicht möglich, im Verteidigungsfall einfach die Waffen zu strecken. Aber da müsste uns mal jemand von den Verfassungsexperten hier weiterhelfen.

Aber ein paar Anmerkungen hätte ich schon noch:

  1. Ich halte die Gründung von immer mehr kleinen Parteien mit wenig mehrheitsfähigen Forderungen nicht für sinnvoll. Regierungsfähig ist eine Partei nur dann, wenn es ihr gelingt verschiedene Strömungen und Meinungen zu einem Konsens zusammenzuführen. Ich bin auch nicht immer einer Meinung mit der Partei, die ich immer wähle :smile:. Und so gesehen könnte eigentlich gleich jeder seine eigene Partei gründen. Dann kommen wir aber nicht zu einem gesellschaftlichen Konsens, sind nicht mehr handlungsfähig und die Demokratie kann einpacken. Es könnte daher sinnvoller sein, die eigenen Überzeugungen in eine bestehende Partei einzubringen.

  2. Mach dir klar, daß der politische Alltag aus Kompromissen besteht. An den Grünen kann man das sehr gut sehen. Die haben sich teilweise ganz schön von ihren ursprünglichen Ideen entfernen müssen.

Viele Grüsse,
Lisa

Hallo Thomas,
was das „C“ in der CDU/CSU anbetrifft, mag folgende Geschichte ein bisschen beleuchten:
Da gab’s mal einen Abteilungsleiter bei Dornier, der am Jäger 90 massgeblich mitarbeitete und dieses und die politischen Hintergründe, die sich dabei zu erkennen gaben, mit seinem christlichen Glauben nicht mehr so richtig vereinbaren konnte. In einer Radio-Diskussion mit einem CDU-Bundestags-Abgeordneten, der ihn ziemlich zusetzte, dass er wohl nicht die richtige Einstellung habe, sagte dieser christliche Abgeordnete u.a. „dass die Bibel keine Grundlage für praktische Politik ist“ (sinngemäss). Der Abteilungsleiter ist heute nicht mehr bei Dornier, der C-Abgeordnete im europäischen Parlament.
Gruss, Stucki

1 „Gefällt mir“

Christentum und Politik
Hallo Allerseits,

bei den Antworten fehlte ein wichtiger Aspekt, den ich noch nachtragen möchte. Wie standen denn der Gründer des Christentums und seine ersten Nachfolger zur Politik:

Johannes 6:15
Als nun Jesus erkannte, daß sie im Begriff waren, zu kommen und ihn zu ergreifen, um ihn zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

Johannes 18:36
36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“

Matthäus 22:21
" Dann sprach er zu ihnen: „Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott.“

Jesus Christus verhielt sich bei politischen Fragen völlig neutral. Er hatte öfters die Gelgenheit gehabt, politische Macht zu erlangen und immer darauf verzichtet. Das galt auf die ersten Christen.
Der politische Einfluß entstand erst, als das Christentum zur anerkannten Staatsreligion wurde.

Somit stellt sich die Frage zur Gründung einer politischen Partei, gemäß dem Christum in seiner ursprünglichen Form, gar nicht.

Gruß
Carlos

Hallo Allerseits,

bei den Antworten fehlte ein wichtiger Aspekt, den ich noch
nachtragen möchte. Wie standen denn der Gründer des
Christentums und seine ersten Nachfolger zur Politik:

Johannes 6:15
Als nun Jesus erkannte, daß sie im Begriff waren, zu kommen
und ihn zu ergreifen, um ihn zum König zu machen, zog er sich
wieder auf den Berg zurück, er allein.

Das hat nix mit Politik zu tun, diese Aussage. Jesus sagt hier lediglich, daß von seinem Selbstverständnis her, er nicht ein weltlicher Herrscher sein kann.

Johannes 18:36
36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist kein Teil dieser
Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten
meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert
würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“

Also die Bibel die du hier zitierst, liegt aber arg neben dem Urtext. Er sprach nicht von Juden, sondern von Pharisäern und Hohepriestern. Er hatte auch keine Diener, das hätte ihm ebenfalls nicht entsprochen, sondern Jünger. Und er sagt, daß das Königreich, dem er sich zugehörig fühlt, dem des einzig und alleinigen Gottes, kein weltliches Reich ist.

Matthäus 22:21
" Dann sprach er zu ihnen: „Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar
zurück, Gottes Dinge aber Gott.“

Hier handelt es sich lediglich darum, daß die Geschäfte (verbildlicht durch die Münszen des Kaisers, nicht im Tempel getätigt werden sollen, sondern dort die Dinge Gottes (Gebete) getätigt werden sollen.

Jesus Christus verhielt sich bei politischen Fragen völlig
neutral. Er hatte öfters die Gelgenheit gehabt, politische
Macht zu erlangen und immer darauf verzichtet. Das galt auf
die ersten Christen.
Der politische Einfluß entstand erst, als das Christentum zur
anerkannten Staatsreligion wurde.

Was du unterschlägst, ist daß Christus sich bewußt dem irdischen Urteil der Machthaber unterworfen hat, und auch somit seinen Nachfolgern deutlich zeigte, daß sie auch die weltlichen Gesetze zu beachten haben. (Ob gerecht oder ungerecht diskutiert er hier nicht)

Somit stellt sich die Frage zur Gründung einer politischen
Partei, gemäß dem Christum in seiner ursprünglichen Form, gar
nicht.

Und wohl, denn aus dem Missionsauftrag heraus, kann auch Christ nur in einer Gesellschaft leben, die (irdische) Regeln hat, denn stelle dir vor, es gäbe nur christen, die bräuchten doch auch staatliche Organe!

Gruß Winkel

Johannes 18:36
Hallo Winkel,

Johannes 18:36
36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist kein Teil dieser
Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten
meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert
würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“

Also die Bibel die du hier zitierst, liegt aber arg neben dem
Urtext. Er sprach nicht von Juden, sondern von Pharisäern und
Hohepriestern. Er hatte auch keine Diener, das hätte ihm
ebenfalls nicht entsprochen, sondern Jünger.

Der gleiche Text nach der Lutherbibel:
Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt.

Der gleiche Text nach der Guten Nachricht Bibel:
36 Jesus sagte: »Mein Königtum stammt nicht von dieser Welt. Sonst hätten meine Leute dafür gekämpft, daß ich den Juden nicht in die Hände falle. Nein, mein Königtum ist von ganz anderer Art!«

Quelle: http://www.dbg.de

Und jetzt nenn mir eine Bibelübersetzung, die deine Behauptung unterstützt.

Matthäus 22:21
" Dann sprach er zu ihnen: „Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar
zurück, Gottes Dinge aber Gott.“

Hier handelt es sich lediglich darum, daß die Geschäfte
(verbildlicht durch die Münzen des Kaisers, nicht im Tempel
getätigt werden sollen, sondern dort die Dinge Gottes (Gebete)
getätigt werden sollen.

AUTSCH. Es waren Parteigänger des Herodes, also politisch und nicht religiös tätige Männer, die angestiftet durch die Pharisäer Jesus fragten. Und zwar ob es erlaubt ist, Steuern an Cäsar, also die römische Besatzungsmacht, zu zahlen.
Das war eine hochbrisante POLITISCHE Frage.
Hätte Jesus Nein gesagt, wäre dies einer Aufforderung zum Widerstand gleich gekommen. Hätte er nur einfach Ja gesagt, hätte als Sympatisant der Römer gegolten.

Was du unterschlägst, ist daß Christus sich bewußt dem
irdischen Urteil der Machthaber unterworfen hat, und auch
somit seinen Nachfolgern deutlich zeigte, daß sie auch die
weltlichen Gesetze zu beachten haben. (Ob gerecht oder
ungerecht diskutiert er hier nicht)

Stimmt, gut dass du es erwähnst. Siehe dazu auch Römer 13.

Und wohl, denn aus dem Missionsauftrag heraus, kann auch
Christ nur in einer Gesellschaft leben, die (irdische) Regeln
hat, denn stelle dir vor, es gäbe nur christen, die bräuchten
doch auch staatliche Organe!

An dem Tag, an dem es nur Christen auf der Erde gibt (richtige Christen, keine Namenschristen), herrscht Gottes Reich auf der Erde. Dann braucht man sich über staatliche Organe keine Gedanken zu machen.

Gruß
Carlos

1 „Gefällt mir“

Politischer Mord, nicht mehr…
Hallo Carlos

An dem Tag, an dem es nur Christen auf der Erde gibt (richtige
Christen, keine Namenschristen), herrscht Gottes Reich auf der
Erde. Dann braucht man sich über staatliche Organe keine
Gedanken zu machen.

Unter „richtige Christen“ verstehst du wohl nur die Zeugen Jehovas, die jetzt schon staatliche Organe unterlaufen und selbstgebastelte Weisheiten, bzw. absurde Bibelauslegungen für der Weisheit letzter Schluss halten.

Was hältst du von der Feststellung, dass Jesus von den Römern als politischer Aufrührer zum Tode verurteilt wurde? Einfach ein politischer Mord mehr…nicht mehr. Und solche waren auch schon damals alles andere als selten.

Schon allein bei der Vorstellung, dass ein Gott seinen Sohn zwecks Erlösung der Menschheit zur Hinrichtung bestimmt habe, überkommt mich das nackte Grausen ob eines solchen Gottes und seinen Anhängern.

Gruss
Mäni

PS Gibt es Bibel-Dialektiker?

An dem Tag, an dem es nur Christen auf der Erde gibt (richtige
Christen, keine Namenschristen), herrscht Gottes Reich auf der
Erde.

Vorausgesetzt es existiert erstens ein Gott der nun zweitens so wie ihn sich Christen vorstellen ist und dessen Worte nun drittens von den Menschen richtig interpretiert wurden. Zum Glück ist Gottes Reich auf Erden auch eine wertfreie Bezeichnung.

Dann braucht man sich über staatliche Organe keine
Gedanken zu machen.

Das klingt jetzt so positiv. Lass es mich mal umformulieren:

Dann herrscht Anarchie.

SAN