Hallo Allerseits,
bei den Antworten fehlte ein wichtiger Aspekt, den ich noch
nachtragen möchte. Wie standen denn der Gründer des
Christentums und seine ersten Nachfolger zur Politik:
Johannes 6:15
Als nun Jesus erkannte, daß sie im Begriff waren, zu kommen
und ihn zu ergreifen, um ihn zum König zu machen, zog er sich
wieder auf den Berg zurück, er allein.
Das hat nix mit Politik zu tun, diese Aussage. Jesus sagt hier lediglich, daß von seinem Selbstverständnis her, er nicht ein weltlicher Herrscher sein kann.
Johannes 18:36
36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist kein Teil dieser
Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten
meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert
würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“
Also die Bibel die du hier zitierst, liegt aber arg neben dem Urtext. Er sprach nicht von Juden, sondern von Pharisäern und Hohepriestern. Er hatte auch keine Diener, das hätte ihm ebenfalls nicht entsprochen, sondern Jünger. Und er sagt, daß das Königreich, dem er sich zugehörig fühlt, dem des einzig und alleinigen Gottes, kein weltliches Reich ist.
Matthäus 22:21
" Dann sprach er zu ihnen: „Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar
zurück, Gottes Dinge aber Gott.“
Hier handelt es sich lediglich darum, daß die Geschäfte (verbildlicht durch die Münszen des Kaisers, nicht im Tempel getätigt werden sollen, sondern dort die Dinge Gottes (Gebete) getätigt werden sollen.
Jesus Christus verhielt sich bei politischen Fragen völlig
neutral. Er hatte öfters die Gelgenheit gehabt, politische
Macht zu erlangen und immer darauf verzichtet. Das galt auf
die ersten Christen.
Der politische Einfluß entstand erst, als das Christentum zur
anerkannten Staatsreligion wurde.
Was du unterschlägst, ist daß Christus sich bewußt dem irdischen Urteil der Machthaber unterworfen hat, und auch somit seinen Nachfolgern deutlich zeigte, daß sie auch die weltlichen Gesetze zu beachten haben. (Ob gerecht oder ungerecht diskutiert er hier nicht)
Somit stellt sich die Frage zur Gründung einer politischen
Partei, gemäß dem Christum in seiner ursprünglichen Form, gar
nicht.
Und wohl, denn aus dem Missionsauftrag heraus, kann auch Christ nur in einer Gesellschaft leben, die (irdische) Regeln hat, denn stelle dir vor, es gäbe nur christen, die bräuchten doch auch staatliche Organe!
Gruß Winkel