Christliche Parteien?

Hallo Harald,

natürlich war Jesus Gottes Sohn, aber:
Er kam als Kind zur Welt, ganz normal wie jedes andere Kind.
(Phil.2,5-7) .
Aus diesem Kontakt kam dann sein Verständnis für die ewigen
Wahrheiten. Davon konnten sich ja die Schriftgelehrten
überzeugen (Luk.2,46-47).
Aber der Unterschied zwischen Glaubender und Wissender ist
sehr gering. Denn es geht darum, den Aussagen Gottes glauben
zu schenken, was einem Wissen gleich kommt.
Überdies handelt es sich bei dem biblischen „Glauben“ nicht um
ein „für möglich halten“ sondern um ein „Vertrauen“.

Dem ist nichts hinzuzufügen, und ich habe auch keine konträre Auffassung vertreten …

Gruß
Chris

Hallo,

Ich sehe einfach nur folgendes Problem.
Ich stelle mir vor, ich hätte eine Partei, in Deutschland, die
derzeit stärkste Partei im Bundestag ist. Diese Partei sei
religiös orientiert. Nun komme es aus irgend einem Grund zu
feindseligen Handlungen gegen Deutschland zB durch ein zwites
Land. Jetzt kann es sein, dass ich aus tiefer religiöser
Überzeugung entscheide, dass es richtig sei die Waffen zu
strecken und uns dem „Feind“ zu ergeben. (Es sei an dieser
Stelle nicht von Belang, ob das christlich wäre oder der
Meinung der Kirche entspräche, aber religiös motiviert soll es
sein).

Hier sehe ich kein Problem. Ich kenne keine Religion, die zur Selbstverteidigung nicht den Kampf zulässt und notfalls auch den Tod des Feinde in Kauf nimmt.

Für mich, als gläubigen stelle diese Handlungsweise die
natürlic richtige in dieser Situation dar, denn ich vertraue
auf den Schutz meines Gottes. Andere, nicht dieser Religion
Angehörige könnten das aber als puren Schwachsinn sehen.

Zuerst möchte ich hinweisen, dass ich der Meinung bin, wer in seinem Glauben versucht (mehr kann es bei einem Menschen wohl kaum werden) nach der Lehre zu leben leben keinen Schwachsinn. Glaube ist eine persönliche Angelegenheit.

Aus

der Perspektive, dass die Existenz Gottes weder bewiesen noch
widerlegt werden kann und jeder seine eigene Überzeugung
finden muss, wäre es vielleicht unverantwortlich die Waffen zu
strecken. Immerhin übernimmt die Regierung ja auch den Schutz
für die Bevölkerung.
Könnte ich als Regent, denn solch eine Entscheidung treffen:
Das Schicksal der Menschen in die Hand Gottes (in diesem fall,
meines Gottes) zu legen?

Nein. Keine Religion verlangt die Unterwerfung eines Volkes unter ein anderes Volk. Gott nach meiner Defination Menschen die Kraft und die Macht gegeben, selbst zu entscheiden. Und hier gehört neben dem Schutz anderer auch die Gefahrenabwehr hinzu. Ich würde hier mal den Satz „Was du dem geringsten meiner Brüder …das hast du mit angetan“ nehmen. Könnte man dies auf moderne Zeiten umgewandelt nicht darauf interpretieren, dass die Aufgabe eines Staates und die Führung eines Volkes in die Gefangenschaft eines anderen Landes und das dadruch entstehende Unheil nach der Religion eine gegen Gott gerichtete Handlung wäre ?

Im täglichen Leben habe ich selbst gut Erfahrungen mit der
Gewaltlosigkeit gemacht. Ich selbst bin davon überzeugt, dass
dies der beste Weg ist. Aber wenn ich mit meinem Leben so
umgehe und sage: Gut ich vertraue auf Gott, dann ist das meine
Sache.

Dies Auffassung ist richtig. Der Einzelne ist durchaus in der Lage, Konflikte ohne Gewalt zu lösen. „Politik und Wirtschaft“ sind hierzu nicht in der Lage. In der Politik geht es um Rassismus, Fanatismus und Feindschaft. In der Wirtschaft um das Geld verdienen und da geht jeder Betrieb über Leichen.

Zu den „C“-Parteien sei gesagt, dass ich das christlich nicht
unbedingt erkennen kann, in ihrer Version der Politik.
Natürlich entsprechen sie bestimmten Grundsätzen - gegen die
10 Gebote wurde tatsächlich kaum verstoßen. Aber was die
Feinheiten angeht, zB in Bezug auf die Bergpredigt, habe ich
kaum ein christliches Wort gehört, was über die
vorauszusetzende Menschenachtung hinaus auf Jesus gestütz war.
Genau da gibt es für mich ja den Konfliktstoff. Muss ich
Religion und Regierung trennen?

Ja, dies ist meine persönliche Meinung. Mich hat weder ein Helmut Kohl bei seinen Kirchgängen in Speyer noch Stoiber jemals überzeugt. Auch Schröder tut es nicht. Alle mögen im Innern an dem Glauben sich orientieren, dies möchte ich niemand absprechen, der eine Kirche aufsucht, aber Politik und Religion passen nicht zusammen.

Darf ich Religion und

Regierung trennen? Wenn ja, wieso nenne ich mich dann
christliche Union? Sehr merkwürdig alles.

Dies liegt einfach an der politischen Orientierung am christlichen Abendland. Selbst in der CDU gab es von Anfang an bis weit in die 80er interne Kämpfe. Telweise heute noch in reduzierter Form, bei denen die Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche intern ausgestritten werden musste.

Gruss Günter

Carlos ein Bibelforscher?
Ich war ja lange nicht mehr im Brett, aber Carlos seine Artikel habe ich immer gerne gelesen, wortgewalig und scharf, wenngleich ich seine Ansichten nie teile sogar ablehne. Bis jetzt dachte ich immer er muß Theologiestudent oder Pfarrer oder vieleicht sogar Mönch sein, aber nun geht mir der Seifensieder auf.
Mensch Carlos bist ein Bibelforscher?
Owi.

Ja!
Hallo Owi,

manchmal ist ein Blick auf die Visitenkarte recht aussagekräftig.

…aber Carlos seine
Artikel habe ich immer gerne gelesen, wortgewalig und scharf,
wenngleich ich seine Ansichten nie teile, sogar ablehne.

Herzlichen Dank für dein Lob.
Hier ist übrigens eine Vorliebe dir wir teilen. Mir ist ein meiner Meinung entgegengesetztes Statement, welches klare logische Ketten, interessante Beispiele und bisher unbekannte Fakten bringt, wesentlich lieber, als eine Zustimmung die nur auf einen Bauchgefühl beruht.

Am liebsten sind mir aber die Postings, die mit einer einfachen klaren logischen Aussage mein ganzes Gedankengebäude zerfetzen.
Das regt den Intellekt an. :wink:

Gruß
Carlos