Liebe Zaubermaus,
bitte lies noch einmal genau:
Dein Statement: „Es gibt ja zweifler, die behaupten, dass das MasernVIRUS überhaupt nicht existiert, bzw. niemals isoliert und dokumentiert wurde.“
Meine Reaktion: „Das habe ich noch gar nicht gehört. Was sind denn das für Leute? Für HIV ist mir so etwas bekannt, aber für das Masernvirus?“
Also, ich würde das so lesen, daß mir Leute bekannt sind, die an der Existenz von HIV zwiefeln, daß mir jedoch keine Leute bekannt sind, die das Masernvirus negieren.
Ein gutes Beispiel, wie bei vorgefaßter Meinung Informationen falsch interpretiert werden!
Am 15.01.2001 machte Richter Hackmann am Landgericht
Dortmund (Ns 70 Js 878/99 14 (XVII) K 11/00) in einer
öffentlichen Verhandlung das Wissen der
Bundesgesundheitsbehörden bekannt:
Gnihihi, ein Richter, der das geheime Wissen der Robert-Koch-Loge preisgibt *fg*.
Die HIV Story ist ungefähr wie folgt: Im Blut von Menschen, die plötzlich an Immunschwäche erkrankten, fand man Genomschnipsel, die nicht zum menschlichen Erbgut gehörten (und übrigens so ähnlich aussaen wie die Schnipsel von SIV, einem schon länger bekannten Virus, welches Immundefizienz in Affen erzeugt). Andere, die mit diesen Leuten intimen Kontakt pflegten, hatten plötzlich ebenfalls diese Genomschnipsel im Blut und erkrankten. Soll heißen, die Schnipsel vermehren sich und können von Mensch zu Mensch springen.
Frage: Was ist ein Virus?
Antwort: Nichts weiter als ein Genomschnipsel, daß von Proteinen (durch eben jene Genome codiert) eingehüllt ist. Die Proteine passen wie der Schlüssel in das Schloß von Zelloberflächenproteinen, d.h. sie vermitteln Anheftung an der Zellmembran/Infektion, sprich, oben beschriebenes springen von Zelle zu Zelle und Mensch zu Mensch.
Richter Hackmann bezog sich hier auf eine Aussage des Dr.
Marcus, Presse-Sprecher des für AIDS zuständigen
wissenschaftlichen Referenzzentrum der Bundesregierung, dem
Robert-Koch-Institut, RKI (Berlin)…
Der Richter bezog sich womöglich auf den Pressesprecher in ähnlich falscher Weise wie Du auf mich.
Sehr geehrte Frau XXXX,
aus Kapazitätsgründen können wir leider keine allgemeinen
Auskünfte zum
Impfen geben. Die Antwort müsste in der Fachliteratur zu
finden sein.
Mit freundlichen Grüßen
Susanne Glasmacher
Zunächst mal: Wenn Du hier Namen aus-xt., dann doch bitte erstmal die Namen von dritten, unbeteiligten Personen. Und nicht Deinen eigenen. Ich weiß gerne, mit wem ich es zu tun habe.
Ich würde Dir unabhängig davon den gleichen Rat geben: Zäume das Pferd vom Kopfe her auf und lies Dir erstmal Grundlagen aus Fachliteratur an. Mit simplen Oberstufenlehrbüchern ließen sich Deine Fragen schon zu 90% beantworten.
warum erkranken, trotzt Impfung, immernoch so viele Menschen
an genau die Krankheiten gegen die sie geimpft sind?
Nur drei von unzähligen beschriebenen Ursachen von „primary and secondary vaccine failures“:
erstens: Viren sind labil. Nach zehn Minuten Raumtemperatur sind Masernviren schon nicht mehr infektionsfähig. Da wundert es einen schon fast, daß die Kühlketten bei uns so perfekt sind, daß die Impfung überhaupt funktioniert.
zweitens: Der Körper braucht bestimmte MHC-Rezeptoren auf Freßzellen, welche Teile aus gefressenen Erregern den Immunzellen präsentieren, damit diese eine spezifische Immunantwort (=Impferfolg) auslösen können. Jeder Mensch hat verschiedene MHC-Rezeptoren, und nicht jeder Rezeptor kann jeden Ereger präsentieren. Das kann einer der Gründe dafür sein, daß manche Leute auf eine Hepatitis-B-Impfung einach nicht ansprechen.
drittens: Weder nach Impfung noch nach natürlicher Infektion währt das Immungedächtnis nicht ewig. Genau, wie man Masern mehrmals bekommen kann (man merkt dan meist nur milde grippeähnliche Symptome), kann man nach Masernimpfung = Erstinfektion nochmal eine milde Zweitinfektin durch natürliches Virus („Masern trotz Impfung“) bekommen. Das Immunsystem hat hier aber durch die vorangegangene Impfung einen entscheidenden Vorsprung, die Erkrankung beibt mild!
(viertens, fünftens, sechstens…)
Warum gibt es sehr viele ungeimpfte die, trotzt Kontakten zu
Kranken, an dieser Krankheit nicht erkranken?
Wir infizieren uns wahrscheinlich mit einigen hundert bis tausend (zu 99.9% noch unbekannten) Viren jährlich, nur sind die "Krankheits"erscheinungen oft so mild, daß sie nicht bemerkt werden. Die Ausprägung varriert dann nochmals von Patient zu Patient sehr stark. Wie ich einem obigen Posting entnommen habe, hast Du Deine Rötelnvirusinfektion ja auch nicht bemerkt. Wohl ist Dein MHC-Rezeptor-Satz besonders für die Rötelnviruspräsentation geeignet, das Immunsystem war also schneller als das Virus (als eine von unendlich vielen Erklärungsmöglichkeiten…) Daß Du eine Rötelninfektion hattest, ist sicher, denn Dein Immunsystem produziert Antikörper, die exakt und spezifsich dieses Virus erkennen („Titer“), und das kann es nur, wenn es das Virus vorher (eben über jene MHC-Rezeptoren) „gesehen“ hat.
Warum wird mir niemals ein Arzt schriftlich
bestätigen, daß die "schutz"impfung die er verabreicht vor der
Krankheit schützt?
Das solltest Du Dir nun selbst herleiten können: ersten hat Dein Arzt keine Kontrolle über die Kühlkette, zweitens kennt er Deine MHC-Rezeptoren nicht, drittens kann niemand vorhersagen ob das immunologische Gedächtnis nur Wochen oder Jahrzehnte dauert (viertens, fünftens, sechstens…)
Kann Dir der Wettermann garantieren, daß das Wetter genauso sein wird, wie er vorhersagt? Sind Wettervorhersagen deshalb unsinnig? 90% Sicherheit sind nicht 100%, aber wesentlich besser als 0% (0% = erst gar keine Vorhersage machen)
Wenn man nach einer Tetanus-Erkrankung nicht immun ist,
warum sollte mich dann eine Impfung schützen können???
Sorry, wieder Grundlagenwissen über Impfungen: Die Krankheitserscheinungen bei Tetanus werden nicht durch den Erreger direkt, sondern durch ein Gift erzeugt, welches der Erreger herstellt. Konsequenterweise impft man gegen das Gift und nicht gegen den Erreger. Das heißt, die Antikörper neutralisieren das Gift, aber der Erreger vermehrt sich munter weiter. Ist nicht schädlich, denn es ist ohne Gift wie eines von den tausenden anderen Bakterien, die mit, auf und in uns leben.
Solche Patienten sind natürlich infektiös, und es wird folglich _niemals gelingen, den Erreger mittels solch einer anti-Gift-Impfung auszurotten. Das ginge aber schon rein deshalb nicht, weil Tetanus vor allem außerhalb des menschlichen Körpers auf unbelebten Gegenständen vorkommt. Würden alle Menschen geimpft, so gebe es zunächst keinerlei Tetanusfälle mehr, die nachfolgende Generation wäre aber ohne Impfung trotzdem wieder unverindert gefährdet, eben weil der Erreger ja in der Umwelt überlebt hat.
Dies soll verdeutlichen, warum das oft gebrauchte Argument, Schutzimpfungen könnten nicht funktionieren, weil ja sonst bereits die betreffenden Erreger schon längst ausgerottet sein müßten, von einem derart blanken (und auch noch ganz unverschämt vorgetragenen) Unwissen zeugen, daß es einem nur so die Nägel kräuselt! Es ist schlich ein blanker Unfug!
Bitte verstehe dies als examplarisches Beispiel für zahllose andere, von Impfkritikern geäußerte Behauptungen. Praktisch jede läßt sich simpelst widerlegen.
Es gibt übrigens auch Impfkritiker unter vernünftigen Menschen. So sind zum Beispiel die Titer nach Impfungen neidriger, folglich werden bei einer Schwangerschaft weniger Antikörper an den Fetus übertragen, nach der Geburt halten sie nicht ein Jahr sondern vielliecht nur drei Monate vor, und das obgleich das Neugeborene erst ab dem 6. Lebensmonat eigene Ak produzieren kann - d.h. es ensteht eine gefährliche Phase vom 3. bis 6. Lebensmonat, da mütterliche Antikörper verbraucht sind und im Falle einer Infektion noch keine eigene Antikörperproduktion möglich ist.
Frage: Warum greifen die Impfkritiker nicht solche Dinge auf?
Antwort: Zum einen setzen sie Fachwissen voraus, welches nicht vorhanden ist. Zum anderen sind vernünftige Antworten nie einfach, immer zweischneidig, schwierig zu erklären, nicht einfach zu verstehen bzw. nicht jedem vermittelbar. Das macht die Sache schwer verkäuflich - sei es im überragenden Sinne bei Diskussionen oder auch einfach ganz monetär beim Verkauf von Impf-Reißern im Bücherladen. Dazu braucht man eben das, was Du „Angstpolitik“ nennst, womit wir wieder beim Thema Projektion wären…
Einer noch, weil es so schön ist: Immer wieder wird behauptet, es gäbe keine schrifltichen Berichte über Nachweis von HIV-Genom/-Virus, bzw. es gäbe keine Nachweismethoden. Um dies nachzuprüfen, braucht man nicht viel: Erstens muß man Wissen, daß solche Methoden/Daten in Fachzeitschriften publizert werden, deren es viele tausend verschiedene gibt und die an allen Unis gesammelt werden. Zweitens muß man wissen, daß alle diese Artikel auf Stichwörter zum gewünschten Thema mittels einer Online-Datenbank, der berühmten „Medline“, der essentiellen Quelle einer jeder auch nur ansatzweisen seriösen Literaturrrecherche, abrufbar ist. Geführt wird sie vom National Institute of Healt in den USA. Die Adresse lautet: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi
Die Suche „HIV genome“ liefert 1948 Artikel mit hunderten von Virensequenzen von ebensovielen, unabhängigen Forschergruppen.
„HIV Detection“ liefert 4344 Einträge - es werden -zig Methoden beschrieben, wie man das Virus nachweisen kann.
Offenbar unterstellt man, diese Daten seien frei erfunden. Nicht aber, wenn man scheinbare oder tatsächliche Widersprüche zwischen den ungefähr hunderttausend (!) eingetragenen HIV-Autoren (alle verschworen!) entdeckt: Da nimmt man plötzlich diese Berichte ernst.
Zaubermaus, bitte verstehe: Es geht diesen Leuten nicht um eine möglichst objektive Aufklärung gegebener Sachverhalte. Schinargumente werden den wirklichen Problemen vorgeschoben. Die dürften verschiedenster Natur sein: emotionale Ablehnung gegen die Schulmedizin, mangelnder Intellekt, vielleicht sind auch einige Psychotiker darunter, und dann geht es auch noch um ganz banale Komptenzgerangel und monetäre Interessen.
So, jetzt aber genug.
viele Grüße,
Oliver_