Computerkurs für Computerexperte

Hallo,

ein Freund erzählte mir seinen Ärger: Er ist seit über einem Jahr arbeitslos, kann in seinem Beruf nicht mehr arbeiten, sei aber insgesamt noch 4 Stunden täglich arbeitsfähig (darf dabei aber nicht lange sitzen, nicht lange stehen, usw…), aber durch seinen Zustand bisher nicht vermittelbar. Er hat seit Jahren nebenbei ein Computergeschäft (hat fachlich nichts mit seinem Beruf zu tun) und hat im Rahmen dieser Nebentätigkeit alles abgedeckt: Hard- und Software, Vernetzungen, Bedarf aller Art für Privatpersonen als auch Gewerbetreibende, darüber hinaus je nach Bedarf auch Intensivschulungen durchgeführt hinsichtlich gängiger Softwares, Internet, usw. aber auch zu komplexeren Individuallösungen.

Das alles ist dem Arbeitsamt bekannt. Und nun erhält er die Mitteilung, er solle für ein halbes Jahr an einer allgemeinen Computerschulung teilnehmen! In einem persönlichen Gespräch beim ARbeitsamt wies er die Sachbearbeiterin auf seine komplexen Kenntnisse hin, so daß diese Schulung, an der er teilnehmen soll, rausgeworfenes Geld wäre: zum einen Steuergelder, zum anderen Fahrtkosten für ihn für etwas, das ihm nichts bringt (er müßte jeden Tag 25 km fahren zu dieser Schulung). - Die Sachbearbeiterin nahm dies zur Kenntnis, ging auf Argumente überhaupt nicht ein und wies ihn lapidar an, dennoch an dieser allgemein gehaltenen Computerschulung teilzunehmen… Eine spezielle, fachgerichtete Computerschulung (die auf seinen Kenntnissen aufbaut und ihn vielleicht eher in speziellen Betrieben etablieren könnte), wurde ihm nicht angeboten.

Ich bin ziemlich entsetzt, wie hier verfahren wird und wie willkürlich einem Arbeitslosen irgendetwas übergestülpt wird, was etliche tausend Euro zusätzliche Steuergelder kostet, aber keinerlei Fortschritt in der Situation der Person bringt, also auch keinen Sinn macht.

Ist Euch bekannt, was man tun kann,
a) gegen solch sinnlose Verordnung einer Schulungsmaßnahme und
b) für eine sinnvolle Maßnahme vor solch schwierigem Hintergrund?

Anregungen und Erfahrungen aller Art würden mich sehr interessieren. Danke!

Gruss, Eva

Ist Euch bekannt, was man tun kann,
a) gegen solch sinnlose Verordnung einer Schulungsmaßnahme

Hallo,

so etwas hört man ja immer wieder. Ich denke, dagegen kann man nur auf höherer Ebene was unternehmen. Vielleicht mal an den zuständigen Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises wenden!?

Gruß
Nelly

Hallo,

ich würde an seiner Stelle zum Amtsleiter gehen und den wegen einer alternativen Schulung fragen. Es darf nicht der Eindruck entstehen, er wolle überhaupt keine Schulung machen.

Er sollte sich trotzdem mal überlegen, was für ein Beruf für ihn überhaupt in Frage kommt und dann daraufhin gezielt nach Umschulungen und Weiterbildungen fragen.

Gruß

Peter

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Moin,

ich gehe davon aus, dass solche Kurse nicht nur Computerwissen vermitteln sollen, sondern auch testen sollen, ob ein Mensch überhaupt arbeitsfähig ist, sprich: ob er überhaupt in der Lage ist, zu einer bestimmten Uhrzeit über einen gewissen Zeitraum irgendwo regelmäßig zu erscheinen und etwas Konstruktives zu machen.

Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber viele Langzeitarbeitslose sind gar nicht mehr in der Lage, morgens entsprechend den Anforderungen eines möglichen Arbeitsplatzes halbwegs früh aufzustehen und ihren Tagesablauf zu strukturieren. Wenn er also erfolgreich an einem entsprechenden Kurs beim Arbeitsamt stattgefunden hat, dann sehen Firmen, bei denen er sich bewirbt, dass er zumindest nicht zu der Sorte Langzeitarbeitslosen zählt.

Gruß
Marion

Hallo

Sowas habe ich auch schon öfters gehört. Das ist ja auch einer der Gründe, wieso die ganzen Maßnahmen von der Arbeitsagentur nichts bringen, und ein Grund, weswegen ich den Wunsch einiger Politiker, diese Behörde völlig zu schließen, irgendwie verstehen kann.

Bei uns ging ein Fall durch die Zeitung, bei dem Matheprofessoren zum Lernen der Grundrechenarten verdonnert wurden.

Wenn der Vorgesetzte nicht helfen kann oder will, kann man sich auch an das Landesarbeitsamt wenden, oder die Bundesbehörde. Oder die Androhung, den Bund der Steuerzahler und die Zeitung zu informieren.

Viele Grüße
Thea

Hi Eva,
ich bin Online-Redakteurin - also mit allem was computermäßig so gemacht werden kann bestens vertraut. Mir wurde ein Kurs in Photoshop und Pagemaker (alter Hut) verordnet, bei dem der Lehrer (72Jahre alt und aus dem Osten) schon von Beginn an sagte, dass er sich das alles selbst beigebracht hat und um unsere Mithilfe bittet. WIR - das waren drei Personen. Wir hatten eine nette Zeit, wenn man davon absieht, dass er mir regelmäßig meine Entwürfe zerschossen hat, wenn er mir etwas zeigen wollte.
Wenn es Deinem Freund eine große Mühe ist, zum Schulungsort zu kommen, würde ich schon vorschlagen, dass er sich bei einer übergeordneten Stelle beschwert. Falls es für ihn aber nicht so schlimm sein sollte, könnte es auch eine Art „Urlaub“ sein, den er auch geniessen kann.
Liebe Grüße
Ricarda

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Hallo Eva,

Eine direkte Ablehnung führt zu Restriktionen seitens des AA, welche durchaus auch versteckt geführt werden. Es gibt sicher noch ähnliche Schulungen … Als einzigste halbwegs plausible Erklärung fällt mir ein, daß die Schulung wenig kosten soll.
Mir persönlich ist ähnliches Widerfahren und ein drittes Angebot abzulehnen habe ich mir nicht getraut. Es ist ja nicht nur die vermittelnde Person, welche frustriert, es ist auch die Hardware die unter aller S@u ist. Vielleicht läßt sich wenigstens das Internet am Platz für das Computergeschäft nutzen. Emails beantworten und an der Homepage bauen. Dann ist die Zeit sinnvoll genutzt.

Ich bin ziemlich entsetzt, wie hier verfahren wird und wie
willkürlich einem Arbeitslosen irgendetwas übergestülpt wird,
was etliche tausend Euro zusätzliche Steuergelder kostet, aber
keinerlei Fortschritt in der Situation der Person bringt, also
auch keinen Sinn macht.

Diese Verfahrensweise ist durchaus normal - bloß die Kosten dürften auf unterstes Niveau gedrückt sein. Auch ein Ausnutzen einzelner Teilnehmer zur Aufsicht über die anderen ist Norm.
Eine gangbare Möglichkeit für sinnvolle Lehrgänge ist ein Schulungsunternehmen zu finden, daß gut mit dem AA steht und ein Mitspracherecht zur Teilnehmerliste wahrnimmt.

Solbane

Steuerverschwendung auf ‚Hohem‘ Niveau…
Hallo Eva,

da kannst du als „Einzelner“ gar nichts machen…das ist
(Mafiöse) Steuerverschwendung auf „Hohem“ Niveau…

Im Bereich der „Arbeitsförderung“ haben sich seit der „Privatisierung“
noch mehr „Mafiöse“ Strukturen breit gemacht als vorher…
Hier ein Paar Beispiele:

Während zu Zeiten des „Arbeitsamtes“ die Sachbearbeiter KEINEN
eigenen Dienstwagen zur Verfügung hatten,wird nun in den „ARGE`n“
jedem Sachbearbeiter ein 3er-BMW zugestanden…

Aus den NBL werden HARTZ IV-Empfänger als „Erntehelfer“ nach den Niederlanden „Vermittelt“…dabei übernimmt „Vater Staat“ 250 € „Unterkunftskosten“ für „bessere Heuschober“ im Monat …
Warum werden dann gleichzeitig Polnische Erntehelfer in Mäc-POM oder
BRB zugelassen???..

Arbeitslose,die aufgrund ihres Alters (über 55 Jahre) ohnehin von fast
keinem AG mehr eingestellt werden,„müssen“ Bewerber-Trainings absolvieren…

Einspruch!
Moin,

Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber viele
Langzeitarbeitslose sind gar nicht mehr in der Lage, morgens
entsprechend den Anforderungen eines möglichen Arbeitsplatzes
halbwegs früh aufzustehen und ihren Tagesablauf zu
strukturieren. Wenn er also erfolgreich an einem
entsprechenden Kurs beim Arbeitsamt stattgefunden hat, dann
sehen Firmen, bei denen er sich bewirbt, dass er zumindest
nicht zu der Sorte Langzeitarbeitslosen zählt.

Damit mir dann von Vermittler gesagt wird, weshalb haben Sie nicht mehr Bewerbungen geschrieben?

Die aber (fast nie) auf Argumente eingehen?

Die tippen ratzfatz ein STichwort ein und finden Hunderte STellen, toll, kann ich auch. Aber ich muss auch die Beschreibungen lesen, wenn dort steht Alter: max. 35, soll ich mich als (fast)52 Jähriger bewerben?

Eine Bekannte hat selbst solche Kurse geleitet, die vom AA finanziert wurden (als Angestellte). Die Fa. kam ins Trudeln, anschließend sollte sie genau solche Kurse besuchen um vermittelbar zu werden.

Ja, den Aspekt der noch Arbeitsfähigkeit zu testen, akzeptiere ich, aber bitte anders, nicht durch Zeit- und Geldverschwendung!!

Einen schönen Tag,
Volker, der gerne wieder einen Job hätte

PW. Ich bin eine Eule, sonst wäre ich jetzt im Bett, aber wenn Du mir eine interessante Aufgabe (Arbeit) stellst, die wirklich um 5 Uhr morgens angefangen werden muss, bin ich dabei, dann liege ich aber rechtzeitig im Bett!!! (Es ist nur nicht meim biologischer Rhythmus)

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Hallo Marion,
bei manchen Langzeitarbeitslosen mag das wohl zutreffen, in diesem Fall hat der Betroffene selber immer wieder unaufgefordert beim AA vorgesprochen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Er hat nach gezielter Unterstützung durch Schulungen gefragt und hinsichtlich seines Könnens und seiner Motivation kann er etliche Referenzen bringen …
Übrigens: Innerhalb seiner Arbeitslosigkeit hat er nun die 3. Berater-Person - und keine hatte seine Unterlagen eingesehen - nicht einmal wenn er vorher vereinbarte Termine hatte.
Gruss, Eva

Hallo Ricarda,
ich glaube, in der Situation eines Langzeitarbeitslosen, der voll motiviert ist - trotz der gesundheitlichen Probleme - im Arbeitsleben seine umfangreichen Fachkenntnisse noch einzubringen und etwas zu bewirken, ist es nur schwer, Deinen Vorschlag umzusetzen: denn er will ja etwas tun - nicht rumsitzen, vor Unterforderung einschlafen und dabei wissen, daß das alles auch noch Steuergelder kostet. Und dann, Ricarda, muß er täglich 25 km hin und zurück fahren, - das sind auch viel Fahrtkosten für einen Arbeitslosen - für nichts!
Gruss, Eva

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Anmerkung o.T.
Hallo,

Warum werden dann gleichzeitig Polnische Erntehelfer in
Mäc-POM oder BRB zugelassen???..

weil es kein Deutscher machen will. War grad ein Interview in unserer Tageszeitung. Wenn jemand mit einem Job als Spargelstecher gedroht wird, haben alle sofort Probleme mit den Bandscheiben. Und so sind im ganzen Landkreis ganze zwei Deutsche als Erntehelfer unterwegs.
Wird übrigens in den Niederlanden auch nicht anders aussehen mit den Erntehelfern aus D.
Gruß
loderunner

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Veto
Moin Marion,

ich gehe davon aus, dass solche Kurse nicht nur Computerwissen vermitteln sollen,

noch dazu welches, das man bereits kennt. Weißt du eigendlich, wie langweilig das ist?

sondern auch testen sollen, ob ein Mensch überhaupt arbeitsfähig ist, sprich: ob er überhaupt in der Lage ist, zu einer bestimmten Uhrzeit über einen gewissen Zeitraum irgendwo regelmäßig zu erscheinen und etwas Konstruktives zu machen.

Wo soll da das Problem sein? Ich schätze, daß er gegen einen Kurs, wo er neues lernen kann, nichts hat.

Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber viele Langzeitarbeitslose sind gar nicht mehr in der Lage, morgens entsprechend den Anforderungen eines möglichen Arbeitsplatzes halbwegs früh aufzustehen und ihren Tagesablauf zu strukturieren.

Wie viele denn? Es gibt auch LZA, die damit keine Probleme haben. Es würde mich nicht wundern, wenn sie mehr sind, als solche, die du beschreibst.

Wenn er also erfolgreich an einem entsprechenden Kurs beim Arbeitsamt stattgefunden hat, dann sehen Firmen, bei denen er sich bewirbt, dass er zumindest nicht zu der Sorte Langzeitarbeitslosen zählt.

Also, so haben die Firmen meine Kurse vom Arbeitsamt nicht gesehen. Da ist wichtiger, was ich gelernt habe. Sieht irgendwie komisch aus, ein Zeugnis, wo das bereits bekannte erneut gelernt wurde.

Gruß
Monika
die zu den Nachteulen gehört, trotzdem keine Probleme hat, früh um 6 Uhr aufzustehen. Ich hab nur etwas gegen Wiederholungen. Dieses Problem hatte ich schon in der Schule.

Während zu Zeiten des „Arbeitsamtes“ die Sachbearbeiter KEINEN
eigenen Dienstwagen zur Verfügung hatten,wird nun in den
„ARGE`n“
jedem Sachbearbeiter ein 3er-BMW zugestanden…

LOL! Was sind denn das für Stammtischparolen?

Gruß
Nelly

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Hallo Eva,

Antworten hast du ja genügende erhalten, aber bisher ist keiner auf dein Problem mit den Fahrtkosten eingegangen.
Wenn ein Arbeitsloser von der Agentur zur Teilnahme an irgendwelchen Maßnahmen „verdonnert“ wird, so erhält er am ersten Tag der Maßnahme ein Formular, welches er ausfüllen muß. In dieses Formular muß er auch die einfache Wegstrecke eintragen, und jeder Km(einfacher Weg) wird mit 30 Cent erstattet. Einzige Voraussetzung ist, daß der Gesamtbetrag mehr als 3€ beträgt.
In deinem Fall wären das dann bei 6 Monaten, wenn wir mal von 4 Wochen zu je 5 Tagen pro Monat ausgehen 6 Monate x 4Wochen x 5 Tage x 25 Kilometer x 0,3€ = 900€ Fahrgeld.

Gruß
Sticky

Hallo Sticky,
wie der Betroffene mir sagte, habe er die Sachbearbeiterin nach Fahrtkosten gefragt und die Auskunft erhalten, die müsse er schon selber tragen …
Ich werde ihm nun gerne Deine Information weitergeben. Das wäre ja wenigstens etwas Positives bei dieser leidigen Angelegenheit.
Vielen Dank!
Gruss, Eva

Gibt es die ‚Rahmenvereinbarung‘ zwischen…
Hallo Nelly,

willst du etwa die „Rahmenvereinbarung“ zwischen der
Bundesagentur für Arbeit einerseits und den „Bayrischen Motorenwerken“
(BMW) über die Lieferung von Dienstkraftfahzeugen als „Stammtisch-Parole“ abtun???..
(ich empfehle dazu die entsprechenden Reports des Bundesrechnungshofes)

mfg

„Rahmenvereinbarung“ zwischen der
Bundesagentur für Arbeit einerseits und den „Bayrischen
Motorenwerken“
(BMW) über die Lieferung von Dienstkraftfahzeugen

(ich empfehle dazu die entsprechenden Reports des
Bundesrechnungshofes)

Hi,
wo kriege ich die her? Alle meine Ex-Kollegen, die jetzt in der ARGE sind, würden sich bestimmt freuen! Bisher hat keiner von denen ein Dienstfahrzeug…

Gruß
Nelly

Hallo,
ich möchte Euch allen für Eure Hinweise und Anregungen danken. Ich werde sie gerne weitergeben. Welche davon er umsetzen möchte - darauf bin ich auch gespannt.
Viele Grüsse, Eva

Alle meine Ex-Kollegen, die jetzt in
der ARGE sind, würden sich bestimmt freuen! Bisher hat keiner
von denen ein Dienstfahrzeug…

Von meinen auch nicht (außer dem Abteilungsleiter…). Die sind alle froh, wenn sie ein bisschen Benzingeld für Außendiensteinsätze bekommen.

Gruß
Liza