Hallo zusammen,
ich lese grad in einge threads das deutschland , durch den versailer vertrag, praktisch ins II. WK gezwungen worden ist…
wenns wirklich so ist…
1.warum haben die deutschen den ungünstigsten zeitpunkt für einen überfall nach polen gezogen? hätte eigentlich die technologischen verbesserungen der waffen zuerst vorantreiben müssen usw.
2.einen schwachsinnigen angriff gegen russland gestartet…wenns ums öl ging hätten sie es von den arabern freiwillig und in unmengen bekommen
- nicht direkt die briten auf ihrer eigenen insel angegriffen? obwohl die briten vom gefahrpotential als nachbarn die größten waren?..
danke für eure beiträge im voraus
asi
Hallo Asi,
ich lese grad in einge threads das deutschland , durch den
versailer vertrag, praktisch ins II. WK gezwungen worden ist…
wenns wirklich so ist…
Hineingezwungen ist so ein Wort. Der Versailler Vertrag war ein Knebelvertrag und eine Menge Leute empfanden das auch so und wollten D draus befreien. Andererseits war der größte Teil des Versailler Vertrages spätestens 1935 hinfällig (die Reparationszahlungen waren eingestellt, die Flottenbegrenzung durchbrochen und mit der allgemeinen Wehrpflicht war man auch schon durch). Also wirklich „notwendig“ war der Krieg nicht. Es gab etliche, die wollten eine Revanche, andere träumten von Lebensraum im Osten und so Zeug. Aber „hineingezwungen“ würde ich das nicht nennen.
1.warum haben die deutschen den ungünstigsten zeitpunkt für
einen überfall nach polen gezogen? hätte eigentlich die
technologischen verbesserungen der waffen zuerst vorantreiben
müssen usw.
Ein paar Dinge waren Deutschland nicht bekannt, an anderen Stellen war man durchaus etwas im Vorsprung. Vor allem nahm man ja an, dass es in Großbritannien keine Funkmeßentwicklung gäbe.
Ansonsten tickte im Hintergrund natürlich die Uhr. Hitler hatte den Aufbau und vor allem die Aufrüstung mit den sogenannten Mefo-Wechseln finanziert und deren erste wären ja 1940 fällig geworden.
2.einen schwachsinnigen angriff gegen russland
gestartet…wenns ums öl ging hätten sie es von den arabern
freiwillig und in unmengen bekommen
Wahrscheinlich nicht, da das Öl ja irgendwie hätte auch nach Deutschland kommen müssen. Aber wie in anderen Threads bereits dargestellt, ging es wenn überhaupt, dann nur nebenbei ums Öl. Bereits in MK hatte Hitler ja von Lebensraum im Osten geschwafelt. Der Krieg im Westen war ja etwas, das in der Folge des Polenfeldzuges „passierte“, was aber aus Sicht Hitlers eher eine Ablenkung vom Ziel darstellte.
- nicht direkt die briten auf ihrer eigenen insel
angegriffen? obwohl die briten vom gefahrpotential als
nachbarn die größten waren?..
Hitler hoffte auf einen Separatfrieden. M.E. wollte der im Osten Krieg führen, der Westen war ihm sch***egal. Das Interesse kam erst später als es im Westen begann, kitzlig zu werden.
Gruß
Peter B.
Hallo,
die Auswirkungen des Versailler Vertrages, in Teilen bis auf die territorialen Abtretungen, waren schon vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler im Prinzip nicht mehr gültig.
Anzumerken ist zwar, dass das heutige Deutschland noch Zinsen für einen Reparationskredit, die von 1949 bis 1990 gestundet wurden, zahlt. Aber das sind, auch im Vergleich zu den „Peanuts“ eines deutschen Bankenchefs in einem Staatshaushalt wirklich „Peanuts“. Wenn ich mich recht entsinne, so um die 5 Millionen Euro pro Jahr bis in die 2020er Jahre.
Angriff auf Polen? Hitler wollte Krieg, aber er spielte Vabanque, da er nicht damit rechnete, dass GB und F sich so verhielten, wie sie sich tatsächlich verhielten.
Ansonsten war die Marine 1939 noch ziemlich ungerüstet, Krieg war 1944 vorgesehen, von den anderen Teilstreitkräften ganz zu schweigen.
Vor allem fehlte eine klare Absprache mit den Verbündeten über die Kriegsziele und auch eine wirkliche deutsche Strategie für den am 26.8.1939(Jablonka-Pass) vom Zaun gebrochenen Krieg.
Gruss
Rainer
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Hallo
ich lese grad in einge threads das deutschland , durch den
versailer vertrag, praktisch ins II. WK gezwungen worden ist…
ich nehme mal an, es handelt sich hierbei um eine Fehldarstellung der These vom „Zweiten Dreißigjährigen Krieg“
http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Drei%C3%9Figj%C…
wenns wirklich so ist…
1.warum haben die deutschen den ungünstigsten zeitpunkt für
einen überfall nach polen gezogen? hätte eigentlich die
technologischen verbesserungen der waffen zuerst vorantreiben
müssen usw.
der Zeitpunkt war insofern günstig, als daß die frz. und brit. Armeen für einen Krieg (noch) nicht gerüstet waren, was Hitler zu den Trugschluß verleitete, daß beide eine Auseinandersetzung mit der vergleichsweise modernen Wehrmacht scheuen würden.
2.einen schwachsinnigen angriff gegen russland
gestartet…wenns ums öl ging hätten sie es von den arabern
freiwillig und in unmengen bekommen
Es ging um Rohstoffe und insbesondere um Öl für eine sich abzeichnende längere Auseinandersetzung mit den Briten. Sowohl die Wege zu als auch die Ölquellen im Nahen Osten wurden von den Briten kontrolliert.
- nicht direkt die briten auf ihrer eigenen insel
angegriffen? obwohl die briten vom gefahrpotential als
nachbarn die größten waren?..
Man hatte den einzig günstigen Zeitpunkt (und zwar parallel oder direkt im Anschluß an den Frankreichfeldzug) verpaßt die Insel zu erobern, weil man erst jetzt anfing ein strategisches Konzept zur Eroberung der Insel auszuarbeiten. Da war es aber bereits zu spät und eine Eroberung GB unmöglich (höchstens mit einer Atombombe).
Gruß
Auch hier geht es nicht ohne Heuchelei
Hallo,
naja, der Versailler Vertrag ist wohl ein Grund dafür, dass der Aufstieg der Nazis so glatt gelaufen ist. Aber dass das 3. Reich in den Krieg gezwungen wurde, das kann man sicher nicht so sagen. Was die rein militärische Sicht betrifft, so habe ich mich schon oft gefragt, warum beim Angriff auf die UdSSR, der zweifellos größenwahnsinnig war, nicht das verbündete Japan die UdSSR zeitgleich im Osten angegriffen hat. Das wäre doch naheliegend gewesen. Dann hätte die Rote Armee auch im Osten zu tun gehabt und hätte nicht in dieser Masse gegen die deutschen Armeen kämpfen können.
Man sollte sich aber von so einer Art von Kriegsnostalgie hüten, so nach dem Motto, was hätte anders laufen müssen, damit die Deutschen den Krieg gewonnen hätten. Uns geht es heute 1 Mio mal besser, als bei einem Sieg der Nazis über die UdSSR. Denn was manche leicht vergessen: Wäre D militärisch nicht ohnehin schon am Ende gewesen, hätten wir die Atombombe abbekommen. Es war lange Zeit strittig, ob die A-Bombe gegen Japan oder gegen D eingesetzt werden würde.
LG, Rolo
Hab was Wichtiges vergessen zum Dritten Reich
Hallo nochmal,
was ich noch loswerden wollte. Die Nazis hätten schon lange vor dem II. WK gestoppt werden können, wenn man gewollt hätte. Damit meine ich nicht den internen Widerstand, sondern die ganzen Finanziers der Aufrüstung. Aber man wußte scheinbar nicht, wohin das ganze noch steuern könnte, oder man wollte es nicht wissen. Tatsache ist, an Hitler und seinem Wahnsinn haben sich eine ganze Menge Leute ein goldenes Näschen verdient und heute stellt man sich ganz unschuldig hin und verdammt die Nazi-Herrschaft. Um Geld ist es schon immer gegangen, vor allem was Kriege angeht.
LG. Rolo
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Hallo
Was die rein militärische Sicht betrifft, so habe
ich mich schon oft gefragt, warum beim Angriff auf die UdSSR,
der zweifellos größenwahnsinnig war, nicht das verbündete
Japan die UdSSR zeitgleich im Osten angegriffen hat. Das wäre
doch naheliegend gewesen. Dann hätte die Rote Armee auch im
Osten zu tun gehabt und hätte nicht in dieser Masse gegen die
deutschen Armeen kämpfen können.
Ein Krieg Japans gegen die Sowjetunion ist alles andere als naheliegend. Bereits 1939 musste Japan einsehen, dass es gegen die Rote Armee so gut wie keine Chancen hatte. Bei den Kämpfen am Chalchin Gol (Mai bis September 1939) wurde die 6. Japanische Armee von der Roten Armee regelrecht überrannt (de facto wurde die 6. Japanische Armee eingekesselt und aufgerieben).
Da bis 1941 das japanische Interesse auf dem Landkrieg gegen China lag, verschwendete Japan keinen Gedanken an einen Landkrieg gegen einen mehr als deutlich überlegenen Feind wie die Sowjetunion. Militärisch wäre also ein Krieg Japans gegen die Sowjetunion zur Entlastung des deutschen Angriffes einem Selbstmord gleichgekommen.
Außerdem schloss Japan mit der Sowjetunion einen Neutralitätspakt (13.4.1941), an den sich Japan auch hielt (im Gegensatz zu Hitler-Deutschland, das jeden außenpolitischen Vertrag brach).
Grüße
Heinrich
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Hallo!
- nicht direkt die briten auf ihrer eigenen insel
angegriffen? obwohl die briten vom gefahrpotential als
nachbarn die größten waren?..
Man hatte den einzig günstigen Zeitpunkt (und zwar parallel
oder direkt im Anschluß an den Frankreichfeldzug) verpaßt die
Insel zu erobern, weil man erst jetzt anfing ein strategisches
Konzept zur Eroberung der Insel auszuarbeiten. Da war es aber
bereits zu spät und eine Eroberung GB unmöglich (höchstens mit
einer Atombombe).
Die ganze Kriegführung war von deutscher Seite ein Witz. Z.B. die Bodentruppen vor Dünkirchen anzuhalten, um der Luftwaffe die Vernichtung des Feindes zu überlassen, zeugt seitens der deutschen Armeeführung nicht gerade von „Kriegsverstand“.
Die deutsche Luftwaffe war eine vollkommene Fehlkonstruktion für eine strategische Kriegführung. Sowohl Bomber wie auch Jäger waren in den 1930er ausschließlich für taktische Einsätze konzipiert worden. Auf deutscher Seite gab es nicht einen Langstreckenbomber, und die Jäger wiesen eine so geringe Reichweite auf, dass sie sich in der späteren Luftschlacht um England gerade einmal zehn Minuten über den Zielgebiet aufhalten konnten.
Aber gerade die Komponente der Luftherrschaft war ausschlaggebend im Zweiten Weltkrieg. Es gab nicht eine einzige größere Operation, die nicht von der Seite gewonnen wurde, die die Luftherrschaft besaß. Nicht ohne Grund waren die Schläge der Roten Armee gegen die Wehrmacht genau ab dem Zeitpunkt am stärksten, als die Luftwaffe von der Ostfront zur Reichsverteidigung zurückgezogen wurde.
Grüße
Heinrich
Hallo Heinrich,
Die ganze Kriegführung war von deutscher Seite ein Witz. Z.B.
die Bodentruppen vor Dünkirchen anzuhalten, um der Luftwaffe
die Vernichtung des Feindes zu überlassen, zeugt seitens der
deutschen Armeeführung nicht gerade von „Kriegsverstand“.
Naja solche Fehleinschätzungen passieren schon mal. Zu dem Zeitpunkt ahnte ja wahrscheinlich noch keiner wie schnell die Franzosen die Waffen strecken würden und Hitler hatte nun mal ein Faible für Kesselschlachten (Leningrad ist ja nach einem ähnlichen Schema gelaufen).
Die deutsche Luftwaffe war eine vollkommene Fehlkonstruktion
für eine strategische Kriegführung. Sowohl Bomber wie auch
Jäger waren in den 1930er ausschließlich für taktische
Einsätze konzipiert worden. Auf deutscher Seite gab es nicht
einen Langstreckenbomber, und die Jäger wiesen eine so geringe
Reichweite auf, dass sie sich in der späteren Luftschlacht um
England gerade einmal zehn Minuten über den Zielgebiet
aufhalten konnten.
Bei Heer und Luftwaffe hatte man sich eben für Masse statt Klasse entschieden - deshalb waren diese 1939 auch einsatzbereit im Gegensatz zur Kriegsmarine die es nach Z-Plan erst in den 40er Jahren gewesen wäre.
Gruß
Strategische Luftflotte
Hallo Ihr zwei,
von Fehlkonstruktion möchte ich in Bezug auf die Fähigkeit zur strategischen Kriegsführung nicht sprechen. Einmal war es eine bewusste Entscheidung mangels Resourcen, zum anderen war die strategische Luftkriegsführung erst ab 1944 so erfolgreich, dass sie wirklich kriegsentscheidend wirkte.
Gruß,
Andreas
Hallo Andreas,
von Fehlkonstruktion möchte ich in Bezug auf die Fähigkeit zur
strategischen Kriegsführung nicht sprechen. Einmal war es eine
bewusste Entscheidung mangels Resourcen, zum anderen war die
strategische Luftkriegsführung erst ab 1944 so erfolgreich,
dass sie wirklich kriegsentscheidend wirkte.
du hast natürlich vollkommen Recht.
Ich wollte nur anmerken, daß man gerade bei der Luftwaffe, aufgrund der fehlender Ressourcen/ Rüstungskapazität, sich oft für eine für die Massenproduktion geeignete „eierlegende Wollmilchsau“ entschied (z.B. Me110, Ju88) als für eine speziell auf ein Einsatzgebiet beschränkte und techn. bessere Maschnine.
Gruß
Hallo, Heinrich,
bin zwar sehr spät dran, trotzdem fand ich Deinen Artikel sehr interessant. Das war mir bisher in dieser Form so nicht bewußt. Hätte nicht gedacht, dass die fanatischen und straff organisierten japanischen Streitkräfte schwächer waren, als die Sowjets. Das militärische Potential Japans war doch enorm. Große Teile Asiens hat man besetzt. Das war vor allem auch eine logistische „Meisterleistung“. Wahrscheinlich war die Einschätzung der Japaner hinsichtlich der Roten Armee auch von diesem von Dir beschriebenen Trauma geprägt und man hat sich nichts mehr zugetraut. Dein Artikel hat jedenfalls ein Sternchen verdient.
Schönen Tag, Rolo
2.einen schwachsinnigen angriff gegen russland
gestartet…wenns ums öl ging hätten sie es von den arabern
freiwillig und in unmengen bekommen
Der eigentliche Zweck des 2.WK war der Krieg gegen die SU. Dazu brauchte Hitler eine gemeinsame Grenze zu ihr, darum Krieg gegen Polen. Hitler war schwer enttäuscht, das er die Türkei nicht zu einem Bündniss überreden konnte, so, das ihm Aufmarschgebiet im Süden fehlte.Tatsächlich hatte er nicht damit gerechnet, das England und Frankreich ihre Bündnispflichten erfüllten. Der Krieg gegen England war für Hitler ein grosses Ungemach, zum ersten, weil er England eigentlich als europäische Macht anerkannte und zum zweiten, weil ihm bewusst war, das ein Kriegseintritt Englands früher oder später den Kriegseintritt der USA bedeuten würde. In Afrika und auf dem Balkan kam Hitler eigentlich nur dem glücklosen italienischen Verbündeten zu Hilfe.
Gruss Goetz