Hi,
ich erwarte im Sommer ein Baby.
Herzlichen Glückwunsch!!
Da wir kein Erziehungsgeld
bekommen, muss ich wieder arbeiten gehen. Also mache ich mich
jetzt schon mal auf die Suche nach einem Kinderkrippenplatz.
Bist Du Dir da ganz sicher, dass Ihr überhaupt kein Erziehungsgeld bekommen werdet? Immerhin ist die maßgebliche Einkommensobergrenze für das Elternpaar bis zum Ende des ersten Lebenshalbjahres des Kinder 100.000 DM…
Erster Anruf bei dem Jugendamt Braunschweig. Ergebnis: Tut uns
leid, sie müssen sich in ihrem Landkreis um einen Platz
bemühen. Seh ich ein. Ich rufe in meinem zuständigen Landkreis
an. Ergebnis: Ja, wir haben eine (wohlgemerkt 1!)
Kinderkrippe, aber die dürfen nur von den Bewohnern genutzt
werden, die direkt in PeineStadt wohnen. Erklärung: ich wohne
im Randgebiet von Peine, näher an Braunschweig als an Peine.
Wie das mit den Krippen (im Gegensatz zu Kindergärten) läuft, hat ja schon ein Vorschreiber sehr schön erläutert.
Also keine Möglichkeit für mich das Kind betreuuen zu lassen.
Das nenn ich mal gelungene Politik, Bürokratie und vieles
mehr.
Moment mal: Der Staat hat sich nicht für Dein Kind entschieden, sondern ihr beide. Hier geht, für mein Dafürhalten, Deine Kritik eindeutig zu weit, auch wenn ich natürlich der Meinung bin, dass sich der Staat zu wenig um eine effektive Förderung berufstätiger Eltern kümmert.
Gleichzeitig stelle ich mir die Frage, weshalb Du so immens daran interessiert bist, Dein Kind gleich in eine Krippe zu geben? An die Geschichte mit dem Erziehungsgeld, das ja gerade einmal um die 300 € ausmachen würde, kann ich bei einem Jahresbruttoeinkommen von über 100.000 DM einfach nicht glauben!
Ich muss also zu Hause bleiben. Erschwerend kommt hinzu, die
Kinderkrippen kosten im Monat ca. 380 € plus Essensgeld.
Auch das könntet ihr euch bei einem derartig hohen Einkommen locker leisten, vermute ich mal.
Da geh ich ja beinahe nur für den Kindergarten arbeiten. Ein
toller Sozialstaat.
Diese Rechnung erscheint mir immernoch verquer. Von der Einstellung mal ganz abgesehen.
Ich bekam auch noch zu hören, es sollen die Omas auf den Wurm
aufpassen. Was maßen sich die Beamten eigentlich an?
Vielleicht war es ja eine ganz normale Angestellte *gg*?? Im Übrigen muss sie diese Frage stellen, da bei dringlicher Vergabe viele Faktoren eine Rolle spielen. Das hat mit Anmaßung überhaupt nichts zu tun.
- Hat sie das gar nichts anzugehen.
Doch…
- Wir leben im 21. Jahrhundert, da müssen die Omas bis zum
Rentenalter arbeiten gehen.
Wenn sie das mal täten…
- Warum bekommen eigentlich Sozialhilfeempfänger und
Arbeitslose Kindergartenplätze (und das zu einem Spottpreis
von 61 € im Monat). Die sind doch den ganzen lieben langen Tag
zu Hause, die haben die Zeit sich um die Kinder zu kümmern.
Bei Sozialhilfeempfänger kenne ich mich nicht aus. Aber ein Arbeitsloser, der keine Unterkunft für sein Kleinkind vorweisen kann, steht dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung und könnte somit in die Sozialhilfe abrutschen. Ganz davon abgesehen sind 61 € bei Arbeitslosengeld, das sehr oft unter dem Sozialhilfesatz liegt, eine schöne Stange Geld. Unsozial erscheint mir hier Deine Kompetenz.
- Wenn die oben genannte Bevölkerung ein Anrecht auf einen
Kindergartenplatz hat, dann ich wohl erst recht.
Sprachen wir nicht von „Krippenplatz“? Anrecht auf einen Krippenplatz hat gar niemand.
Jetzt klapper ich die Tagesmütter ab. Mal sehen, was mich dort
erwartet.
Ja, genau. Diesen Vorschlag hätte ich Dir jetzt auch gemacht. Zusammen mit der Überlegung, dass ein Säugling in den allerseltensten Fällen unproblematisch einen ganzen Tag lang in fremde Pflege gebracht werden kann. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass er oft krank ist (die 2x10 Tage Kind krank im Jahr wirst Du locker übertreffen). Das bekommst Du dann auch nicht bezahlt, oder nur anteilig und Monate später von der Krankenkasse.
Ein kleiner Lichtblick: Seit diesem Jahr kann man Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen, so man nachweist, dass man zu den Zeiten in Arbeit stand. Ist doch schon mal nicht schlecht, oder?
Viele Grüße und keep cool 
Jana