Da kommt mir die Galle hoch

Hi,

Der Ruf nach der vollen Haerte des Gesetzes macht mich immer
ziemlich Misstrauisch. Was sollte denn Deiner Meinung nach die
Strafbegruendung sein?

Die Tat, sollte eigentlich reichen.
Oder werden nun, das es ja um etwas Besonderes geht,
Straftaten schöngeredet oder gar verniedlicht?

Auf Deine Ich-will-billigen-Strom-und-nach-mir-die-Sintflut-Haltung ist ja schon jemand (treffend wie ich finde) eingegangen, also konzentriere ich mich mal hierauf:
„Die volle Haerte des Gestzes“ ist offensichtlich eine Forderung nach dem Hoechstmass des gesetzlich moeglichen Strafmasses. Dies kann nur zur Anwendung kommen, wenn ein besonderes Oeffentliches Interesse besteht und die Straftat besonders schlimm war. Ich frage Dich lediglich, wieso es sich um eine herausragend schlimme und boeswillige Form der Sachbeschaedigung war, wo die niederen Beweggruende der Straffaelligen liegen und wieso ein hohes Strafmass im oeffentlichen Interesse liegt.
Ich rede nichts schoen, ich versuche (im Gegensatz zu Dir?) lediglich eine differenzierte Betrachtung der Umstaende.
Von Gewaltanwendungen rede ich wie gesagt, die stehen fuer mich auch nicht zur diskussion. Es geht mir lediglich um die Sachbeschaedigung und friedlichen Blockaden, die meiner Ansicht nach eine in diesem Fall legitime Form des zivilen Ungehorsams darstellen.
Zur beurteilung des Strafmasses noch ein „Tip“:
Zur Begruendung einer Strafe kennt das Deutsche Recht drei Kritirien:
Praevention/Schutz der Oeffentlichkeit (Wegsperren)
Erziehung
Wiedergutmachung
Rache oder politische Beweggruende haben da nichts zu suchen.
Dein Spruch mit der Verniedlichung war ziemlich daneben.
Also, hast Du eine Begruendung fuer Deine Forderung, oder nicht?

Gruss

Thorsten

…als wenn die Stromkonzerne und -multis über Alternativen
denken würden, wenn sich ein paar Iros und Dumpfgrüne auf
Schienen legen oder sonstiges.

genau :smile:
und deshalb machen die menschen druck, damit die regierung/politik (so jedenfalls die hoffnung) ihrerseits druck auf die energiewirtschaft ausübt.

Ich lehne mich zurück in meinen Sessel und geniesse die
günstigen Strompreise, und ich halte es für richtig, dass wir
(„wir“ steht hier für Deutschland, nur für den Fall einer
möglichen Fehlinterpretation)) seinen eigenen Müll zurücknimmt
und entsorgt bzw. zwischenlagert. Ich halte es nicht nur für
richtig, es ist sogar die Verpflichtung Deutschlands, sich um
den eigenen „Dreck“ zu kümmern…

naja, wenn du nicht sehen willst, daß es primär nicht um die rücknahme des mülls geht sondern um die frage, wollen wir diese technik weiterhin als stand der technik durchgehen lassen, dann viel spaß beim rumlümmeln im sessel :smile:
mensch sollte genug verstand aufbringen um die problematik global zu sehen (ha, totschlagargument)
hoffentlich kommt was gutes im fernsehen, z.b. crashtests von castor-behältern, während du im sessel…

grüße, rené

ich bin mal ehrlich

naja, wenn du nicht sehen willst, daß es primär nicht um die
rücknahme des mülls geht sondern um die frage, wollen wir
diese technik weiterhin als stand der technik durchgehen
lassen, dann viel spaß beim rumlümmeln im sessel :smile:
mensch sollte genug verstand aufbringen um die problematik
global zu sehen (ha, totschlagargument)
hoffentlich kommt was gutes im fernsehen, z.b. crashtests von
castor-behältern, während du im sessel…

mir ist es vollkommen wurscht welches Kraftwekr mir meinen Strom liefert, sofern es sicher ist. Ein Posting irgendwo hier hat schon mal zum Inhalt, dass ein AKW weit mehr umweltfreundlicher ist als Braun- oder Steinkohlekraftwerk, als die lärmenden Windkraftwerke, die auch noch Unmassen an Fläche für sich einnehmen, als irgendwelche anderen Alternativen, die den Strombedarf eines Landes wie Germany nie und nimmer decken können.

Wo und wie bitte schön soll der Strom herkommen, wenn alle Länder auf einmal auf AKW verzichten? Vom Strampeln mit einem Dynamo?

Bin mal neugierig…

CIAo

Bemerkung:
Du glaubst doch nicht im Ernst, dass man eine Begründung braucht, um eine Forderung nach Verfolgung von Straftaten rechtfertigen?

Wenn ja, dann sehe ich mich wieder einmal bestätigt, dass gewisse Leute Recht und Gesetz mit zweierlei Augenmass sehen und es je nach dem für sich auslegen. Aber das wäre, gerade hier ja nichts neues.

Viel Spass noch beim „gewalt-und straffreien“ Kampf dagegen…was auch immer…

CIAo

hiho,
ich weiß nicht wo und wer was dazu gesagt hat (werds aber noch finden), aber man muß schon sehr genau aufpassen, in welchem inertialsystem ich mich befinde und wie groß ich die bilanzhülle ziehe, bevor ich etwas über die umweltverträglichkeit von techniken sage.
anfang der siebzieger haben chemiker vor laufender kamera ozon eingeatmet um zu zeigen wie ungefährlich dieses ist. bei derlei technischen prozessen ist es sehr schwer langzeitprognosen zu geben, die auch noch nach zwanzig oder mehr jahren zutreffen.

Wo und wie bitte schön soll der Strom herkommen, wenn alle
Länder auf einmal auf AKW verzichten? Vom Strampeln mit einem
Dynamo?

du darfst schon etwas mehr fantasie in die runde schmeissen. warum das problem so einseitig angehen? allewelt versucht immer noch zu erklären, woher wir mehr strom bekommen, weil wir ja auch immer mehr verbrauchen. gehen wir das problem von beiden seiten an, kann sich die problematik erheblich vereinfachen. reduzieren wir durch unser individuelles verhalten sowie durch neue stromsparende techniken (und vor allem konzepte) erstmal den realen verbrauch, und zwar ernsthaft, dann könnten wir sogar das ein oder andere kraftwerk schliessen, anstatt neue kapazitäten zu erschliessen.
natürlich kann ich nicht mit windkraftanlagen etc. den heutigen und auch nicht den zukünfitgen strombedarf decken, jedenfalls nicht wenn der strombedarf weiterhin steigt. wie lange hat die autoindustrie daran rumgebastelt ein drei-liter auto marktreif zu bekommen? technisch gesehen war das schon viel früher möglich, und es geht (heute schon) noch besser. aber wenn man das nicht per gesetz verlangt, sondern die industrie mit irgendwelchen „wir_werden_das_schon_hinkriegen“-abkommen weitermachen läßt, solange haben leute wie du natürlich recht:"…woher soll denn all der strom kommen den ich so verbrauche?"
per gesetz wird sowas aber erst verlangt, wenn entweder tatsächliche einsicht erlangt wird (in der politik), oder aber die menschen sich so heftig wehren, daß die einsicht einfach eingefordert wird. aber wir wissen doch beide, daß die einsicht schon lange da ist, allein es fehlt der wille (oder das ok der lobbyisten).
grüße, rené

Hallo rene, (bitte entschuldige das „e“)

Beschimpfst Du Dich mit Deinem Beitrag selbst? oder wie ist das zu verstehen?

ich bezahle gerne 300% mehr für die kilowatt stunde, wenn ich
z.b. nur noch 1/10 des normalen verbrauchs hätte. anstatt
darüber zu jammern, daß man den steigenden energiebedarf nur
noch mit atomkraft bedienen kann, sollte man unter anderem mal
auf der verbrauch-seite massiv reduzieren. entwicklung von
stromsparenden techniken UND alternativer energiequellen, DANN
ist atomkraft überflüssig. aber wenn sich viele menschen so
stumpf zurücklehnen und sich den scheiß gefallen lassen, wird
natürlich nichts passieren.

grüße, rené

Wenn Du nur 1/10 verbrauchen willst, wer hindert dich daran?

Es gibt natürlich viele Menschen, die sich den Scheiß gefallen lassen, vielleicht wollen die das so? Warum sollte den etwas passieren und wenn ja, was?

Grüße Rudolf

Hi,

Du glaubst doch nicht im Ernst, dass man eine Begründung
braucht, um eine Forderung nach Verfolgung von Straftaten
rechtfertigen?

Doch das glaube ich im Ernst. In einem Rechtstaat zumindest. Wenn man diese Begruendung nicht brauch, ist das eine Willkuerherrschaft. Du solltest Dich vielleicht mal informieren und/oder nachdenken, bevor Du solchen Schwachsinn verbreitest. Mit dieser Aeusserung begibst Du Dich in die Naehe aller moeglichen Extremisten, mit Demokratie und vor allem Rechtstaatlichkeit hat das nichts mehr zu tun.
Du kannst Gesetze und Strafen natuerlich fuer Dich persoenlich zum Selbstzweck erheben, damit kommst Du aber nicht ueber das moralische Urteilsvermoegen einer durchschnittlichen Achtjaehrigen hinaus. Und wenn die gepriesene Mehrheit so zu denken anfaengt wie Du, stehen wir wieder da, wo die Weimarer Republik aufgehoert hat.
Ich vermute, dass Dein Posting lediglich keinen Sturm der Entruestung im Forum ausgeloest hat, weil das hier soweit unten niemand mehr liesst. Poste das doch mal spasseshalber als neuen Thread,

bin gespannt,

Thorsten

hallo RuBa,

jaja so ist das mit dem „…aus dem zusammenhang reissen…“

Beschimpfst Du Dich mit Deinem Beitrag selbst? oder wie ist
das zu verstehen?
Wenn Du nur 1/10 verbrauchen willst, wer hindert dich daran?

also, daß jeder ersteinmal ein bißchen sparen kann, ist ja wohl klar, aber das meinte ich nicht. ich kann natürlich nicht nur
9/10 sparen, sondern, wenn ich konsequent bin und in ne hütte im wald zieh 100% sparen! aber ich bin kein radikalinski und ich weiß auch die vorzüge eines elektrifizierten haushaltes zu schätzen :smile:
wenn wir die energiebedarfskurve weiter steigen lassen, haben wir in der tat fast keine alternative zur atomkraft, denn die regenerativen energien liefern einfach noch nicht die benötigten strommengen. bei weiss der kuckuck wieviel benötigten millionen megawatt wird es in der tat schwierig, diese mit windkraftanlagen zu erzeugen :smile: also was tun? solange ich billigen strom liefere bzw beziehen kann, kommt ich nicht auf die idee, strom auf andere weise ökonomisch & ökologisch zu erzeugen - der mensch ist halt bequem. wenn ich einen akw-betreiber frage, ob er nicht sinnvoller(im sinne von ökologisch) strom produzieren könne, wird er mir was von mangelnden alternativen erzählen, und da er gerade darum kämpft, entweder endlich mit seinem akw in die schwarzen zahlen zu kommen, oder aber wenn er diese schon erreicht hat nun für einige jahre ordentlich zu verdienen, wird er auch nicht gerade motiviert sein, neue investitionen zu betreiben und etwas völlig neues aufbauen. andererseits kann ich die verbraucher fragen ob sie nicht besser energiesparende system benutzen wollen, und sie werden mir erzählen, daß sie a) kein geld für so teuere alternativen haben oder b) es ihnen einfach egal ist oder c) nicht informiert sind wie wo und wieviel strom eigentlich erzeugt wird etc.
nichts desto trotz wäre es aber sinnvoll, den stromerzeugern aufzuzwingen, gleiche kilowattstunden bei weniger umweltbelastung zu erzeugen, und allen produzenten von gütern und dienstleistungen weniger stromverbrauch und resourcenschonung vorzuschreiben. wenn ich also als verbraucher bessere techniken nuzten kann und mir diese auch leisten WILL, kann ich, bei gleichem lebensstandard weniger energie verbrauchen und das EVU muss weniger kilowattstunden erzeugen.
aber du siehst ein, daß das nicht auf freiweilliger basis seitens der industrie geschehen wird, oder?

Es gibt natürlich viele Menschen, die sich den Scheiß gefallen
lassen, vielleicht wollen die das so? Warum sollte den etwas
passieren und wenn ja, was?

mit scheiss meinte ich den atommüll, und wer atomkraft propagiert, soll mir stichhaltig erklären, wie er für die endlagerung von dem zeug sorgen will. das zeug liegt mindestens noch ein paar (hundert bis tausend? )jahre in den endlagern, diese müssen gewartet, beschützt und instandgesetzt werden, das kostet geld und die risiken kann keiner verantworten. denn ob der salzstock in 500jahren immer noch so sicher ist, wer weiss? aber das braucht uns ja nicht zu kümmern :smile:
grüße, rené

systemimmanent
hiho vabe,

die von dir geschilderten symptome sind systemimmanent bedingt. es geht gar nicht anders, als daß man in fahrwassermitte einschwenkt, sobald man in den reissenden strom gefahren ist.

ein politiker von heute arbeitet nicht im sinne der nachhaltigkeit, sonst würde er permanent an seinem stuhl sägen. denn was paßt den leuten weniger als die wahrheit? systemänderungen, gewohnte verhaltensweisen abzulegen.
außerdem geht es uns allen viel zu gut als daß wir uns ernsthaft um sachfragen und zukunftsweisende themen beschäftigen müßten. ob schwarz, rot, grün, blau, oder gelb regiert ist doch einerlei, die randbedingungen ändern sich marginal, aber im großen und ganzen muß ich mir um meinen grundsätzlichen lebens- und freiraum keine sorgen zu machen. ein satter sack kämpft nicht gerne.
es muß schon ein gaaanz großer klops kommen, damit wir mal wieder wach werden. aber der wird kommen, das ist einfach statistik. große völker hatten ihre phasen des aufbaus, des auf der welle schwimmens und dann kam wieder der absturz, das scheint naturgesetz zu sein.
insgesamt hat das system einen kritischen punkt erreicht, an dem es sich verselbstständigt, und der einzelne nur noch mitmachen kann, ohne zu wissen warum eigentlich.
grüße, rené

Hi Thorsten,

Du glaubst doch nicht im Ernst, dass man eine Begründung
braucht, um eine Forderung nach Verfolgung von Straftaten
rechtfertigen?

Doch das glaube ich im Ernst. In einem Rechtstaat zumindest.
Wenn man diese Begruendung nicht brauch, ist das eine
Willkuerherrschaft.

Die Straftat ansich ist bereits die Begründung für die Verfolgung derselben.

Du solltest Dich vielleicht mal
informieren und/oder nachdenken, bevor Du solchen Schwachsinn
verbreitest.

Und du ? Du verkündest hier DIE Wahrheit !!!?

bin gespannt

Und ich verwundert…

Bye,
Vabe

Ich jedenfalls bin diesen Menschen dankbar - auch und gerade
wegen der Menschen, die nach mir kommen.
Gehoert Dir der Planet? Ich dachte, wir haetten ihn nur
gepachtet.

Ist natuerlich wahr, allerdings haette man darueber vor Jahrzehnten nachdenken sollen, als man in die Kernenergie einstieg.

Jetzt ist der Muell da, und selbst wenn wir uns alle entscheiden, der dass er nicht da sein sollte, geht er trotzdem nicht weg. Wir haben jetzt ein Problem und muessen versuchen, es zu loesen, so sicher wie es nur geht.

Aus meiner Sicht sind es die Demonstranten, die die Sicherheit der Bevoelkerung gefaehrden. Selbstverstaendlich nicht ausschliesslich, aber wie gesagt, der Muell ist da, und seine Behandlung daher notwetwendig. Die Demonstranten allerdings tun etwas, was eben nicht notwendig ist.

Ich kann das Unbehagen der Bevoelkerung verstehen. Als ich noch in Bremen wohnte, war mir wegen den AKWs Unterweser und Stade auch mulmig. Ich bin fuer einen schnellstmoeglichen Ausstieg, aber deswegen randaliere ich noch lange nicht und bringe nicht die Allgemeinheit in Gefahr und fuege Ihnen Schaden und Kosten zu.

Die Energie, die in die ganzen Proteste fliesst, halte ich fuer extrem fehlgeleitet. Blinde Wut hilft keinem, im Gegenteil: Sie erhoeht die Gefahr.

Hallo René

jaja so ist das mit dem „…aus dem zusammenhang reissen…“

es kam mir gar nicht vor, als würde ich etwas aus dem Zusammenhang reißen, ich wollte nur Deine Gedanken verstehen, als Du den 1/10 Verbrauch erwähntest. Du hast Dich nun klarer ausgedrückt, danke.

Jetzt schreibe ich, wie ich die Sache sehe:

In der Nachkriegszeit, als man erkannte, welche Energie aus der Atomspaltung herauszuholen war, hat man sich in Deutschland und anderswo entschieden, diese Technik zur Stromerzeugug zu nutzen. Möglicherweise war dies ein Fehler, weil in späterer Zeit möglicherweise der Menschheit etwas Schreckliches bevorsteht. Aus dieser damaligen Entscheidung entwickelte sich auch ein Endlagergedanke. Auch das mag ein Fehler gewesen sein.

Wenn jemand bessere Wege aufzeigen kann, dann soll er diese durchsetzen. Bitte aber nicht mit solchen unausgegorenen Ideen wie Windräder und Solarzellen. Das sind technische Einrichtungen, die für andere Zwecke sehr brauchbar sind.

Wenn man aber obige Entscheidungen bekämpft, indem man 16 jährige Mädchen einbetoniert oder Schienen zersägt, dann kann ich nicht erkennen, daß es den Rabauken unter den Demonstranten um die Sicherung unserer Zukunft geht.

Kurz wiederholt: Die Atomenergie zu nutzen, war eine Entscheidung die damals getroffen wurde und die sich entwickelt hat. Dies zu ändern, wäre die Aufgabe von sachverständigen Menschen und würde auch eine Zeit brauchen. Den Leuten, die sich bei den Castor Transporten hervortaten, traue ich das nicht zu.

Grüße Rudolf

mit scheiss meinte ich den atommüll, und wer atomkraft
propagiert, soll mir stichhaltig erklären, wie er für die
endlagerung von dem zeug sorgen will. das zeug liegt
mindestens noch ein paar (hundert bis tausend? )jahre in den
endlagern, diese müssen gewartet, beschützt und instandgesetzt
werden, das kostet geld und die risiken kann keiner
verantworten. denn ob der salzstock in 500jahren immer noch so
sicher ist, wer weiss? aber das braucht uns ja nicht zu
kümmern :smile:
grüße, rené

Als Optimist vergegenwärtige ich mir die Neuerungen der letzten fünf oder so Generationen. Nicht nur Eisenbahn, Autos, Flugzeuge und Raketen wurden ersonnen (weil Kriegführen genau so schön ist wie Demonstrieren), sondern auch Endlager. Ich bin überzeugt, daß es so weitergeht und unsere Nachkommen den „Scheiß“ irgenwie wegbekommen werden. Auch wenn wir uns dies jetzt noch nicht vorstellen können. Wir sollten nicht so vermessen sein und auf 500 Jahre im Vorhinein planen. Ein Endlager muß nach heutigen Gesichtspunkten auf lange Zeit sicher sein. Mehr nicht.

Noch ein wenig Bosheit: Ob die Nachfahren der heutigen Demonstranten meinen Optimismus verdienen?

Grüße Rudolf

Viellecht noch nebenbei:

Es war ein Versammlungsverbot entlang der Strecke verhängt. Also zumindest eine Ordnungswiedrigkeit liegt vor, wenn ein Vergehen dagegen nicht sogar als Straftat gewertet wird (weiß ich auf die schnelle nicht).

Ansägen und einbetonieren ist Sachbeschädigung. Dafür alleine sollte man die Leute belangen können.

Doch,doch!

Ich vermute, dass Dein Posting lediglich keinen Sturm der
Entruestung im Forum ausgeloest hat, weil das hier soweit
unten niemand mehr liesst.

Auch hier unten wird noch gelesen, und ich wundere mich über Deinen Langmut, wie Du so geduldig mit so viel gequirlter Scheiße fertig wirst. Dein Unterfangen erinnert daran, einer Kuh das Kreppelbacken beibringen zu wollen. Vergiß es: bei gewissen Gehirnakrobaten wirst Du mit Logik nicht weiterkommen, bei denen kommt der Strom eben aus der Steckdose (weil die Sch… im Gehirn systemimmanent ist).

Take it easy
Richard

p.s.: Daß das Zeug in den Endlagern noch Tausende von Jahren weiterstrahlt und somit eine ewige Gefahr darstellt, die späteren Generationen bei der dann anfallenden „Umbettung oder Einbettonierung“ (hoffentlich keine bewußten Sabotageakte von Kriminellen, die damit z.B. Regierungen erpressen könnten) in Form von Steuern in Rechnung gestellt wird, wird ja im Strompreis nicht einkalkuliert. Da spielt ja auch keine Versicherung mit, also ist für die Politik die Sache auch vom Tisch (die denken ohnehin nur in Wahlperioden).

Nein doch!
Hi Vabe,

Die Straftat ansich ist bereits die Begründung für die
Verfolgung derselben.

Die Straftat an sich muß erst mal anhand von Kriterien als solche erkannt werden und nicht per definitionem.

Und dann kommen noch die Auslegungen des Gerichts hinzu, und der Verteidigung, und des Staatsanwalts. Und dann hat der Richter noch seinen Ermessensspielraum.

Ganz so einfach ist eben nicht.

Richard

Hi,

Die Straftat ansich ist bereits die Begründung für die
Verfolgung derselben.

Mein Gott, und dann gibt es noch Leute, die stolz sind Deutsche zu sein. Ich finde es ziemlich erschreckend, was hier geschieht.
Ein Gesetzesverstoss muss natuerlich geahndet werden, aber nicht weil das nunmal so ist, sondern um die Konsistenz und Transparenz des Systems zu erhalten. Man kann aber durchaus auch sehr milde Strafen aussprechen. Es ging in der Diskussion ja nicht darum, ob Straftaten ueberhaupt verfolgt werden muessen (muessen sie, aber selbst das erfordert eine Begruendung), sondern ob die Forderung nach dem hoechst moeglichen Strafmass im Falle der einbetonierten Robin Woodler gerechtfertigt ist. Selbst wenn Ihr am liebsten einfach stur den Regeln folgt, erfordert das eine Diskussion, denn dafuer gibt es keine so starren Regeln. Das Strafmass muss jedesmal individuell festgelegt werden.

Und du ? Du verkündest hier DIE Wahrheit !!!?

Nein, ich vertrete lediglich eine Ansicht, die unserer Verfassung, unseren Gesetzbuecher, den akzeptierten Gesellschaftlichen Normen, der verbreitetsten moralischen Einstellung und den Grundregeln unseres Zusammenlebens zu Grunde liegt.

Gruss

Thorsten

unaufgeschlossenheit
hallo ruba,

eines vorweg, weil ich diesen zweig der diskussion nicht betreten habe und auch nicht will. die extrem-demonstranten sind nicht wegen der „sache“ als solches dabei, sondern weils spaß macht. auf diese leute beziehe ich mich in keinster weise, und im sinne der rechtssprechung haben sie das zu bekommen was ihnen zusteht. aber das sind auch nur 1% ?! der demonstranten gewesen, wenn überhaupt, oder?
mir geht es darum, daß wir uns alle aus unserer bequemen haltung erheben, der strom käme aus der steckdose. so denken min. 80%.

alternative und andere ideen:
daran mangelt es in keinster weise, und die herablassende art von etablierten gegenüber windkraft, sonne bzw. allgemein gegenüber alternativen methoden zeigt entweder unkenntnis und/oder nur den unwillen sich gedanklich umzuorientieren. der mensch ist ein gewohnheitstier, und es paßt ihm nicht, sich ständig neu einrichten zu müssen, auch wenn er es eigentlich besser weiss.
alleine die energie der sonne die uns täglich erreicht würde ausreichen um uns zu versorgen. jetzt ist natürlich die frage, wie komme ich da ran? diese energieform würde uns alle nichts kosten und wäre nahezu unbegrenzt verfügbar. aber ein evu wird bestimmt nicht freiwillig auf die idee kommen, diese energiequelle zu erschliessen, oder?
warum muß ein auto immer noch mit einem ungetüm von verbrennungsmotor betrieben werden der literweise sprit schluckt, obwohl es schon unmengen von patenten gibt, wie man z.b. mit einem liter und weniger fahren könnte, unter anderem, sogar mit einem liter wasser! welcher ölkonzern aber hat ein interesse daran, daß seine engergiequelle plötzlich nutzlos wird? also werden sie schön dafür sorgen, daß solche technologien, auf welche weise auch immer, nicht vorangetrieben werden. liegt einfach in der natur der sache.

es gibt genügend ansätze den energieverbrauch zu senken, aber es gibt immer erheblich interessenskonflikte, und meistens setzen sich die leute durch, die mit alten techniken noch ordentlich verdienen.

grüße, rené

ps: alles etwas abgehackt, aber ich hab noch klausuren und bin in zeitnot :smile:

Hallo Richard,

Die Straftat an sich muß erst mal anhand von Kriterien als
solche erkannt werden und nicht per definitionem.

Bevor eine Straftat nicht als solche definiert wurde, kann sie auch noch keine sein !

Und dann kommen noch die Auslegungen des Gerichts hinzu, und
der Verteidigung, und des Staatsanwalts. Und dann hat der
Richter noch seinen Ermessensspielraum.

Wenn es um die Verurteilung einer Straftat geht, ja…das ist richtig.

Gruß,
Vabe

Oh doch!

Aus meiner Sicht sind es die Demonstranten, die die Sicherheit
der Bevoelkerung gefaehrden. Selbstverstaendlich nicht
ausschliesslich, aber wie gesagt, der Muell ist da, und seine
Behandlung daher notwetwendig. Die Demonstranten allerdings
tun etwas, was eben nicht notwendig ist.

Da stimme ich Dir keinesfalls zu. Die Demsonstranten führen unseren Politikern vor - die pflegen nämlich ein Kurzzeitgedächtnis zu haben - daß es nicht lohnt und auch in der Zukunft nicht lohnen wird, Kenrkraft auch nicht über die Hintertür von Fristen insgeheim weiterzubetreiben; denn die nächste uniongeführte Regierung wird sich einen Scheißdreck an die von Sozialdemokraten und Grünen vereinbarte Fristen mit der Industrie erinnern. So aber - dank der Großdemonstrationen und des hohen Polizteiaufgebotes - werden diese Gesellen immer wieder daran erinnert: Es kann sich politisch nicht lohnen; denn diese nachwachsende junge Generation, die da demonstriert (16-jähriges Mädchen läßt sich festketten), sind die Wähler von morgen. Da beklagen die Politiker immer das nachlassende Engagement der Jugend in der Politik: da haben sie es doch! Nur die werden weder SPD noch CDU wählen, wahrscheinlich auch nicht mehr grün.

Ich kann das Unbehagen der Bevoelkerung verstehen. Als ich
noch in Bremen wohnte, war mir wegen den AKWs Unterweser und
Stade auch mulmig. Ich bin fuer einen schnellstmoeglichen
Ausstieg, aber deswegen randaliere ich noch lange nicht und
bringe nicht die Allgemeinheit in Gefahr und fuege Ihnen
Schaden und Kosten zu.

Die Gefahr geht doch nicht von den Demonstranten aus, sondern von den Castoren bzw von der Kernkraft selbst. Du darfst Ursache und Wirkung nicht miteinander vertauschen.

Die Energie, die in die ganzen Proteste fliesst, halte ich
fuer extrem fehlgeleitet. Blinde Wut hilft keinem, im
Gegenteil: Sie erhoeht die Gefahr.

Da ist sicher auch individuell blinde Wut dabei, aber die BI’s sind bestens organisiert und wissen schon, was sie tun. Du darfst den Anliegern aus dem Wendland durchaus zugestehen, die Sache ernst zu nehmen: die wohnen nämlich ständig dort. Nicht so wie Du, der nur vorübergehend nahe dem AKW Stade wohnte. Aber immerhin war es Dir mulmig zumute. Ziviler Ungehorsam ist meines Erachtens durchaus das Mittel der Wahl, um den Politikern immer wieder einzutrichtern: Finger weg von der Atomkraft; denn es gibt längst Alternativen, die ungefährlicher sind.

Richard