Mahlzeit,
allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist
(Paracelsus).
Schon klar. Scheiße ist aber auch kein Gift, müssen wir sie deswegen (in kleinen Dosen) essen? OK, mein Vergleich ist absichtlich überzogen.
Insofern finde ich Deine Argumentation wenig
überzeugend: Weitergesponnen bedeutet sie, dass wir mit dem
Essen aufhören sollten, weil es Leute gibt, die sich
vollstopfen, bis sie krank werden (ja, der Vergleich hinkt
bewusst).
Ich will dir auch zeigen, an welcher Stelle er besonders hinkt: essen müssen wir alle. Mir konnte bisher nur keiner erklären, wofür meine Kinder (oder allgemein: wofür Kinder überhaupt) einen Fernseher brauchen, läßt man das Argument mit der allgemeinen Gewöhnung beiseite (daß man fernsehen soll, um sich ans Fernsehen zu gewöhnen, sehe ich nicht so richtig als notwendig).
Ich finde es bedauerlich, dass Du Deine Kinder nicht
jetzt, wo Du noch Einfluss auf sie hast, in einen klug
selektiven Umgang mit diesem Medium einführst.
Warum sollte ich? Nenne mir einen einzigen Vorteil. Ich habe bisher keinen gefunden.
Bei den meisten Bekannten in meinem
Alter hat totales Fernsehverbot in der Kinderzeit dazu
geführt, dass sie zunächst blindlings alles geschaut haben,
als eines Tages doch ein Fernseher ins Haus kam. Auch heute
legen die Ex-Abstinenzler durchschnittlich einen höheren
Konsum an den Tag legen als die, die schon früh mit ihren
Eltern die Sesamstraße, die Sendung mit der Maus oder einen
Tierfilm schauen durften.
Kann sein. Ich kenne das von mir: wir kauften uns einen Fernseher zur WM 1978, da war ich 13. Ich kann nicht behaupten, das hätte mir geschadet. Und sicher habe ich dann viel ferngesehen - den Fehler sehe ich aber nicht in der Abstinenz davor, sondern im Kauf. Ich hätte doch weiter nichtschauen können.
Als Erwachsener, mit 23 oder 24, habe ich irgendwann meinen Fernseher abgeschafft. Ich vermisse ihn gar nicht. Warum sollte ich ihn meinen Kindern geben?
Gruß
Sancho
nach Diktat verreist