Hi Marion,
daher interessiert mich ja auch deine Quelle
meine Quelle ist, wie gesagt, nur mein Bekanntenkreis, der mit Sicherheit alles andere als statistisch valide Ergebnisse liefert. Daher will ich darauf als Argument verzichten.
das reale, aktiv gelebte Leben jedenfalls weitaus lehrreicher
und „profitabler“, als es jede Fernsehsendung je sein kann.
Die Rechnung, die Du hier aufmachst, nämlich Leben vs. Fernsehen, ist absurd. Niemand hat behauptet, man könne selbst Erlebtes mit durch jegliche Mittler erfahrenen Informationen vergleichen. Allerdings gibt es Informationen, die ich aus diversen Gründen nicht selbst erlangen und Erfahrungen, die ich nicht am eigenen Leib machen kann. Also muss ich auf ein Medium zurückgreifen, in dem jemand für mich einspringt und von seinen Erlebnissen berichtet. Das kann das Radio sein, das Internet, können Bücher, Zeitungen oder CDs sein. Du hast mir bis jetzt nicht erklären können, worin die besondere Gefährlichkeit eines moderaten Fernsehenkonsums gegenüber den anderen aufgezählten Medien besteht, die Du mit keinem Wort angegriffen hast. Fast alle Argumente gegen jeglichen Fernsehkonsum, die Du aufgezählt hast bzw. die denkbar wären, teilt sich das Fernsehen mit anderen Medien (Passivität: Radio/Tonträger, Jugendgefährdung/Werbung: Internet, Suchtgefahr: alle).
die ihre Gründe darlegen, warum sie
Fernsehen für sich selbst und ihre Kinder für überflüssig halten.
Der Punkt, der mir vor allem missfällt, ist der Satzteil „für sich selbst und ihre Kinder“. Ich habe kein vernünftiges Argument gelesen, das ein Kollektivverbot für die ganze Sippe rechtfertigt. Fernsehen ist – zum x-ten Mal – nicht per se giftig. Es ist sicher richtig, sein Kind vor objektiven Gefahren, z. B. im Form von gewaltverherrlichenden Inhalten, zu schützen. Aber bietest Du Deinem Kind alles nicht an, womit Du persönlich nichts anfangen kannst? Darf Dein Kind nicht mit [XYZ] spielen, weil Du das langweilig findest? Ich finde es grundfalsch, einem Kind ausschließlich die eigene, bevorzugte Art der Freizeitgestaltung vorzustellen, ohne Alternativen zu präsentieren, die ihm vielleicht besser gefallen. Das schließt doch nicht aus, den Konsum zu kontrollieren und die eigene Meinung offensiv zu vertreten. Seinem Kind die Vielfalt der Welt – mit den Facetten, die mir gefallen und denen, die mir missfallen – in angemessenen Stufen zu zeigen, halte ich für einen Teil der Verantwortung, die man ihm gegenüber trägt.
ohne die Möglichekeit des passiven Fernsehkonsums
ihre Freizeit anders, und insbesondere aktiv zu gestalten.
Du wirst zugeben müssen, dass jeder Mensch zur Erholung passive Phasen in seinem Tagesablauf bzw. innerhalb einzelner Aktivitäten benötigt. Ich verstehe nicht, inwiefern sich das Sandmännchen oder eine schöne Dokumentation von einem Hörbuch oder einer interessanten Radiosendung unterscheiden. Wenn es nur darum geht, dass Du Deine Individualmeinung gerne als Mehrheitsmeinung sähest, bewegen wir uns – was ich nicht glaube – auf einem Niveau, auf dem ich auch fordern könnte, Rosenkohl abzuschaffen, weil ich persönlich Rosenkohl ekelhaft finde.
Für diese Unterstellung bleibst du nach wie vor den Nachweis schuldig
Ich beziehe diese „Unterstellung“ konkret auf folgenden Textteil von José:
„Und sicher habe ich dann viel ferngesehen - den Fehler sehe ich aber nicht in der Abstinenz davor, sondern im Kauf. Ich hätte doch weiter nichtschauen können.“
Bösartig war das sicher nicht gemeint, ich habe ihn höchstens missverstanden.
Gruß
Christopher