Moin,
meine Quelle ist, wie gesagt, nur mein Bekanntenkreis, der mit
Sicherheit alles andere als statistisch valide Ergebnisse
liefert. Daher will ich darauf als Argument verzichten.
Immerhin hast du hier eine Behauptung aufgestellt, also mal Butter bei die Fische. Wieviele Leute in deinem Bekanntenkreis kennst du, die keinen Fernseher haben, bzw. ohne Fernseher im Haushalt aufgewachsen sind, und nun, sobald sie Gelegenheit dazu haben, exzessiv fernsehen ?
Nur mal so als Hinweis: statistisch gesehen beträgt die Anzahl der Haushalte ohne Fernseher grade 5%.
das reale, aktiv gelebte Leben jedenfalls weitaus lehrreicher
und „profitabler“, als es jede Fernsehsendung je sein kann.Die Rechnung, die Du hier aufmachst, nämlich Leben vs.
Fernsehen, ist absurd.
Ich sprach von aktiv gelebtem Leben und das ist nun mal etwas anderes, als passiv einen Fernseher anzuglotzen. Ich hab auch keine Rechnung aufgemacht, sondern zwei unterschiedliche Formen der Freizeitgestaltung daraufhin verglichen, ob sie lehrreich und profitabel sind (diese Kriterien stammen übrigens von dir).
Also muss ich auf ein
Medium zurückgreifen, in dem jemand für mich einspringt und
von seinen Erlebnissen berichtet.
Dieses „Medium“ dürfte ja wohl in erster Linie der Mensch selbst sein und selbst da hast du keine Garantie, ob derjenige dir einen vom Pferd erzählt oder tatsächlich über real erlebtes berichtet. Aber für so naiv, das anzunehmen, halte ich dich auch gar nicht.
Du hast mir
bis jetzt nicht erklären können, worin die besondere
Gefährlichkeit eines moderaten Fernsehenkonsums gegenüber den
anderen aufgezählten Medien besteht, die Du mit keinem Wort
angegriffen hast.
Ich hab auch nicht von anderen „Medien“ besprochen, sondern von realem, aktiven Erleben. Ähm…du weißt schon, was das ist ?
Fast alle Argumente gegen jeglichen
Fernsehkonsum, die Du aufgezählt hast bzw. die denkbar wären,
teilt sich das Fernsehen mit anderen Medien (Passivität:
Radio/Tonträger, Jugendgefährdung/Werbung: Internet,
Suchtgefahr: alle).
Ja und ?
die ihre Gründe darlegen, warum sie
Fernsehen für sich selbst und ihre Kinder für überflüssig halten.Der Punkt, der mir vor allem missfällt, ist der Satzteil „für
sich selbst und ihre Kinder“. Ich habe kein
vernünftiges Argument gelesen, das ein Kollektivverbot für die
ganze Sippe rechtfertigt.
In einem Haushalt ohne Fernseher braucht man auch kein Kollektivverbot. Ich brauch meinen Kindern ja auch nicht verbieten, Prono-Hefte anzuschauen, wenn es in meinem Haushalt gar keine gibt.
Fernsehen ist – zum x-ten Mal –
nicht per se giftig.
Ja und ?
Es ist sicher richtig, sein Kind vor
objektiven Gefahren, z. B. im Form von gewaltverherrlichenden
Inhalten, zu schützen. Aber bietest Du Deinem Kind
alles nicht an, womit Du persönlich nichts anfangen
kannst?
Es mag dich jetzt zwar wundern, aber solange meine Geldmittel nicht unbegrenzt sind, und ich somit eine Wahl treffen muss, was ich in unserem Haushalt anschaffe und was nicht, hängt diese Wahl tatsächlich davon ab, was ich als sinnvoll erachte. Das unterscheidet mich im übrigen nicht von irgend welchen anderen Eltern.
Darf Dein Kind nicht mit [XYZ] spielen, weil Du das
langweilig findest?
Sicher darf mein Kind das, solange es nicht drauf besteht, dass XYZ auch in unserem Haushalt zu wohnen hat.
Ich finde es grundfalsch, einem Kind
ausschließlich die eigene, bevorzugte Art der
Freizeitgestaltung vorzustellen, ohne Alternativen zu
präsentieren, die ihm vielleicht besser gefallen.
Keine Sorge, da fast 95% der Haushalte über einen Fernseher verfügen, hat mein Kind ständig die Möglichkeit, Fernsehn als Freizeitgestaltung kennenzulernen.
Seinem Kind die Vielfalt der
Welt – mit den Facetten, die mir gefallen und denen, die mir
missfallen – in angemessenen Stufen zu zeigen, halte ich für
einen Teil der Verantwortung, die man ihm gegenüber trägt.
Richtig, ich unternehme auch viel lieber was mit meinem Kind, und zeige ihr die Welt höchst persönlich, und lasse sie diese sogar erlaben, statt sie vor die Glotze zu setzen.
ohne die Möglichekeit des passiven Fernsehkonsums
ihre Freizeit anders, und insbesondere aktiv zu gestalten.Du wirst zugeben müssen, dass jeder Mensch zur Erholung
passive Phasen in seinem Tagesablauf bzw. innerhalb einzelner
Aktivitäten benötigt.
Klar, gegen ein kleines Mittagsschläfchen hab ich auch nichts einzuwenden, das ist sehr erholsam.
Ich verstehe nicht, inwiefern sich das
Sandmännchen oder eine schöne Dokumentation von einem Hörbuch
oder einer interessanten Radiosendung unterscheiden.
Hm…durch die Wahl des Medium vielleicht ?
Wenn es
nur darum geht, dass Du Deine Individualmeinung gerne als
Mehrheitsmeinung sähest,
*lol* wie kommst du denn da drauf ? Obwohl, wenn die GEZ und die Privatsender so weitermachen, dann erlebe ich vielleicht doch noch den Tag, an dem 50% der Menschen ihren Fernseher aus dem Fenster schmeißen
Wär mich aber auch Wurscht.
bewegen wir uns – was ich nicht
glaube – auf einem Niveau, auf dem ich auch fordern könnte,
Rosenkohl abzuschaffen, weil ich persönlich Rosenkohl ekelhaft
finde.
Ich habe nie gefordert, das Fernsehn generell abzuschaffen. Und was deinen misslungenen Vergleich angeht: in deinem eigenen Haushalt darfst du später tatsächlich selbst bestimmen, ob du Rosenkohl kochen willst oder nicht.
Gruß
Marion
