Hi!
Das Ende vom Lied wird so aussehen: In 4 Jahren werden wir wie
gehabt 4 Mio Arbeitlose haben - wenn nicht mehr.
Was ist daran so sensationell oder neu? Natürlich werden wir in vier Jahren 4 Millionen oder mehr Arbeitslose haben.
In der Woche vor der Wahl gab es im ZDF in der Berliner Runde (die, wo auch Markwort vom Focus, Uli Hoeness vom FC Bayern und die Chefin von Bauknecht dabei waren) einen Wirtschaftsjournalisten, der genau dies klipp und klar prognostiziert hat. Und er hat keinen Unterschied gemacht, ob eine rot-grüne oder schwarz-gelbe Regierung an die Macht käme.
Nach Aussagen dieses Journalisten gibt es in der Wirtschaft einen zunehmenden Druck zur Rationalisierung, auch und gerade über die Produktionsbetriebe hinaus. Die Rationalisierung hat längst den Dienstleistungssektor erreicht, die Arbeitslosigkeit macht sich im Mittelstand breit, und es ist auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hin unmöglich, auf politischer Basis dagegen anzugehen.
Als Beispiele nannte er den Fusions- und Rationalisierungsdruck im Banken- und Versicherungsgewerbe (also einem Dienstleistungsbereich). Durch Einführung neuer Technologien wie Kontoauszugsdrucker, Geldautomaten und Internetbanking sowie die Probleme im Geldanlagebereich haben die Banken in Deutschland 40.000 Stellen gestrichen. Wo, so fragte der Journalist, will man 40.000 Bankangestellte denn unterbringen, wenn die Rationalisierungs- und Fusionstendenzen weitergehen (NB: wir sehen doch gerade wieder, was bei der Commerzbank und der Dresdner Bank (Allianz) los ist)?
Also: da stehen 40.000 Bankangestellte auf der Straße, mit gewissen Lebensansprüchen, mit bestimmten Gehaltsforderungen, mit qualifizierter Ausbildung. Wohin mit denen? Sie mit mehr „Mobilität“ ausstatten? Oder Umschulen auf ökologische Landwirtschaft und Biotechnologie?
In anderen Dienstleistungdbereichen sieht es doch ähnlich wie bei den Bänkern aus. Die lange als Job-Maschine bezeichnete IT-Branche kriselt. EDV’ler werden freigesetzt und habe Probleme, irgendwo unterzukommen. Vor zwei Jahren gab es seitenweise Stellenanzeigen für IT in den Zeitungen. Heute? Vielleicht mal ein halbes Dutzend Stellenanzeige!
Oder die Journalisten von Zeitungen und Zeitschriften. Die Auflagen brechen ein, Zeitungen werden dichtgemacht, Journalisten erleben am eigenen Leib, worüber sie sonst nur geschrieben haben: die Arbeitslosigkeit.
Und das alles sind qualifizierte, gut ausgebildete Leute. Nicht der ungelernte Packer in irgendeinem Lager oder die angelernte Verkäuferin im Kaufhaus.
Wir werden von den 4 Millionen Arbeitslosen nicht runterkommen. Vergeßt es! Und es ist dabei unerheblich, ob die SPD oder die CDU das Wirtschaftsressort kommandiert. Der Rationalisierungsdruck in den Unternehmen ist zu hoch, als daß wir eine Phase von Masseneinstellungen erleben.
Grüße
Heinrich