Darf man mir wegen Behinderung Studium verbieten?

Hallo!
Ich studiere Lehramt und muss entweder in diesem oder in den nächsten Ferien ein Praktikum machen. Ohne Praktikum kein Abschluss. Eigentlich wollte ich das ja schon in den letzten Ferien machen, bzw. habe sogar schon angefangen, wurde aber rausgeworfen.
Das Problem liegt beim Leiter der Praktikumsstelle:
Dieser hat kurz vor Beginn meines Praktikums erfahren, dass ich eine chronische Krankheit habe (diese wird mit einer Behinderung gleichgestellt) und ich sollte vor Beginn des Praktikums in sein Büro kommen. Ohne meine Krankheit zu kennen, war er der Meinung, dass ich deswegen nicht am Praktikum teilnehmen darf, weil nach seinen Worten „die Symptome irgendwie nach was Psychischem“ klingen. Ich habe ihm dann eine Bescheinung vom Hausarzt vorgelegt, dass ich guten Gewissens am Praktikum teilnehmen darf. Damit war die Sache für mich erledigt und ich habe das Praktikum gemacht.
Nach der Hälfte der Zeit sollte ich dann wieder in sein Büro kommen. Dort war er dann wieder der Meinung, dass ich mit meiner Erkrankung, (die er aber nicht kennt) nicht am Praktikum teilnehmen sollte und das Praktikum abbrechen soll. Ich habe mich dann geweigert, daraufhin kam von ihm dann „naja, aber ich benote ja Ihren Praktikumsbericht“. Im Klartext wollte er mir damit wohl sagen, dass er mir eine 5 gibt, wenn ich weitermache. Also habe ich das Praktikum dann eben abgebrochen.

So, daraufhin habe ich wieder versucht mich anzumelden, er meinte dann, dass ich ein Attest vom Facharzt vorlegen müsste (konnte mir aber keine Vorschriften zeigen, welche dies besagen), daraufhin habe habe ich ihm ein ausführlicheres Attest von meinem Hausarzt und vom Neurologen mit abgegeben, welche beide keine Bedenken sehen, dass ich dieses Praktikum mache. Da besagter Herr aber immer noch der Meinung war, dass ich ja was Psychisches haben könnte, hat er von mir verlangt zum Psychiater zu gehen um das Schriftlich zu haben. Auch hierführ konnte er mir keine Vorschriften zeigen und in beiden Attesten steht ganz klar, dass ich eine organische und keine psychische Erkrankung habe. Aber gut, ich bin trotzdem zum Psychiater gegangen und habe mir das bescheinigen lassen, dass ich psychisch gesund bin und am Praktikum teilnehmen kann. Daraufhin hat besagter Herr aber die Vorlage eines amtsärztlichen Attests verlangt, welches nebenbei gemerkt um die 120 Euro kostet. Ich habe dann vom ihm verlangt, dass er mir schriftlich bescheinigt, dass ich zum Praktikum zugelassen werde, was er aber abgelehnt hat.

So und mir reichts nun. Natürlich werde ich nicht zum Amtsarzt gehen.

Wir waren immer alleine, also gibt es keine Zeugen.

So nun möchte ich mal wissen:

Ist das rechtens? Ich bin mir sicher, dass es nicht so ist!

Ich habe mich dann geweigert, daraufhin kam von ihm dann
„naja, aber ich benote ja Ihren Praktikumsbericht“.

Die richtige Antwort wäre gewesen: Und ich wende mich an die Lokale Presse sowie an das Kultusministerium wegen sexueller Belästigung (näheres siehe im Film American Beauty).

Es wäre hilfreich deine Krankheit zu kennen.

ich kenn zwar eure praktikumsordnung nicht, aber du hast doch nicht nur eine person, die deine leistung bewertet oder?

du kannst auf jeden fall eine zweite korrektur verlangen, wenn das nicht vorgesehen ist, du aber vom leiter bedrängt wurdest. dem dürfte nichts widersprechen. red doch mal mit deinen profs.

jetzt bist du mitten drin - verlieren kannst du nichts.

Hallo,

also so darf er nicht mit dir umspringen, das gibt es nicht. Ich kenne mich nicht so ganz aus mit eventuell anstehenden gesundheitsuntersuchungen vor dem Antritt eines Praktikums, denn als das bei mir an der Reihe war, war ich noch gesund und hatte ausserdem einen Nebenjob im Einzelhandel und von daher muss ich ein ausreichendes Gesundheitszeugnis (Tbc) gehabt haben, wenn denn eines verlangt wurde. Alles andere hätte ich mir gemerkt.
Nach dem, was Du geschrieben hast, vermute ich, wir beide haben die gleiche Krankheit. (kannst mich ja mal anmailen) Ich mußte zum Gesundheitsamt, als mir eine unbefristete Stelle angeboten wurde. Weil ich diese Krankheit habe, wurde ich nicht verbeamtet (das wird behandelt wie eine private Krankenversicherung), aber die Berufseignung ist gegeben. Ob das so ist, hängt natürlich von den individuellen Einschränkungen ab, aber bis die Berufseignung weg ist, dauert es schon eine ganze Weile. Du musst eben etwas haben, was dich daran hindert, den Lehrerberuf auszuüben.
Ich habe allerdings meinen Kollegen nur erzählt, DASS ich krank bin, ich habe ihnen nicht erzählt, was ich habe, wer weiß, was die für Vorstellungen haben, und ich habe keinen Bock, andauernd jemandem medizinische Vorträge halten zu müssen.
Dein Posting klingt so, als könntest du an dem Typen nicht vorbei, oder wie ist das? hier in Bayern hat man immer mehrere Schulen zur Auswahl, an denen man sein Praktikum macht, und der Fachlehrer, der an der Schule für einen zuständig ist, macht den Praktikumsbericht.

Viele Grüße,

Die Franzi

Hallo Ali!

Zunächst einmal:

http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehan…

Mein zweiter Gedanke war: Warum lässt du dir das solange gefallen? Du bist keineswegs verpflichtet, dich in diesem Umfang zu rechtfertigen, schon gar nicht, wenn noch nicht mal der Schulleiter selbst die gesetzlichen Grundlagen für sein Handeln benennen kann.

Ich denke, es ist höchste Zeit für juristischen Rat. Es geht schließlich um deine Zukunft, und die sollte dir solch ein engstirniger - um nicht zu sagen faschistischer - Schulleiter ruinieren können. Schlimm genug, das der Schulleiter werden konnte.

Kopf hoch und wehr dich!

Alles Gute wünscht dir ChrisTine

Hallo,

ich muss mal ganz blöd fragen, er kennt Deine Krankheit nicht, woher weiß er denn davon?

Ich persönlich würde den Weg über AStA, Geleichstellungsbeauftragten (auch wenn der m.W. nicht für Studenten zuständig ist), Rechtsabteilung/Unipräsidium und die zuständigen Ministerien (Kultus- und Wissenschaftsministerium) gehen und möglichst viel Wirbel machen. Je mehr Druck er bekommt, um so sicherer ist Deine Position. De facto kannst Du ohne das Praktikum nämlich Dein Studium an den Nagel hängen.

Gruß
CM

Hallo!

…wenn noch nicht mal
der Schulleiter selbst die gesetzlichen Grundlagen für sein
Handeln benennen kann.

…und die sollte dir solch ein
engstirniger - um nicht zu sagen faschistischer - Schulleiter
ruinieren können. Schlimm genug, das der Schulleiter werden
konnte.

Lass mal die Kirche im Dorf, es geht doch gar nicht um einen Schulleiter, sondern um den Leiter der Prüfungsstelle!

Gruß
CM

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Hallo auch

Ich studiere Lehramt und muss entweder in diesem oder in den
nächsten Ferien ein Praktikum machen. Ohne Praktikum kein
Abschluss. Eigentlich wollte ich das ja schon in den letzten
Ferien machen, bzw. habe sogar schon angefangen, wurde aber
rausgeworfen.
Das Problem liegt beim Leiter der Praktikumsstelle:

Und dieser Mann hat keine Vorgesetzten? Arbeiten in der Praktikumsstelle sonst keine Leute? Gibt’s denn an deiner Uni keine Abteilung, die fuer die Betreuung „behinderter“ Studenten verantwortlich ist und da fuer dich Druck machen koennte?

Bei uns liefe sowas unter „Diskriminierung“ und fuer meine Uni koennte es sehr unangenehm werden, wenn so ein Fall bekannt wuerde. Allerdings studier ich nicht in Deutschland und meine Uni hat einen guten Ruf wenn es um Fuersorge und Unterstuetzung von uns Studis geht. Sie ist recht klein und kann sich daher flexibler auf individuelle Studenten einstellen, wenn noetig.

Wenn in deiner Studien- oder Praktikumsordnung nix darueber drin steht, dann waere es doch Schwachsinn dich nicht zum Praktikum zuzulassen, bloss, weil so ein Moechtegern-Mediziner Vorbehalte hat. Gibt’s bei euch Tutoren (oder sonstwen, der fuer eure Betreuung zustaendig ist)? Sprich doch mal mit ihm/ihr und nimm die Person dann zum naechsten Gespraech mit. Auf keinen Fall mehr alleine dahin!

Hallo ali,

als Praktikum für Lehramtsstudenten kenne ich nur das Schulpraktikum - da sehe ich in einer chronischen Krankheit keinen Hinderungsgrund. Oder geht es um ein anderes Praktikum?
Ansonsten: wenn der Praktikumsleiter von Amts wegen die Befugnis hat, ein amtsärztliches Gutachten zu verlangen, dann darf er das tun. Eine amtsärztliche Untersuchung kostet nichts, zumindest war das bei mir so.

Grüße
Pit

Hallo,

Eine amtsärztliche Untersuchung kostet
nichts, zumindest war das bei mir so.

Unsere Lehrer zahlen dafür zwischen 60 und 100 Euro (Hessen), Tarif je nach Gesundheitsamt.

Gruß
eklastic

Hallo!
Nein es geht um das Praktikum an einer Schule.
Grüsse Ali

Hallo!
Meines wissens nach ist der Vorgesetzte der Geschäftsführer dieser Praktikumsstelle. Bei dem habe ich auch nächste Woche einen Termin, aber irgendwie ist er der Meinung, dass das schon alles seine Richtigkeit hat, was besagter Mann da macht. Folglich fällt mir nur noch ein zum Präsidenten zu gehen, und auch das werde ich nächste Woche tun.
Sonst arbeiten da nur Sekräterinnen.
Es gibt auch eine Beauftragte für chronisch Kranke und Behinderte, auch da habe ich übernächste Woche einen Termin. Mit der Frau habe ich auch schon deswegen geredet und sie möchte einen Antrag an besagten Herrn stellen, dass er mich zum Praktikum zulässt, aber ich vermute, dass er den Antrag ablehnen wird. Sie will auch mit ihm reden, aber ich denke nicht, dass er da einlenkt.
Nein hier gibt es keine Tutoren oder Betreuer.
Grüsse Ali

Hallo!
Ich war vor Praktikumsbeginn bei der Sekräterin, weil ich krank war und nicht sicher war, ob ich bis zum Praktikum wieder gesund werde und da habe ich das bei der Säkreterin wohl erwähnt, dass ich chronisch krank bin.
Aber danke für den Tipp mit dem Asta und dem Kultusministerium. An letzteres werde ich wohl einen Brief schreiben und beim Asta werde ich auch mal bei der Behindertenbeauftragten vorbeischauen.
Grüsse Ali

Hallo!
Ich war so lange damit beschäftigt mir irgendwelche Atteste zu besorgen bis ich jetzt auch gemerkt habe, dass der Typ mich ja nur verarscht.
Grüsse Ali

Hallo!
Ne an dem Kerl führt kein Weg dran vorbei, der muss mich zulassen.
Grüsse Ali

Hallo!
Doch so wie ich das mitbekommen habe, wird der Praktikumsbericht nur von einer Person benotet und das ist eben besagter Herr.
Grüsse Ali

Dann solltest Du dich bei der entsprechenden übergeordneten Behörde erkundigen, ob die Forderung des Praktikumsleiters berechtigt ist.

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Kosten Amtsarzt

Unsere Lehrer zahlen dafür zwischen 60 und 100 Euro (Hessen),
Tarif je nach Gesundheitsamt.

Is ja’n Ding: mein letzter Besuch beim Amtsarscht in Wilhelmshaven liegt erst zwei Jahre zurück, meine Aussage also recht aktuell.

Grüße
Pit

Hallo Pit,

ich glaube, das ist länderabhängig.
Ich weiß es von unseren Lehrern genau, weil sie sich alle (sie sind Engländer) wahnsinnig drüber aufgeregt haben. Bei einigen wird jetzt der befristete Arbeitsvertrag in einen unbefristeten umgewandelt und sie müssen sich deshalb neu untersuchen lassen, was wieder kostet.

Gruß
eklastic

Hi,

Unsere Lehrer zahlen dafür zwischen 60 und 100 Euro (Hessen),
Tarif je nach Gesundheitsamt.

Bayern ist da billiger, zumindest wenn es um den einstieg ins referendariat bzw den antritt einer befristeten oder unbefristeten Stelle geht, und das Ministerium schiuckt einen da hin, dann zahlt das ministerium die kosten der Untersuchung.

die Franzi