Darf mein 6jähriger Sohn unbeaufsichtigt im Hort b

Guten Tag,
mein 6 jähriger Sohn wird mit noch weiteren 21 Kindern durch 1 Hortkraft betreut. Das Hortpersonal ist der Meinung das die Hortkinder auch mal unbeaufsichtigt draußen spielen dürfen.Die Hausaufgaben müssen innerhalb 30 min erledigt werden und diese werden auch nicht vom Hortpersonal kontrolliert.Ist das rechtens?? Nachkontrolle durch die Eltern erfolgt zu Hause.Ist eine Hortkraft ausreichend für 22 Hortkinder?? Und dürfen 6 jährige Kinder unbeaufsichtigt draußen Spielen??

Hallo,
also bei uns im Hort spielen auch die Erstklässler schon ohne Aufsicht im Garten und gehen sogar in kleinen Gruppen, ohne Betreuung, auf einen nahe gelegenen Bolzplatz. Das klappt bisher sehr gut. Die Kinder sollen ja auch zur Selbstständigkeit erzogen werden! Passieren kann immer etwas! Wenn meine Kinder (7 und 5 Jahre) im Garten spielen, bin ich auch nicht ständig dabei. Und im Schulhof sind die Kinder ja auch nicht unter ständiger Aufsicht.

LG
Gnätzla

Hallo

Sechsjährige sind schulpflichtig und insofern sind die Maßstäbe anzulegen wie bei Schulkindern.

mein 6 jähriger Sohn wird mit noch weiteren 21 Kindern durch 1
Hortkraft betreut. Ist eine Hortkraft ausreichend für 22 Hortkinder??

Ist OK, auch eine Schulklasse mit 22 Erstklässlern wird von nur 1 Lehrer betreut.

Das Hortpersonal ist der Meinung das die
Hortkinder auch mal unbeaufsichtigt draußen spielen dürfen
dürfen 6
jährige Kinder unbeaufsichtigt draußen Spielen??

Auf dem Pausenhof in der Schule gibt es eine Hofaufsicht, aber nur eine oder zwei Personen für viele hundert Kinder. Von daher ist es wohl eine Ermessensfrage. Was heißt „draußen“? Draußen auf der Straße oder draußen im umzäunten Garten des Horts? „Auch mal“ unbeaufsichtigt spielen würde ich bei 6-jährigen grundsätzlich bejahen. Sonst müsste ich ja dabei stehen, bis sie 18 sind. Irgendwann muss man Kindern auch mal etwas zutrauen, sonst bleiben sie unselbständig.

Die Hausaufgaben müssen innerhalb 30 min erledigt werden

Ja, länger sollten die bei Erstklässlern auch nicht dauern.

und diese werden auch nicht vom Hortpersonal kontrolliert.

Nein, das ist die Aufgabe der Lehrer.

Ist das rechtens??

Ja, das ist, würde ich sogar sagen, verpflichtend. Die Hausaufgaben des Kindes gehen das Hortpersonal inhaltlich überhaupt nichts an.

Nachkontrolle durch die Eltern erfolgt zu Hause.

Siehe oben, die Eltern sollten sich raushalten, Aufgabe der Lehrer.

Gruß
smalbop

Hi,

mal eine Gegenfrage, dürfen Deine Kinder mit den Nachbarskindern spielen, ohne Beaufsichtigung?

Ich kann mich noch an meine eigene Kindheit erinnern, wenn ich in diesem Alter nach draußen spielen gegangen bin, dann ohne meine Mutter. Sogar den Weg zur Schule durfte ich, nach einiger Zeit, ohne Betreuung gehen.

Wenn eine Hortkraft 22 Kinder betreut, kann sie die Hausaufgaben nicht kontrollieren. Meiner Ansicht nach ist Hausaufgabenkontrolle aber auch Aufgabe der Eltern. Man kann von einer Hortkraft glaube ich nicht verlangen, daß sie sich auf unterschiedlichen Unterrichtsstoff von verschiedenen Jahrgängen und Schulen einstellen müssen. Gibt es an der betreffenden Schule keine Hausaufgabenbetreuung?

Ich denke schon, das 22 Kinder durch eine Hortkraft betreut werden können, schließlich gibt es ja auch Schulklassen, die wesentlich größer sind und auch nur durch einen Lehrer betreut werden.

Das einzige Manko würde ich bei der 30 minütigen Zeit für die Hausaufgaben sehen, das kann unter Umständen schon arg kurz sein.

Gruß
Tina

Nachkontrolle durch die Eltern erfolgt zu Hause.

Siehe oben, die Eltern sollten sich raushalten, Aufgabe der
Lehrer.

Also sorry - das doch jetzt nicht dein Ernst sein!? Eltern haben sich aus den Hausaufgaben der Kinder in keinster Weise rauszuhalten! Es ist nicht nur immer alles Aufgabe der Lehrer. In erster Linie haben die Eltern ihr eigenes Kind zu fördern und zu unterstützen. Auch bei den Hausaufgaben!

Grüße - Teev

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Missverständnix?
Hallo zusammen,

ich misch mich jetzt mal ein in der hoffentlich nicht irrigen Annahme, vielleicht ein Missverständnis klären zu können :wink:

Ich glaub, bei den Hausaufgaben muss man unterscheiden zwischen:

  1. es ist jemand da, der guckt, dass in der Zeit wirklich Hausaufgaben gemacht werden (und nicht gespielt, gemalt, geblödelt was auch immer). Und gerade am Anfang braucht’s da sicherlich Anleitung, damit die Aufgaben zum richtigen Termin fertig sind. Und genauso sollte jemand erreichbar sein, der Hilfestellung (eher moralisch als fachlich) leistet.

  2. es ist jemand da, der Hausaufgaben fachlich und inhaltlich korrigiert.

Oder anders gesagt: 1) guckt, dass „das richtige“ gemacht wird und 2) guckt das „es richtig“ gemacht wird.

Ersteres sehe ich durchaus als Aufgabe von Eltern bzw. Horterziehern an, zweiteres würde ich eher vom Lehrer erwarten.

*wink*

Petzi

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Nachkontrolle durch die Eltern erfolgt zu Hause.

Siehe oben, die Eltern sollten sich raushalten, Aufgabe der
Lehrer.

Also sorry - das doch jetzt nicht dein Ernst sein!? Eltern
haben sich aus den Hausaufgaben der Kinder in keinster Weise
rauszuhalten! Es ist nicht nur immer alles Aufgabe der Lehrer.
In erster Linie haben die Eltern ihr eigenes Kind zu fördern
und zu unterstützen. Auch bei den Hausaufgaben!

Hallo

Petzi hat ja schon wesentliches dazu gesagt. Ergänzend möchte ich anmerken, dass es den meisten Lehrern schwer fallen wird, Leistungsfähigkeit und -fortschritt ihrer Schüler einzuschätzen, wenn Eltern es übernehmen, ihren Kindern bei der Anfertigung der Hausaufgaben „Hilfestellung zu leisten“.

Davon abgesehen kommt dabei manchmal auch Mist raus, weil die Eltern vom Thema in Wirklichkeit weniger Ahnung haben als ihre Kinder.

Und spätestens bei partiellen Differentialgleichungen, U-Deklinationen, Gradientenvektorfeldern, Passé antérieur, Kontrasubjekten, sechsfüßigen Jamben und Mitochondrien ist dann in der Regel Schluss mit elterlicher Hausaufgabenbetreuung. Und wie soll es dann weitergehen mit der selbständigen Schulkarriere? Und der anschließenden Berufsausbildung?

Gruß
smalbop

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Hallo,

Das einzige Manko würde ich bei der 30 minütigen Zeit für die
Hausaufgaben sehen, das kann unter Umständen schon arg kurz
sein.

Nicht für Erstklässler.
Vom hessischen Kultusministerium (als Beispiel) gibt es die Vorgabe, dass in den ersten beiden Klassen die HA nicht länger als 30 Minuten dauern sollten.
http://www.kultusministerium.hessen.de/irj/HKM_Inter…

Gruß
Elke

Hallo,
alles richtig, was du sagst, lediglich das:

Und im Schulhof sind die Kinder ja
auch nicht unter ständiger Aufsicht.

stimmt nicht.
Hofaufsicht ist Pflicht.

Gruß
Elke

Hallo,

alles richtig, was du sagst, lediglich das:

Und im Schulhof sind die Kinder ja
auch nicht unter ständiger Aufsicht.

stimmt nicht.
Hofaufsicht ist Pflicht.

Stimmt, aber man beachte das Verhältnis Lehrer : Schüler dort. Sicherlich unterschiedlich je nach lokalen Gegebenheiten (Übersichtlichkeit des Schulhofes, Schwierigkeit der „Klientel“) beaufsichtigt dort ein Lehrer 100 Schüler (oder mal weniger oder auch mehr). Es passiert ja eigentlich selten etwas (ob zu Hause, im Hort oder in der Schule). Eine Aufsicht vermittelt den Kindern insbesondere das Gefühl, beaufsichtigt zu sein (-> Gefühl von Sicherheit für die einen, Abschreckung von Dummheiten für die anderen…)

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Hi,

sorry, aber ich schrieb ja unter Umständen. Der Sohn einer Freundin brauchte in der ersten Klasse deutlich länger, da er an „Hausaufgaben“ einfach nicht gewohnt war und vor sich hingeträumt hat. Erst nach ca. 1/2 Jahr konnte er diese Übungen konzentriert und zügig erledigen.

Die Aufgaben an sich wären wohl schneller zu lösen gewesen, aber Kinder sind halt keine Maschinen.

Gruß
Tina

PISA
Hallo

  1. es ist jemand da, der Hausaufgaben fachlich und inhaltlich
    korrigiert.

… zweiteres würde ich eher vom Lehrer erwarten.

PISA hat aber doch ziemlich eindeutig ergeben, dass Kinder, deren Eltern in der Lage waren, ihnen beim Verstehen der Hausaufgaben und des Schulstoffes zu helfen (also nicht vorsagen, sondern erklären o.ä.), ganz stark im Vorteil waren.

Ich sehe es auch so, individuelle Förderung ist an Qualität dem Gruppenunterricht um ein vielfaches überlegen. *)

Viele Grüße

* Was könnten wir alles aus unseren Kindern machen, wenn jedes eine individuelle Förderung bekommen könnte!

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Nachtrag
Nachtrag: Von einer bay. Psychologin werden für die erste Klasse 30 - 60 Min. vorgeschlagen:

http://www.km.bayern.de/imperia/md/content/pdf/els/e…

PISA hat aber doch ziemlich eindeutig ergeben, dass Kinder,
deren Eltern in der Lage waren, ihnen beim Verstehen der
Hausaufgaben und des Schulstoffes zu helfen (also nicht
vorsagen, sondern erklären o.ä.), ganz stark im Vorteil waren.

Das bestreite ich nicht. Optimal wäre es, hinter jedes Kind einen Lehrer zu stellen - abgesehen von der Frage, wer das bezahlen soll. Doch die individuelle Betreuung hat auch sonst bei manchen Kindern ihre Grenzen, schließlich kann auch der beste Diamantschleifer aus einem Stück Kohle keinen Brillanten machen. (Das wollen die betroffenen Eltern meist nicht wahrhaben, Hauptleidtragender ist dann das Kind, das mit viel Nachhilfe durch die falsche Schulart geprügelt wird.)

So übernehmen es denn die Eltern, in bester Absicht, doch nicht alle Eltern sind in der Lage, ihrem Kind beim Verstehen wirklich zu helfen, statt es zu verwirren. Und das meine ich nicht nur bezüglich ihrer Fachkenntnis, sondern auch bezüglich der didaktischen Methodenkompetenz. Weshalb wohl ist das Lehramtsstudium eine Hochschulausbildung wie der Beruf des Ingenieurs oder des Arztes? Damit jeder Laie auf dem Gebiet herumdilettiert in der falschen Annahme, die eigene Vergangenheit als Schüler quailifiziere ihn dazu?

Außerdem wird der Lehrer nie eine realistische Rückmeldung über die Qualität seiner Stoffvermittlung und den Stand der Klasse haben, wenn ihm manche intelligenten Eltern mäßig begabter Kinder effektiv die Arbeit abnehmen, für die er bezahlt wird, manche dummen, aber ehrgeizigen Eltern intelligenter Kinder ihm nur ins Handwerk pfuschen und wieder andere Eltern ihre (wie auch immer begabten) Kinder selbständig arbeiten lassen.

Und ihr wundert euch über deutsche PISA-Ergebnisse.

Gruß
smalbop

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Hallo grüß dich,

Nachkontrolle durch die Eltern erfolgt zu Hause.

Siehe oben, die Eltern sollten sich raushalten, Aufgabe der
Lehrer.

Realistisch betrachtet glaube ich halt nicht, dass das möglich ist. Wenn du fast 30 Kinder in der Klasse hast und dein Unterricht nur 45 Min geht, wird es schwer die Hausaufgaben zu kontrollieren. Wenn du noch bei zwei oder drei Kindern „richtig“ auf die Hausaufgaben eingehen musst, dann werden die Anderen in der Stunde nichts lernen.

Also ich denke es ist mittlerweile schon sehr wichtig, dass sie Eltern die schulischen Leistungen ihrer Kinder überprüfen. Das ist nicht alleine Aufgabe der Lehrer.

Grüßle Lulea

Gruß
smalbop

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Hallo Smalbop

Optimal wäre es, hinter jedes Kind einen Lehrer zu stellen -

Das klingt ja schrecklich.

… doch nicht alle Eltern sind in der Lage, ihrem Kind beim Verstehen wirklich zu helfen, statt es zu verwirren.

Das stimmt natürlich, aber was willst du damit sagen? Es sind auch nicht alle Eltern in der Lage, ihre Kinder überhaupt zu erziehen. Sollen es deswegen auch alle anderen vorsichtshalber gar nicht erst versuchen, oder wie ist das gemeint?

Weshalb wohl ist das Lehramtsstudium eine Hochschulausbildung wie der Beruf des Ingenieurs oder des Arztes?

Was soll die Frage? Natürlich kann man den Lernstoff besser oder schlechter erklären, oder auch völlig verwirrend. Es gibt aber doch einige Leute, die nicht auf Lehramt studiert haben, und trotzdem das Wissen, das sie selber haben, ihrem Kind verständlich vermitteln können.

Es ist ja auch ein großer Unterschied, ob man ein einzelnes Kind unterrichtet, das man gut kennt, oder eine ganze Klasse von Kindern, die man nicht besonders gut kennt, und ob man einen Lehrplan von einem ganzen Jahr erfüllen muss, oder nur ein einzelnes, vorgegebenes, begrenztes Problem zu lösen versucht.

Außerdem wird der Lehrer nie eine realistische Rückmeldung über die Qualität seiner Stoffvermittlung und den Stand der Klasse haben, wenn …
andere Eltern ihre (wie auch immer begabten) Kinder selbständig arbeiten lassen.

Unterstützung bei Hausaufgaben sieht oft so aus, dass man einfach da ist und sich dafür interessiert, wenn die Kinder selbständig arbeiten, und indem man sich erklären lässt, was sie da machen. Das ist meistens die beste Hausaufgabenunterstützung.

Aber wenn mein Kind einen Lehrer hätte, der nicht gut erklären kann, würde ich doch bestimmt nicht darauf verzichten, da etwas nachzuhelfen, nur damit der Lehrer eine realistische Rückmeldung bekommt. Dann dürfte ja auch kein Kind mehr Nachhilfeunterricht bekommen, weil das dem Lehrer ein falsches Bild über seine Leistung vermitteln würde.

Und ihr wundert euch über deutsche PISA-Ergebnisse.

Wie ist das denn gemeint?
Meinst du eventuell, wenn alle Eltern ihre Kindern mal nicht mehr für die Schule unterstützen, wären wenigstens alle gleich schlecht in der Schule? - Wenn ich das richtig verstanden habe, haben doch sehr viele Schüler, die keine Unterstützung von zu Hause bekamen, eher nicht so gut abgeschnitten bei PISA.

Viele Grüße

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Hallo Simsy Mone

Optimal wäre es, hinter jedes Kind einen Lehrer zu stellen -

Das klingt ja schrecklich.

Stimmt. Aber es wird ja immer die Zahl der Lehrer als zu niedrig beklagt, wodurch die Klassen zu groß sind und Stunden ausfallen müssen, wodurch wiederum das schlechte PISA-Abschneiden zustande komme. Mein Vorschlag wäre dann das Gegenteil. :smile:

… doch nicht alle Eltern sind in der Lage, ihrem Kind beim Verstehen wirklich zu helfen, statt es zu verwirren.

Das stimmt natürlich, aber was willst du damit sagen? Es sind
auch nicht alle Eltern in der Lage, ihre Kinder überhaupt zu
erziehen. Sollen es deswegen auch alle anderen vorsichtshalber
gar nicht erst versuchen, oder wie ist das gemeint?

Der Vergleich hinkt, denn der Erziehungsauftrag liegt (im Gegensatz zum Bildungsauftrag) primär bei den Eltern.

Weshalb wohl ist das Lehramtsstudium eine Hochschulausbildung wie der Beruf des Ingenieurs oder des Arztes?

Was soll die Frage? Natürlich kann man den Lernstoff besser
oder schlechter erklären, oder auch völlig verwirrend. Es gibt
aber doch einige Leute, die nicht auf Lehramt studiert haben,
und trotzdem das Wissen, das sie selber haben, ihrem Kind
verständlich vermitteln können.

Ja, aber woher wissen diese Eltern, was im Bildungsplan steht? Es ist im Hinblick auf die Schule doch für den Erfolg nicht ausschlaggebend, den Kindern das zu vermitteln, was man selber weiß (oder zu wissen glaubt), sondern das, was Lehrstoff und somit prüfungsrelevant ist. Das mag sich jetzt mechanistisch anhören, aber mit deiner Einstellung könnten wir es den Eltern gleich freistellen, ihre Kinder selbst zu unterrichten - und die Schulpflicht abschaffen. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Eltern ihren Kindern primär Werte vermitteln. Daran könnten sie sich zur Genüge abarbeiten.

Es ist ja auch ein großer Unterschied, ob man ein einzelnes
Kind unterrichtet, das man gut kennt, oder eine ganze Klasse
von Kindern, die man nicht besonders gut kennt, und ob man
einen Lehrplan von einem ganzen Jahr erfüllen muss, oder nur
ein einzelnes, vorgegebenes, begrenztes Problem zu lösen
versucht.

Natürlich kennen Eltern ihr eigenes Kind gut, aber das auf alle Bereiche des kindlichen Wesens auszudehnen - insbesondere, dem Profi eine vergleichsweise schlechtere Kenntnis der geeigneten Faktenvermittlung zu unterstellen (zu der ein Lehrer jeden Tag eine Rückmeldung vom Kind bekommt), halte ich für eine gewagte These. Es gibt übrigens Lehrer, die die Kinder erschreckenderweise besser kennen als die Eltern. (Ist aber eigentlich auch kein Wunder, verbringen sie doch mehr Zeit mit ihnen als die Eltern.) Außerdem lernen Kinder lieber mit ihren Kameraden als daheim im stillen Kämmerlein.

Außerdem wird der Lehrer nie eine realistische Rückmeldung über die Qualität seiner Stoffvermittlung und den Stand der Klasse haben, wenn …
andere Eltern ihre (wie auch immer begabten) Kinder selbständig arbeiten lassen.

Unterstützung bei Hausaufgaben sieht oft so aus, dass man
einfach da ist und sich dafür interessiert, wenn die Kinder
selbständig arbeiten, und indem man sich erklären lässt, was
sie da machen. Das ist meistens die beste
Hausaufgabenunterstützung.

Das ist richtig. Ich würde aber weniger auf das Moment der Unterstützung wert legen als vielmehr auf dasjenige der Motivation und der Interessenbekundung. Das Kind merkt: „Das was ich mache, interessiert auch meine Eltern, also muss es wohl wichtig sein.“

Aber wenn mein Kind einen Lehrer hätte, der nicht gut erklären
kann, würde ich doch bestimmt nicht darauf verzichten, da
etwas nachzuhelfen, nur damit der Lehrer eine realistische
Rückmeldung bekommt. Dann dürfte ja auch kein Kind mehr
Nachhilfeunterricht bekommen, weil das dem Lehrer ein falsches
Bild über seine Leistung vermitteln würde.

Es wäre dann sinnvoller, erst mal das Gespräch mit dem Lehrer zu suchen. Ein Kind ist schließlich kein elterliches Versuchskaninchen. Ich bin prinzipiell kein großer Freund von Nachhilfe, weil sie nur ein Indiz dafür ist, dass ein Kind mit den Anforderungen der (von den Eltern gewählten) Schulart nicht zurechtkommt. Von Sonderfällen wie Krankheit, Umzug usw. abgesehen. Aber Nachhilfe durch eine qualifizierte Person ist immer noch besser, als wenn die Eltern es selbst übernehmen.

Und ihr wundert euch über deutsche PISA-Ergebnisse.

Wie ist das denn gemeint?
Meinst du eventuell, wenn alle Eltern ihre Kindern mal nicht
mehr für die Schule unterstützen, wären wenigstens alle gleich
schlecht in der Schule? - Wenn ich das richtig verstanden
habe, haben doch sehr viele Schüler, die keine Unterstützung
von zu Hause bekamen, eher nicht so gut abgeschnitten bei
PISA.

Ließe man den Dingen ihren Lauf, käme die ungeschminkte Wahrheit ans Tageslicht, wie auch immer sie aussehen mag, und man könnte (bzw. müsste) drastische Verbesserungsmaßnahmen ergreifen. So wird stattdessen von Eltern an den Symptomen herumgedoktert und dabei vorhandene Probleme notdürftig übertüncht bzw. das wahre Bild verzerrt. Den Bildungspolitikern läuft das natürlich rein: „Sooo schlecht läuft es doch garnicht!“

Gruß
smalbop

Hallo Smalbop

… hinter jedes Kind einen Lehrer zu stellen -

… es wird ja immer die Zahl der Lehrer als zu
niedrig beklagt, wodurch die Klassen zu groß sind …

Mein Vorschlag wäre dann das Gegenteil. :smile:

Und was sollte das? Kleinere Klassen sind ja nun nicht 1-Kind-Klassen. Oder einfach nur ein Scherz?

Der Vergleich hinkt, denn der Erziehungsauftrag liegt (im Gegensatz zum Bildungsauftrag) primär bei den Eltern.

Sag mal, bist du irgendwie Kultisminister oder sowas? Wer beauftragt denn die Eltern? Der Staat? Wie kann man denn sowas dermaßen ernst nehmen, wenn man nicht wenigstens an einen von Gott eingesetzten König glaubt?

Selbstverständlich sind die Eltern für alles zuständig, was ihre Kinder betrifft, auch für deren Bildung. Ok, sie haben keinen Bildungsauftrag vom Staat und werden demzufolge nicht finanziell unterstützt, wenn sie was die Bildung tun. Aber der Staat kann ja auch nur sehr ungenau agieren, weil es ja nicht auf 80 Mio Leute passen kann, was er tut. Das ist auch soweit ok, er sollte nur nicht so tun, als hätte er für jeden das Passende.

Ja, aber woher wissen diese Eltern, was im Bildungsplan steht?

Sie wissen aus dem Hausaufgabenheft des Kindes, was es aufhat, und dann können sie ja auch im Buch nachschauen, was gerade dran ist.

Die Schülbücher sind übrigens so (oder sollten zumindestens so sein), dass man den Stoff eigentlich auch ohne Lehrer verstehen kann, wenn man sie durcharbeitet. Da können sich doch die Eltern durchlesen, was da verlangt wird?

Es ist im Hinblick auf die Schule doch für den Erfolg nicht ausschlaggebend, den Kindern das zu vermitteln, was man selber weiß (oder zu wissen glaubt), …

Wieso bist du eigentlich so abwertend gegenüber Eltern? Das sind ganz normale Menschen, ebenso wie Lehrer auch, und manche Eltern sind ja sogar Lehrer, und es gibt Eltern, die den meisten Lehrern an Wissen und pädagogischen Fähigkeiten überlegen sind. Denen willst du so pauschal sagen, dass sie die Bildung den Lehrern überlassen sollen?

… sondern das, was Lehrstoff und somit prüfungsrelevant ist.

Es gibt auch noch andere Dinge im Leben, die sehr wichtig sind …

Das mag sich jetzt mechanistisch anhören, …

Das tut es auch, ganz arg.

aber mit deiner Einstellung könnten wir es den Eltern gleich freistellen, ihre Kinder selbst zu unterrichten - und die Schulpflicht abschaffen.

Das würde ich auch tun.
Wenn man die Kinder schon dazu zwingt, in die Schule zu gehen, sollte dafür Sorge getragen werden, dass dort für jedes Kind der passende Unterricht und zwar guter Unterricht stattfindet. Das trifft aber auf zu viele Kinder nicht zu. Es gibt viele tausende lernbegierige, neugierige, begabte Kinder, die in der Schule nur das Faulenzen lernen, und dass Lernen blöd ist.

Es gibt gar nicht so viele europäische Staaten, in denen es die Schulpflicht gibt (nicht zu verwechseln mit der Bildungspflicht! Gewisse Prüfungen und Arbeiten muss auch in den Ländern ohne Schulpflicht jedes Kind absolvieren, und seine Fähigkeiten beweisen). Bei uns ist sie meines Wissens von Adolf Hitler eingeführt worden. In totalitären Staaten gibt es natürlich immer die Schulpflicht, da man ja die Jugend unter Kontrolle haben will.

(Nebenbei: Wenn es keine Schulpflicht gibt, gehen ja trotzdem fast alle Kinder zur Schule; es ist halt nur kein Kriminaldelikt, nicht zur Schule zu gehen)

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Eltern ihren Kindern primär Werte vermitteln. Daran könnten sie sich zur Genüge abarbeiten.

Das klingt echt unverschämt gegenüber Eltern. Irgendwie.

insbesondere, dem Profi eine vergleichsweise schlechtere Kenntnis der geeigneten Faktenvermittlung zu unterstellen …

Das habe ich nicht getan. Ich habe nur gesagt, dass es passieren kann.
Und das ist keine Unterstellung, sondern Tatsache.

(zu der ein Lehrer jeden Tag eine Rückmeldung vom Kind bekommt), …

Findest du? Also, ich komme aus einer ausgesprochenen Lehrerfamilie, von daher weiß ich, dass zumindestens in den Nebenfächern die Lehrer manchmal froh sind, wenn sie überhaupt alle Namen mit bestimmten Gesichtern zusammenbringen können. In den Grundschulen wird es bestimmt anders aussehen, aber ich hatte nie den Eindruck, dass der Lehrer die Kinder wirklich einschätzen kann. Weder als Schüler noch als Mutter von Schülern. Die meisten Lehrer können ja doch auch nur auf solche Gedankengänge eingehen, die in seinen Unterrichtsplan passen.

Es gibt übrigens Lehrer, die die Kinder erschreckenderweise besser kennen als die Eltern. (Ist aber eigentlich auch kein Wunder, verbringen sie doch mehr Zeit mit ihnen als die Eltern.)

Da sprichst du aber von einer Ganztags-Grundschule, oder wovon?
Ich denke, das ist bisher noch nicht das Übliche, was du da beschreibst. Es wird aber von der Politik darauf hingearbeitet, das sehe ich auch.

Außerdem lernen Kinder lieber mit ihren Kameraden als daheim im stillen Kämmerlein.

Zum Motivieren ist natürlich der Klassenunterricht (meistens) wesentlich besser geeignet, besonders wenn die Kinder älter sind.

Aber Nachhilfe durch eine qualifizierte Person ist immer noch besser, als wenn die Eltern es selbst übernehmen.

Wieso hälst du denn Eltern für generell unqualifiziert? Rein theoretisch könnte auch ein Nobelpreisträger Kinder bekommen.

Ließe man den Dingen ihren Lauf, käme die ungeschminkte Wahrheit ans Tageslicht, wie auch immer sie aussehen mag, und man könnte (bzw. müsste) drastische Verbesserungsmaßnahmen ergreifen.

Aber bis es (vielleicht mal) so weit ist, ist das betreffende Kind ja schon längst nicht mehr schulpflichtig. - Du magst vielleicht Kinder der Schulpolitik opfern und sie nur als Zahlen in der Statistik betrachten, du kannst aber nicht von Eltern verlangen, dass sie das mit ihrem eigenen Kind tun.

und dabei vorhandene Probleme notdürftig übertüncht bzw. das wahre Bild verzerrt. Den Bildungspolitikern läuft das natürlich rein: „Sooo schlecht läuft es doch garnicht!“

Irgendwie scheinst du aber doch selber zu glauben, dass der Nachhilfeunterricht, den die Kinder durch ihre Eltern bekommen, so gut ist, dass er Probleme mit ungeeigneten Unterricht übertünchen kann?

viele Grüße

Hallo Simsy Mone

Mein Vorschlag wäre dann das Gegenteil. :smile:

Und was sollte das? Kleinere Klassen sind ja nun nicht
1-Kind-Klassen. Oder einfach nur ein Scherz?

Klar war das ein Scherz, oder vielmehr eine Überspitzung, um den Glauben an kleinere Klassen als Allheilmittel der Bildungskrise ad absurdum zu führen.

Der Vergleich hinkt, denn der Erziehungsauftrag liegt (im Gegensatz zum Bildungsauftrag) primär bei den Eltern.

Sag mal, bist du irgendwie Kultisminister oder sowas? Wer
beauftragt denn die Eltern? Der Staat? Wie kann man denn sowas
dermaßen ernst nehmen, wenn man nicht wenigstens an einen von
Gott eingesetzten König glaubt?
Selbstverständlich sind die Eltern für alles zuständig, was
ihre Kinder betrifft, auch für deren Bildung. Ok, sie haben
keinen Bildungsauftrag vom Staat und werden demzufolge nicht
finanziell unterstützt, wenn sie was die Bildung tun. Aber der
Staat kann ja auch nur sehr ungenau agieren, weil es ja nicht
auf 80 Mio Leute passen kann, was er tut. Das ist auch soweit
ok, er sollte nur nicht so tun, als hätte er für jeden das
Passende.

Bin kein Kultusminister, dafür müsste ich wohl…Jurist sein. (Und das ist nun nicht als Witz gemeint!) Ich beziehe meine Weisheit aus dem Grundgesetz, das man auch als Nichtjurist kennen darf. Artikel 6 Abs. 2: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ und Artikel 7 Abs. 1: „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.“

Ja, aber woher wissen diese Eltern, was im Bildungsplan steht?

Sie wissen aus dem Hausaufgabenheft des Kindes, was es aufhat,
und dann können sie ja auch im Buch nachschauen, was gerade
dran ist.
Die Schülbücher sind übrigens so (oder sollten zumindestens so
sein), dass man den Stoff eigentlich auch ohne Lehrer
verstehen kann, wenn man sie durcharbeitet.
Da können sich
doch die Eltern durchlesen, was da verlangt wird?

Ja, warum gibt es denn dann noch Lehrer und Schulen? Weil die Masse der Eltern weder die Zeit noch die Kenntnis hat, und zum Teil wohl auch nicht den Willen (vergleiche das Eingangsposting), sich mit der schulischen Betätigung ihres Kindes selbst zu befassen.
Sich autodidaktisch einen Überblick über den Stoff zu verschaffen ist das eine, ihn dann an einen anderen weiter zu vermitteln etwas anderes, für so etwas studiert man gemeinhin Pädagogik.
Genauso kann man auch davon absehen, die Arbeit dem Fachmann zu überlassen und etwa im Pschyrembel nachlesen, wie man seinem Kind die Blinddarmentzündung selbst diagnostiziert und wegoperiert. Da würde sich das kein Laie trauen, obwohl es doch auch nur um das Wohl des Kindes geht, bloß halt um das körperliche und nicht um das geistige.

Es ist im Hinblick auf die Schule doch für den Erfolg nicht ausschlaggebend, den Kindern das zu vermitteln, was man selber weiß (oder zu wissen glaubt), …

Wieso bist du eigentlich so abwertend gegenüber Eltern?

Ich bin nicht abwertend gegen Eltern, sonst müsste ich mich ja selbst mit abwerten. Ich bin allenfalls abwertend gegenüber Menschen, die sich einen Schuh anziehen, der ihnen nicht passt. Das müssen nicht zwingend Eltern sein - können es aber.

Das sind ganz normale Menschen, ebenso wie Lehrer auch, und manche
Eltern sind ja sogar Lehrer, und es gibt Eltern, die den
meisten Lehrern an Wissen und pädagogischen Fähigkeiten
überlegen sind. Denen willst du so pauschal sagen, dass sie
die Bildung den Lehrern überlassen sollen?

Ich will überhaupt nichts pauschal sagen. Aber du sprichst von Ausnahmen und nicht vom Regelfall. Im Regelfall ist es eben nicht so, dass Eltern dem Pädagogen an pädagogischen Fähigkeiten überlegen sind.

… sondern das, was Lehrstoff und somit prüfungsrelevant ist.

Es gibt auch noch andere Dinge im Leben, die sehr wichtig sind

Das habe ich nicht bestritten. Ich erwähnte ja das Vermitteln von Werten. Das ist auch wichtig und es gäbe wahrlich genug zu tun.

Das mag sich jetzt mechanistisch anhören, …

Das tut es auch, ganz arg.

Ich bin vielleicht etwas unterkühlt auf dem Gebiet. Das mag daran liegen, dass ich mich emotional besetzten Themen immer auf diese Art nähere. Emotionen trüben nämlich den Blick.

aber mit deiner Einstellung könnten wir es den Eltern gleich freistellen, ihre Kinder selbst zu unterrichten - und die Schulpflicht abschaffen.

Das würde ich auch tun.

Hat sich die Schulpflicht denn deiner Meinung nach nicht bewährt?

Wenn man die Kinder schon dazu zwingt, in die Schule zu gehen,
sollte dafür Sorge getragen werden, dass dort für jedes Kind
der passende Unterricht und zwar guter Unterricht stattfindet.
Das trifft aber auf zu viele Kinder nicht zu. Es gibt viele
tausende lernbegierige, neugierige, begabte Kinder, die in der
Schule nur das Faulenzen lernen, und dass Lernen blöd ist.

Das liegt dann eher daran, dass der Lehrer nicht auf die Tube drücken kann, weil sonst die vielen Millionen anderen Kinder abgehängt würden. Übrigens wird ein Kind, das so lernbegierig, neugierig und begabt ist, dass es in der Schule nur das Faulenzen lernt, weder auf die intellektuellen Handreichungen des Schulunterrichts noch auf die seiner Eltern angewiesen sein. Ein kleiner Jugend-forscht-Überflieger steckt seinen Lehrer doch schon mit zwölf Jahren in die Tasche (und seine Eltern erst recht). Du sprichst nur abermals nicht vom Regelfall, sondern von Ausnahmen.

Es gibt gar nicht so viele europäische Staaten, in denen es
die Schulpflicht gibt (nicht zu verwechseln mit der
Bildungspflicht!)

Verwechsle ich nicht, den Begriff Bildungspflicht habe ich nie in den Mund genommen, sondern nur vom Bildungs_auftrag_ gesprochen.

Gewisse Prüfungen und Arbeiten muss auch in
den Ländern ohne Schulpflicht jedes Kind absolvieren, und
seine Fähigkeiten beweisen). Bei uns ist sie meines Wissens
von Adolf Hitler eingeführt worden.

Da liegst du nun völlig falsch. Woher kommt denn diese Information?!

In totalitären Staaten gibt es natürlich immer die Schulpflicht,
da man ja die Jugend unter Kontrolle haben will.

In totalitären Staaten gibt es auch die Müllabfuhr, da man es auch dort auf den Straßen gerne sauber haben will, aber soll ich das als Beweis für die generelle Verwerflichkeit von Schulpflicht und/oder Müllabfuhr gelten lassen?

(Nebenbei: Wenn es keine Schulpflicht gibt, gehen ja trotzdem
fast alle Kinder zur Schule; es ist halt nur kein
Kriminaldelikt, nicht zur Schule zu gehen)

Ist es hier ja auch nicht, jedenfalls nicht bis zum Alter von 14 Jahren.

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Eltern ihren Kindern primär Werte vermitteln. Daran könnten sie sich zur Genüge abarbeiten.

Das klingt echt unverschämt gegenüber Eltern. Irgendwie.

Nein, das ist das, was die Eltern vermutlich besser können als die Schule und darüber hinaus auch hauptsächlich ihre Pflicht, ich erwähnte bereits das Grundgesetz.

insbesondere, dem Profi eine vergleichsweise schlechtere Kenntnis der geeigneten Faktenvermittlung zu unterstellen …

Das habe ich nicht getan. Ich habe nur gesagt, dass es
passieren kann. Und das ist keine Unterstellung, sondern Tatsache.

Vor allem ist es wieder eine Ausnahme.

(zu der ein Lehrer jeden Tag eine Rückmeldung vom Kind bekommt), …

Findest du? Also, ich komme aus einer ausgesprochenen
Lehrerfamilie,

Ja, ich auch.

von daher weiß ich, dass zumindestens in den
Nebenfächern die Lehrer manchmal froh sind, wenn sie überhaupt
alle Namen mit bestimmten Gesichtern zusammenbringen können.

An den weiterführenden Schulen tritt die Pädagogik auch etwas in den Hintergrund, da man den Schülern zunehmende Eigenverantwortung zubilligt. Die Eingangsfrage bezog sich aber auf Schulanfänger.

In den Grundschulen wird es bestimmt anders aussehen, aber ich
hatte nie den Eindruck, dass der Lehrer die Kinder wirklich
einschätzen kann. Weder als Schüler noch als Mutter von
Schülern. Die meisten Lehrer können ja doch auch nur auf
solche Gedankengänge eingehen, die in seinen Unterrichtsplan
passen.

Ich möchte nun wiederum nicht allen Eltern zu nahe treten, aber könnte es eventuell sein, dass der Lehrer einen objektiveren Blick auf ein Kind hat als die Eltern? Und auch einen objektiveren als das Kind selbst? Nach Meinung vieler Eltern sind ja die Lehrer nur zu blöd, das Genie ihres kleinen Einsteins/Mozarts/Goethes zu erkennen und nach Meinung vieler Schüler sind die Lehrer unfähig, den Stoff so rüberzubringen, dass sie sich selbst nicht mehr mit anstrengen müssen. Da mögen sich recht haben.

Es gibt übrigens Lehrer, die die Kinder erschreckenderweise besser kennen als die Eltern. (Ist aber eigentlich auch kein Wunder, verbringen sie doch mehr Zeit mit ihnen als die Eltern.)

Da sprichst du aber von einer Ganztags-Grundschule, oder
wovon?

Nein, ich spreche von Ganztages-Berufstätigen, oder wieviele Stunden nach dem abendlichen Eintreffen des Partners gehen deine Kinder ins Bett und wie lange Zeit dazwischen hat er sich mit ihrer Fortbildung befasst?

Ich denke, das ist bisher noch nicht das Übliche, was du da
beschreibst. Es wird aber von der Politik darauf
hingearbeitet, das sehe ich auch.

Ja, fast überall in der Welt gibt es Ganztagsschulen und sogar schon
-kindergärten, ohne dass der Himmel deswegen eingestürzt wäre.

Aber Nachhilfe durch eine qualifizierte Person ist immer noch besser, als wenn die Eltern es selbst übernehmen.

Wieso hälst du denn Eltern für generell unqualifiziert? Rein
theoretisch könnte auch ein Nobelpreisträger Kinder bekommen.

Das kann er sogar praktisch. Und da er dann den Nobelpreis ja schon hat, braucht er seine Zeit nicht mehr, um sich den Nobelpreis zu erarbeiten, sondern kann sie dazu verwenden, seine Kinder zu unterrichten…jedenfalls in Wirtschaftswissenschaften oder Literatur…wie es mit den anderen Fächern aussieht, möchte ich lieber nicht wissen. Außerdem ist ein kompetenter Wissensträger auch im eigenen Fach noch lange kein guter Wissensvermittler, wie die zum Teil lausigen Vorlesungen an den Universitäten beweisen.

Ließe man den Dingen ihren Lauf, käme die ungeschminkte Wahrheit ans Tageslicht, wie auch immer sie aussehen mag, und man könnte (bzw. müsste) drastische Verbesserungsmaßnahmen ergreifen.

Aber bis es (vielleicht mal) so weit ist, ist das betreffende
Kind ja schon längst nicht mehr schulpflichtig. - Du magst
vielleicht Kinder der Schulpolitik opfern und sie nur als
Zahlen in der Statistik betrachten, du kannst aber nicht von
Eltern verlangen, dass sie das mit ihrem eigenen Kind tun.

Ich kann überhaupt nichts von Eltern verlangen bzw. ihnen vorschreiben, wie sie ihre Zeit mit dem Kind verbringen und auf welche Art sie ihm vermitteln, nicht hinter der Schule zu stehen, aber ich kann mir doch wohl meine Meinung über Sinn und Unsinn solchen Tuns erlauben, oder?

und dabei vorhandene Probleme notdürftig übertüncht bzw. das wahre Bild verzerrt. Den Bildungspolitikern läuft das natürlich rein: „Sooo schlecht läuft es doch garnicht!“

Irgendwie scheinst du aber doch selber zu glauben, dass der
Nachhilfeunterricht, den die Kinder durch ihre Eltern
bekommen, so gut ist, dass er Probleme mit ungeeigneten
Unterricht übertünchen kann?

Da du mein Adverb „notdürftig“ durch dein Adjektiv „gut“ ersetzt hast, kann ich dir leider nicht zustimmen. Außerdem sprach ich lediglich und ganz allgemein von Problemen und von Nachhilfeunterricht, nicht davon, dass erstere in ungeeignetem Unterricht zu suchen sind und nicht davon, dass letzterer durch die Eltern erteilt werden soll.

Gruß
smalbop

Hallo,

und wenn es nach meiner Grundschullehrerin gegangen wäre bin ich Legastheniker nur weil ich Linkshänder bin, wenn es nach meiner Hauptschullehrerin gegangen wäre hätte ich auf die Sonderschule gemußt! Komisch das ich heute Kaufmann für Bürokommunikation bin! Mit Note 2 in der Abschlußprüfung. Noch interessanter finde ich, das es Lehrer gibt die irgendwann in den 60ern bzw. 70ern mit dem Studium fertig sind und seitdem nicht einmal eine Weiterbildungsmaßnahme besucht haben und teilweise Schüler dem Lehrer z. B. im Informatikunterricht unterrichten. Und es kommt auch darauf an, ob ich meiner Tochter alles vorsage oder ihr helfe, Lösungsansätze zu finden. Ich werde meiner Tochter nichts „vorkauen“ weil das definitiv falsch wäre aber ich werde ihr Hinweise geben, wie sie auf die Lösung kommen kann, sprich ich werde bei ihr Denkprozesse „in Gang“ bringen.

Grüße der Herbst