Darmträgheit

Hallo ihr Lieben!

Wißt ihr zufällig, welche Vitamine oder Mineralien ein Darm braucht, damit er wieder ordentlich in Schwung kommt?
Ab und zu denk ich mir, dass mein darm nur die hälfte von dem macht, was er machen könnte…
Ich trinke regelmässig einen Saft mit Flohsamen, versuche mind. 2 Liter zu trinken, nehme ab und zu Magnesium-Tabletten und ernähre mich sonst auch sehr gesund (viel Obst, Gemüse, Salat).
Was ich versuche zu meiden ist ein Schwarzbrot mit ZUVIELEN Körndeln. Ich habe einen Sitzjob und körperlich habe ich gemerkt, dass das nicht das Wahre für mich ist. (generell versuch ich Brot/Semmerl/… zu meiden. Wenns mich überkommt, dann eher ein Knäckebrot oder dgl)

Gibt es irgendwelche ergänzende Mittelchen, die ich zusätzlich zur Nahrung nehmen kann? Welche Kräuter/Säfte/Tee/… wirken positiv auf die Darmtätigkeit?

Ich bin für jeden Tipp sehr dankbar!

LG
Nicola

Liebe Nicola,

ich würde Dir eher zu mehr Bewegung raten. Wie Du selber schreibst hast Du einen Sitzjob, regelmäßig und viel Laufen hilft automatisch den Darm in Bewegung zu bringen. Außerdem verbrennst Du Kalorien was ja auch nicht zu verachten ist.

Oliver

Hallo Nicola,

Ab und zu denk ich mir, dass mein darm nur die hälfte von dem
macht, was er machen könnte…

Wie merkst du das ? An der Zahl der Stuhlgänge ?
Wenn es weniger als 2 (in Worten zwei) mal die Woche gross ist, dann kann man zum Arzt gehen. Der tägliche Stuhlgang ist kein Indikator (weder pos. noch neg.) für eine gesundes Verdauungssystem. Pressen/sich selbst unter Druck setzen (muss heute auf das Töpfchen) etc. ist negativ.

Ciao maxet.

Darmträgheit
Hallo Nicola!

Außer zum Arzt zu gehen, kann ich dir folgendes empfehlen, was du in Eigenregie gegen Darmträgheit tun kannst:

Versuche Stress zu reduzieren. Tritt einfach mal was kürzer und tu das, wozu du gerade Lust hast. Probiere mal verschiedene Entspannungsmethoden aus wie Thai-Chi, Qigong, Muskelrelaxation nach Jacobsen.

Iss nichts, wenn du glaubst, du verträgst es nicht – egal wie gesund es auch sein soll. Beschränke dich auf kleine, leichte, gut verdauliche Mahlzeiten. Verzichte auf Getränke mit Kohlensäure, Rauchen und Alkohol. Auch Leinsamen hilft gegen Verstopfung. Rühr ihn z.B. in dein Joghurt. Du musst aber auf die Körnchen drauf beißen!

Beweg dich. Bemüh dich auch am Arbeitsplatz – wenn möglich – persönlich zu den Kollegen hinzugehen und nicht mit ihnen zu telefonieren. Mach Spaziergänge oder melde dich in einem Sportverein an. Aerobic, Joggen, Seilchenspringen wirken sehr verdauungsfördernd – also kein Radfahren oder Rudern, wo du ja wieder sitzt!

Ansonsten helfen noch Glycerol-Zäpfchen oder Präparate mit Lactulose, Bisacodyl oder Natriumpicosulfat. Die letzteren drei würde ich aber nur in Absprache mit meinem Hausarzt einnehmen.
Ein Ernährungsprogramm bei Verdauungsproblemen findest du bei

http://www.GesundheitPro.de

Gruß von Pegasus

noch mal: http://www.GesundheitPro.de

und dann auf der rechten Seite: Das 7-Tage-Programm

Dann muß es wohl übel der Streß sein :frowning:
Hallo Pegagus!

Danke für deine Tipps, die ich alle schon befolgt habe :smile:
Ich hab mir einfach gedacht, dass man hier vielleicht mit ein wenig Vitaminen/Mineralien nachhelfen kann.

Ich mache Thai-Chi, Sport am Wochenende (inlinern, radlfahren, wandern), essen tu ich sowieso nur das, was mein Magen verträgt (leider chronische Gastritis) und Lactulose und diese Zäpfen, die würd ich nur nehmen, wenn ich komplett verstopft wäre :smile:
Vermutlich ist wirklich der Stress Schuld, der jetzt leider noch 2 Jahre anhalten wird.

Trotzdem Danke für deinen Link, da sind ein paar
leckere Sachen noch dabei, die ich noch nicht kannte! :smile:

LG
Nicola

hallo nicola,

fogenden interessanten artikel möchte ich dir ans herz legen:

Leidensdruck auf dem stillen Örtchen: Von Ballaststoffen und anderen Mythen der Verstopfung

Ballaststoffe, viel Flüssigkeit und Bewegung sind die gängigen Empfehlungen bei Verstopfung. Dass diese Mittel immer auch Wirkung zeigen, sei ein Mythos, sagt der Berliner Mediziner Stefan Müller-Lissner. Nicht jeder Patient verträgt jede Behandlung. Besser ist ein Stufenplan von einfachen Hausmitteln über darmaktivierende Kost bis hin zu Abführmitteln. Dieser wird auch dem Erkrankungsbild gerecht, das von leichten Befindlichkeitsstörungen bis hin zum chronischen Leiden reicht.

Ist der Darm nicht willig und der Gang zur Toilette eine Qual, kann dies das Wohlbefinden empfindlich stören. Ziehen sich die Probleme über etliche Tage hin, heißt die Diagnose oft Verstopfung. Mehr Ballaststoffe, viel Flüssigkeit und mehr Bewegung sind die häufigsten Therapieempfehlungen. Doch der Berliner Mediziner Stefan Müller-Lissner, Professor für Innere Medizin und Gastroenterologie an der Humboldt-Universität, hat andere Erfahrungen gemacht: Diese Behandlungstipps leuchteten zwar ein und wirkten auch in manchen Fällen, doch häufig helfen sie überhaupt nicht. Wissenschaftlich belegt seien sie schon gar nicht.

Schokolade, Cornflakes, Cola und Co in Mengen, und das noch möglichst schnell: Kein Wunder, dass die Verdauung sich bei einer solchen Belastung irgendwann meldet und der Darm sich wehrt. Die Ernährung und die unstete Lebensweise werden folgerichtig auch am häufigsten als Grund für eine Verstopfung genannt. Doch der Fall ist komplizierter als allgemein angenommen, kann eine Verstopfung doch genauso eine unspezifische Befindlichkeitsstörung wie eine ernste Erkrankung sein. Konkrete Zahlen gibt es nicht, doch Mediziner schätzen, dass beispielsweise rund 20 bis 30 Prozent der über Sechzigjährigen davon betroffen sind.

Wer dreimal täglich aufs stille Örtchen muss, liegt ebenso in der medizinischen Norm wie jemand mit Sitzungen nur jeden zweiten Tag. „Selbst eine Darmentleerung pro Woche bringt noch keine gesundheitlichen Nachteile mit sich“, sagt Müller-Lissner. Allein entscheidend ist der Leidensdruck während der Sitzungen. Gehen sie mit Schmerzen einher, ist der Gang zur Apotheke oder zum Arzt angezeigt.

Doch die häufig empfohlenen Behandlungsstrategien führen allzu oft ins Leere, hat ein internationales Team um den Gastroenterologen Müller-Lissner herausgefunden. Gemeinsam mit britischen, italienischen und US-amerikanischen Kollegen prüften die Wissenschaftler die Forschungsliteratur der vergangenen zwanzig Jahre und stellten beispielsweise fest, dass die häufig empfohlenen Ballaststoffe zwar einigen „Verstopften“ zu einer geregelten Darmtätigkeit verhelfen können. In vielen Fällen klappt dies jedoch nicht: „Viele Patienten mit gravierenden Verstopfungen ging es mit einer ballaststoffreichen Diät sogar noch schlimmer“, fasst Müller-Lissner diesen Aspekt zusammen.

Auch konnten er und sein Team keine Hinweise finden, dass viel Flüssigkeit und ein Mehr an Bewegung den Darm spürbar auf Trab bringen. „Die Spezialisten wissen das längst“, erläutert Müller-Lissner. Nur ist es eben schwer, dieses Wissen an die Allgemeinärzte und Otto-Normalverbraucher zu bringen, zumal der Dreiklang Ballaststoffe, Trinken und Bewegung in den Köpfen sitze und zum Beispiel auch von den Krankenkassen propagiert werde.

„Alle diese Maßnahmen sind ja nicht falsch“, wägt der Amberger Internist und Gastroenterologe Volker Groß ab. Der Chefarzt des Klinikums St. Marien hält die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten für entscheidend bei einer Verstopfung. Schon deswegen seien Ballaststoffe, Flüssigkeit und Sport zur Vorbeugung und Therapie sinnvoll. Er rät zu einem Stufenplan. Zunächst probieren die Patienten die einfachen Hausmittelchen aus. „Morgens, gleich nach dem Aufstehen, kann ein frischer Fruchtsaft oder ein Glas stilles Mineralwasser die Darmtätigkeit gut anregen“, sagt Groß. Bleibt die erhoffte Wirkung aus, können ballaststoffreiche Kost wie Salate und Gemüse helfen, ferner auch Ballaststoffe in Form von indischen Flohsamen sowie geschrotete Leinsamen und Kleie. Doch dies gelte es erst auszuprobieren, da es viele Patienten nicht vertragen – Blähungen und Bauchkrämpfe können die Folge sein.

Ist der Leidensdruck größer, empfiehlt Müller-Lissner Abführmittel. Unter diesen so genannten Laxantien gibt es im Wesentlichen zwei Gruppen. Zum einen quellfähige Substanzen wie das Polymer Macrogol. Es saugt Flüssigkeit wie ein Schwamm auf und hält den Darminhalt feucht, da es selbst nicht aufgenommen oder zersetzt wird. Hilft dies nicht, so können Patienten auch auf stimulierende Laxantien zum Beispiel auf Basis der Substanzgruppe der Anthrachinone zurückgreifen. Diese schubsen aktiv die Darmtätigkeit an.

Manche Ärzte und Patienten schrecken aber davor aus Angst zurück: Anthrachinone stehen im Ruf, abhängig zu machen und bei Einnahme über längere Zeit die Wirkung zu verlieren, ja die Beschwerden sogar noch zu vergrößern. Doch auch hier gibt Müller-Lissner Entwarnung: Patienten, die sich an die Dosierungsanweisungen halten, müssen keine Nachteile befürchten. Dies ist umso wichtiger, da Laxantien keiner Verschreibungspflicht unterliegen. In rund 80 Prozent der Fälle behandeln die Patienten sich selbst, schätzt Groß. Doch um sicher zu gehen, dass keine andere Erkrankung sich über den Darm meldet, sollten Patienten in harten Fällen auf jeden Fall den Arzt oder Apotheker einschalten.

ddp/wissenschaft.de

strubbel
V:open_mouth:)

Intressant!! :smile:
danke strubbel - sehr sehr aufschlußreich! :smile:

nicola

Danke, sehr interessant, stimmt auch mit meinen erfahrungen überein.

Bei der ernährung liegt das Problem oft auch dort, dass es viele latente Glutenallergiker gibt und Vollkorn enthält sehr viel Gluten!
Auch haben einige die mit Verdaaungsprobleme kämpfen andere latenten Nahrungsunverträglichkeiten, die bei all denen oft anders sind
Gutes Buch dazu (auch für erwacchsene) „Ist das Ihr Kind?“ von Prof dr Rapp. Dieses Buxch war wochenlang auf der bestsellerlieste der New York Times

Im weiteren leiden heute viele menschen an übermässigem darmpilzbefall. Dieser kann auch verstopfungen verursachen
(www.candida.de)

Gruss
Beat

Hi Nicola,

was hat es für Folgen, daß Dein Darm nicht in Schwung ist? Übergewicht?

Ich mag falsch liegen, doch gefühlsmäßig sprach aus Deinem Posting für mich, daß Du Dir manches verbietest oder nicht gönnst. Wenn Du Lust auf Brötchen / Semmerln hast, MUSS es ein Knäckebrot sein? Oder? Und vielleicht „GEIZT“ Dein DARM GENAU DESHALB, weil er von dem was er gerne hätte, zu wenig bekommt?

Essen hat ja auch was mit Lebensfreude zu tun haben und ist keine frustrierende Kalorienzählerei. Abgesehen davon, wenn man sich mehr darauf konzentriert, was einem guttut, (wieder) erlernt auf sein Bauchgefühl zu hören, ißt man - so erlebe ich es wenigstens seit einiger Zeit bei mir - immer mehr das was der Körper tatsächlich braucht. Und das entspricht nicht immer dem was Ernährungsberater einem raten würden. :smile: Doch wenn man sich damit wohlfühlt… :smile:

Da ich selbst gerade eine Sauerkraut- und Colaphase habe („pervers“),
und Sauerkraut gern als Darmreiniger bezeichnet wird, möchte ich Dir hierzu nun ein paar Links posten:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Oder für die Süßen:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv… oder http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Ciao,
Romana