Rüstungskonjunktur ist ungesund!
Hi Florian
War die Herrschaft von Hitler bis Kriegsausbruch wirklich so
gut?
Aufbau der Industrie, Geburtensteigerung, Abbau der
Arbeitslosen, usw.
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Die Industrie war schon lange da, nur die Rüstungsindustrie musste neu aufgebaut werden.
Die Wirtschaftliche belebung war, nach dem Crash 1929 eigentlich zu erwarten und hatte tatsächlich bereits eingesetzt.
Die Maßnahmen, die Hjalmar Schacht durchführte, waren der Wechsel von der Deflationspolitik Brünings zur Politik des Deficit Spendings. (Staat investiert auf Pump, um damit die Wirtschaft zu beleben, Stichwort MEFO-Wechsel) Die exzessive nutzung dieser Politik zur Aufrüstung führte dann zum Rücktritt Schachts. Rüstung ist ja bekanntlich ein Volkswirtschaftlich unproduktiver Zweig, die damit geschaffenen Güter sind eher wenig zur Konsumanregung geeignet.
Über Erbhofbauerngesetz (moderne Bindung an die Scholle) und Preis- und Lohnkontrolle reden wir mal nicht… Das war sowieso ein absolutes Unding.
Das Absinken der Arbeitslosenzahlen ist zum einen auf die Wehrpflicht zurückzuführen, damit kam ein ganzer Jahrgang „von der Strasse“
Zum anderen natürlich auf die Wirtschaftliche Belebung „auf Pump“
Weitere Arbeitsplätze wurden von den Fliehenden Deutschen jüdischer Herkunft freigemacht… das spülte auch noch einen netten Betrag in die Staatskasse durch die konfiszierten (besser: geraubten) Vermögenswerte.
Der Wirtschaftliche Aufschwung, der im wesentlichen eine auf Pump finanzierte Rüstungskonjunktur war, hätte in eine Wirtschaftskriese ungeahnten Ausmaßes geführt, wenn nicht der Krieg gekommen wäre, auf den Hitler zielgerichtet hingearbeitet hat. Diesem ziel, der kriegerischen revision von versailles und der eroberung von „Lebensraum im Osten“ (für wen eigentlich?) wurde alles andere, auch die wirtschaftliche Vernunft, untergeordnet.
Ganz kurz gesagt:
Die Konjunktur ab 33 war eine Seifenblase, schön anzusehen, aber im wesentlichen hohl.
Ist die „Diktatur“ als Regierungsform grundlegend falsch oder
kann man dem auch etwas gutes abgewinnen?
das wird nun Philosophisch…
Demokratie lebt von der Verantwortung sowohl der Wähler als auch der politiker. Die Politiker sollten halt nur milde korrupt und milde autokratisch sein und sich im wesentlichen an die Gesetze halten, die sie selber machen…
Ansonsten verkommt die Demokratie zu einer verkappten Diktatur (wie man ja so schön in Afrika beobachten kann) oder der Staat wird hilflos den eigentlichen Machthabern ausgeliefert (Südamerika z.B.)
Im wesenlichen kommt es auf die Effizienz der Verwaltung an. Wenn ein System die Leute nicht mit dem überlebensnotwendigen Versorgen kann, dann wird diese Form scheitern.
Wenn sichtbar wird, dass in einem ähnlichen kulturellen Umfeld ein System einem anderen unterlegen ist, dann wird das überlegene System das unterlegene verdrängen. Über- und Unterlegen definiert sich dabei ganz schlicht über den Lebensstandard der breiten Masse. Das kann natürlich ein bisschen dauern, bis diese Verdrängungsmechanismen greifen.
Ist es möglich die Demokratie in unserer Zeit zu stürzen oder
zu modifizieren wie es damals geschah oder ist die Regierung
dagegen gerüstet?
Natürlich ist das möglich, du musst nur die nötige Mehrheit (weit mehr als 50 %) zusammenbringen, um eine neue Verfassung durchzudrücken, und zwar im Rahmen eines revolutionären Umsturzes, allerdings sehe ich in der Hinsicht ziemlich schwarz… gottseidank.
Eine Verfassung und eine Demokratie schützt sich nicht selbst, das müssen schon die Bürger machen. Auf „legalem“ also internem Weg kann die derzeitige Verfassung aber nicht ausgehebelt werden, denn da gibt es das verfassungsrechtlich verankerte Widerstandsrecht und das Verbot, die Grundrechte in ihrem Wesensinhalt anzutasten.
Gruß
Mike