Hallo,
Es gibt viele Dinge, Personen, Ereignisse, denen
man die Eigenschaft „gut“ oder „böse“ zusprechen kann.
gut und böse sind keine Eigenschaften, sondern Wertungen. Deswegen ist jede Zuschreibung dieser Werte keine Frage von Tatsachenzuschreibung, sondern von Wertzuschreibung. Und das wiederum bedeutet, dass diese Zuschreibungen interessengebunden sind, also letztlich subjektiv bzw. subjektiv gefärbt. Daher ist bei der Beurteilung solcher Wertzuschreibungen immer ganz besonders wichtig, deren Kontext mitzuuntersuchen.
Nun gibt es auch so Redewendungen wie
„Das pure Böse.“ oder so ähnlich.
Was kann man sich darunter vorstellen?
Gar nichts. Bei solchen Beschreibungen handelt es sich in der Regel um Verteufelungen eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen durch eine andere Gruppe von Menschen oder durch einen einzelnen Menschen. „Böse“ ist zudem ein relativer Begriff, also ein Begriff, der immer nur in Gegenüberstellung zu „Gut“ eine Bedeutung hat, weshalb man einen Begriff wie „das pure Böse“ oder „das absolute Böse“ nur als negativen Idealbegriff bilden kann, der aber mit der Wirklichkeit ebensowenig zu tun hat wie „das schlechthin Gute“. Beides gibt es nicht.
Ich habs mal mit Grün probiert:
Gras hat die Eigenschaft „Grün“, Tee kann sie haben, etc.
Es gibt ja sogar „grüne“ Überzeugung.
Aber „Das Grün“ ohne jeden Trägerstoff,
und wenns nur Farbe im Stift ist, gibt
es doch gar nicht, oder doch?
Was kann man sich darunter vorstellen?
Grün ist eine sog. „sekundäre“ Eigenschaft.
Vgl. /t/objektivitaet/824801
(ganz unten, drittletzter Absatz zu Locke)
Herzliche Grüße
Thomas Miller