Das 'Kopftuch-Problem' an unseren Schulen

Hallo,
also ich nehme mal an ihr wisst alle was ich mit meiner überschrift meine. Es geht mir um dieses leidige thema ob denn nun eine lehrerin ein kopftuch tragen dürfe oder nicht.

Ich muss in einer woche ne kleine rede zu diesem thema halten, wofür mir allerdings noch etwas hintergrundwissen wie z.b. name der lehrerin die in diesem zusammenhang öfter in den medien steht, betreffendes bundesland, richterliche entscheidungen und vor welchem gericht sie getroffen wurden und sowas alles. Zum einen würde ich mich freuen wenn mir einer von euch einen Link zu einer seite mit solchen informationen liefern könnte oder mir am besten gleich etwas darüber erzählt.
Zum anderen hab ich mir gedacht ich versuch einfach mal hier ne kleine diskussion zu dem thema anzustossen (hat mich überrascht dass es das hier noch nicht gab) um mir vielleicht noch ein paar ansichten und argumente von anderen personen zu holen.

danke

lg

PS: ich bin übrigens gegen ein kopftuch-verbot (religiöse freiheit, die schüler werden nicht beeinflusst)

PPS: ich hab folgende aussage von einem richter der über diese kopftuch-frage entschieden hat aufgeschnappt „die frage ist doch, wieviel fremde religiösität unsere gesellschaft verträgt“ …
ich denk doch mal eine streitförderndere aussage ist kaum möglich - insofern diskutiert!

nochmal danke

*hüstel*
Moin,

Zum anderen hab ich mir gedacht ich versuch einfach mal hier
ne kleine diskussion zu dem thema anzustossen (hat mich
überrascht dass es das hier noch nicht gab)

Gib mal das Stichwort „Kopftuch“ in der Archivsuche ein und du findest 208 Artikel zu dem Thema.

Gruss
Marion

Hallo Else,

lies Dir doch mal die Urteilsbegründung des Bundesverfassungsgerichtes durch.
Ab Randziffer 74 kommt dann die Gegenmeinung der 3 Richter die für ein Verbot des Kopftuchs sind.
Sehr gute Argumente auf beiden Seiten…ich finde es auch schwierig hier eindeutig Stellung zu beziehen.

Viele Grüße

http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs20030924_2bvr1…

Hallo Sue.

Ab Randziffer 74 kommt dann die Gegenmeinung der 3 Richter die
für ein Verbot des Kopftuchs sind.

Die nach geltendem Recht ein Verbot nicht ausschliessen. Ob es nun auch ihre Meinung ist, dass es verboten werden sollte, bleibt dabei offen.

Sehr gute Argumente auf beiden Seiten…ich finde es auch
schwierig hier eindeutig Stellung zu beziehen.

Es ist und sollte ja auch keine juristische, sondern eine politische Antwort auf diese Frage geben und da sehe ich es wie Elsa. Alle Argumente für ein Verbot beruhen alleine auf Annahmen und demgegenüber steht das deutliche Signal an Ausländer und Muslima sich hier nicht integrieren zu dürfen (es sei denn sie assimilieren sich).

Deswegen denke ich, dass eine offene, demokratische Gesellschaft es verkraften kann, wenn ein paar Lehrerinnen Kopftücher aus religiösen Gründen tragen. Ja, ich denke sogar, wenn der Staat sich darauf einlassen würde, könnte er dieses sogar für eine angemessene Integration positiv nutzen. Aber in den vergangenen Monaten ist ja leider deutlich geworden, dass die überwiegende Mehrheit der Deutsche dieses nicht wünschen. Schade.

Schalom,
Eli

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argumente
also zunächstmal: ich gebs zu, ich hab nicht die suchfunktion bemüht, hab aber die themenüberschriften in diesem brett gelesen und hab nichts gefunden dass auf das kopftuch-thema hinweist. ich konnte ja nicht annehmen dass sich das thema einer diskussion die eigendlich unter anderer überschrift lief sich in diese richtung gewandelt hat.

und punkt zwei: anders als irgendwie alle vermuten bin ich männlich, nicht weiblich. (auch wenn irgendwie alle sagen das der spitzname das vermuten lässt)

und jetzt die eigendliche aussage: so wie es in den medien rüberkam, war der hauptgrund für die ermöglichung des verbots der kopftüche der, dass es angeblich die schüler der lehrerin irgendwie beeinflussen würde. das halte ich für grossen humbug! es mag sein dass sie fragen stellen (is ja doch nich das alltäglichste menschen mit kopftüchern zu sehen). aber deswegen sagen sie sich doch nicht gleich: „hey ich werd auch moslem!“. und wenn schon! es ist ja ihre freie entscheidung. und wenn der islam so eine „böse und frauenverachtende und was weis ich noch nich alles“ religion wäre, dann würden sie dies dank ihres intellekts den sie unserem „ausgezeichneten“ bildungssystem verdanken schon bald erkennen und den glauben ablegen. das eigendliche problem ist doch dass man dagegen ist, dass moslems in unserer gesellschaft präsenz zeigen und noch unentschlossene als anhänger gewinnen könnten. und da dies eine „neue“ sache in deutschland wäre, sind schonmal viele bürger dagegen. denn dank unserer ausgezeichneten medien denken viele sofort (überspitzt formuliert) dass die kinder am nächsten tag mit ner bombe um den bauch „für allah!“ schreiend in die schule rennen und ein massaker verüben. zumal ein kopftuch ja noch nichtmal ausdrückt dass jemand zum islam übertreten soll, er drückt lediglich aus dass man selbst dran glaubt und es als seine pflicht ansieht eines zu tragen! es ist ja nicht so dass damit die neutralität der schulen verletzt werden würde. und wenn der mensch will, ja dann lass ihn doch! er macht ja keinen schaden damit.

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Hallo Sebastian,

liess mal den Thread, auf den Marion verwiesen hat, genauer
durch. Die Argumente der Kopftuchgegner sind naemlich
wesentlich tiefgruendiger als du das hier so salopp zusammenfasst.

Gruesse, Elke
(die zwar gegen das Tragen ist, aber trotzdem muss, und sich
fuer Deutschland jeden Tag anders entscheidet)

Moin,

und jetzt die eigendliche aussage: so wie es in den medien
rüberkam, war der hauptgrund für die ermöglichung des verbots
der kopftüche der, dass es angeblich die schüler der lehrerin
irgendwie beeinflussen würde. das halte ich für grossen
humbug!

Mal abgesehen, dass das nicht der Hauptgrund war, hier noch ein bisschen aktuellen Lesestoff für dich:

http://www.emma.de/632073625690156.html

Gruß
Marion

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In der juristischen Debatte um das Kopftuch in der Schule war
das nicht der Hauptgrund, sondern der einzige Grund.
Daß in der publizistischen Debatte auch andere Gründe
vorgebracht werden, ist juristisch ohne Belang.

Ahja, ich nehme an, du kannst diese Behauptung mit einem entsprechenden Link oder Verweis begründen ?

Die tatsächliche juristische Diskussion und Begründung stellt sich nämlich anders dar:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,2717…

Hi @ll,

ich möchte mal 2 Aussagen in den Raum stellen von denen ich selbst nicht weiss ob sie wahr sind.

  1. eine Sache vergleichbar mit dem Kopftuch wird im Koran nie erwähnt. Es ist also kein MUSS. (jede Frau könnte ihr Kopftuch ablegen ohne religiöse Einusen hinnehmen zu müssen)
  2. gibt es wohl in Istanbul ein Gebäude in dem Verhüllung (also auch das Tragen eines Kopftuches) verboten ist. Frauen müssen ihre Kopftücher ablegen um einzutreten.

Von dem her wären die religiösen Argumente nicht wirklich wirksam. Es wäre wohl eher eine Tradition.

oder sind die Aussagen grundsätzlich falsch? was wisst ihr drüber?

cheers, silke

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo,

  1. eine Sache vergleichbar mit dem Kopftuch wird im Koran nie
    erwähnt.

hmm vielleicht liege ich ja falsch, aber ich hab den eindruck, daß das kopftuchverbot nicht die trägerinnen sondern die anderen schützen soll, nämlich die, die sie ansehen müssen. und was der koran dazu sagt kann dem gesetzgeber sowieso schnuppe sein.

gruß
datafox

also datafox hat recht, kann und sollte dem gesetztgeber schnuppe sein. also bleiben noch die die sich das (laut datafox) „ansehen müssen“. was ist das problem an einer fraum mit n stück stoff um den kopp? und falls dich mehr das bekenntnis das sie dadurch macht stört, warum ist es schlim das man sie ansieht und weiss, ok, die ist moslem?

Hallo Else,

warum ist es schlim
das man sie ansieht und weiss, ok, die ist moslem?

ich glaube gerade das ist der springende Punkt:
man soll nicht sehen, dass sie Moslem ist.
Somit dürfte es mit der Religionsfreiheit nicht weit her sein.
Wenn ich zwar eine Religion haben darf, aber keiner darf es wissen, ich weiss nicht. *grübel*

Gruss Harald

Hallo Eli.

Deswegen denke ich, dass eine offene, demokratische
Gesellschaft es verkraften kann, wenn ein paar Lehrerinnen
Kopftücher aus religiösen Gründen tragen. Ja, ich denke sogar,
wenn der Staat sich darauf einlassen würde, könnte er dieses
sogar für eine angemessene Integration positiv nutzen.

genau das steht - ganz aktuell - in einer österreichischen Zeitung:
„Wie ärmlich und selbstzweifelnd muss eine demokratische Gesellschaft sein, wenn sie sich durch religiöse oder sonstige weltanschauliche Symbole so verunsichern lässt, dass sie mit repressiven Mitteln dagegen vorgeht.“
http://epaper.derstandarddigital.at/stan.asp?Article…

Gruss Harald

hallo,

und falls dich mehr das
bekenntnis das sie dadurch macht stört, warum ist es schlim
das man sie ansieht und weiss, ok, die ist moslem?

ja das frage ich mich auch. das war wohl ein mißverständnis. ich habe nur die bedenken der kopftuchgegner wiedergegeben. mir persönlich ist es relativ egal, ob jemand moslem ist oder sonstige tücher am kopf trägt. denn die wirklich gefährlichen islamisten fallen eh nicht so plump auf.

gruß
datafox

oT

soweit wie ich das überblicken kann beziehen sich die meisten argumente der widersprechenden richter darauf dass einem staatsdiener nicht die selben/andere rechte zustehen wie einem normal-bürger, da der beamte ja im auftrag des staates handelt und somit auch die normal-bürger schützen muss.

wovor schützen? und warum sollte ein beamter (auch nur ein mensch) nicht genauso wie ein bürger behandelt werden? oh, sicher er repräsentiert durch sein handeln den staat. aber das ist doch irrelevant da es vollkommen egal sein sollte wie sich ein mensch kleidet. denn wir tollerieren es. und es ist doch auch nichts schlimmes daran, dass man erkennt dass sie muslimin ist. denn wir tollerieren es ja. es kann uns vollkommen egal sein, wir brauchen es in keine unserer entscheidungen mit einfliessen lassen. bekenntnis-freiheit heisst ein grundgesetzt - und eigendlich tut sie ja nichtmal das! sie befolgt lediglich vorschriften von denen sie glaubt sie müsse sich dran halten. und damit haben menschen ein problem, ja? es ist also nicht gut, dass andere menschen etwas tun, dass überhaupt keinen einfluss auf die umwelt hat, vondem sie denken es sei richtig? nein. das ist intolleranz. und unbegründet noch dazu. all die anstrengungen die vor zig gerichten unternommen wurden, nur weil es jemanden misfällt das eine frau die dem staate dient es wagt sich ein stück stoff um den kopf zu binden, weil ihre religion dass so vorschreibt? (oder weil sie glaubt es tun zu müssen, eigendlich kann uns die motivation für ihr kopftuch genauso schnuppe sein wie das kopftuch an sich)

Hallo Sebastian,
(oder weil sie glaubt es tun zu müssen,

eigendlich kann uns die motivation für ihr kopftuch genauso
schnuppe sein wie das kopftuch an sich)

Kann uns das wirklich? Und wie freiwillig tut sie das?
Wie freiwillig verzichtet das muslimische Maedchen auf
Sport- und Schwimmunterricht und Schulausfluege?
Versteh mich nicht falsch, ich hielt das Kopftuchverbot
fuer ziemlich idiotisch, aber die Argumente dafuer (hier bei
werweisswas) haben mir inzwischen zu denken gegeben. Mit anderen
Worten: ich bin unentschieden. Aber so einfach und plump, wie
du es darstellst, wird das Thema wohl am Stammtisch von
beiden Seiten diskutiert, aber es geht an der ernsthaften
Diskussion meilenweit vorbei.

Gruesse, Elke

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Hallo.
Als ich zur Schule ging trug unser Lehrer auch „nur“ so einen Lappen am Arm mit nem Hakenkreuz drauf. Ein besonders strammer Typ trug während des Unterrichts eine braune Uniform.
Ich bin der Meinung: Politische oder religiöse Abzeichen haben im Amt nichts zu suchen!
Ich möchte meinen Enkelkindern nicht zumuten, von einer Lehrperson mit Pickelhaube, Turban, Ganzkörperverkleidung, religiöses Kopftuch, Nonnenhaube usw unterrichtet zu werden.
Leute, die ihre politische oder religiöse Überzeugung so öffentlich raushängen lassen, sind wohl Fanatiker ihrer Sache.
Die Frau Ludin muß wohl eine fanatische Fundamentalistin sein, daß sie so verbissen schon 8 Jahre durch alle Instanzen um ihr Kopftuch kämpft.