Das Monster in meinem Kind!

Hallo,

ich beiß mir ins Knie. Wahnsinn, was hier abgeht! Und dann frage ich mich: Himmel - WIE SCHLIMM WIRD DAS NOCH???
*ausatmen - pfffff - einatmen - haaaaa - ausatmen - pfffff*

Also mal ganz in Ruhe und von vorne:
Ich habe also eine Tochter, fast 11 Jahre, 6. Klasse und ich habe den Eindruck, dass Pubertät doch nicht so ein einschleichender Prozess ist, wie ich vermutete.

Ich würde es eher mit der explosionsartigen Freisetzung eines Monsters im Körper meiner Tochter beschreiben.
Vor einem halben Jahr war sie ein liebes, hübsches, intelligentes Mädchen, jetzt ist es ein mit weit aufgerissenem Mund, schmatzendes Kaugummi kauendes Etwas, das blöde Körperverrenkungen an den Tag legt, um damit zu sagen, dass sie etwas cool findet. Besonders beliebt das beidhändige Victory-Zeichen, begleitet von seitlichem Wippen mit dem Oberkörper und leicht gebeugten Beinen. Gut, also so weit kann ich ihre Veränderungen ja noch akzeptieren - obgleich ich dennoch das Gespräch unterbreche, solange ich den Kaugummi im Mund hüpfen sehen kann. Diskussionen um solche Fragen wie „ab wann darf ich Stöckelschuhe tragen?“ oder „alle aus meiner Klasse benutzen Bräunungscreme, warum darf ich das nicht?“ gehe ich erstaunlich ruhig und ausdauernd gelassen an.
Aber diese Ausraster! Ich muss ja so eine fürchterliche Mutter sein, dass ich sie bitte, nicht im Pfannkuchenteig rumzurühren, den ich gerade verarbeite, denn immerhin blökt sie mir gleich entgegen, dass sie ja gar nichts darf. Ah - ne is klar. Ganz beliebt auch: „Halt die Klappe!“, „Lasst mich doch einfach alle in Ruhe!“, „mach doch selber!“ oder auch: „Räum Du doch mal mein Zimmer auf, dann siehst Du wie viel das ist!“ - wobei zu Letzterem anzumerken sei, dass sie der felsenfesten Überzeugung ist, woanders räumten die Mütter die Zimmer auf und die Kinder bräuchten nicht mehr zu tun, als alles auf den Boden zu werfen (O-Ton).

Außerdem ist ihre Woche scheiße, weil sie jeden Morgen um halb sieben aufstehen muss und noch beschissener ist es, dass niemand Verständnis dafür haben will, dass man deswegen auf die Kacke haut. Wenn die Tiere Kohldampf schieben und man sie bittet, beim Füttern zu helfen, erinnert sie stets daran, was sie ja sonst schon alles tut (zur Anmerkung: im Haushalt bis auf ihr eigenes Zimmer… nichts)- aber sich dann wieder beschweren, dass sie ja gar nichts darf, wenn man ablehnt mal eben so ein weiteres Tier aufzunehmen.

Die Krönung dann heute unter Heulen und Gezeter nach einigen Querelen: „Mama! Warum müssen Eltern so nervig sein?“ - gebrüllt wohlgemerkt, nicht gefragt.

Peng. Pubertät. PRÄ-pubertät. Also denke ich doch mal mit gerade mal 10 Jahren und 9 Monaten. Mit 10 Jahren und 3 Monaten war sie noch weitestgehend normal. Es wird wohl Zeit, mir im Klaren zu werden, wie ich damit und den vielen sich ähnelnden Situationen umgehen soll.

Ich bin also für viele viele Erfahrungsberichte und Tipps dankbar, wie man diese beginnende Phase handhaben kann, ohne tatsächlich gemein und unfair zu werden, aber dabei nicht zu vergessen, dass jedes zu locker laufen lassen wohl in Zukunft aufs Schärfste gegen einen verwendet wird.

Mücke

kein Tipp
Hallo Mücke,

ich kann dir leider nichts raten - denn meine Tochter ist JETZT 10 Jahre und 3 Monate und ein liebes, hübsches, intelligentes Mädchen … und nach diesem Bericht werde ich versuchen, die nächste Zeit noch bewusster zu genießen - solange sie noch genießbar ist!!!

Liebe Grüße und viel Kraft

Karin … die die folgenden Tipps sehr genau lesen wird

Hallo Karin,

ja, genieße die Zeit! Ich halte mir jetzt immer vor Augen, dass sie irgendwann - irgendwann NACH der Pubertät - eine liebe, hübsche, intelligente junge Frau sein wird. Das ermutigt ein bißchen.

Aber ich möchte Dir auch ein wenig die Angst nehmen, dass Deine Tochter auch in einem halben Jahr so anfängt. Denn meine Tochter geht wie gesagt in die 6. Klasse, ist also ständig von Kindern umgeben, die ein bis zwei Jahre älter sind - ich denke, dass das enorm prägt. Insofern hab ich mir das auch ein bißchen selber gebraten, als ich mich entschied, sie mit 5 in die Schule zu geben. Abgesehen davon hat sie auch einige schwere Jahre hinter sich, die sie „größer“ gemacht haben, als sie sein müsste. Die Hoffnung, dass sich Deine Tochter noch ein oder zwei Jahre Zeit lässt, wäre also durchaus berechtigt.

Mücke

Hallo Mücke,

kennen wir uns ??? Du meinst meine Tochter, oder ? Sie ist elfeinhalb Jahre alt, und seit ungefähr einem Jahr geht es rund.

Ich kenne alles, was Du beschreibst, kann es ergänzen um:

  • Ich trage, was ICH für richtig halte, du hast keine Ahnung von Mode (Thema bauchfrei *grummel*)
  • NIE gibt es bei uns etwas vernünftiges zum Essen. (???)
  • Andere Mädchen in meinem Alter dürfen viiiiiiiiiiiieeeeeeeel länger aufbleiben, länger rausgehen, haben einen eigenen Fernseher im Zimmer, ein cooleres Handy, mehr Taschengeld, mehr Klamotten.
  • KEIN Kind in der Klasse muss auch nur seine dreckige Unterhose selbst in die Schmutzwäsche tragen - das ist AUFGABE der Mutter (sie glaubt das wirklich !!! Ich bin übrigens berufstätig, keine Ahnung, wie sie auf so etwas kommt). Mitarbeit der Kinder im Haushalt gab es damals, nach dem Krieg, das ist heute anders.
  • IMMER wird sie unterdrückt, es ist IHRE Entscheidung, ob und wann sie Hausaufgaben macht.

Und so weiter…

Ihre Austicker wegen absoluter Nichtigkeiten sind nervig, sie ist manchmal wieder das nette Mädchen, das sie mal war, und dann eine unausstehliche Zicke.

Ich fürchte, das geht noch ein paar Jährchen, ihre Schwester (9) fängt auch langsam an, und wenn ich die Zicken durch habe, kann ich bei meinem Sohn alle Erfahrungen nutzen…

Kein Rat, nur solidarische Grüße,
Inselchen

Hallo

  • NIE gibt es bei uns etwas vernünftiges zum Essen. (???)

Davon noch eine andere Version:
Kind (12) sitzt in der Küche (Kühlschrank ist voll).

  • (fordernd, schimpfend): Ich hab Hunger!!!
  • Warum isst du denn dann nichts?
  • (sehr vorwurfsvoll): Wie haben ja nichts!!
  • KEIN Kind in der Klasse muss auch nur seine dreckige
    Unterhose selbst in die Schmutzwäsche tragen - das ist AUFGABE
    der Mutter

Meine Aufgaben bekomme ich auch zunehmend von minderjährigen Familienmitgliedern zugeteilt. Überall und in allen Familien würden immer und ausschließlich die Mütter z. B. den Tisch abwischen.

Viele Grüße
Th.

Hi!

Ich bin eine von der Pubertät mehrerer Kinder NICHT geplagte Mutter.
Wieso?

Einerseits ist da meine Grundeinstellung: Die Pubertät ist eine wahnsinnig anstrengende Zeit für das Kind. Neben den körperlichen Veränderungen machen sie ihre erste große Lebenskrise durch, müssen Fragen wie „Wer bin ich? Was will ich? Wo will ich hin?“ beantworten, die ihr ganzes weiteres Leben entscheidend beeinflussen werden. Und das, obwohl sie doch noch nicht einmal wissen, ob sie jetzt erwachsen sind oder noch Kind - ja nicht einmal, ob sie erwachsen sein wollen oder lieber doch noch Kind bleiben!
Da muß ich ihnen das Leben nicht noch schwerer machen, indem ich alles besser weiß und mich überall einmische. Wenn man bisher noch nicht gelernt hat, ihnen die Verantwortung für ihre Entscheidungen und ihr Leben zu übertragen, dann ist es jetzt allerhöchste Zeit, damit anzufangen! (Beispielsweise sollten sie in dem Alter wirklich selbst entscheiden dürfen, wann, wo und wie sie ihre Hausübungen erledigen. Das hindert mich ja nicht daran, unschuldig nachzufragen, ob sie eh schon alles erledigt haben und meine Hilfe immer wieder anzubieten.)

Andrerseits darf man sie einfach nicht zu ernst nehmen. Jammern und maulen, alle andren dürfen alles, aus heiterem Himmel beleidigte Antworten - das gilt ja nicht uns, das ist Ausdruck ihrer inneren Zerrissenheit! Das muß man abprallen lassen, in dem Alter verstehen sie auch schon Ironie. Es ist „nie was gescheites“ zu essen da, bei überquellendem Eiskasten? „Du armes Kind wirst vehungern, schaust eh schon ganz blaß aus…“
Meist knallt dann eine Tür oder sie jaulen auf, aber sie haben die Botschaft verstanden. Leider ist es wie bei Kleinkindern: es hält nicht lange vor. Wieder einmal müssen wir Eltern einfach unendliche Geduld haben und dürfen vor allem unsren Humor nicht verlieren.

Wobei ich als Fulltimemutter und Hausfrau tatsächlich teilweise „hinter ihnen herräume“ - klar, EIGENTLICH gehört Schmutzwäsche in den Schmutzwäschekorb und gebrauchtes Geschirr in die Küche, aber wenn ich was rumliegen/-stehen sehe, dann nehm ich´s gleich mit. Tut mir nicht weh und hält das Chaos in Grenzen… Regelmäßige Pflichten gab´s und gibt es bei uns nicht, trotzdem oder deswegen findet sich fast immer jemand, wenn ich frage. (Manchmal sitzen vier Kinder um den Tisch herum und jeder fragt „Wieso immer ich?“, wenn ich sie auffordere zu decken, weil das Essen fertig ist. Das kann dann auch dazu führen, daß jeder für sich deckt, aus lauter Angst, öfter als die Geschwister helfen zu „müssen“ - aber mittlerweile nehme ich mir Teller und Besteck und fange ungerührt zu essen an, bevor alles kalt wird. Klar, entspricht nicht dem Idealbild einer gemeindsamen Mahlzeit, aber es kommt immer seltener vor. Taten sagen eben mehr als tausend Worte. *g*)

Zeitig aufstehen ist TATSÄCHLICH ein Problem, Pubertierende haben einen verschobenen Schlaf-Wach-Rhythmus. Und auch das Chaos in ihren Köpfen hat körperliche Ursachen - die Verbindungen im Gehirn werden neu geknüpft.

Ganz allgemein finde ich es ungeheuer spannend mitzuerleben, wie aus meinen Kindern Erwachsene werden - gerade die Pubertät ist da eine sehr intensive Zeit.

Die Angst, es werde alles aus dem Ruder laufen, wenn ich zu locker lasse, habe ich definitiv nicht. Einerseits liegt mir Kontrolle nicht (war ein Lernprozeß, das zuzulassen!), andrerseits vertraue ich meinen Kindern und auf meine bisherige Erziehungsarbeit. Krisen sind nicht ausgeschlossen, aber „Probleme sind dazu da gelöst zu werden.“ *g*

alien

Es ist so wahr…
Liebe Mama,

hier schreibt Dein Tochter-Monster. Und das was Du für ziemlich zickig und egoistisch hältst, ist mein Weltbild. Und das ist für mich so wahr und real wie es wahrer und realer gar nicht sein kann.

Schau, als Kindergartenkind habe ich mich vor den Monstern in meinem Kleiderschrank gefürchtet. Diese Monster waren für mich real da und Ihr konntet sie nur nicht sehen. Erst später habe ich gelernt zu erkennen, dass diese Monster gar nicht real sind.

Und genauso ist es jetzt: es ist für mich einfach real, dass es „Deine Aufgabe“ ist, mir meinen Dreck hinterherzuräumen, obwohl ich das sehr wohl selber machen könnte. Ich sehe nicht, was Du eigentlich für mich tust. Alles was andere tun ist selbstverständlich, aber ich will für die kleinste Selbstverständlichkeit für die nächsten 3 Monate gelobt und vor weiteren Sklavendiensten verschont werden.

Nörgle doch, keife, stell Dich auf den Kopf und wackle mit den Füssen. Von mir aus beiss Dich doch ins Knie, alte, spiessige Zicke! Denn ICH habe Recht und Du nicht! Zumindest in meinem Weltbild, das vielleicht gar nicht objektiv ist.

Und was alle anderen dürfen und nur ich nicht. Mama, es geht hier nicht um objektive Umfragen unter 10.000 Teenies, sondern es geht darum, dass Anna dieses darf, Berta jenes und Claudia sogar selbiges. Erstens will ich dürfen, was Anna, Berta und Claudia dürfen. Zweitens ist mir egal, dass Anna, Berta und Claudia andere Dinge - die mir selbstverständlich sind - nicht dürfen. Drittens ist mir egal, dass die vielleicht schon älter sind. Viertens interessiert mich nicht einen Piep was die sonst noch für Pflichten zuhause haben. Ich will ALLES, und das AUF DER STELLE!

Froh solltest Du übrigens sein, wenn ich mich für Küchenarbeit interessiere! Sch** auf Deine Erfahrung, dass der Teig jetzt vielleicht ruhen muss. ICH weiss das besser ohne jemals einen Pfannkuchenteig gerührt zu haben! Ich weiss es einfach! Nerv also nicht rum!

Die Tiere. Okay, das geht mir noch am ehesten nahe. Schliesslich sind das Lebewesen. Andererseits - so viel fressen ist ja auch nicht gesund, und leider hab ich gelegentlich wichtigeres zu tun. Zum Beispiel ausgehen, mich schminken oder Klamotten kaufen oder telefonieren. In diesen Notfällen kann die Mama ruhig auch mal was für mich tun.

Mama, wenn Du mir helfen willst: setze mir Regeln. Wir sind nicht die anderen Leute. Ein oder zwei Aufgaben im Haushalt schaden mir nicht. Ich bin eigentlich schon in der Lage, regelmässig den Tisch zu decken. Und wenn ich ehrlich bin kann ich auch meine schmutzige Wäsche in den passenden Korb werfen. Nicht aus heiterem Himmel, vielleicht will ich ja dabei mitreden?

Lass uns auch Ausgehzeiten oder andere Freiheiten - vielleicht im Gegenzug mit den Pflichten - neu verhandeln? Vielleicht darf ich Samstags bis 22 Uhr wegbleiben, wenn ich dafür meine Bügelwäsche selber mache? Oder ich darf Klavierunterricht nehmen wenn das mit der Versorgung der Viecher (meistens) klappt?

Und nochwas: schick mich mit meinem Verein in ein Ferienlager. Oder schick mich zu einem Schüleraustausch. Das zeigt mir dann, wieviel Arbeit wirklich anfällt, bis x Leute satt sind. Und es zeigt mir, was andere Kinder daheim schuften müssen.

Mit egoistischem Gruss

Deine Tochter, das Monster

PS: Falls das jemand entgangen ist: Nein, ich bin nicht Mückes Tochter. Nein, alles was dort als Beleidigung aufgefasst werden könnte ist keinesfalls meine persönliche Meinung gegenüber Mücke.

hallo mücke,

schön, wie du schreibst :smile:

diese phase, die deine tochter jetzt hat, dauert jetzt rund 15 jahre an. schätzungsweise. wenn sie nicht von der wesentlich schlimmeren pubertät und postpubertät abgelöst wird :wink:

aber immerhin sind diese phasen auch zu was gut: nämlich, daß es den eltern leichter fällt, sich von ihren kindern abzunabeln.

schöne grüße und eine große flasche frauengold
ann

Monster? Hilfe!
Hallo zusammen,
mein Mann und ich beschäftigen uns gerade mit der Frage ob wir das mit dem Kinder bekommen mal in Angriff nehmen sollten.
Wenn man das so liest bekommt man es ja mit der Angst zu tun!! Wir sind eigentlich von einem süßen Prinzesschen oder einem kleinen Prinzen ausgegangen und haben nicht das geringste Interesse an einem Monster! :wink:
Kann man dieses Gen irgendwie ausschließen?? Oder schaffe ich mir besser schon mal ein dickes Fell an?
Ratlose Grüße
Cora :smile:)

Hallo,

Kann man dieses Gen irgendwie ausschließen??

Nein.

Oder schaffe ich
mir besser schon mal ein dickes Fell an?

Nutzt nichts. Man kann sich nur bedingt darauf vorbereiten.
Die Mist%§@!!§$% sind nämlich extrem anpassungsfähig.
Nein, das ist eigentlich das falsche Wort: sie passen sich
ja nicht an, sondern finden genau die Lücke, die die Eltern
am meisten nervt.

Guckst du manchmal Schlümpfe?
Stell dir vor, der der immer sagt: „Ich hasse …“
– das könnte dein Kind sein. Unser Sohn beginnt zur
Zeit seinen Tag mit der Litanei: „Ich hasse SChule.
Ich hasse Wecker. Ich hasse Frühaufstehen. Ich hasse
Orangensaft. Ich hasse schlechtes Wetter (vorgestern war es
noch: ich hasse es,wenn es so hell ist morgens!). Ich —“
So geht das den ganzen Tag.

Noch ein Rat: guck niemals nicht amerikanische Filme oder
noch schlimmer Soap-Operas mit Teenagern. Dort gibt es immer
eine Krise (das nervige Verhalten der Teenies lustig aufbereitet,
meist von noch nervigerem Verhalten des unreifen Vaters
übertrumpft), die dann durch den Geistesblitz und irgendeine
orginelle Verhaltensweise der etwas reiferen (nur im Skript,
optisch sieht sie aus wie eine 15jährige, seltsamerweise
ist Vater meist dick, faul und unordentlich) Mutter gelöst wird.
Das Perfide daran: im wirklichen Leben wird nichts gelöst.
Man hat einen Zusammenstoß (jetzt egal, ob der eher laut
oder eher vernünftig abläuft) und am nächsten Tag ist alles
wie bisher. „Und ewig grüßt das Murmeltier“ (Groundhog Day)
ist der Film, der die Wirklichkeit beschreibt. Nachdem man
etwa 3000 Mal den gleichen Tag mit den gleichen Problemen
durchlebt hat, mit geringfügigen Änderungen, ziehen sie irgendwann
aus.

Gruß
Elke

3 „Gefällt mir“

Hallo Elke

Nachdem man
etwa 3000 Mal den gleichen Tag mit den gleichen Problemen
durchlebt hat, mit geringfügigen Änderungen …

Das klingt irgendwie nach Stellungskrieg, bei der keine Seite nachgeben oder auch nur mal über Alternativen nachdenken will.

Ich selbst hatte ich (bei mir zu Hause) bisher eigentlich noch nicht den Eindruck, dass sich gar nichts bewegen lässt. Allerdings bin ich auch erst ganz am Anfang.

Viele Grüße
Th.

Hallo,

Kann man dieses Gen irgendwie ausschließen??

Nein.

Oder schaffe ich
mir besser schon mal ein dickes Fell an?

Nutzt nichts. Man kann sich nur bedingt darauf vorbereiten.
Die Mist%§@!!§$% sind nämlich extrem anpassungsfähig.
Nein, das ist eigentlich das falsche Wort: sie passen sich
ja nicht an, sondern finden genau die Lücke, die die Eltern
am meisten nervt.

Guckst du manchmal Schlümpfe?
Stell dir vor, der der immer sagt: „Ich hasse …“
– das könnte dein Kind sein. Unser Sohn beginnt zur
Zeit seinen Tag mit der Litanei: „Ich hasse SChule.
Ich hasse Wecker. Ich hasse Frühaufstehen. Ich hasse
Orangensaft. Ich hasse schlechtes Wetter (vorgestern war es
noch: ich hasse es,wenn es so hell ist morgens!). Ich —“
So geht das den ganzen Tag.

Noch ein Rat: guck niemals nicht amerikanische Filme oder
noch schlimmer Soap-Operas mit Teenagern. Dort gibt es immer
eine Krise (das nervige Verhalten der Teenies lustig
aufbereitet,
meist von noch nervigerem Verhalten des unreifen Vaters
übertrumpft), die dann durch den Geistesblitz und irgendeine
orginelle Verhaltensweise der etwas reiferen (nur im Skript,
optisch sieht sie aus wie eine 15jährige, seltsamerweise
ist Vater meist dick, faul und unordentlich) Mutter gelöst
wird.
Das Perfide daran: im wirklichen Leben wird nichts gelöst.
Man hat einen Zusammenstoß (jetzt egal, ob der eher laut
oder eher vernünftig abläuft) und am nächsten Tag ist alles
wie bisher. „Und ewig grüßt das Murmeltier“ (Groundhog Day)
ist der Film, der die Wirklichkeit beschreibt. Nachdem man
etwa 3000 Mal den gleichen Tag mit den gleichen Problemen
durchlebt hat, mit geringfügigen Änderungen, ziehen sie
irgendwann
aus.

Hm, das hört sich ja alles nicht so richtig berauschend an. Probleme und Nervkram habe ich auch so genug. Warum gibt es dann immer noch einen solch starken Fortpflanzungstrieb? Wenn doch nur die ersten 10 Jahre schön sind und man anschließend verzweifelt aufs ausziehen wartet?
Was hat Euch denn dazu bewogen Kinder in die Welt zu setzen und könnt Ihr diese „Monster“ denn noch lieben? Oder ist es wirklich so das man während dieser -doch ja nicht ganz kuzen Phase- durchgehend genervt ist?

Gruß
Elke

Hallo,

Nix Stellungskrieg.
Natürlich gibt es Veränderungen, das war mit Absicht
plakativ geschrieben - denn gerade Möchtegerneltern
sehen das Elterndasein als Friede,Freude,Eierkuchen -
man muss nur immer das Richtige tun. Nicht bei allen
Kindern ist das gleiche richtig (merkt man erst aber
erst hinterher, was nicht das Richtige war und leider
geht das Wissen, was nicht das Richtige war, nicht
automatisch mit der Kenntnis einher, was das Richtige
gewesen wäre bzw. das Richtige jetzt zu sein hat).
Es soll sogar Kinder geben, bei denen das Richtige
nicht richtig genug ist.
Ich bin immer dankbar hier Anregungen zu finden.
Aber ich traue keiner Schilderung einer Situation,
in der alle Probleme gemeistert werden.

Zu den Veränderungen:
Sagen wir es mal so:
Wenn man mit einem kleinen Kind lebt, merkt man nicht,
dass es wächst. Wenn dann die Tante einmal im Jahr
vorbeikommt, kann sie es gar nicht fassen, wie sehr
sich das Kind verändert hat.
Das trifft genau auch auf Verhaltensweisen zu.
Ich habe das Empfinden der Eltern beschrieben.
WEnn sie täglich Buch führen würden und vergleichen
würden, was vor einem Jahr war mit dem was heute
ist, würden sie Veränderungen erkennen. Wenn man
im Prozess drinsteckt, bemerkt man die Veränderungen
selten.
Allerdings bleibt meine Kritik an Fernsehserien (übrigens
nicht nur amerikanischen) bestehen: es gibt diese einmaligen,
reinigenden Gespräche, nach denen sich alles zum Guten
wendet nicht. So wie bei einem Kleinkind (unten in einem
anderen Thread vortrefflich beschrieben) ein einmalige Nein!
nicht genügt, um das Kind von heißen Herd fernzuhalten,
so genügt bei Teenies auch das einmalige Gespräch nicht.

Gruß
Elke

Hallo Mücke,

mein Mitleid hast du. Nicht, weil ich es nachvollziehen kann (bin noch kinderlos), aber einiger deiner Sätze erinnern mich sehr an meine Kindheit. Dass ich 11 war ist nun schon wirklich eine ganze Weile her, aber ich glaube, ich war auch ein Tochter-Monster. Ja, ich gebe es zu! :smile:

Ich kann dir leider keine wirklichen Tipps geben, außer, dass du dir ein dickes Fell anziehen solltest für die nächsten Jahre. Und - ganz wichtig - nehme es nicht persönlich. Man will in dem Alter ausprobieren wo die Grenzen sind, man will die Mutter „reizen“, man will der „Boss“ im Haus sein, man weiß alles schon und will sich auch nichts sagen lassen.

Meine Mutter, d.h. meine Eltern hatten bestimmt eine nervenaufreibende Zeit mit mir, sagen aber heute, dass ich diese Zeit gebraucht habe, das Rebellieren, das Dagegen sein, dass seinen Standpunkt vertreten, um zu einer selbstbewußten und durchsetzungsstarken Frau zu werden die ihren Weg geht und weiß wohin sie will.

Du kannst das Gezicke somit auch positiv sehen und gehe davon aus, dass es noch schlimmer kommt. Lass dein Kind mal 15 werden :smile:)

Zu Umgangstipps kann ich nur sagen, dass ich mir im Nachhinein gewünscht hätte, dass meine Mutter standhafter gewesen wäre. D.h. ich wußte wie ich was bekomme, wie ich sie um den Finger wickeln kann etc. Sicher hat mir das nicht geschadet, aber empfand meine Mutter in dem Alter teilweise als „unglaubwürdig“, da sie zu nachgiebig war.

Ich würde sehr darauf bedacht sein, dass ein „Nein“ auch ein „Nein“ bleibt und nicht nach 5 min. Honig um den Mund schmieren und falschen Versprechungen abgeben ein „Ja“ wird. Oder das Sätze wie „Bitte erledige dies und das sonst kann ich dir deinen Wunsch auch nicht erfüllen“ auch genau so eingehalten werden.

Ich konnte dir nun nicht wirklich Tipps geben, aber dich hoffentlich in dem Sinn aufbauen, dass sich aus einer Monster-Tochter irgendwann auch eine ganz normale (junge) Frau pellt :smile:

Viele Grüße

Schnuffelmu

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Hm, das hört sich ja alles nicht so richtig berauschend an.

Nein. Kindergroßziehen ist nicht berauschend.
Es hat wunderbare SEiten, es ist etwas, was ich in meinem
Leben nicht missen möchte, aber Noch-nicht-Eltern, die
sich nciht auch auf diese schrecklichen Zeiten einstellen,
fallen ganz schnell auf die Nase (das fängt damit an, dass
junge Mütter erwarten, sofort mit ihrem Baby glücklich zu
sein und erstaunt feststellen, dass dem nicht unbedingt so
ist).+

Probleme und Nervkram habe ich auch so genug. Warum gibt es
dann immer noch einen solch starken Fortpflanzungstrieb? Wenn
doch nur die ersten 10 Jahre schön sind und man anschließend
verzweifelt aufs ausziehen wartet?

Wer sagt, dass die ersten 10 Jahre schön sind?
Schon hier ist der falsche Ansatz. Kinder bereichern,
es kann wunderschön mit ihnen sein, aber man darf nicht
erwarten, dass es fast nur schön ist. Die erste Zeit kann
extrem anstrengend sein (wenn man ein Schreikind erwischt
oder wenn man ein temperamentvolles Trotzkind hat oder
wenn man das Glück hat, ein hyperaktives Kind zu haben —
wer sich nur auf schöne Zeiten einstellt, der wird unweigerlich
enttäuscht).

Was hat Euch denn dazu bewogen Kinder in die Welt zu setzen
und könnt Ihr diese „Monster“ denn noch lieben?

Großes Missverständnis: Liebe hat nichts mit mögen zu tun.
Ich liebe meine Kinder. Daran kann ich nichts ändern. Ich
werde sie immer lieben.
Aber ich muss sie nicht immer mögen, schon gar nicht alles,
was sie tun, mögen. Es gibt Zeiten, wo sie unausstehlich
sind. Es gibt Zeiten, wo ich sie ansehe, und denke: die sind
klasse, die würde ich richtig toll finden, wenn ich denen heute
auf der Straße, in einer Schule begegne. Und es gibt Zeiten,
wo ich sie ansehe und denke: wie kann die überhaupt jemand gern
haben?

Oder ist es
wirklich so das man während dieser -doch ja nicht ganz kuzen
Phase- durchgehend genervt ist?

Durchgehend - nein. Aber es kommt viel auf die Eltern an,
wie man damit umgeht. Ich habe zum Glück die Fähigkeit, jeden
Tag neu anzufangen (daher vielleicht der Ground Hog Day Vergleich).
Das heißt, ich bin nicht nachtragend. Mein Mann hat mehr
Probleme damit, den Sch… von gestern wegzustecken. Der Nachteil
meiner Sichtweise ist wahrscheinlich, dass ich weniger konsequent
bin. Andererseits ist bei uns nie die Kommunikation abgerissen.
Mein Vater konnte nach einem Streit (nicht nur mit mir als Kind,
auch mit meiner Mutter) tagelang eisig Schweigen. Vielleicht
vermeide ich das deshalb. Aber ich bringe es z.B. fertig,
sehr bald nach einem Streit, Kontakt aufzunehmen, z.B. in dem
ich Wäsche vorbeibringe (Lag grad rum!) oder frage, ob mir
jemand Speck anbrät (eine beliebte Aufgabe in unserem Haus) —
also ganz alltägliche Dinge anspreche, und das öffnet dann
wieder die Gesprächsleitungen.

Das nur als Beispiel, wie man auch mit schwierigen Zeiten umgehen
kann - aber ohne Zweifel: Kindergroßziehen ist Stress. Es kommt
nicht „natürlich“ (jedenfalls den wenigsten von uns), es ist
oft „learning by doing“. Dieser Stress hat aber ganz
besondere Belohnungen, die in den Kindern selbst liegen.

Wenn hier aber genervte Teenieeltern gelegentlich ihren Problemen
Ausdruck verleihen, schildert das die Wirklichkeit.
In meinem Fall schwingt oft Sarkasmus mit - das ist eben
meine Art von Humor mit nicht immer lustigen Dingen umzugehen.

Übrigens: ich sage zwar deutlich, dass man sich keine allzu rosigen
Vorstellungen vom Elternsein machen soll - aber dass das
nichts nützt ist mir schon klar.
Wir haben durch unsere Situation (unsere Kinder sind adoptiert)
mehr Vorbereitung als viele biologische Eltern erfahren, wo
immer das Negative (auch) betont wurde. Genutzt hat es nichts.
Man muss diese Erfahrungen selbst machen.
DAs beantwortet vielleicht deine Frage nach dem Fortpflanzungs-
trieb.

Gruß
Elke

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Hm, das hört sich ja alles nicht so richtig berauschend an.

Nein. Kindergroßziehen ist nicht berauschend.
Es hat wunderbare SEiten, es ist etwas, was ich in meinem
Leben nicht missen möchte, aber Noch-nicht-Eltern, die
sich nciht auch auf diese schrecklichen Zeiten einstellen,
fallen ganz schnell auf die Nase (das fängt damit an, dass
junge Mütter erwarten, sofort mit ihrem Baby glücklich zu
sein und erstaunt feststellen, dass dem nicht unbedingt so
ist).+

Probleme und Nervkram habe ich auch so genug. Warum gibt es
dann immer noch einen solch starken Fortpflanzungstrieb? Wenn
doch nur die ersten 10 Jahre schön sind und man anschließend
verzweifelt aufs ausziehen wartet?

Wer sagt, dass die ersten 10 Jahre schön sind?
Schon hier ist der falsche Ansatz. Kinder bereichern,
es kann wunderschön mit ihnen sein, aber man darf nicht
erwarten, dass es fast nur schön ist. Die erste Zeit kann
extrem anstrengend sein (wenn man ein Schreikind erwischt
oder wenn man ein temperamentvolles Trotzkind hat oder
wenn man das Glück hat, ein hyperaktives Kind zu haben —
wer sich nur auf schöne Zeiten einstellt, der wird
unweigerlich
enttäuscht).

Was hat Euch denn dazu bewogen Kinder in die Welt zu setzen
und könnt Ihr diese „Monster“ denn noch lieben?

Großes Missverständnis: Liebe hat nichts mit mögen zu tun.
Ich liebe meine Kinder. Daran kann ich nichts ändern. Ich
werde sie immer lieben.
Aber ich muss sie nicht immer mögen, schon gar nicht alles,
was sie tun, mögen. Es gibt Zeiten, wo sie unausstehlich
sind. Es gibt Zeiten, wo ich sie ansehe, und denke: die sind
klasse, die würde ich richtig toll finden, wenn ich denen
heute
auf der Straße, in einer Schule begegne. Und es gibt Zeiten,
wo ich sie ansehe und denke: wie kann die überhaupt jemand
gern
haben?

Oder ist es
wirklich so das man während dieser -doch ja nicht ganz kuzen
Phase- durchgehend genervt ist?

Durchgehend - nein. Aber es kommt viel auf die Eltern an,
wie man damit umgeht. Ich habe zum Glück die Fähigkeit, jeden
Tag neu anzufangen (daher vielleicht der Ground Hog Day
Vergleich).
Das heißt, ich bin nicht nachtragend. Mein Mann hat mehr
Probleme damit, den Sch… von gestern wegzustecken. Der
Nachteil
meiner Sichtweise ist wahrscheinlich, dass ich weniger
konsequent
bin. Andererseits ist bei uns nie die Kommunikation
abgerissen.
Mein Vater konnte nach einem Streit (nicht nur mit mir als
Kind,
auch mit meiner Mutter) tagelang eisig Schweigen. Vielleicht
vermeide ich das deshalb. Aber ich bringe es z.B. fertig,
sehr bald nach einem Streit, Kontakt aufzunehmen, z.B. in dem
ich Wäsche vorbeibringe (Lag grad rum!) oder frage, ob mir
jemand Speck anbrät (eine beliebte Aufgabe in unserem Haus)

also ganz alltägliche Dinge anspreche, und das öffnet dann
wieder die Gesprächsleitungen.

Das nur als Beispiel, wie man auch mit schwierigen Zeiten
umgehen
kann - aber ohne Zweifel: Kindergroßziehen ist Stress. Es
kommt
nicht „natürlich“ (jedenfalls den wenigsten von uns), es ist
oft „learning by doing“. Dieser Stress hat aber ganz
besondere Belohnungen, die in den Kindern selbst liegen.

Wenn hier aber genervte Teenieeltern gelegentlich ihren
Problemen
Ausdruck verleihen, schildert das die Wirklichkeit.
In meinem Fall schwingt oft Sarkasmus mit - das ist eben
meine Art von Humor mit nicht immer lustigen Dingen umzugehen.

Vielen lieben Dank für Deine Ausführungen. Sie bringen mir ein wenig Licht ins Dunkel.

Übrigens: ich sage zwar deutlich, dass man sich keine allzu
rosigen
Vorstellungen vom Elternsein machen soll - aber dass das
nichts nützt ist mir schon klar.
Wir haben durch unsere Situation (unsere Kinder sind
adoptiert)
mehr Vorbereitung als viele biologische Eltern erfahren, wo
immer das Negative (auch) betont wurde. Genutzt hat es
nichts.
Man muss diese Erfahrungen selbst machen.
DAs beantwortet vielleicht deine Frage nach dem
Fortpflanzungs-
trieb.

Hier ist ein Ansatz der mich sehr interessiert. Mein Mann und ich können keine eigenen Kinder bekommen und sind derzeit die verschiedenen Möglichkeiten am durchspekulieren.
Vielleicht magst Du mir etwas von Deinen Erfahrungen mit der Adoption, den Behörden, den ersten Kontakt zu den Kindern usw. (gern per Mail) berichten.
Auch würde mich die Reaktionen aus dem Umfeld interessieren.
Nur wenn Du magst - würde mich freuen.
Grüße, Cora

Gruß
Elke

Hallo Muecke,

ich beiß mir ins Knie. Wahnsinn, was hier abgeht! Und dann
frage ich mich: Himmel - WIE SCHLIMM WIRD DAS NOCH???
*ausatmen - pfffff - einatmen - haaaaa - ausatmen - pfffff*

also, erstmal: Nein, so schlimm wie Du schreibst, war es bei uns nicht. Vermutlich deswegen, weil mein Lebensgefährte zu uns zog, als meine Tochter knapp 13 Jahre alt war (vorher, mit ihr alleine, habe ich genug Gleichgültigkeit aufgebracht, mich nicht wegen jedem Anraunzer zu ärgern). Er - völlig ungeübt im Umgang mit Kindern und Jugendlichen - zog schon einen wesentlichen Teil dieser Ausraster auf sich.

Aber ein paar Anmerkungen habe ich doch noch:

Also mal ganz in Ruhe und von vorne:
Ich habe also eine Tochter, fast 11 Jahre, 6. Klasse und ich
habe den Eindruck, dass Pubertät doch nicht so ein
einschleichender Prozess ist, wie ich vermutete.

Das ist mit Sicherheit bei jedem Kind anders.

Ich würde es eher mit der explosionsartigen Freisetzung eines
Monsters im Körper meiner Tochter beschreiben.
Vor einem halben Jahr war sie ein liebes, hübsches,
intelligentes Mädchen,

Bei mir war schon der Kontrast nicht so stark: Das klassische „liebe Mädchen“ war meine Tochter nie (geht auch nicht bei einem Kind, das meine Tochter ist *g*), „intelligent“ und „hübsch“ (zumindestens als Grundzustand) war sie auch während der Pubertät noch. Dass die Intelligenz und das Aussehen nicht ausschließlich nach meinen Wünschen ausgeprägt wurden, nun, das konnte auch manchmal an meinen Wünschen gelegen haben.

jetzt ist es ein mit weit aufgerissenem
Mund, schmatzendes Kaugummi kauendes Etwas, das blöde
Körperverrenkungen an den Tag legt, um damit zu sagen, dass
sie etwas cool findet.

Schau mal, das ist wie bei den ganz kleinen: Je mehr Du Dich über so einen Blödsinn aufregst, desto interessanter wird er.

obgleich ich dennoch das Gespräch unterbreche, solange ich den Kaugummi im
Mund hüpfen sehen kann.

Ist doch schon mal etwas Vernünftiges, Aufmerksamkeit wegnehmen.

Ganz beliebt auch: „Halt die Klappe!“, „Lasst mich
doch einfach alle in Ruhe!“, „mach doch selber!“

Das habe ich eigentlich immer ganz sklavisch befolgt: Ich habe die Klappe gehalten, wenn meine Tochter etwas von mir wollte (schulische Dinge ausgenommen). Ich habe ihr vorgeschlagen, im eigenen Zimmer zu bleiben, und dort die Ruhe, in der ich sie lasse, zu genießen.

oder auch:
„Räum Du doch mal mein Zimmer auf, dann siehst Du wie viel das
ist!“

Diesen Klassiker zum Beispiel habe ich mir nie gegeben. Da hilft wirklich am besten, die dort rumliegenden Dinge zu ignorieren (gut, vergammelnde Lebensmittel mal ausgenommen) und darauf zu warten, dass die Unordnung selber erzieherisch wirkt. Wenn die Lieblingsjeans (beliebiges Kleidungsstück einsetzen) nicht zur Party verfügbar ist, dann tut das mehr weh als jede Ermahnung der Mutter.

Und wenn Tochter etwas Wichtiges (außer Schulsachen) nicht mehr findet, dann fängt sie auch von ganz alleine an aufzuräumen. Natürlich ist auch die Sauberkeit im Zimmer der Tochter ihre Sache (gut, ich habe auch noch nie hinter jemandem über 6 Jahre her geputzt, das war damals schon Teamarbeit)

Ich bin also für viele viele Erfahrungsberichte und Tipps
dankbar, wie man diese beginnende Phase handhaben kann, ohne
tatsächlich gemein und unfair zu werden, aber dabei nicht zu
vergessen, dass jedes zu locker laufen lassen wohl in Zukunft
aufs Schärfste gegen einen verwendet wird.

Am hilfreichsten war es für mich, mir immer einen Ausspruch eines 14-hjährigen aus einer „Eltern“-Umfrage vor Augen zu halten: „Pubertät ist die Zeit, wenn die Eltern schwierig werden.“

Nicht nur wir haben Probleme mit den Kindern, sondern diese haben auch Probleme: mit sich, und natürlich auch mit uns. Das hilft, den Kopf immer oben zu behalten.

Gruß, Karin

Hi Karin,

Diesen Klassiker zum Beispiel habe ich mir nie gegeben. Da
hilft wirklich am besten, die dort rumliegenden Dinge zu
ignorieren (gut, vergammelnde Lebensmittel mal ausgenommen)
und darauf zu warten, dass die Unordnung selber erzieherisch
wirkt.

Ich frage mich immer, wieso das bei anderen Leuten
funktioniert.
Wir wohnen seit etwas über einem Jahr in diesem HAus.
Dieses Wochenende bin ich ausgerastet und habe auf einer
Endmistungsaktion bestanden. Die Jungs störte es absolut nicht.
Nicht, dass es Dinge gab, die nicht mehr gefunden wurden
(PC-Spiele, Lieblingsanziehsachen, Taschenmesser usw),
nicht dass Sachen nicht gewaschen wurden, obwohl man sie
eigentlich brauchen würde, nicht dass hinter dem Bett eine
Schimmelpilzzucht war, nichts.
Dabei hat die ganze Aktion nicht mal einen Nachmittag gedauert.

Gruß
Elke

Liebe Schnuffelmu,

danke für den Bericht aus der anderen Perspektive - vielleicht sind es auch vielmehr diese Erfahrungsberichte, die mir helfen. Ich war auch furchtbar als Pubi - und ich empfand meine Mutter nicht als Mutter. Ich hab einfach „eh gemacht, was ich wollte“ und das blieb in aller Regel auch konsequenzenlos.
Natürlich möchte ich genau das heute als Mutter nicht sein. Aber die Grenzen zu finden ist schwer. Besonders, dass ich nicht genau ins Gegenteil überschlage.

Mücke

Hallo Ann,
na du machst uns ja Mut :wink:) Ich habe 2 Töchter und brauchte schon immer Nerven wie Drahtseile, weil sie so wild sind. Die Erste kommt jetzt auch gerade in die Pubertät, aber ich finde es geht noch. Sie ist einfach nur motzig und bockig, aber ich hab das Ruder noch in der Hand :wink:) Mit der Zweiten wird es schlimmer werden, das weiß ich jetzt schon, die liebt nämlich Dramen und Ausbrüche,halleluja! Ich war zu meiner Zeit geradezu schrecklich, deshalb denke ich immer „What goes around , comes around“.
Also Nerven behalten.
Gruß an die lieben Mütter,
Claudia