Hallo,
ich beiß mir ins Knie. Wahnsinn, was hier abgeht! Und dann frage ich mich: Himmel - WIE SCHLIMM WIRD DAS NOCH???
*ausatmen - pfffff - einatmen - haaaaa - ausatmen - pfffff*
Also mal ganz in Ruhe und von vorne:
Ich habe also eine Tochter, fast 11 Jahre, 6. Klasse und ich habe den Eindruck, dass Pubertät doch nicht so ein einschleichender Prozess ist, wie ich vermutete.
Ich würde es eher mit der explosionsartigen Freisetzung eines Monsters im Körper meiner Tochter beschreiben.
Vor einem halben Jahr war sie ein liebes, hübsches, intelligentes Mädchen, jetzt ist es ein mit weit aufgerissenem Mund, schmatzendes Kaugummi kauendes Etwas, das blöde Körperverrenkungen an den Tag legt, um damit zu sagen, dass sie etwas cool findet. Besonders beliebt das beidhändige Victory-Zeichen, begleitet von seitlichem Wippen mit dem Oberkörper und leicht gebeugten Beinen. Gut, also so weit kann ich ihre Veränderungen ja noch akzeptieren - obgleich ich dennoch das Gespräch unterbreche, solange ich den Kaugummi im Mund hüpfen sehen kann. Diskussionen um solche Fragen wie „ab wann darf ich Stöckelschuhe tragen?“ oder „alle aus meiner Klasse benutzen Bräunungscreme, warum darf ich das nicht?“ gehe ich erstaunlich ruhig und ausdauernd gelassen an.
Aber diese Ausraster! Ich muss ja so eine fürchterliche Mutter sein, dass ich sie bitte, nicht im Pfannkuchenteig rumzurühren, den ich gerade verarbeite, denn immerhin blökt sie mir gleich entgegen, dass sie ja gar nichts darf. Ah - ne is klar. Ganz beliebt auch: „Halt die Klappe!“, „Lasst mich doch einfach alle in Ruhe!“, „mach doch selber!“ oder auch: „Räum Du doch mal mein Zimmer auf, dann siehst Du wie viel das ist!“ - wobei zu Letzterem anzumerken sei, dass sie der felsenfesten Überzeugung ist, woanders räumten die Mütter die Zimmer auf und die Kinder bräuchten nicht mehr zu tun, als alles auf den Boden zu werfen (O-Ton).
Außerdem ist ihre Woche scheiße, weil sie jeden Morgen um halb sieben aufstehen muss und noch beschissener ist es, dass niemand Verständnis dafür haben will, dass man deswegen auf die Kacke haut. Wenn die Tiere Kohldampf schieben und man sie bittet, beim Füttern zu helfen, erinnert sie stets daran, was sie ja sonst schon alles tut (zur Anmerkung: im Haushalt bis auf ihr eigenes Zimmer… nichts)- aber sich dann wieder beschweren, dass sie ja gar nichts darf, wenn man ablehnt mal eben so ein weiteres Tier aufzunehmen.
Die Krönung dann heute unter Heulen und Gezeter nach einigen Querelen: „Mama! Warum müssen Eltern so nervig sein?“ - gebrüllt wohlgemerkt, nicht gefragt.
Peng. Pubertät. PRÄ-pubertät. Also denke ich doch mal mit gerade mal 10 Jahren und 9 Monaten. Mit 10 Jahren und 3 Monaten war sie noch weitestgehend normal. Es wird wohl Zeit, mir im Klaren zu werden, wie ich damit und den vielen sich ähnelnden Situationen umgehen soll.
Ich bin also für viele viele Erfahrungsberichte und Tipps dankbar, wie man diese beginnende Phase handhaben kann, ohne tatsächlich gemein und unfair zu werden, aber dabei nicht zu vergessen, dass jedes zu locker laufen lassen wohl in Zukunft aufs Schärfste gegen einen verwendet wird.
Mücke

