Danke an alle und ein Tagesbericht
Hallo ihr Lieben,
vielen lieben Dank für die netten und sehr unterschiedlichen Beiträge - ich habe mir jeden mehrfach durchgelesen und viel nachgedacht. Je mehr ich nachdachte, umso lieber mochte ich mein „Monster“.
Tja - und trotz Allem heute Abend wieder die totale Eskalation (interessanterweise irgendwie immer abends fällt mir gerade so auf). Und das wegen einer Umhängetasche, die sie morgen statt Schulrucksack mit in die Schule nehmen wollte - dass man dabei die Hefte reinquetschen und die Ecken abknicken muss, damit es passt, ist ja egal. Ich machte ihr das Angebot, ihr eine größere zu kaufen, sofern denn die Ordnung im Schulrucksack wieder zu einer verlässlichen Größe wird. Hatte ich doch auch hier so gelesen… „wenn Du tust… dann tu ich“. Puff. War dann heute wohl nicht der Glücksgriff. „Immer musst Du Bedingungen stellen! Alle anderen Kinder kriegen einfach eine Umhängetasche, egal wie unordentlich ihr Ranzen ist! Immer musst Du Streit mit mir anfangen!“ Huch… war mir bis dato entgangen, dass wir Streit haben, eigentlich dachte ich, ich hätte ihr „nur“ etwas heute noch nicht gegeben, was sie gerne sofort hätte. Naja, dann hatten wir also Streit - obwohl ich immer noch denke, eher sie mit mir als umgekehrt.
Irgendwann sind wir aber dann endlich eine Ebende tiefer gelangt (hat aber auch ganz schön gedauert) und es kam heraus, dass sie sich zu viel von mir rumkommandiert fühlt. Wann sie Hausaufgaben machen soll, wann sie ihr Zimmer aufräumen soll, wann sie ins Bett soll. Hm. Interessant. Ätzt doch gerade dieser Punkt auch mich an, dass ich jeden Schritt des Tages erwähnen muss, bevor er endlich getan wird… Ich hatte mir bisher gedacht, ich gebe ihr schleichend die Verantwortung. So habe ich z.B. zum Thema „Hausaufgaben beginnen“ erst dann etwas gesagt, wenn ich anhand der Uhr sehen konnte, dass es nun schon knapp wird.
Überraschende Erkenntnis also beiderseits heute. Ich habe ihr gesagt, dass ich sie dann einfach machen lasse, dass ich ihr das auch zutraue, aber dass ich dann auch nicht mehr in die Verantwortung „Warum hast Du nicht gesagt, dass…“ gezogen werden möchte. Jetzt ist es heute also fast halb zehn geworden bis sie ins Bett kam, aber ich hoffe, es war zu etwas Gut.
Ein bißchen habe ich das Gefühl, dass wir beide heute etwas gelernt haben. Sie, dass sie mir - auch ausrastend -sagen kann, was sie an mir anstinkt, ohne, dass ich sie dadurch verurteile und ich, dass wir wirklich anfangen müssen eine andersartige Basis aufzubauen…
Naja, dass sie dann aber alles dürfen wollte, was wir auch dürfen, ging dann aber doch unwesentlich zu weit. Ich bot ihr an, dass sie alles darf, was wir dürfen, wenn sie alles muss, was wir müssen. Dafür hab ich mir gleich wieder die volle Bandbreite der Oper „Kinder sind Sklaven ihrer Eltern“ eingefangen. Ich habe neuen Mut geschöpft, solche Attacken besonnen überstehen zu können. Heute hat es zumindest gut geklappt - und ein Ergebnis hatten wir auch. 
Dennoch bin ich natürlich für weitere Mutmacher offen…
Danke! sagt
Mücke