Das Monster in meinem Kind!

eigene Erfahrung
Hallo!

Ich hab nochmal nachgedacht und überlegt, wie das bei mir war. Ich war auch echt schlimm. Aber im Nachhinein denke ich halt, dass es schön gewesen wäre, wenn meine Mutter auch mal einfach nachgegeben hätte. Denn es war mir einfach alles andere wichtiger als z.B. aufräumen. Leider drehten sich aber alle Gespräche darum (d.h. Gespräche kann man das wirklich nicht mehr nennen *g*). Ich fühlte mich damals darauf reduziert, dabei gab es doch so viele Dinge, die für mich wichtig waren und über die ich vielleicht manchmal gerne geredet hätte. Aber es ging dann immer alles um die gleichen 2-3 Themen und ich hab mich gefragt, ob ich eigentlich nur akzeptiert werde für das, was ich tue (bzw. nicht tue).
Also - neben den ganzen Streitereien würde ich nicht vergessen, mich für die Themen zu interessieren, die sie momentan berühren. Und das mit der Ordnung, Pflichten übernehmen etc - das lernen wir doch alle ganz automatisch irgendwann, mehr oder weniger.

Gruß,

N.

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H wie Hola.

Also ich schwinge mich an dieser Stelle nicht auf, Dir konkrete Tips ins Gewissen zu reden - die vermutlich gar nicht funktionieren, weil Du nicht der Typ Mutter dafür bist.

Nur so als Vergleich:

ich beiß mir ins Knie. Wahnsinn, was hier abgeht! Und dann
frage ich mich: Himmel - WIE SCHLIMM WIRD DAS NOCH???
*ausatmen - pfffff - einatmen - haaaaa - ausatmen - pfffff*

So schlimm wie Du es zuläßt.

Ich würde es eher mit der explosionsartigen Freisetzung eines
Monsters im Körper meiner Tochter beschreiben.
Vor einem halben Jahr war sie ein liebes, hübsches,
intelligentes Mädchen, jetzt ist es ein mit weit aufgerissenem
Mund, schmatzendes Kaugummi kauendes Etwas, das blöde
Körperverrenkungen an den Tag legt, um damit zu sagen, dass
sie etwas cool findet. Besonders beliebt das beidhändige
Victory-Zeichen, begleitet von seitlichem Wippen mit dem
Oberkörper und leicht gebeugten Beinen. Gut, also so weit kann
ich ihre Veränderungen ja noch akzeptieren - obgleich ich
dennoch das Gespräch unterbreche, solange ich den Kaugummi im
Mund hüpfen sehen kann. Diskussionen um solche Fragen wie „ab
wann darf ich Stöckelschuhe tragen?“ oder „alle aus meiner
Klasse benutzen Bräunungscreme, warum darf ich das nicht?“
gehe ich erstaunlich ruhig und ausdauernd gelassen an.
Aber diese Ausraster! Ich muss ja so eine fürchterliche Mutter
sein, dass ich sie bitte, nicht im Pfannkuchenteig
rumzurühren, den ich gerade verarbeite, denn immerhin blökt
sie mir gleich entgegen, dass sie ja gar nichts darf.

Darüber kann man wunderbar intellektuell den Kopf schütteln; zwar hatte ich nie solche Anwandlungen, doch irgendwie gehört dieses affige Verhalten bei anderen wohl zur Normalität dazu. Das muß man als Eltern hinnehmen.

Ganz beliebt auch: „Halt die Klappe!“, „Lasst mich
doch einfach alle in Ruhe!“, „mach doch selber!“

Als ich diese Passage überflogen hatte, klappte mir spontan das Messer in der Tasche auf! Kann ja wohl nicht wahr sein, wie Dein pubertierendes Kind mit Dir redet? Daß es sich überhaupt getraut, so einen Ton aufzusetzen.

Ist Dir das, ehrlich gesagt, selbst nicht zuviel (oder zu dumm)?

Schon beim ersten Vorkommnis hättest Du dermaßen dagegen vorgehen müssen, daß solche Ausartungen gar nicht erst aufkommen. Wo soll das noch hinführen, bei ca. fünf weiteren Jahren Pubertät, die vor Dir liegen? Läßt Du Dich dann als „elende Schlampe“ titulieren?

Die alte Schule fehlt hier ganz eindeutig. Bedenke Dein Selbstverständnis: *Du* bist der Erwachsene, das Elternteil. Dein Kind ist nichts und rein gar nichts anderes, als ein *Kind*. Es hat also gesellschaftlich weder vollen Status, noch irgendwelche vollen Rechte und nur kleine Pflichten. Es steht überhaupt nicht im Leben, ist weitestgehend unselbständig gemessen an den Anforderungen der Welt und, und, und. Wieso läßt Du Dir so auf der Nase herumtanzen? Wo ist Dein Anspruch auf absolute elterliche Autorität gegenüber dem Kind?

Ganz ehrlich - nur ein Spruch entfernt in dieser Kategorie und bei *meiner* Mutter hätte es ein Donnerwetter gegeben… biblisches Herabregnen von Schwefel wäre nichts dagegen gewesen.

Willst Du die Sache wieder unter Kontrolle bringen, praktiziere „liebevolle Strenge“. Klare, unumstößliche Grenzen. Striktheit. Stringenz. Laß Diskussionen über irgendwelche Entscheidungen Deinerseits gar nicht erst zu, denn Dein Kind bewegt sich noch nicht annähernd in Relationen, daß es ein Recht auf ein Debattieren gegen Dich hätte. Sei fodernd, lasse auf jeden Verstoß eine entsprechende Konsequenz folgen. Nur so lernt sie einerseits, daß sie verantwortlich für ihre Handlungen sein wird/ ist. Nur so lernt sie andererseits, daß auch alles immer Effekte nachsichzieht. Und schlußendlich behälst Du die Kontrolle über den Rahmen ihres Verhaltens. Diese Tür schwingt übrigens in beide Richtungen! Sprich, gilt also sowohl für Bestrafung, *als auch* für Belohnung. Du kannst also mit ausgewogenem Verhalten Deinerseits, zeitgleich disziplinieren/fordern und formen/ermutigen/fördern. Je nach Verhalten ihrerseits.

Dagegen: Sei selbstkritisch - jedoch für Dich. Nicht vor Deiner Tochter, sonst erweckst Du den Eindruck, sie könnte in diverse Einschätzungen und Entscheidungen Deinerseits doch wieder Einfluß nehmen.

Passe die Regeln dem Alter Deiner Tochter an.
Das ist der Hauptpunkt, wo einseitig übertrieben strenge Eltern scheitern - und wo die richtig klassisch autoritären Originale triumphieren. Eine 17jährige mußt Du latent anders behandeln, als eine 14jährige und wieder anders als eine 11jährige.
Nur wieder siehe oben: nicht an die große Glocke hängen, sondern vor vollendete Tatsachen stellen und an der Linie festhalten. Der gesunde Menschenverstand ist hier der Schlüssel, um das richtie Maß zu treffen.

Sicherlich (für Dich) nicht unbedingt leicht umzusetzen, wenn es jetzt schon solche Formen angenommen hat und Du noch nicht rigoros dagegen vorgegangen bist. Wie gesagt: liebevolle Strenge. Das Phänomen ist doch gerade, daß bspw. den *strengen* Erzieherinnen im Kindergarten die Kinder wie vernarrt am Rockzipfel hängen. Nur sind diese (oft sehr viel älteren) Erzieherinnen auf der anderen Seite immer ausgewogen, fair, gehen auf Bedürfnisse ein, helfen den Kindern - jedoch ohne dieses heutige Gewäsch vom „das Kind in den Grundfesten respektieren, als großartiges Individuum der Gesellschaft wahrnehmen, stets den Dialog suchen und rein kommunikativ auf das Kind eingehen,…“. Empirisch zeigt sich, daß hier überhaupt nicht das passiert, was viele Schwafler („freiheitliche“ Erziehungskonzepte, „moderne“ Mutter-Kind-Beziehung, „demokratische“ Familienorganisation) immer unterstellen.

Du mußt, um mit Goethe zu sprechen, Tatmensch sein. Machtkämpfe zwischen Mutter und Kind entstehen doch nur, weil die Mutter so dumm ist, sich kommunikativ darauf einzulassen. Definierst Du Dich dagegen über Deine Taten, hälst Du an Deinem Kurs fest, wird Deine Tochter schnell lernen, daß sie dagegen nicht ankommt.
Es ist völlig unverständlich, wie manche tatsächlich behaupten können, Machtkämpfe würden die Eltern stets verlieren. Das ist verkehrte Welt - das ist eine Folge von unendlichem Gerede, von fehlenden Grenzen und dem Klarstellen, daß das Kind ein Kind ist.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Trichtere das Deiner Tochter ein.
Laß ihre jedwede Unterstützung zuteilwerden, jedoch zu Deinen Konditionen. Du bestimmst, Du entscheidest. Bewegt sie sich in diesem Rahmen, fördere, sei für sie da, hilf ihr, berate sie, leite sie an, krisiere sie konstruktiv, zeige ihr Wege auf, erziehe ihr Selbständigkeit an.
Verletzt sie dagegen den Rahmen, redigiere sie harsch. Ruf ihr wieder in Erinnerung, wie der Hase läuft. Nur einseitig zurechtbiegen darfst Du wie gesagt nicht; zum Meckern gehört das Helfen. Ist in gewissem Sinne schon ziemlich schizoid, doch einfach genial.

„Räum Du doch mal mein Zimmer auf, dann siehst Du wie viel das
ist!“ - wobei zu Letzterem anzumerken sei, dass sie der
felsenfesten Überzeugung ist, woanders räumten die Mütter die
Zimmer auf und die Kinder bräuchten nicht mehr zu tun, als
alles auf den Boden zu werfen (O-Ton).

Mögliche Antwort Deinerseits: „Wir sind hier nicht bei anderen Leuten.“ oder „Was interessieren mich dabei andere Leute, ich sage [das und das] und >.“

Du mußt vermeiden, Dir solche brotlosen Künste an Diskussionen aufzwingen zu lassen, indem sie immer und immer wieder versucht, das letzte Wort zu haben.

Außerdem ist ihre Woche scheiße, weil sie jeden Morgen um halb
sieben aufstehen muss und noch beschissener ist es, dass
niemand Verständnis dafür haben will, dass man deswegen auf
die Kacke haut. Wenn die Tiere Kohldampf schieben und man sie
bittet, beim Füttern zu helfen, erinnert sie stets daran, was
sie ja sonst schon alles tut (zur Anmerkung: im Haushalt bis
auf ihr eigenes Zimmer… nichts)- aber sich dann wieder
beschweren, dass sie ja gar nichts darf, wenn man ablehnt mal
eben so ein weiteres Tier aufzunehmen.

Auch hier wäre das beste, kurz und bündig klarzustellen, daß bald „die Heide wackelt“, wenn sie sich mit ihrem unverhätlnismäßigen Gerede nicht bald einmal zusammenreißt…

Die Krönung dann heute unter Heulen und Gezeter nach einigen
Querelen: „Mama! Warum müssen Eltern so nervig sein?“ -
gebrüllt wohlgemerkt, nicht gefragt.

Lassen. Schlichtweg lassen. Wirklich ernste Auftritte dieser Kategorie sind leicht von solchen Anwandlungen zu unterscheiden.

Peng. Pubertät. PRÄ-pubertät. Also denke ich doch mal mit
gerade mal 10 Jahren und 9 Monaten. Mit 10 Jahren und 3
Monaten war sie noch weitestgehend normal. Es wird wohl Zeit,
mir im Klaren zu werden, wie ich damit und den vielen sich
ähnelnden Situationen umgehen soll.

Merk Dir folgende weltberühmte Sätze:

„Im Anfang war die Tat!“ (Goethe, Faust I)

„Es gibt Augenblicke, in denen es nicht auf die Worte ankommt, sondern darauf, daß man einfach hingeht und etwas tut.“ (Juri Tritenow)

MfG

Hallo,

danke für diesen ersten „anderen“ Beitrag.

Mir ist schon wichtig auf eine Kernaussage Deinerseits einzugehen: Nein, ich lasse nicht zu, dass sie so mit mir redet. Sobald solche Sätze, wie die zitierten fallen, beende ich das Gespräch, geht das Gezeter weiter, hat sie in ihr Zimmer zu gehen. Wie sie dann dort flucht und sich aufregt, ist nicht mein Bier. Trotzdem war ich ziemlich schockiert über ihr Verhalten, weil ich es bis dato nicht von ihr kannte.

Mein Beitrag hier gehört also gerade zu der Anfangsphase solcher Spielchen und bevor ich einfach sage: „Ich bin erwachsen, also habe ich Recht“ möchte ich mich lieber darüber äußern und andere Stimmen hören. Schließlich habe ich auch nicht vor, einfach nur ein - wenn auch helfender - Gesetzgeber zu sein, der die Worte hinter den Worten nicht sehen will.

Für Dich scheint die Erziehungs-Linie recht klar, so (oder so ähnlich) wie Du erzogen wurdest, befindest Du es für richtig und würdest es genauso machen bzw. machst es genauso. Dieses Glück hatte ich nicht. Meine eigene Erziehung glich eher ein Verwahrlosung ohne Regeln, ohne Konsequenzen, ohne Zuwendung und Bestätigung. Wenn ich es besser machen will, muss ich mich mit dem Verstand an den richtigen Weg heranarbeiten, denn wenn ich auf meinen Bauch höre, ertönt nur „mach es anders“. Die Gefahr ist ziemlich groß da ins Gegenteil zu verfallen.

Die alte Schule fehlt hier ganz eindeutig. Bedenke Dein
Selbstverständnis: *Du* bist der Erwachsene, das Elternteil.
Dein Kind ist nichts und rein gar nichts anderes, als ein
*Kind*. Es hat also gesellschaftlich weder vollen Status, noch
irgendwelche vollen Rechte und nur kleine Pflichten. Es steht
überhaupt nicht im Leben, ist weitestgehend unselbständig
gemessen an den Anforderungen der Welt und, und, und. Wieso
läßt Du Dir so auf der Nase herumtanzen? Wo ist Dein Anspruch
auf absolute elterliche Autorität gegenüber dem Kind?

Wie gesagt, die Gefahr ins Gegenteil meines eigenen Elternhauses zu verfallen ist recht groß - und so auch in der Vergangenheit geschehen.
An Strenge hat es weniger Gefehlt, eher etwas mehr an Verständnis. Einige Jahre - ich muss es mal so sagen - habe ich sie „klein“ gehalten und ich finde sie hat das Recht endlich zu entdecken, dass sie „auch wer“ ist - auch wenn es „nur“ ein Kind ist. Den Schuh muss ich mir anziehen und ich habe ihr eine Entwicklung zu erlauben, die ich ihr vor Jahren verwehrte, aber gerade deshalb ist es so schwer den Mitelweg zu finden - eben weil der Mutterstatus dabei nicht verloren gehen darf.

Passe die Regeln dem Alter Deiner Tochter an.
Das ist der Hauptpunkt, wo einseitig übertrieben strenge
Eltern scheitern - und wo die richtig klassisch autoritären
Originale triumphieren. Eine 17jährige mußt Du latent anders
behandeln, als eine 14jährige und wieder anders als eine
11jährige.

Ja, eben. Und eine 9jährige anders als eine 11jährige. Die Fehler der Vergangenheit mit einer 9jährigen zu verarbeiten ist deutlich einfacher als mit einer 11jährigen. Deshalb bin ich hier.

„das Kind in den Grundfesten
respektieren, als großartiges Individuum der Gesellschaft
wahrnehmen, stets den Dialog suchen und rein kommunikativ auf
das Kind eingehen,…“.

Ich stimme Dir voll zu. Hab es in Kindergarten und Schule meiner Tochter oft genug erlebt, dass nicht mehr passiert als dass der Zeigefinger, begleitet von einem „Entschuldigst Du Dich jetzt?“ wackelt. Da bin ich schon immer die Wände hoch gegangen. Wie gesagt lag es zu Hause nicht am Mangel dessen.

Du mußt, um mit Goethe zu sprechen, Tatmensch sein.
Machtkämpfe zwischen Mutter und Kind entstehen doch nur, weil
die Mutter so dumm ist, sich kommunikativ darauf einzulassen.

Wiederhole: Habe in der Vergangenheit aber zu viel „getatet“ und zu wenig geredet.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Trichtere das Deiner Tochter
ein.

Wiederhole: Habe ich zu sehr und zu unnachvollziehbar für meine Tochter getan.

erziehe ihr Selbständigkeit an.

Selbstständigkeit „anerziehen“ klingt für mich komisch. Entweder man lässt sie immer weiter selbst Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen tragen oder nicht.

„Räum Du doch mal mein Zimmer auf, dann siehst Du wie viel das
ist!“ - wobei zu Letzterem anzumerken sei, dass sie der
felsenfesten Überzeugung ist, woanders räumten die Mütter die
Zimmer auf und die Kinder bräuchten nicht mehr zu tun, als
alles auf den Boden zu werfen (O-Ton).

Mögliche Antwort Deinerseits: „Wir sind hier nicht bei anderen
Leuten.“ oder „Was interessieren mich dabei andere Leute, ich
sage [das und das] und >.“

Sagte ich.

Die Krönung dann heute unter Heulen und Gezeter nach einigen
Querelen: „Mama! Warum müssen Eltern so nervig sein?“ -
gebrüllt wohlgemerkt, nicht gefragt.

Lassen. Schlichtweg lassen. Wirklich ernste Auftritte dieser
Kategorie sind leicht von solchen Anwandlungen zu
unterscheiden.

Darüber musste ich auch etwas schmunzeln. Durfte in meinen Ausführungen aber nicht fehlen.

Mücke

Hallo Muecke,

habe 4 Pubis durch,Nummer5 kommt noch.

Mein Beitrag hier gehört also gerade zu der Anfangsphase
solcher Spielchen und bevor ich einfach sage: „Ich bin
erwachsen, also habe ich Recht“ möchte ich mich lieber darüber
äußern und andere Stimmen hören. Schließlich habe ich auch
nicht vor, einfach nur ein - wenn auch helfender - Gesetzgeber
zu sein, der die Worte hinter den Worten nicht sehen will.

Stimmt,das wäre fatal und hätte noch mehr widerstand zur Folge.

Für Dich scheint die Erziehungs-Linie recht klar, so (oder so
ähnlich) wie Du erzogen wurdest, befindest Du es für richtig
und würdest es genauso machen bzw. machst es genauso. Dieses
Glück hatte ich nicht.

Ich auch nicht,aber gerade deshalb versuchen wir es besser zu machen und scheitern leider manchmal dran,so wie andere Eltern auch.

Meine eigene Erziehung glich eher ein
Verwahrlosung ohne Regeln, ohne Konsequenzen, ohne Zuwendung
und Bestätigung.

Meine auch und wenn etwas nicht so lief,setzte es schläge.Würde ich meinen Kindern nie antun.

Wenn ich es besser machen will, muss ich mich
mit dem Verstand an den richtigen Weg heranarbeiten, denn wenn
ich auf meinen Bauch höre, ertönt nur „mach es anders“. Die
Gefahr ist ziemlich groß da ins Gegenteil zu verfallen.

Höre auf deinen Bauch,sei nicht so streng.
Es ist schwer Erwachsen zu werden,zeige deinen Kind wie Stolz du auf sie bist,sage ihr wie toll du es findest,das sie so viel Verantwortung übernehmen will,für ihr Zimmer,Hausaufgaben u.s.w :0)Keine Angst,das klappt schon,um so mehr du sie gleich ziehst mit den Erwachsenen, um so mehr wünscht sie sich wieder ein Kind zu sein.Kuscheln und kleine Liebesbriefe haben meinen Großen sehr geholfen.Briefe sagen mehr als Worte,einfach ihr einen Brief schreiben was du fühlst,was du durch machst,was dich bewegt,wovor du Angst hast,was du dir wünscht…Ich wette du kriegst Antwort und damit wieder eine Basis.

Wie gesagt, die Gefahr ins Gegenteil meines eigenen
Elternhauses zu verfallen ist recht groß - und so auch in der
Vergangenheit geschehen.

Ist mir auch schon passiert.

An Strenge hat es weniger Gefehlt, eher etwas mehr an
Verständnis. Einige Jahre - ich muss es mal so sagen - habe
ich sie „klein“ gehalten und ich finde sie hat das Recht
endlich zu entdecken, dass sie „auch wer“ ist - auch wenn es
„nur“ ein Kind ist.

Meine jüngste Tochter habe ich auch klein gehalten,nein nicht mit Absicht,sondern weil sie die Kleinste ist,irgendwann fing ich an zu bemerken ,das auch sie größer ist.Blöd nicht.Aus Fehlern wird man Klug.:0)

„Räum Du doch mal mein Zimmer auf, dann siehst Du wie viel das
ist!“ - wobei zu Letzterem anzumerken sei, dass sie der
felsenfesten Überzeugung ist, woanders räumten die Mütter die
Zimmer auf und die Kinder bräuchten nicht mehr zu tun, als
alles auf den Boden zu werfen (O-Ton).

Wenn du die Wohnung/Haus aufräumst,gern!

LG Sabine,du schaffst das schon! :0)

Unsere Tochter ist jetzt 17. Seit etwa 5 Jahren dauerpubertierend. Ihr Zimmer wäre für mich tabu (ob mit verschimmelten Joghurtbechern im Bettkasten oder nicht, das stört mich längst nicht mehr), wenn ich nicht regelmäßig nachsehen müßte, ob sie nicht in ihrer Abwesenheit ein Fenster offen gelassen hat. Wir leben in einem Einfamilienhaus in einbruchsgefährdeter Gegend, Fenster-Offenlassen ist ein absolutes „Geht nicht“, aber das stört Madame nicht. Nur aufgrund dieser Tatsache weiß ich, wie es in ihrem Raum aussieht. Ich halte diese Begegnungen kurz, die Nase zu, und kommentiere außer dem offenen Fenster auch nichts. Spätestens wenn Freundinnen kommen oder der Freund, wird aufgeräumt und saubergemacht.

Das Zimmer ist aber nur ein Nebenschauplatz. Was mich wirklich fertigmacht, ist, daß sie ihre häuslichen Pflichten nicht erledigt. Die sind vergleichsweise harmlos und wären mit zweimal 10 Minuten pro Woche leicht erledigt.

Sie „vergißt“ es oder hat es angeblich bereits erledigt, obwohl das Gegenteil leicht nachzuweisen ist. Das macht ihr nichts aus.

„Dir fällt wohl nichts anderes mehr ein“, sprach sie neulich, als ich ihr das Taschengeld kürzte. Stimmt. Jetzt hält sie sich gegen Geld eine Putzfrau. Mich.

Das ist alles sehr, sehr unerfreulich, und ich bin überfordert. Und dann sage ich mir, sie nimmt keine Drogen, raucht nicht, hat nette Freundinnen, einen netten Freund, gehört zu den besten Schülerinnen ihrer Stufe, macht Mathe und Physik LK ziemlich nebenbei mit Einsen und Zweien.

Man kann wohl nicht alles haben.

Gebeutelte Grüße
Aia